"Seid ihr alle Homos?": Beschwerden im Heer nehmen ab

27.03.2013 | 20:11 |   (Die Presse)

Knapp 400-mal beschwerten sich Soldaten im Jahr 2012 bei der parlamentarischen Kommission. Jeder Vierte war ein Grundwehrdiener, Rekruten fordern vor allem mehr Geld.

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Wien/Ib. Noch nie hatte sich die heimische Politik wohl so sehr um das Wohl der Grundwehrdiener gesorgt wie im Jahr 2012. ÖVP-Chef Michael Spindelegger schulterte einen Rucksack und ließ den jungen Männern ausrichten, dass er den Dienst „megacool“ finde – und ihn noch verbessern wolle. Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hingegen wollte sie vom „megasinnlosen“ Zwangsdienst befreien.

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Nun, nach der Volksbefragung im Jänner und dem Sieg für die Wehrpflicht, ist Darabos weg, der Grundwehrdienst bleibt, und sein Nachfolger, Gerald Klug, ist um eine Reform des Grundwehrdienstes bemüht. Dazu hat er auch einen Bogen an alle 11.800 Grundwehrdiener verteilen lassen, auf dem sie Verbesserungsvorschläge und Wünsche notieren sollen. Er wolle wissen, „wo der Schuh drückt“, Ergebnisse soll es nach Ostern geben.

Wo der Schuh im Heer drückt – oder zumindest im Vorjahr gedrückt hat –, zeigt allerdings bereits der Jahresbericht der parlamentarischen Bundesheerkommission, der am Mittwoch präsentiert wurde. Fazit: Die Beschwerden nehmen langsam wieder ab. Ganze 3077 Anfragen wurden zwar an die Kommission gestellt, doch nur in 394 Fällen kam es tatsächlich zu einem Beschwerdeverfahren. 79 Prozent davon wurden von der Kommission auch als „berechtigt“ eingestuft.Im Jahr 2006 gab es noch über 660 solcher Beschwerdeverfahren, 2011 waren es 504.

Auffällig ist das Jahr 2010, damals wandten sich – wie im Vorjahr – vergleichsweise wenig Uniformierte an die Kommission: Knapp 340-mal wurde damals Beschwerde eingereicht. Doch was stört die Frauen und Männer beim Heer genau?

Die Hälfte der Beschwerden betraf die Bereiche Ausbildung und Dienstbetrieb, 24Prozent bezogen sich auf Personalangelegenheiten, zwölf Prozent auf Versorgung und Infrastruktur. Außerdem gab es 41 Beschwerden im Zusammenhang mit Beschimpfungen, die als berechtigt anerkannt wurden. Ein Unteroffizier soll Aussagen wie „Seid ihr alle Homos?“ fallen gelassen haben. Ein Truppenarzt fragte auch: „Sind Sie geistig zurückgeblieben oder nur dumm?“ Auch unter Rekruten selbst kam es zu Beschimpfungen wie „Saujud!“ und „Gfrast“.

 

Keine Sommeruniformen bei 36 Grad

Schikanen kamen ebenfalls vor: Bei einem Auslandseinsatz bekam ein Soldat einen „Eierklatscher“ verpasst, wie im Bericht zu lesen ist. Im Einsatzgebiet Kosovo beschwerten sich die Soldaten außerdem darüber, dass es keinen Militärseelsorger gäbe – oder aber auch keine Sommeruniformen, trotz Temperaturen von bis zu 36 Grad.

Ganz allgemein waren es gar nicht so sehr die Grundwehrdiener, die die Kommission als Anlaufstelle nutzten: Nur je ein Viertel der Beschwerdeführer waren Rekruten, ein Viertel Unteroffiziere und je rund 20 Prozent Chargen und Offiziere. In diesen Fällen ging es hauptsächlich um Beförderungen und (mangelhafte) Aufstiegschancen.

 

Reform nur mit mehr Budget möglich

Wenn sich Grundwehrdiener aber doch an die Kommission wandten, ging es oft um die Besoldung von 300 Euro – sie forderten mehr Geld. Laut Walter Seledec, dem Vorsitzenden der Kommission, braucht es für eine „Attraktivierung“ des Präsenzdienstes, wie es die Regierung bis Herbst plant, tatsächlich mehr finanzielle Mittel.

