Fehler bei Frage im Einbürgerungs-Test

25.04.2013 | 18:25 |  von Duygu Özkan (Die Presse)

"Welche Länder gehörten zum Kaiserreich Österreich?", lautet eine Frage im neuen Staatsbürgerschaftstest. Die Antwort lässt Fragen offen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. Komplizierte geschichtliche Zusammenhänge kurz, prägnant und verständlich formulieren: eine Herkulesaufgabe. Aktuelles Beispiel ist eine Frage im neuen Staatsbürgerschaftstest, die der Staatssekretär für Integration, Sebastian Kurz (ÖVP), am Mittwoch präsentiert hat. „Welche Länder", heißt es, „gehörten zum Kaiserreich Österreich?" A) Slowakei, B) Kroatien, C) Ungarn, D) Finnland. Mehrere Antworten können angekreuzt werden: A, B und C werden als richtig gewertet - und doch sind sie nicht ganz richtig.
Der Habsburger Franz II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, proklamierte sich im Jahr 1804 zum Kaiser und begründete damit das Kaisertum Österreichs (damit wollte er sich dem französischen Kaiser Napoléon Bonaparte ebenbürtig stellen). Die Proklamation hatte keine Auswirkungen auf die bestehenden Verfassungen der Länder des Habsburgerreichs. Ungarn hatte eine eigene Verfassung und eigene Versammlungen der Stände. Man könnte es so ausdrücken: Ungarn war kein Teil des österreichischen Kaiserreichs - territorial begründet -, aber ein Teil des Kaisertums. Man könnte aber wohl auch länger darüber philosophieren.

Geändert hat sich das jedenfalls mit der der letztlich gescheiterten Revolution von 1848: Die habsburgischen Einheitsbestrebungen der neoabsolutistischen Phase führten dazu, dass die ungarische Verfassung aufgehoben wurde. Ab diesem Zeitpunkt bis zum österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 kann die oben genannte Antwort auf die Frage auch tatsächlich richtig sein. Nach dem Ausgleich aber wurde aus dem Kaisertum Österreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, beide Länder erhielten eigene Verfassungen, und die Kaiserwürde galt für Ungarn nun nicht mehr. Bis zum Zerfall der Monarchie 1918. Auch die Rolle der Slowakei und Kroatien ist eigentlich nicht einfach zu beantworten.
Die Slowakei war ein territorial eingegliederter Teil der ungarischen Stephanskrone, Kroatien ein eigener Teil mit eigenem Landtag und eigener Verfassung.

Mehr zum Thema:

Vereinfacht formuliert

Der Test wurde vom Integrationsstaatssekretariat in Auftrag gegeben und von den Universitätsprofessoren Heinz Faßmann und Rainer Münz formuliert. Man sei sich bewusst, dass die Fragen vereinfacht und gegenwartsorientiert formuliert seien, schließlich gab es auch die Slowakei noch nicht, heißt es im Staatssekretariat. Übrigens: Fehler, wie falsche Jahreszahlen, gab es auch im alten Staatsbürgerschaftstest. Klar ist bei der oben genannten Frage eigentlich nur eines: Finnland war nie Teil des Kaiserreichs.

Auf einen Blick

Eine Frage im neuen Staatsbürgerschaftstest lautet: „Welche Länder gehörten zum Kaiserreich Österreich?“ Die richtigen Antworten – Slowakei, Kroatien, Ungarn – sind nur teilweise richtig bzw. zu vereinfacht wiedergegeben. Vor dem Jahr 1804 und nach dem Jahr 1867 (Ausgleich) hatte Ungarn eine eigene Verfassung, nach dem Ausgleich galt hier die Kaiserwürde nicht mehr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Willkommen in der Republik! Eigentlich.

    Staatsbürgerschaftstest neu: eine subversive Intervention.

  • Quiz: Könnten Sie Österreicher werden?

    QUIZ Was wissen Sie über die Republik Österreich, die Europäische Union und die demokratische Grundordnung? Machen Sie den Test!

  • Einbürgerungstest: Weniger Fakten, mehr Werte

    Einbürgerungstest: Weniger Fakten, mehr Werte / Bild: (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Ort) Der Test zur Erlangung des österreichischen Passes wurde im Auftrag von Sebastian Kurz überarbeitet. Weniger Fakten werden abgefragt. Der Test soll sich vielmehr um österreichische „Werte und Prinzipien“ drehen.

