Budget: Defizit deutlich niedriger als erwartet

28.03.2013 | 11:36 |   (DiePresse.com)

Österreichs Defizit betrug vergangenes Jahr 2,5 Prozent des BIP. Das Finanzministerium sagte 3,1 Prozent voraus. Der Schuldenstand ist angestiegen.

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Österreich hat 2012 ein deutlich niedrigeres Defizit erreicht als erwartet. Es lag bei 2,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes bzw. 7,7 Milliarden Euro, wie die Statistik Austria am Donnerstag bekannt gab. Das Finanzministerium war im Herbst des Vorjahres noch von einem Wert von 3,1 Prozent ausgegangen. Im Jahr 2011 lag das Defizit ebenfalls bei 2,5 Prozent.

Der Schuldenstand ist gegenüber 2011 angestiegen - aber ebenfalls geringer als erwartet. Er beträgt 73,4 Prozent des BIP bzw. 227,4 Mrd. Euro (2011: 72,5 Prozent bzw. 217,9 Mrd. Euro). Im Bundesvoranschlag für 2012 war noch mit einem Schuldenstand von 74,6 Prozent gerechnet worden.

Damit blieb das Defizit vergangenes Jahr erneut unter der Maastricht-Vorgabe von drei Prozent. Die Staatsschulden liegen mit 73,4 Prozent allerdings deutlich über der EU-Vorgabe von 60 Prozent des BIP.

Länder- und Gemeindeergebnisse besser

Statistik Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer nennt als Hauptgrund für das unter den Erwartungen liegende Defizit, dass beim Voranschlag die Defizite der Bundesländer deutlich stärker eingeschätzt wurden als sie schlussendlich ausfielen. Alle Länder außer Niederösterreich und der Steiermark konnten ihr Defizit verringern oder einen Überschuss erwirtschaften. Die Gemeinden konnten ebenfalls ein deutlich besseres Ergebnis erzielen als 2011, hier liegen die genauen Daten aber erst im Herbst vor. Insgesamt lag das Defizit der Bundesländer (ohne Wien) bei 0,1 Prozent des BIP (nach 0,2 Prozent 2011). Die Gemeinden inklusive Wien erzielten sogar einen Überschuss von 0,1 Prozent des BIP. 2011 lag diese Kennzahl noch knapp im negativen Bereich.

Auch die Sozialversicherungsträger erwirtschafteten ein Plus - und zwar 0,1 Prozent (nach 0,2 Prozent 2011). Im Bund fiel das Defizit hingegen mit 2,6 Prozent etwas höher aus als im Jahr 2011 (2,4 Prozent).

Die Einnahmen und Ausgaben sind 2012 in etwa gleich stark - um rund 4,4 Prozent - gewachsen. Der absolute Löwenanteil an den Staatseinnahmen kam erneut aus Steuern und Sozialbeiträgen - sie machten gut 91 Prozent der Gesamteinnahmen (136,9 Mrd. Euro) aus.

Bankenpaket machte 0,9 Prozent des BIP aus

Bei den Ausgaben ist der Anstieg unter anderem auf die Kosten des Bankenpakets zurückzuführen. Der Abgang aus dem Paket betrug 2,6 Mrd. Euro. Ohne Bankenpaket wäre das gesamtstaatliche Defizit deutlich besser ausgefallen und nur bei 1,6 Prozent des BIP gelegen.

Ebenfalls im Bankenpaket enthalten sind 2012 11,6 Mrd. Euro an Schuldgarantien. Diese sind aber - solange sie nicht gezogen werden - nicht Maastricht-relevant und damit nicht dem Maastricht-Defizit zuzuordnen.

Faymann und Spindelegger zufrieden

SP-Bundeskanzler Werner Faymann zeigte sich am Donnerstag zufrieden: "Das Stabilitätspaket mit einem ausgewogenen Mix aus einnahmen- und ausgabenseitigen Maßnahmen hat die gewünschten Effekte erzielt." VP-Vizekanzler Michael Spindelegger erklärte: "Auf dieses Ergebnis können wir stolz sein. Österreich ist bei der Verminderung des Budgetdefizits ein Vorbild für Europa."

(c) APA Budget Defizit deutlich niedriger

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(APA)

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70 Kommentare
 
12

super

jetzt noch die bezieher deutschern pensionen aussackeln und wir steuern auf ein nulldefizit zu. mitzi, mitzi...

