Wahlkampfauftakt: Schunkeln und Smalltalk mit Faymann

18.04.2013 | 17:51 |  von Oliver Pink (Die Presse)

Die SPÖ schickt den Kanzler auf Tour und bindet die Bürger in die Kampagne ein. Die ÖVP setzt auf Personenkomitees und baut die Zentrale um.

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Wien. „Es ist schon bemerkenswert, was die ÖVP da macht. Das hat einen bitteren Beigeschmack“, sagt Norbert Darabos, der neue und alte Bundesgeschäftsführer der SPÖ. Gemeint ist jenes Personenkomitee um die Raiffeisen-Managerin Michaela Steinacker und Ex-Orange-Chef Michael Krammer, das offiziell Bürgeranliegen für Michael Spindelegger sammelt. Die ÖVP, so der Verdacht, könnte über diesen Verein, der sich aus Spenden finanziert, die Sieben-Millionen-Euro-Wahlkampfkosten-Begrenzung umgehen.

Doch auch die SPÖ will die Bürger in den Wahlkampf einbinden – ohne Personenkomitee, nach Vorbild der SPD. In einer ersten Phase ab Mai sollen „Bürgergespräche“ in allen 39 Wahlkreisen diesen die Möglichkeit bieten, auf sogenannten „Dialogkarten“ festzuhalten, was sie sich von der SPÖ wünschen. In einem zweiten Schritt ab Juli werden diese Anliegen dann in vier großen „Dialogforen“ von ebendiesen Bürgern mit hochrangigen SPÖ-Vertretern diskutiert. Zehn Vorschläge sollen dann beim Bundesparteirat im August in das Wahlprogramm der SPÖ aufgenommen werden.

Zuvor wird noch der Kanzler auf Bundesländer-Tour geschickt. Start ist heute, Freitag, in Innsbruck. Als Haupt-Act – neben dem Kanzler – tritt Schlagersängerin Petra Frey auf. Morgen, Samstag, in Bregenz, spielen nach der Kanzlerrede dann „Die Mayrhofner“. Jeweils danach gibt es den Kanzler zum Anfassen und Plaudern. „Smalltalk in entspannter Atmosphäre“, wie die SPÖ das nennt.

 

Darabos in seinem Element

Norbert Darabos, so scheint es, hat nach angespannten Jahren im Verteidigungsministerium seine eigentliche Bestimmung wiedergefunden. Auch die jüngsten internen Umfragen – die SPÖ liegt wieder über 30 Prozent, ÖVP und FPÖ weit abgeschlagen dahinter – tragen zu seinem offensichtlichen Wohlbefinden bei. Laut ihrem Kampagnenleiter wird die SPÖ mit den Themen Arbeitsplätze, Gesundheit, Pflege, Gerechtigkeit in den Wahlkampf ziehen. Und auch mit dem Wohnthema, das zuletzt von der ÖVP forciert wurde. „Das soll uns recht sein, damit begibt sich die ÖVP auf ein Heimspielgebiet der SPÖ“, meint Darabos. Und ein Erfolgsmodell aus seiner ersten Zeit als Bundesgeschäftsführer wird reaktiviert: der War Room.

Auch in der ÖVP-Zentrale wird derzeit umgebaut. Der Vermieter in der Lichtenfelsgasse, die Uniqua-Versicherung, bekommt mehr Platz – zulasten der ÖVP. Allerdings, sagt ÖVP-Kommunikationschefin Michaela Berger, würde die Partei am Ende wieder gleich viel Nutzfläche zur Verfügung haben wie zuvor. Durch den Umbau im Altbau würden viele Gänge verschwinden. „Wir rücken näher zusammen, bisher waren etliche Räume ungenützt.“ So wird die ÖVP zwar keinen „War Room“ einrichten, aber einen „Newsroom“, in dem die Kommunikation konzentriert wird. „Wir werden einfach moderner“, so Berger.

 

Darabos will nicht mit Rauch

Auch wenn die Regierung nach außen hin business as usual mimt und bis zum Schluss professionell zusammenarbeiten will, wie von den Parteichefs Werner Faymann und Michael Spindelegger vereinbart, rüsten Rot und Schwarz wahlkampfbedingt auf – auch gegeneinander. In der ÖVP weiß man etwa zu berichten, dass sich Norbert Darabos vor einem Duell mit ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch drücke. Anfragen mehrerer Zeitungen habe der SPÖ-Bundesgeschäftsführer abgelehnt, zuletzt habe er eine „Im Klartext“-Diskussion des ORF-Radios mit Rauch verweigert. SPÖ-Kommunikationschef Stefan Hirsch meint dazu: „Der Wahlkampf ist noch lang. Wieso soll Darabos jetzt schon mit Rauch diskutieren? Das kommt sicher noch – aber später.“