  • Der gelernte Österreicher

    Die Staatsbürgerschaft ist kein Geschenk, aber auch kein unerreichbares Privileg. Wer sie erwerben will, für den sollte ein kleiner Test keine allzu große Hürde sein.

  • Junge Muslimas: Weniger Hausarbeit

    Junge Muslimas  / Bild: (c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT) Das Rollenbild „Mann im Beruf, Frau bei der Familie“ findet sich in der jungen Generation von Muslimen immer seltener. Auch die Religiösität wird geringer.

  • Islam-Studie: Junge Musliminnen sind gut integriert

    Junge Musliminnen leben in Österreich gut integriert. Traditionelle Rollenbilder werden von Generation zu Generation aufgeweicht. / Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) In einer Studie unter 1000 Muslimen in Österreich zeichnen sich große Unterschiede in Traditionalität und Religiosität von Generation zu Generation ab. 16 Prozent der Männer meinen, dass ihre Frau auf jeden Fall ein Kopftuch tragen sollte.

  • Mehr

Mehr aus dem Web

133 Kommentare
 
12 3 4

Dass es von 1804 bis 1867 ein "Kaiserreich Österreich" gab und welche Länder dazu gehörten, weiß auch der geborene Österreicher nur, wenn er Geschichte studiert hat!


Hertzlich

Diese Fragen sind a Bissel dumm. ÖsterreicherIn muss eine Osterreichische Herz haben. Vielleicht ein paar Fragen plus eine 30 Minuten lang Interview plus Referenz. Gut genug.

Schätz man wollte

die Frage nicht zu einfach machen oder Leute verwirren.
Wäre "Kaiserreich Österreich-Ungarn" gestanden hätte so mancher Neo-Zuwanderer sich beispielsweise gedacht was hat Ungarn mit der Staatsbürgerschaft in Österreich zu tun?
Oder man hätte sonst nur Slowakei und Kroatien ankreuzen müssen und statt Ungarn ein Land erfinden, weil sonst die Frage eine Antwortmöglichkeit impliziert...

Nicht nur....

auch die Heute -Zeitung, Kurier und Die Presse hatten die Fragen Zeitgleich veröffentlicht.

So hatte ich den Test 3x gemacht bis alles korrekt war.
Auffällig: Die Antworten bei Heute waren einmal sogar falsch.

Denn da stand nichts von "multiple Lösungen sind möglich".
Und dass man als Staatsbürger nicht nur "gleich wie jeder andere ist" sondern auch "rechte hat die einen keiner nehmen kann" fehlte gänzlich bei der "Lösung" von der Zeitung "Heute".

Gratuliere "Diepresse" das euch der Fehler nicht passierte.
Übrigens das mit Ungarn verwunderte mich auch immens!!!
Weil klar Ungarn war dabei in der Habsburgermonarchie.
Aber das land hieß doch "Kaiserreich Österreich-Ungarn".
Deswegen war Ungarn eigentlich auf selber Ebene auch wenn Ungarn keinen Kaiser hatte...

Re: Nicht nur....

Ungarn hat einen König gehabt, der war identisch mit dem österreichischen Kaiser. Kann also nicht zum Kaiserreich gehört haben, sondern war ein Königreich. K. und k.

Nicht ganz richtig…

… hat der Journalist das hingekriegt: erstens wollte/ mußte sich Franz II. nicht Napoleon als Kaiser gleichstellen (eher war es umgekehrt)… er war ja schon Kaiser, hat dann nach seiner Erklärung, daß das Heilige Römische Reich Deutscher Nation erloschen ist, die habsburgischen Erblande als eigenständiges Kaiserreich deklariert. Zweitens war Ungarn zu dem Zeitpunkt sehr wohl ein Teil des Kaiserreichs; erst 1867 kam es durch den Ausgleich zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Es wär schön, wenn die Presse sachkundigere Journalisten solche Artikel schreiben ließe.

Man sollte einfach fragen, ob der Interessent gewillt ist, in den Dschihad zu ziehen!

Das wäre doch viel einfacher als die Frage nach der Geschichte! Ist doch so gemeint, oder?