Das fange schon bei der Unterkunft an: Es gebe noch immer 16-Mann-Zimmer mit nur einer Dusche und mangelhaften Sanitäranlagen – was solle daran attraktiv sein? „Und wie soll es mehr Übungen geben, wenn Geld für Munition fehlt?“, fragt Seledec weiter. „Ich attestiere dem Minister zwar den Willen, bessere Schritt zu setzen“ – aber mit einem Budget von weit unter einem Prozent des BIPs sei es schlicht unmöglich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2013)

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107 Kommentare
 
12 3

Heul...

1% Memmen!

es kostet doch mehr ..

so kostet dann das Wehrpflichtigenheer ebensoviel wie oder mehr als ein Berufsheer

das kann auch nur weniger kosten wenn man die Pflichtigen hält wie Tiere

wozu haben Wir also ein Heer ?
Damit Wir Uns selbst die Unfreiheit garantieren ?

1

Maaaaama!!! Der Karli hat G'frast zu mir g'sagt!!!!

Homos ist tatsächlich unhöflich und politisch nicht korrekt.

Mamaburlis wäre wohl passender

Re: Maaaaama!!! Der Karli hat G'frast zu mir g'sagt!!!!


Freiheit ist, wenn man Dodel stehen lassen kann und gehen
Österreich ist insoferne auch kein Land zum Leben

Re: Maaaaama!!! Der Karli hat G'frast zu mir g'sagt!!!!

Aber klar doch... Würde auch besser zu deinem Kindergartendeutsch passen :-))

l ächerlich !

wir haben eine "eliteoperettenarmee" !!!!
unsere soldaten würden nicht einmal 10 min in einem gefecht....irgendeinem gefecht bestehen !

wie soll man den eine kampfstarke truppe aufbauen wenn man diese nicht einmal im trainig ein wenig härter rannehmen darf !?!?!

unsere achso intelligenten fü hrer oder auch "eierbären" genannt sollten sich einmal den ausbildungsbetrieb bei anderen nationen ansehen !

hoffentlich müssen wir uns NIE auf unser jetziges BH verlassen !

tu felix austria !!!

Re: l ächerlich !

Vielleicht denkst du mal drüber nach, dass in einer modernen Armee mehr Hirn als Muskeln gefragt ist.
Oder rennen sie beim Bundesheer noch mit der Steinzeitkeule durch die Gegend und stoßen undefinierbare Kampflaute aus, während Soldaten der Hightech-Armeen um uns herum in aller Ruhe mit zwei Fingern den Joystick bedienen?!

Re: l ächerlich !

Der umgangston in der Ausbildung in anderen Ländern wie z.B. den USA ist zwar genauso Rau, der entscheidende Unterschied ist aber die Pflicht.

Hier wird man zu einer Ausbildung GEZWUNGEN in der man sich beschimpfen und runtermachen lassen MUSS.
Sowas gibt es sonst eigentlich nur in arabischen Ländern, in der westlichen Welt ist das ziemlich einzigartig.

Vizeleutnant: „Seid ihr alle Homos?“

Ganze Kompanie im Chor: "Jawohl Herr Vizeleutnant!"

Da schaut der Vize dann deppert!

Re: Vizeleutnant: „Seid ihr alle Homos?“

Besser wäre: "Wir nicht. Sie etwa und suchen etwa deswegen was Bestimmtes?"

Bitte Relationen beachten!

15.000 Rekruten und 15.000 Offiziere und Unteroffiziere macht 30.000 Leute aus.
Wenn von denen in einem Jahr 400 Beschwerden kommen, ist das, wie wenn sich etwas mehr als jeder hundertste einmal im Jahr beschwert: 1% (1,2%).

Wenn man bedenkt, dass die Leute bei einer Beschwerde eigentlich nichts verlieren können, weil sie alle unkündbar bzw. befristet sind, ist das dann viel oder wenig? In einem gleich großen Konzern beschweren sich mehr.

Und natürlich: Geht es nicht darum, dass die Soldaten da ihr Leben für uns einsetzen und dazu ausgebildet werden? Na was glauben die Büroschreiberlinge eigentlich, wie das ablaufen sollte: "Würden Sie bitte aus dem Schützengraben steigen und könnten Sie eventuell auch zur feindlichen Linie hinüberrobben? Ich weiß, da fliegen die Kugeln oben drüber, aber ich würde Sie eben höflich ersuchen." - Natürlich! So läuft das ab!

Re: Bitte Relationen beachten!

Die werden also noch alle ausgebildet wie für einen Krieg a la Verdun 1916 (Schützengraben - und raus - und feindwärts robben im Kugelhagel - und...).
Na servas, kann man da nur sagen. Wir schreiben jetzt nämlich das Jahr 2013!
Da wird es wohl doch besser sein, sich auf das Sandsäckeschleppen und Schneeschaufeln zu konzentrieren...


