Stronachs Halbbruder: "Er zieht seine Sache durch"

21.02.2013 | 18:33 |  THOMAS KRAMAR (Die Presse)

Hans Adelmann preist in "Einfacher leben" die Besitzlosigkeit. Und debattiert mit dem Bruder.

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Wien. „Es geht darum, das ewige Denken auszuschalten.“ „Meine Droge war der Wind.“ „Das Leben ist wie ein kurzes, magisches Roulettespiel.“ „Ein Mensch, der weiß, warum er lebt, fragt nicht viel. Er zieht seine Sache durch.“

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Wo finden sich diese schlichten Weisheiten? Im Kalender von Waldviertler Bauern mit Indien-Erfahrung? Bei Paulo Coelho? In Broschüren von Frank Stronach?

Knapp daneben. Sie sind aus dem Buch „Einfacher leben“, das Stronachs Halbbruder Hans Adelmann derzeit allerorten präsentiert (z.B. gestern, Donnerstag, in der ORF-Sendung „Stöckl“).

Adelmann ist Stronach 1958 als dessen erster Mitarbeiter nach Kanada gefolgt, hat dann u.a. als Monteur in der Schweiz gelebt, ist seit 2002 Pensionist und Reisender. Im Stil von Hermann Hesses „Narziss und Goldmund“ stellt er zwei Lebensentwürfe gegeneinander: hier reich und arbeitsam, dort arm und geruhsam. Hier Wasser, dort Champagner. Das Urteil ist eindeutig: „Quellwasser schmeckt besser als Champagner, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Es kommt direkt aus der Erde.“

Und was ist mit Erdöl? Egal. Wir wissen, was Adelmann meint. Und seine Beschwörungen der Besitzlosigkeit sind durchaus sympathisch, vor allem, weil man ihm abnimmt, dass er die so ganz andere Haltung seines Bruders akzeptiert. „Wir blieben beide unseren Zielen treu“, sagt er. Und er widerspricht ihm, wie ihm kein noch so frecher TV-Moderator widerspricht. „Ich schaffe Arbeitsplätze“, sagt Stronach etwa. Und: „Ich sorge dafür, dass meine Mitarbeiter ihre Familien ernähren können.“ „Arbeitsplätze sind kein Akt der Gnade“, gibt Adelmann zurück, „du bezahlst Menschen für eine Leistung, die du benötigst, um deine Ziele zu erreichen.“

Der Vater der Brüder, die auf so verschiedene Weise nach Freiheit streben, war übrigens Kommunist, ein „Draufgänger, der seine Ideale hochhielt“. Man darf wohl annehmen, dass er sich auch auf Spruchweisheiten verstanden hat...

Hans Adelmann: „Einfacher leben“, 94 S. (edition a), 14,90 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2013)

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3 Kommentare

ich finde es interessant....

...wie da eine Partei den Bruder eines Politgegners benutzt, um den Menschen zu suggerieren, SCHAUT HER, WAS DER FRANKY MACHT IST NICHT DIE RICHTIGE LEBENSART, SO WIE SEIN BRUDER LEBT, SO WIRD MAN GLÜCKLICH....also wählt Rotzgrü, dann seid ihr bald OHNE Besitz und Vermögen, das belastet nur.....schön langsam erinnert mich diese Strategie an Sektenähnliche Zustände! Und die Rotzgrü fahren mit dem Porsche Cayenne spazieren und schauen während der Fahrt den glücklichen besitzlosen Menschen beim einfach leben zu;-)

Re: ich finde es interessant....

die Porschefahrer? Seit wann sind Haider und Schüssel "rotzgrüne''?

Re:Als ewiger Sekretär fast aller ÖVP-Granden,

muss und kann man keine Ahnung von Wirtschaftspolitik haben. Schüssel hatte keine Ahnung davon, wie Grasser im Auftrag von Haider die OeNB um ihr Gold beraubte, als er es um weniger als 450 US $ verkaufte. Grasser war genauso unbedarft, aber er hatte etwas,
worauf ihn alle in die Falle fielen.Man sollte beide als Politiker vergessen!!

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