;-)

lernens geschichte

herr journalist hätte der kreisky gesagt :-)

so soll es ja auch sein :-)

so wie bei den glücksspielen wo man auch einen wissenstest vortäuscht, damit es halt kein glückspiel ist, und wo die fragen so gestellt sind, dass sie nur ein grenzdebiler falsch beantworten kann ...

nach dem motto : was ist ein mädchenname

christine
maria
eva
finnland

also kreuzen alle irgendwas ausser finnland an, und das ist ja auch sinn der sache :-)

Bitte, was

haben Sie von Herrn Kurz denn erwartet? Bitte überfordern Sie ihn nicht mit Ihrer berechtigten Kritik, zum Schluß verliert er den Glauben an sich selbst und braucht dann auch noch "Hilfe"!

Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Dieser Mangel an Geschichtswissen über das eigene Land ist ja nur möglich, weil man glaubt,
Österreichbewusstsein (das ich sehr schätze) nur über den Antagonismus, oder manchmal sogar durch richtigen Hass auf alles Deutsche, definieren zu müssen.

Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Ich stimme Ihnen in Allem zu!

Es ist wirklich traurig, wenn man unsere heutige Gesellschaft betrachtet. Den "Deutschenhass" bekommen unsere Kinder bereits in der Grundschule serviert.

Dort werden Märchenfilme wie "Schindlers Liste" als Tatsachenberichte vorgeführt. Solche Filme haben den
einzigen und alleinigen Zweck den Kindern zu suggerieren, dass sobald ein Deutschstämmiger (oder Europäer) über Nationalismus redet sofort auf einen von Hass getriebenen, irrationalen und gefährlichen
Menschen zu schließen ist.

Diese "Herrschaften" sollen nur Ihre Lügengeschichten verbreiten, denn die Wahrheit ist nun mal an keine
Partei bzw. politische Gesinnung gebunden, sonder universal und ist jedem zugänglich, der sich die Mühe
macht nach ihr zu suchen.

Es ist immer wieder amüsant, wenn diese "Herrschaften" über die Gleichheit aller Menschen reden und immer
wieder bekräftigen, dass es so etwas wie unterschiedliche Menschenrassen nicht gibt, aber im gleichen Atemzug vehement auf die unüberwindbaren
Unterschiede zwischen "Österreichern" und "Deutschen" hinweisen. Einfach nur lachhaft, dieser Doppelstandard

Re: Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Die 60 Millionen Toten des 2. Weltkrieges waren offenbar auch ein Märchen? Bei Ihnen sieht man die Folgen fehlenden Geschichtsbewusstseins - ich rate Ihnen, sich heim ins Reich zu begeben.

Re: Re: Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Was für einen Irrsinn Sie da schreiben, ist ja sagenhaft!

Jetzt erklären Sie mir mal ganz genau, wo Sie in meinem Kommentar die Behauptung herauslesen konnten, dass es während des 2. Weltkrieges keine Kriegstote geben hat?.

Eigentlich bin ich, im Gegensatz zu so manch anderen Personen, sehr an Geschichte interessiert.

Heim ins Reich? Ach du meine Güte. Diese Aussage ist ja wohl der Gipfel Ihres geschriebenen Wirrwarrs.

Re: Re: Re: Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Gern - wenn Sie mir erklären, was das Märchen bei Schindlers Liste ist. Wobei ich einräume, dass die letzten 20 Minuten wirklich unrealistisch sind.

Re: Re: Re: Re: Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Lesen Sie sich bitte meine Antwort auf "Hypolit's" Kommentar durch. Leider ist es mir noch nicht gelunden den zweiten Teil der Antwort "hochzuladen".

Im Großen und Ganzen ist aber alles wichtige im ersten Teil enthalten.

Re: Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Zum Ersten haben wir in Österreich keine Grundschule, sondern eine Volksschule.

Zweitens dürfte "Schindlers Liste" kein "Märchenfilm" sein, auch wenn das ewiggestrige Ultrarechte (um nicht zu sagen Nazi) gerne so sehen würden. Immerhin ist Schindler vom Staat Israel als Gerechter der Völker anerkannt.

Der Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen ist nicht in der Rasse zu sehen sondern in Mentalität und vor allem in der (gemeinsamen) Sprache.

"Wo Nichtwissen Seligkeit, ist es Torheit, klug zu sein." - 2/2

"Immerhin ist Schindler vom Staat Israel als Gerechter der Völker anerkannt."

Und was genau soll dieser Umstand aussagen?

Um Ihnen zu verdeutlichen was ich hiermit meine, stelle ich Ihnen zwei weitere dubiose "Helden" vor:

Herman Rosenblat:
http://www.youtube.com/watch?v=9SQWB36uKkw

Otto Uthgenannt:
http://www.nwzonline.de/person/uthgenannt,otto

Solche "Helden" gibt es zuhauf. Man beachte, wie schnell diese Herren von ihrer "Gemeinde" fallen gelassen wurden, nachdem ihr Lügenspiel aufgeflogen ist.