Re: Re: Bitte Relationen beachten!

Die GWDs erhalten zum Teil tatsächlich eine militärische Ausbildung die sich allemn Anschein nach taktisch am ersten Weltkrieg orientiert. Zumindest war das meine Erfahrung (Einrückungstermin März 2009).

Re: Bitte Relationen beachten!

"Na, wenns mich so lieb bitten stürm' ich natürlich gern in den Kugelhagel!"

Re: Bitte Relationen beachten!

Wie man sieht hast du absolut nichts kapiert, denn sonst hättest du dir deine Verbalabsonderung einfach erspart.

Wir haben seinerzeit

in 17 Mann-Zimmern geschlafen (8 Stockbetten, ein Einzelbett für den Zimmerkommandanten), einmal in der Woche warmes Wasser für die Massendusche - und haben auch überlebt.

Gibts nur mehr Luschen bei den Präsenzlern?

Re: Wir haben seinerzeit


schau, jetzt haben der Darabos und der Häupl gschaut dass das Volk wegen der Wehrpflicht gefragt wird
jetzt muss die ÖVP schauen dass Wähler nicht vergrault sind


Re: Wir haben seinerzeit

Und darauf bist du auch noch stolz? Willkommen in der Gegenwart!

Re: Wir haben seinerzeit

Toll!

Vor vielen, vielen Jahren hatten deine Vorfahren noch in Höhlen gehaust und du Lusche regst dich darüber auf, ein warmes Bett in einem Zimmer voller Kameraden gehabt zu haben?

Der Verschwender

Es fehlt an Geld, es fehlt an gutem Ausbildungspersonal und es fehlt der Sinn am Grundwehrdienst!
Aber ein glatzerter Landeshäuptling hat aus wahltaktischen Gründen verlangt, dass Unwissende über den Erhalt des Zivildienstes abstimmen und der Kanzler hat nicht nur zugestimmt sondern auch zugesagt, dass jeder Unsinn, der bei der Befragung ruaskommt, umzusetzen ist!
Dümmer geht's nimmer !!!!

Seid Ihr alle Homos? Oh Yeah! Soldiers... hmm... young hot steamy testosterone laden youth in uniform full of energy and willing to f*ck anything that moves? Hmm... is the a cue somewhere for that?


Re: Seid Ihr alle Homos? Oh Yeah! Soldiers... hmm... young hot steamy testosterone laden youth in uniform full of energy and willing to f*ck anything that moves? Hmm... is the a cue somewhere for that?

bitte lern englisch

bundesheer...

da werden leute fuer eine moegliche kriegssituation ausgebildet und die beschweren sich "gfrast" genannt zu werden?? laecherlich! die empfindlichkeit und die toleranz zu dieser gehen schon zu weit...

Re: bundesheer...

Aha.
Du stellst dir wahrscheinlich den Krieg so vor, dass die "Ausgebildeten", obwohl nicht gerade mit modernstem Gerät ausgerüstet, aber vielleicht gerade deswegen befehlsergeben auf den Feind zu marschieren...
Der empfängt sie dann vielleicht mit lauten Rufen wie z. B.: "Da kommen sie, die österreichischen G'fraster"! Aber dank der guten Ausbildung sind die „G'fraster“ schimpfwörterresistent geworden und marschieren hurtig weiter. Und bemerken dabei gar nicht, dass die Kacke vom Luftraum her am Dampfen ist...
Aber auch das hat man ihnen vielleicht beigebracht, dass man nicht zu empfindlich sein soll, denn Krieg ist Krieg und da geht es nun mal härter zu, da sind Muskeln gefragt...
Also marschieren sie weiter und weiter und weiter. Und sie verstehen dann allmählich, dass wir keine offensive Flugabwehr und sonstige Ausbildungen an modernem Gerät brauchen, sondern nur Schimpfwörter gewöhnt ausgebildet worden sind: Weil das halt ausreichen muss, wenn sonst nichts vorhanden ist...

Re: bundesheer...

Unfreiwillig, sie werden unfreiwillig ausgebildet. Zumal eine gewisse Höflichkeit erwartet werden kann. Niemand erwartet ein "Würden Sie bitte..." aber Beleidigungen braucht's auch nicht.

bundesheer...

da werden leute fuer eine moegliche kriegssituation ausgebildet und die beschweren sich "gfrast" genannt zu werden?? laecherlich! die empfindlichkeit und die toleranz zu dieser gehen schon zu weit...

 
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