2 0

jetzt werden die gleich intensiv über'Wahlzuckerln

nachdenken, denn das lockt.

Wie gewonnen, so verloren....

Kurz freut man sich, dass die immer höher werdenen Steuern und Abgaben tatsächlich eine positive Auswirkung auf unser Staatsbudget hat, dann kommt sofort der Dämpfer:
Ah, es ist mehr Geld da als erwartet, da müssen wir noch schnell vor der Wahl den Pflegefond mit gut 650 Mio Euro zusätzlich füttern. Nicht, dass uns da am Ende vielleicht ein Spielraum zur Senkung der Lohnnebenkosten oder ähnlichem Blödsinn bleibt.....

Einfach nur traurig.

Aha

Man muss nur mehr erwarten, als man einhält.
Dann ist man erfolgreich.
Dumm, dümmer, ... ?

Faymandl, Spindy und Schottermitzi

haben sich - nach einem üblichen Brainstorm (nicht: -ing!) - einen neuen Schmäh einfallen lassen:
Setz' ma des Defizit für nächstes Jahr recht hoch an, dann könn' ma uns feiern lassen, wenn's weniger hoch ausfällt, auch wenn's größer is' als letztes Jahr.
Mitzi: " Jaaaa daaa haaaben wiaaar wiedaaa grooooße Eiiiinspaaaarungen gemaaacht".

Re: Faymandl, Spindy und Schottermitzi

Die Einsparungen dieser Abzockerbande Rotschwarz werden bei den Armen und bei den Pensionisten gemacht und die Reichen bleiben unangetastet. Schande!

Re: Re: Faymandl, Spindy und Schottermitzi

Sie haben die selbstständige und unselbstständig arbeitende Bevölkerung vergessen!

Die Bankenhilfe wird für die Steuerzahler sehr teuer werden !!


So mancher Steuerzahler kann sich noch gut an die Worte des ehemaligen Finanzministers Josef Pröll erinnern. Die Bankenhilfe werde zu einem Riesengeschäft für die Republik werden, tönte er am Höhepunkt der Finanzkrise. Und nach Jahren, nachdem die Republik bereits Milliarden in die teils maroden Institute gesteckt hatte, erklären noch immer ...

teamstronach - wirtschaftskompetenz braucht das land.

Sehr brav

Statt 3, 1 % nur 2,5 % Schulden zu machen, ist ja auch etwas.
Nur Mut.

15 4

das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt

28.375,-- Schulden pro Nase ... aber ja, wir brauchen mehr Subventionen, Förderungen, Beihilfen, Versorgungsposten, Bürokratiemonster, etc.

Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt

es ist viel mehr, www.staatsschulden.at

Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt


Wir sind Griechenland!

Das wird noch ein böses Ende nehmen!

Aber die Leute wählen immer noch RotSchwarzGrün!


Re: Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt

Soll man Strache wähle? Der weiß nicht einmal wofür er gestimmt hat (Ratifizierung der MRK) und was dies bedeutet.
Ganz abgesehen von den famosen Leistungen seiner Freunde wie Buwog-Verscherbelung, Hypo-Alpe-Adria, die BVerschiuldung Kärntens, um nur eineige Beispiele zu nennen.

Re: Re: Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt


Strache war immer gegen die EU und gegen den Euro!

Und die Hypo Alpe Adria haben wir Pröll zu verdanken!

Haider hatte die Bank ja schon gewinnbringend an die Bayern verkauft!

Das Geld liegt im Zukunftsfond des Landes Kärnten!

Pröll hat sie dann den Bayern abgekauft und das nennen die Medien jetzt "Notverstaatlichung", das ist der volle Hohn!

Tatsächlich wollte Pröll nur seinen CSU-Brüdern helfen!


Re: Re: Re: Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt

Die FPÖ unter Haider war lange Zeit ein glühender Verfechter des EU-Beitrittes, erst unmittelbar vor der EU-Abstimmung ist er umgeschwenkt. So etwas nennt man verantwortungsvolle Politik.
Wofür Strache eintritt ist ein Faktor der Zeit und der Umstände. So hat er der Ratifizierung der Menschenrechtskonvention zugestimmt und schreit jetzt nach Abschiebungen in Bausch und Bogen, obwohl nach der MRK Abschiebungen nur nach Prüfung des Einzelfalles zulässig sind und nur dann, wenn der Abzuschiebende im vorgesehenen Aufnahmeland nicht an Leib und Leben gefährdet ist und dort keine entwürdigende Behandlung zu erwarten hat.
Das nent sich wohl vorausschauende und überlegte Politik; zuerst Zustimmen und dan die Folgen der Entscheidung nicht tragen wollen; ein Superpolitiker

Re: Re: das haben uns die politiker ind en letzten Jahrzehnten eingebrockt

Natürlich wird es ein böses Ende nehmen. Die Eurozone hat beschlossen, zum Abbau der Staatsschulden an der Inflationsschraube zu drehen.