Themen wie diese werden meist regional abgespeist und gelangen nie an die Weltöffentlichkeit.

"Wo Nichtwissen Seligkeit, ist es Torheit, klug zu sein." - 1/2

Warum machen Sie sich überhaupt die Mühe auf meinen Kommentar zu antworten, wenn es Ihnen an sachlichen Argumenten mangelt? Glauben Sie etwa, dass diese alten und verstaubten Totschlagargumente etwas bewirken? Mit diesem Verhalten bedienen Sie nur das Vorurteil des weltfremden Gutmenschen.

"Schindlers Liste" basiert auf dem Roman "Schindler's Ark" des Schriftstellers Thomas Keneally. Dieses Buch erschien im Jahre 1982 und wurde in die Kategorie "Historische Romane" eingeordnet, da er fiktive Handlungen mit real existierenden Person verknüpfte. Seit dem erscheinen des Filmes von Spielberg, wurde dieses Buch "über Nacht" zum Tatsachenbericht hochgestuft.

Die Geschichte des realen Oskar Schindlers ist weder rosig noch heldenhaft. Selbst von den sogenannten "Schindlerjuden" (dabei soll es sich um jene Personen handeln, deren Name auf der "Liste" stand) sagten einige aus, dass Schindler ein Gauner und ein Opportunist war, welcher nur Geld und die Rettung seiner eigenen Haut im Kopf hatte.

Die Darstellung des Amon Göth im besagten Film ist reine Fiktion. Die "Balkonszene" hat niemals stattgefunden.

Es ist erschreckend miterleben zu müssen, wie Menschen wirklich alles fressen was ihnen von "Hollywood" vorgesetzt wird und den Rest ihres rationalen Verstandes freiwillig den Geiern zum Fraß vorwerfen.

Re: Geschichtsfälschung=Österreichbewusstsein?

Diesen Mangel an Geschichtswissen haben in erster Linie Sie durch Ihre zahllosen halb-, viertel- bis nur achtelrichtigen Postings heute ganz deutlich unter Beweis gestellt.

Sie haben es geschafft!(?) - 1/2

Behinhaltet der "DiePresse-Staatsbürgerschaftstest" tatsächliche Fragen des Staatsbürgerschaftstests oder sind diese nur Abwandlungen der eigentlichen Fragen?

Des Weiteren würde es mich interessieren, ob auch beim Staatsbürgerschaftstest die "Multiple-choice"-Methode Verwendung findet?

Wenn dem so ist, dann lässt dieser "Test" aber Vieles zu wünschen übrig:

1. So gut wie alle Fragen können mittels des Ausschlussverfahrens beantwortet werden.

2. Wenn es schon ein Staatsbürgerschaftstest sein soll, dann sollen die Partizipanten auch dazu aufgefordert werden die jeweiligen Fragen schriftlich zu beantworten und diese nicht mittels der "multiple choice" -Methode auf gut Glück ein "Kreuzerl" machen lassen.

3. So gut wie alle Fragen lassen keine Rückschlüsse auf das Wesen bzw. der charakterlichen Grundzüge des Partizipanten zu. Was interessiert es mich als Österreicher/Europäer, ob zB. der Türke weiß, welche Länder unter Habsburgs Krone standen? Mir ist viel wichtiger ihm ist klar, dass in Europa andere Sitten herrschen als in Asia-minor.

4. Der Test kann beliebig oft wiederholt werden!? Allein diese Tatsache macht den Grundgendanken eines jeden Tests zunichte.

Schlussfolgerung: Dieser "Test" ist, wie so Vieles im Staate Österreich, eine Farce. Der einzige erkennbare Sinn dieses Unterfangens ist es dem Bürger ein selektives Vorgehen bei der Staatsbürgerschaftsverleihung vorzugaukeln.

Sie haben es geschafft!(?) - 2/2

Eine Frage im "DiePresse-Staatsbürgerschaftstest" lautet:

Was bedeutet der Begriff "Demokratie"?

Die möglichen Antworten sind:

-Volksherrschaft
-Alleinherrschaft
-Polizeiherrschaft
-Das Recht des Stärkeren

Richtige Antwort: Volksherrschaft

Korrigieren Sie mich, lieber Leser, wenn ich mich irren sollte, aber bedeutet Demokratie wirklich Volksherrschaft?