Rauch würde jetzt schon gern mit Darabos diskutieren. Dann könnte er ihm auch sagen, was er von den Verdächtigungen hält, die ÖVP würde sich ihren Wahlkampf mittels Personenkomitees finanzieren: „Sollte der Verein der Partei etwas spenden, wird das offengelegt“, so Rauch. Die ÖVP halte das neue Parteispendengesetz auf „Punkt und Beistrich“ ein, schließlich habe man es mitbeschlossen. „Neid ist eben die größte Form der Anerkennung. Für Faymann ein Personenkomitee aufzustellen ist wahrscheinlich unmöglich.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2013)

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26 Kommentare
 
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ROSAROT oder auch GELB

Herr Peymann wünscht sich einen roten Landeshauptmann für Tirol, muss es unbedingt ein Roter sein, kann es nicht auch ein Gelber sein, oder ein Rosaroter, damit es Farbauswahl gibt?!

Faymann

der erste wahre ANTI-Kanzler der zweiten Republik!!!

Re: Faymann

Aber: Er hat die Haare schön, er hat die Haare schön, er hat die Haaare schööööön!

Wahlkampfbusiness as usual. Alle bringen die Giftspritzen in Stellung.

Irgendwie ist das lähmend.

NICHTS GELERNT

Weder in Salzburg, noch Tirol haben die wahlwerbenden Parteien etwas dazugelernt! NICHT VERGÉSSEN! WIR SUCHEN AUS UND NICHT DIE´PARTEIAPPARATE! In Kärnten wurde es einmal vorgezeigt, wie es geht, und wie danach weiter kontrolliert wird.

andere Optionen - etwa auf Faymann-Niveau ?

für Österreich kommt wirklich kein anderer in Frage - einzig Hubert Gorbach kann vom Niveau her noch mithalten, auch die Englisch-Kenntnisse sind ähnlich angesiedelt. Wir haben sonst in ganz Österreich keinen Politiker auf diesem Niveau. Peter Westenthaler hat ja inzwischen aufgehört - von daher kommt auch er nicht in Frage. Stefan Petzner käme eventuell noch in Frage, ist aber von der Intelligenz zu hoch angesiedelt und last but not least - Ernstl Strasser muss in Gefängnis (wäre natürlich von seinen Englischkenntnissen schon erste Sahne). So wird Österreich bekommen, was Österreich verdient. Für diese Wählerinnen und Wähler wirklich genau der Richtige !

Re: andere Optionen - etwa auf Faymann-Niveau ?

Jetzt haben Sie aber die Fekter vergessen!

...die Urania Puppenbühne auf Tournee?!

"Hallo liebe Wähler und Wählerinnen! Ich bin´s der Kasperl " Ich hab a rote Zipfelmütze und einen schönen Anzug und wenn Ihr mich wählts, dann mach ich Euch auch alle zu Kasperln oder Taxifahrern oder mach Euch ganz gläsern das ist lustig! Und wie der Häupl Seppl schon sagt, "Man muss wirklich absolut nichts können oder glernt hab´m um des Geld anderer Leut restlos zu verzocken! Tridradralla...

Das ÖVP-Bankenkomitee hat sicher einen bitteren Beigeschmack

aber mindestens genauso miserabel erscheint mir der Typ der als Inserator viele Millionen Steuergelder für seine persönliche Propaganda umgeleitet hat.

Dank kontrollierter Wiener Justiz wird es bestimmt wie bei Claudia Schmied ausgehen und der Herr kommt ungeschoren davon.

An seiner Stelle würde ich mir nicht mehr auf die Straße trauen.

Das ÖVP-Bankenkomitee hat sicher einen bitteren Beigeschmack

aber mindestens genauso miserabel erscheint mir der Typ der als Inserator viele Millionen Steuergelder für seine persönliche Propaganda umgeleitet hat.

Dank kontrollierter Wiener Justiz wird es bestimmt wie bei Claudia Schmied ausgehen und der Herr kommt ungeschoren davon.

An seiner Stelle würde ich mir nicht mehr auf die Straße trauen.

er ist genau

der Kanzler den die Österreicher verdienen!

Mehr als Smalltalk...

... ist mit dem Kanzlerdarsteller eh nicht möglich!^^

Bevorzugte Lieblingsthemen:
Wie geht's der Frau?
Das Frühling ist auch nicht mehr das, was er einmal war...
Welche Spülung für die Haare werden verwendet?

