Rütteln an 24-Stunden-Betreuung

28.03.2013 | 18:13 |   (Die Presse)

Der ÖGB will ein Verbot der Pflege durch Selbstständige.

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Wien/Ett. Um die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen daheim rund um die Uhr ist es in den vergangenen Jahren ruhig geworden. Das könnte sich demnächst ändern. Denn der Gewerkschaftsbund (ÖGB) wird über Vorschlag seines Bundesvorstands bei seinem nächsten Kongress heuer im Juni ein „Verbot der 24-Stunden-Betreuung auf selbstständiger Basis“ beschließen, wie es im der „Presse“ vorliegenden Leitantrag heißt.

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Damit gerät die derzeit übliche legale Form der 24-Stunden-Betreuung ins Wanken. Für diese waren von Ex-Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) gesetzlich die Weichen gestellt worden. Zuvor war im Nationalratswahlkampf 2006 publik geworden, dass tausende illegale ausländische, meist weibliche Pflegekräfte die Betreuung durchführten. Nunmehr erfolgt die legale 24-Stunden-Betreuung großteils auf Selbstständigenbasis. Laut Sozialministerium nehmen rund 13.000 Pflegegeldbezieher 24-Stunden-Betreuung in Anspruch. Dafür sind knapp 30.000 Pflegekräfte im Einsatz, weil sich diese meist alle zwei Wochen abwechseln.

Der ÖGB begründet seinen Vorstoß so: Derzeit liege bei der 24-Stunden-Betreuung vielfach „Scheinselbstständigkeit“ vor. Ein Verbot solle „die Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen“ als unselbstständig tätige Pflegekräfte sichern. Darüber hinaus bekräftigt der Gewerkschaftsbund die Forderung nach einer Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer zur Finanzierung eines bundesweiten Pflegefonds. Gleichzeitig soll so eine höhere Entlohnung des Pflegepersonals – auch in Heimen und mobilen Diensten – gewährleistet werden.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2013)

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8 Kommentare

Drehen die Gewerkschafter jetzt völlig durch?

Da werden die Arbeitslosen durch das AMS in die "Selbständigkeit" geschult, dann sollen sie die "verordnete Selbständigkeit" nicht ausüben dürfen?

Soeas kann nur einem kranken, sesselklebenden Schreibtischrealisten einfallen. Und davon gibt`s bei den Theoretikern ja genug.

lächerliches beispiel

3 stunden in der woche heimhilfe und einer halben stunden krankenschwester pro monat ? .. wenn es so weit ist, dann kommt man mit 2000 euro im monat nicht durch .. aber gut .. die politiker, die haben ihre pensionen jenseits der 7000 euro , die kommen ja durch .. und die anderen .. nun je schneller der exitus erfolgt .. umso weniger pensionsauszahlung ...

Sie probieren immer wieder: "1968 ff."

Klingt nach Muhm's Mao-Bibel: Verstaatlichung, möglichst weitgehende Reduzierung des Leistungsumfanges bei möglichst hoher Abzocke, alle in weisser Einheits-Arbeitskluft, lassen beim Glockenschlag alles fallen und hauen ab, stellen den Fernseher unveränderbar auf Klassenkampfsender ein, Versuch des ZK, die anscheinend zu liberalen Buchinger-Buam endlich hinauszudrängen usw.

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Sozialistischer Niedergang in Zeitlupe eben

Klassenkampf gegen das individuelle Recht zu Hause gepflegt zu werden, hin zum Kollektiv in fremder Heimumgebung und gleichzeitig Abzocken und sich selber die Taschen vollstopfen! Leider auch auf Schuldenbasis, die dannwer anderer bezahlen muss, auch mit Arbeitslosigkeit!

Re: Sozialistischer Niedergang in Zeitlupe eben

Sie haben es nicht kapiert!

Es geht um die Umgehung der Angestelltenverhältnisse, damit die Auftraggeber Kosten sparen.


Re: Re: Sozialistischer Niedergang in Zeitlupe eben

schon richtig: die Auftraggeber sind ja die pflegebedürftigen Mitbürger. Die sollten nicht extra hohe Kosten tragen müssen - oder?

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Re: Re: Sozialistischer Niedergang in Zeitlupe eben

Wer da was nicht kapiert ist mir schon klar! Gott sei Dank konnte ich als Auftraggeber für die Pflege meiner Mutter zu Hause, ihr dank der Mithilfe von selbstständigen 24h Pflegerinnen, einige Jahre lang das Abschieben in ein von dickärschigen gewerkschaftlich organisierten "Angestellten"geführtes Pflegeheaim ersparen! Aber die Linke hat ja die Nachfolge der Rolle des Tartuffe übernommen!

9 0

Feindbild Selbständigkeit

Das Gegenteil von sozial ist sozialistisch.


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