Meiner Auffassung nach ist Demokratie (im besten Fall) eine kontrollierte, sich nach der Mehrheit orientierende, Volksbefragung.

Die richtige Definition des Begriffs "Volksherrschaft" wäre meiner Meinung nach die Republik, denn in einer Republik kann man nicht nur über die "Antworten", sondern auch über die Fragestellung an sich entscheiden.

Zusammengefasst:

Demokratie: Politisches Instrument um dem Volk, in einem klar abgegrenzten Rahmen, eine Art Mitbestimmungsmacht zuzugestehen.

Republik: Das volk entscheidet über alle Belange des staates(=Volksherrschaft).

Selbstverständlich gehe ich von den ursprünglichen Bedeutungen der Begriffe Demokratie und Republik aus und nicht von den grün, rot, schwarz oder blau gefärbten Interpretationen.

Re: Sie haben es geschafft!(?) - 2/2

Tja - da haben wirs wieder mit den Fremdwörtern.

Die korrekte Übersetzung von Demokratie ist tatsächlich "Volksherrschaft" bzw. "Herrschaft des Volkes"
Übersetzt man "Republik" (kommt von res publica) dann wäre man bei "öffentliche Sache".

Sie begehen übrigens den üblichen Fehler, eine Regierungsform und eine Staatsform zu verwechseln.

So kann beispielsweise eine Monarchie demokratisch sein (s. England) aber niemals eine Republik.
Genauso gibt es aber auch Republiken die nicht demokratisch sind (Volksrepublick China)

Die AUSFORMUNG der beiden ist allerdings selbstverständlich je nach Land und Auffassung unterschiedlich. Es gibt kein "demokratischer" und keine Steigerung zu "Republik" - man behauptet eben jenes zu sein. Und nur die Geschichte kann beurteilen was zutrifft.

Re: Re: Sie haben es geschafft!(?) - 2/2

Danke für Ihren Erklärungsversuch.

Statt "Republik" hätte ich "Republikanisches System" schreiben sollen. Mein Fehler.

Der Grundgedanke meines Kommentars ist allerdings nicht die Etymologie des Wortes Demokratie in Frage zu stellen, sondern die konkurrierenden Ansätze von
Wortbedeutung und Wortverwendung aufzuzeigen.

Wie Sie wissen gibt es eine Vielzahl an Wörtern, deren Verwendungsformen nichts mit den ursprünglichen Bedeutungen der jeweiligen Wörter gemein haben. Genau das trifft meines Erachtens auf das Wort "Demokratie" zu. Ich finde es deshalb irreführend, einen solchen Begriff mit einem eindeutigen Begriff gleichzusetzen.

"Sie begehen übrigens den üblichen Fehler, eine Regierungsform und eine Staatsform zu verwechseln."

Wenn Sie meinen Kommentar noch einmal durchlesen werden Sie feststellen, dass ich die beiden Begriffe differenziert habe:

"Demokratie: POLITISCHES INSTRUMENT um dem Volk, in
einem klar abgegrenzten Rahmen, eine Art Mitbestimmungsmacht zuzugestehen.

Republik(anisches System): Das volk entscheidet über alle Belange des
Staates(=Volksherrschaft)."

Auch wenn es in Europa nicht üblich ist, gibt es sehr wohl republikanische Regierungsformen (siehe USA). Wie Sie bereits festgestellt haben handelt es sich hierbei allerdings um eine spezielle Ausformung. Die Grundsätze sind jedoch mit der europäischen Definition ident.

Historischer Ignorant (oder Umerzieher?)

Diese Fragen hat ein historischer Ignorant ausgeheckt.
Ein "Kaiserreich Österreich" gibt es----man höre und staune, --überhaupt erst seit 1806!
Da legte nämlich der deutsche Kaiser Franz II die deutsche Kaiserkrone zurück und war ab da nur mehr als Franz I von Österreich "Kaiser von Österreich". Und nach ihm gab es lediglich
weitere 3 österr. Kaiser:
Ferdinand, Franz Josef und Karl.
Dann kam die Republik.
Alle früheren Habsburger waren römisch-deutsche Kaiser und Österreich ein Teil des
"Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation".

Re: Historischer Ignorant (oder Umerzieher?)

Allerdings war mit 'deutsch' damals etwas wesentlich anderes gemeint als deine pangermanischen Hirnblasen.

 
12 3 4

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden