Bienensterben: Misstrauensantrag gegen Berlakovich

02.05.2013 | 07:49 |   (DiePresse.com)

Ende Mai wollen die Grünen einen Misstrauensantrag im Parlament einbringen. Berlakovich hatte gegen ein Pestizide-Verbot der EU gestimmt.

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Die Grünen haben vom Vorgehen von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (VP) beim Thema Bienen-Sterben die Nase voll. "Aufgrund von Berlakovichs Einsatz für das Bienen-Streben" werde man bei der nächsten Nationalratssitzung (22./23.Mai) einen Misstrauensantrag gegen den Minister einbringen, kündigte Grünen-Chefin Eva Glawischnig im Ö1-Frühjournal an. Grund dafür ist, dass Berlakovich auf EU-Ebene gegen das Verbot von Pestiziden, die für das Bienen-Streben verantwortlich gemacht werden, gestimmt hat.

Der Minister würde bewusst Fakten verdrehen. Seine Behauptung, wonach es keine wissenschaftliche Beweise dafür gebe, dass der Einsatz von bestimmten Pestiziden für das Bienen-Streben verantwortlich sei, sei einfach "falsch", sagte Glawischnig und verwies auf zwei entsprechende Studien des Umweltministeriums selbst sowie der EU.

Mit seiner Weigerung, einem Verbot dieser Substanzen zuzustimmen, habe sich Berlakovich "auf die Seite der Chemielobby" gestellt und sei damit "untragbar" geworden. Ihre "Geduld mit Berlakovich" sei am Ende, sagte Glawischnig und verlangte von Bundeskanzler Werner Faymann (S), den Landwirtschaftsministerminister "an die Kandare zu nehmen". Eine Chance, die giftigen Substanzen in Österreich zu verbieten, gebe es beim Umweltausschuss am 15. Mai, so die Grünen-Chefin.

(APA)

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30 Kommentare
 
12

Wer

von den Postern hier, wie auch die Biene Faymann wusste bis vorgestern was Neonikotinoide sind? Aber wieder einmal treibt eine NGO die Politik vor sich her und die Medien laufen mit triefenden Lefzen hinterher

Feymandl zeig Härte und Verstand!

Aber ich glaube, da bin ich mit meiner Forderung am Holzwege.
Wäre ich ein SPÖ Stratege, würde ich sofort vom Feymandl den Rücktritt des "Unwelt"ministers verlangen. Sollte der Spindy diesem Ansinnen nicht nachkommen, so würde ich sofortige Neuwahlen herbeiführen, denn:
Die FPÖ, die Grüninnen und der Strosack sind am Sande und dem Spindy heften die Skandale der letzten Zeit noch erinnerungsfähig an den Füßen.


Re: zur Information an alle Ahnungslosen

Aus dem zitierten Artikel:
"Aber auch bei strengen Auflagen zum Bienenschutz wie in Europa bleibt ein berührungsloses Nebeneinander von Pflanzenschutz und Imkerei Wunschdenken. Giftschäden gibt es nach wie vor auch bei uns. Zuletzt kamen dadurch im Mai 2008 in der Rheinaue über 11.000 Völker zu Schaden."

Re: Re: zur Information an alle Ahnungslosen

.. immer den ganzen Artikel lesen und verstehen hilft meistens.

Richtig - sie haben scheinbar nur den letzten Absatz verstanden

Es erscheint ja wohl logisch dass sowohl die chemische Keule als auch die Inzucht Probleme darstellen die nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen.

Wer das dennoch versucht ist ganz offensichtlich ÖVP- Politbüroposter...

Pflanzenschutzmittel tragen dazu bei,

Ernteausfälle zu vermindern. Ohne Pflanzenschutz wird der Minderertrag bei der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion auf 30 % geschätzt. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Verlusten bei der Nahrungsmittellagerung, weshalb Vorratsschutz notwendig wird. Die jährliche Weltgetreideproduktion stieg von 1950 bis 2007 von 700 Millionen Tonnen auf 2,3 Milliarden Tonnen. Dies ist eine Verdreifachung des Ertrages auf nahezu gleichbleibender landwirtschaftlicher Produktionsfläche.
(Wikipedia)


Re: Pflanzenschutzmittel tragen dazu bei,

So ein Schwachfug - guckst du hier http://derstandard.at/1363710011998/Der-Druck-aus-der-Chemieindustrie-ist-gross dann verstehst du wie sehr wir auf die chemische Keule angewiesen sind.

Übrigens - die höchste Produktivität pro Hektar haben zu jeder Zeit Kleinbauern mit Mischkulturen erzeugt wo sich Pflanzengemeinschaften gegenseitig unterstützen. Dabei werden die Böden sogar besser mit der Zeit und die Erträge steigen über die Jahre.

Nur für ein paar Jahre kann man solche Erträge mit Hybridsaatgut und Pestiziden übertreffen aber die Böden sind danach ausgelaugt und die Produktivität pro Hektar sinkt weit unter jene von biologischer Mischwirtschaft.

Wenn sie Indien heute bereisen werden sie fast überall hören dass die grüne Revolution gescheitert und lokal für Hunger verantwortlich ist. Die Böden sind ausgelaugt und aufgrund der Monukulturen wurde die Humusschicht über die Jahre weg geschwemmt. Die Bauern haben inzwischen kein eigenes Saatgut mehr das an die lokalen Gegenbenheiten optimal angepasst ist und sind somit gezwungen von US/EU Saargutherstellern zu kaufen.

Wenn sie wirklich noch heute das Lied der Agrarindustrie als Löser der "Welthungerproblems" singen dann tun sie mir leid - das ist schlicht unseriös.

Re: danke

dieses Posting zeigt die Folgen des heutigen Schulsystems. Solche Aussagen schließen den Schreiber bei der Aufnahmsprüfung zu einer Landwirtschaftsschule von vornherein aus. Leider schreiben hier alle so, die Neonicotonoide bis vorgestern noch gar nicht kannten.

Re: Pflanzenschutzmittel tragen dazu bei,

die Umwelt zu zerstören, sie lagern sich in der Nahrungskette an, ruinieren die Böden für die Zukunft unserer Kinder, bewirken Sterilität, Krankheiten und Mißbildungen bei allen höheren Lebewesen, aber den "Minderertrag von 30%" (welch ein Wahnsinn) den verkraften wir nicht!

Was gehen mich die Umweltschäden, die sich in der Zukunft auswirken an, Hauptsache ich verdien' mein Gerschtl koste es was es wolle!

Her mit dem Gift, her mit der Keule!
Frei nach Mikl-Leitner.


Re: "Minderertrag von 30%" (welch ein Wahnsinn) den verkraften wir nicht!


Sie verkraften ihn schon, den Rückgang. Ein paar Milliarden Menschen aber nicht. Das wäre dann aber der echte Wahnsinn.

Re: Re: "Minderertrag von 30%" (welch ein Wahnsinn) den verkraften wir nicht!

Ach so ja, die EU schenkt die Überschüsse an die 3.Welt her. Oder macht man daraus vielleicht Sprit?
Außerdem 30%? Wo haben sie denn die her. Und wenn schon 30% dann nur durch die Monokulturen, wo sich die Ungeziefer noch besser vermehren können.

herr minister

gehen Sie nach Hause ins Burgenland, möglichst in eine kleine Gemeinde, damit der Schaden regional begrenzt bleibt, den Sie anrichten.

Berlakovich = bestechlich???

Ein Umweltminister der für die Chemie Lobby abstimmt !
Eh klar der Berlarkovich wird auch von der Lobby bezahlt!!!
Ein Minister am Klingelband einer Lobby paßt doch genau zur Bananenrepublik Österreich!
Korrupt oder einfach Unfähig dann kommt der Minister sicher aus Österreich!
Berlakovich du Versager!!!!

Er spricht vom Feinkostladen Österreich

und tut nichts gegen das Bienensterben, der Herr Minister. Es ist Feuer am Dach, alle Aspekte müssen in Betracht gezogen werden, erst recht wenn die korrupte EU-Lebensmittelbehörde EFSA einmal eine Warnung ausspricht.