Aber trotz Inflationsmaschine schaffen sie es nicht einmal, die Schulden gleichbleibend zu halten, geschweige denn abzubauen.

Das zeugt davon, dass der Politik jeder neue Geldhahn recht ist, um einfach noch mehr auszugeben. Und das Resultat wird logischerweise ein grosser Knall ala Griechenland oder Zypern sein.

Solange nichts in den Strukturen geändert wird, solange


steigt trotz höherer Einnahmen des Staatsdefizit.

Was ist mit der Verwaltungsreform
was mit der Gesundheitsreform,
was mit der Schulreform,
mit der ÖBB Reform,
usw.?

Aber offensichtlich geht nichts gar nichts, wo es um die Versorgung des eigenen Klientels geht.

Raus aus der Politik, rein in die Aufsichtsräte!
Dörfler, der noch einen politischen Versorgungsposten erhält, ist doch ein gelebtes Beispiel.

Also nicht nur ÖVP und SPÖ, auch die sogenannten sauberen Blauen gehen diesen Weg.

3 0

Re: Solange nichts in den Strukturen geändert wird, solange

das geht halt nicht ... weils immer so war :)

verminderung des budgetdefizits?

es ist ja super, dass wir besser dastehen, als die meisten. das ändert aber nichts daran, dass wir schon wieder um 7,7 mrd mehr schulden haben, die wir jungen irgendwann berappen müssen. ewig wird sich die schuldenanhäufung nämlich nicht fortsetzen lassen

Re: verminderung des budgetdefizits?

In diesem Zusammenhang auch interessant:
Österreichs Schulden 1970: 15% des BIP
Österreichs Schulden 2011: 72% des BIP
In diesem Zeitraum:
5 x SPÖ-Alleinregierung
2 x SPÖ/FPÖ-Regierung
6 x SPÖ/ÖVP-Regierung
2 x ÖVP/FPÖ-Regierung

6 0

Können wir nicht gleich unter den ESM schlüpfen?

Dann haben wir harte Sparvorgaben und können es auf die pöse pöse EU schieben.. aber wenigstens tut sich dann was..

Tippfehler gehören dem der sie findet

Republik...

Historischer Schudenhöchststand der Repuplik Österreich

So sehen also Erfolge aus, sagen die Politiker...

13 0

Trotz ...

dieser Steuerlast?

Normalerweise hätte ein Überschuss rauskommen müssen bei dem was die Fekter aus den Österreichern raus quetscht.

Ach! Der soziale Friede und die Gerechtigkeit müssen gesichert werde, das habe ich schon wieder vergessen.

8 0

Re: Trotz ...

die Fekter "quetscht und der ÖGB legt noch eins drauf: die LEHRLINGSMILLIARDE!
sind die noch bei Trost? Wer soll das bezahlen als genau jene Betriebe die Lehrlinge ausbilden? Und das Argument, viele Betriebe bilden nicht aus, gilt nur dann wenn:
1) sich überhaupt Lehrlinge für diesen Beruf melden, und
2) auch dazu geeignet sind, was zunehmend schwieriger wird, diese zu finden!
( ein Betrieb in unserer Nähe - Dachdeckerei etc..- findet Bewerber die nicht in der Lage sind, ein Rechteck auszurechnen, natürlich nimmt er solche Lehrlinge nicht).

Re: Re: Trotz ...

Nun die Zahl der BEtriebe, die Leherlinge aufnehmen, nimmt von Jahr zu Jahr ab.
Dass das Niveau der Hauptschulabgänger in den großen Städten (Betonung auf große Städte) für viele Lehrberufe zu gering ist, ist nicht zu bestreiten.
BEi entsprechender Werbung durch die WKs ließen sich aber sicher ausreichend Anwärter für Lehrberufe unter den Absolventen der Gymnasium-Unterstufe finden, die sicher ein ausreichendes Niveau haben.

 
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