Und schon sind alle glücklich und der Alpen-Obama ist ein Mann aus dem Volk!

Empfehlenswert

wäre, wenn die ÖVP den naiven Spindi verstecken würde und die ROTEN statt dem Faygi die Rudas herzeigen würde.

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der Showkampf von SPÖVP

dient zu Volksverdummung. SPÖVP ist längst eine Einheitspartei, die zum Machterhalt ihre Positionen einbetoniert haben. Wenn es zur Mehrheit nicht reicht, weil die Österreicher die verlogenen Typen satt haben, dann warten schon die Grünen um dieses politische Elend weiter am Leben zu erhalten.

Re: der Showkampf von SPÖVP

ich schließe mich ihrer Meinung an, möchte aber anmerken, dass man uns nur versucht ideologische Standpunkte, die nichts als rhetorische Floskeln sind, zu verkaufen...

Wenn man vergleicht, wovon die Parteien sprechen und wie sie handeln, dann sehe ich keinen Unterschied zwischen SPÖ und ÖVP!

Re: der Showkampf von SPÖVP

Jo - da muaß wos gschehng bevor wos passiert!

Meine Idee: ALLE WAHLVERANSTALTUNGEN BESTREIKEN. Alle! So dass nur mehr die Parteinarrischen hingehen.

Re: Re: der Showkampf von SPÖVP

Wer anderer geht doch dort eh nicht hin? Oder waren Sie schon mal auf sowas??

13

Re: der Showkampf von SPÖVP

so war es, so ist es und so wird es kommen.
Es ist zum Stoss-Speiben...

16

schunkeln,smalltalk- tarnen u täuschen; die wähler werden wieder mal voll getäuscht- und die bilderberger u finanzmärkte haben in faymann und der SPÖ getreue erfüllungsgehilfen.


Re: schunkeln,smalltalk- tarnen u täuschen; die wähler werden wieder mal voll getäuscht- und die bilderberger u finanzmärkte haben in faymann und der SPÖ getreue erfüllungsgehilfen.

Falsch + statt - getippt.

Im TV reden sich grad Partreibonzen den Mund fusselig über direkte Demokratie. Hunde bewachen die Wurst.
Ohne smily

Wie kann das sein, daß die über 30% liegen sollen??

Wie masochistisch ist dieses Land bzw. die Wahlberechtigten um sich diese SPÖVP-Allround-Laien nochmal anzutun? Vllt sogar noch mit den Ökokommunisten?
Soviel Pensionisten kanns doch garnicht geben (?). Aber gut: Pensis, Bauern und Beamten zusammengezählt...voila: Wieder Groko und Stillstand. Suuuper, gut gemacht!

(X) neos.at

Herr Bundeskanzler " hab die Haare schön",

nehmen`s ah Roin Heislpapier und führen`s as seiner Bestimmung zu und, bleim`s recht lange drin ;o)

Ungeheuerlich

Die Roten Id.... !

Wahlkampf

Bevor ich mit diesen ungebildeten Reservetaxler Schunkeln und Smalltalk machen würde müsste
er in Sack und Asche gehen. Weil was dieser Mann bis jetzt gemacht hat ist Jenseits von Gut und Böse. Ar... kriechen in Brüssel, lügen in der Heimat, dümmlich Grinsen und Unsinn verzapfen
ist doch herzlich wenig.

Faymann und die SPÖ Lachen das Volk aus das muss ein Ende haben

wenn ich mir die Gschichteln der Feigman-Partei so ansehe/höre,könnte ich Kübeln vollkotzen.
Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, wir haben einen
Bundeskanzler, der keinen ordentlichen Beruf erlernt, nie einen Beruf
ausgeübt hat, also seit jeher auf Kosten der Steuerzahler sehr gut lebt,
nur weil ihn eine Partei besonders stützt ! Dieser Mann, der ohne die
Hilfe der SPÖ, hier im speziellen die seines Gönners, Häupl,
offensichtlich gar nicht existieren könnte, entscheidet, daß er über den
Dingen steht ! Bei dieser Vertuschungsaktion tut sich auch die ÖVP
besonders hervor ! Diese Parteien waten durch einen Sumpf von Korruption
und Wählertäuschung !
Auch Vorgangsweisen wie überhöhte Mietverträge zu Gunsten der Fellners
oder seine Freundschaft (besser gesagt Abhängigkeit) von Pöchhacker
spricht Bände. Die Inserate sind nur die Spitze des Eisberges. Man
müsste konsequenterweise seine ganze politische Tätigkeit überprüfen.

Der größte Koffer der Regierung.

Und zwar jeder Regierung, die Österreich je hatte.

 
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