Ich habe heuer bei keinem einzigen blühenden Obstbaum, den ich näher betrachtete, eine Biene gesehen. Es wird einem Angst und Bange.

Aber man sieht, wem sich Berlakovich verpflichtet sieht. Und die Grünen tun auch nur etwas, weil Wahlen anstehen. Ansonsten sind sie mehr auf Tuchfühlung mit den Agrokonzernen als man sich denken kann.

Zwei Beispiele: Die Grünen waren dafür (!) als der östereichische Grenzwert für Gentechnik-Verschmutzung von außen in Bioprodukten von 0,1 auf 0,9% angehoben wurde. Und sie haben für den EU-Vertrag von Lissabon gestimmt, der die Gesetzgebung für Patente (auf Leben) von der nationalen auf die EU-Ebene gehoben hat - sehr zur Freude von Monsanto & Co..

Von einem schwarzen Umweltminister

darf man sich nicht erwarten, dass er gegen die eigene Klientel auftritt.


Re: Von einem schwarzen Umweltminister

Sind die Bauern nicht auch seine Klientel? Wer bestäubt, wenn's keine Bienen mehr gibt? Massentierfabriken, überdüngte Felder, Unkrautvernichtungsmittel en masse, es hebt sich einem der Magen, wenn man sieht, was man als 'Lebensmittel' serviert bekommt. Pfui Teufel!

Re: Re: Von einem schwarzen Umweltminister

Die Bauern regieren doch nicht den Bauernbund - das sind die Großgrundbesitzer, der RAIKA Konzern und dgl.

Die Bauern die ich kenne sind alle entsetzt über "ihren" Minister in dieser Fragestellung - aber das ist dem Bauernbundpräsidenten (Großgrundbestitzer und nennt sich "Maibauer") komplett egal...

Re: Re: Re: Von einem schwarzen Umweltminister

In der Steiermark meinen die Bauern, welche aufgrund von Schweinefabriken riesige Mengen Felder für Monokultur von Mais gepachtet haben, daß man ja das mit Gift gebeizte Saatgut braucht.- Von 'Melissa' hat man da wohl noch nichts gehört, oder man riskiert es einfach, denn kontrolliert wird wohl nicht denn ich kenne die Felder seit beobachteten 8 Jahren.-

ja, von der Sorte haben wir mehr als ausreichend, wo kommen die bloss alle her ?


bei der övp ist unfähigkeit ein qualitätsmerkmal


4 X "BIENEN-STREBEN" IM ARTIKEL!


Re: 4 X "BIENEN-STREBEN" IM ARTIKEL!

Aber immerhin steht in der Überschrift "Bienensterben". :-)

Wie kann man einem der besten Köpfe dieser Regierung solch unredliche Absichten unterstellen?

Ein Spitzenmann, der sich wie eine Frau Fekter mit ganzem Einsatz seinem Heimatland opfert, wird völlig verkannt!

Die ÖVP wird mit einem erlesenen Team unter Leitung des besten Außenministers aller Zeiten, der sich ausschließlich den Interessen der Republik widmet, verdient die Nummer 1 bei den NR-Wahlen werden ........

Oh, gerade bin ich aufgewacht aus meinem Albtraum, der sich zum Glück nicht erfüllen wird!

Re: Wie kann man einem der besten Köpfe dieser Regierung solch unredliche Absichten unterstellen?

Nicht in dieser Form.- Wahrscheinlich viel, viel schrecklicher;-)

Der Bauernminister

und nebenberufliche Umweltminister Berlakovich steht unter Artenschutz und wird gedeckt (im Sinne von geschützt) von Spindelegger, der keine Anstalten macht, den schwächsten Minister aller Zeiten auf diesem Posten zu entfernen.

Die Sozialisten könnten bei mir punkten, wenn Faymann bei einem Misstrauensantrag den Fraktionszwang aufheben würde und die Abgeordneten frei entscheiden könnten, was mit diesem "Agrar-Listerien-CO2-Kasperl" zu geschehen hat.

Aber das ist und bleibt ein Wunschtraum......

 
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