"Von Linken verfolgt": FP-Graf verlässt die Politik

27.06.2013 | 11:44 |   (DiePresse.com)

Der Dritte Nationalratspräsident wird nicht mehr für den Nationalrat kandidieren. Er wolle seine Partei vor einer "Schmutzkübel-Kampagne der SPÖ" schützen und sich in die Privatwirtschaft zurückziehen.

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Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf zieht sich aus der Politik zurück. Er werde bei der Nationalratswahl am 29. September nicht mehr kandidieren und sich in die Privatwirtschaft zurückziehen. Das gab er am Donnerstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekannt. "Meine Bilanz lässt sich sehen - und meine Nachfolger werden einiges tun müssen", erklärte er. 

Er habe diese Entscheidung seiner Familie und seiner Partei zuliebe getroffen, so Graf gegenüber "FPÖ-TV". "Ich habe von guten Freunden aus dem inneren Zirkel der SPÖ erfahren, dass die SPÖ eine Schmutzklübelkampagne gegen meine Person plant." Er wollte verhindern, dass der Partei dadurch ein möglicher Schaden entstehe. Zudem habe es in den vergangenen fünf Jahren eine "enorme Hetze gegen meine Person" gegeben. Es hätten "Demonstrationen vor meinem Haus" stattgefunden, bei denen "Anschläge verübt wurden". Dem wolle er nun "einen Riegel vorschieben".

Martin Graf: Der umstrittene Dritte Nationalratspräsident geht

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Er fühle sich von "den Linken" regelrecht verfolgt, meinte der 53-jährige Jurist weiter. Seine Mitgliedschaft in der schlagenden Burschenschaft "Olympia" wurde immer wieder öffentlich kritisiert. Auch Kontakte seiner Mitarbeiter zum rechten Rand bescherten ihm mehrmals negative Schlagzeilen. Dennoch war Graf im Oktober 2008 vom Nationalrat mit großer Mehrheit - auch von vielen SPÖ- und ÖVP-Abgeordneten - zum Dritten Nationalratspräsidenten gewählt worden.

"Der Polit-Mob reitet gegen mich"

Graf hoffe auch, dass bei den gegen ihn laufenden Verfahren "Ruhe einkehrt", wenn er sich aus der Politik zurückzieht. Alle gegen ihn laufende Verfahren seien überdies "einstellungsreif", so Graf gegenüber FPÖ-TV. "Aber solange der Polit-Mob gegen mich reitet, wird das nicht passieren", meinte der umstrittene Freiheitliche.

Erst vor zwei Wochen war ein für Graf unerfreulicher Beschluss des Oberlandesgerichts Wien in der "Causa Stiftung" bekannt geworden. Dem FPÖ-Politiker und den anderen Stiftungsvorständen werden "grobe Pflichtverletzungen" in der Privatstiftung Gertrude Meschar vorgeworfen. Ebenfalls gegen Graf ermittelt wurde wegen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer in Seibersdorf.

Strache: "Graf hat die Knochen hingehalten"

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zollte dem Dritten Nationalratspräsidenten am Donnerstag per Aussendung Respekt für "seine persönliche und politische Weichenstellung". "Ich habe Hochachtung und zugleich tiefstes Verständnis für diesen Schritt", so der Parteichef. Graf habe "wie kein Zweiter für unsere Gesinnungsgemeinschaft in vorderster Linie die Knochen hingehalten" (>> weitere Reaktionen).

Zur Person
Martin Graf, 52, geboren in Wien als Sohn einer Landarbeiterin und eines Kellners, ist seit 2008 Dritter Nationalratspräsident der FPÖ. Schon von 1994 bis 2002 war er Abgeordneter und ist es wieder seit 2006. Seine Politkarriere startete der Burschenschafter 1981 im Ring Freiheitlicher Studenten. 2002 setzte Schwarz-Blau den Juristen als Geschäftsführer der Austria Research Centers in Seibersdorf ein. Davor war er unter anderem für die BA-CA tätig. Publizistisch äußert er sich wiederholt in der „Neuen Freien Zeitung“. Graf ist verheiratet und Vater zweier Töchter und eines Sohnes.

(Red./APA)

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192 Kommentare
 
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Was hier mit Dr. Graf passiert ist nicht in Ordnung!

Da verführt so ein alter Grantscherben den Herrn Dr. Graf zu einer Stiftung und nutzt seine Gutmütigkeit aus! Da schleusen die linken Gutmenschen jahrelang rechtsextreme Psychopathen als Mitarbeiter in das Büro von Herrn Dr. Graf und er merkt es nicht, nur weil er halt a bisserl rustikal ist. Und der Linke Rotfunk! Der berichtet darüber! Was ist das denn für eine Heimat in dem unschuldige Opfer zum Rücktritt gemobbt werden??? Ist das noch Demokratie?

Die Furcht von Faymann bei der FPÖ

Neben Österreich hat Faymann die FPÖ fest im Griff. Der neue Solagan der FPÖ: Wir machen, was Faymann will!

Wer hätte das gedacht, dass die FPÖ so leicht in die Knie zu zwingen ist? Ein paar Zeitungsartikeln hier und da und schon macht Strache was man verlangt. Brav. Und so jemand tritt an um Kanzler zu werden?

Gerade bei den EU-Verhandlungen kommt es darauf an, seine Linie bis zum Schluß zu vertretten - so wie Faymann dies vormachte. Hier würde Strache wohl schon bei der Türe umfallen!

Doch bevor die FPÖ die Ratschläge Faymann umgesetzt hat, hat auch die ÖVP kräftig von Faymanns Erfolgskonzept abgeschaut. Auch die ÖVP sagt: Ohne eine Neue Bürgerin, tretten wir erst gar nicht mehr an.

Gut Faymann als unser Kanzler zu haben - er ist der Zeit vorraus. Alle anderen Folgen ihn.

Soeben haben sie beim Standard

das Forum dicht gemacht - jetzt flämen sie hier weiter in ihrer gewohnten Manie.

Fern vom Thema, rumpöbeln und Zitate aus Wikileaks, Google und Wikipedia, aber bei denen weiß man ja, das es anders nicht geht.

Graf hat seine Gründe, warum er sich aus der Politik zurück zieht, aber das wird die meisten wohl nicht geistig erreichen.

Re: Soeben haben sie beim Standard

1.) in gewohnter Manie(r) .... denn das Ganze hat nichts mit Manie zu tun.

2.) Klar wird er Gründe haben nicht mehr anzutreten, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die von ihm genannten- auch die tatsächlichen Gründe sind

Re: Re: Soeben haben sie beim Standard

Bei den Linken ist das schon fast eine Manie.........also auch wenns eigentlich unkorrekt war.......in diesem Fall passts sogar

;)

Ja aber

was wird die Piepsi Prammer jetzt den ganzen lieben Tag lang tun ??

DAS IST RELATIV!!!

Wer weit rechts im Braunen steht, für den ist Raiffeisen eine linke Terrorzelle und der Papst CHE!!

Von Linken verfolgt - sie armer Mann!

Von Linken verfolgt - ist offenbar das neue Codewort für - von Strache rausgeschmissen.
Dass die schärfsten Hetzer die dünnste Haut haben ist schon eigenartig.
Holen Sie sich doch Personenschutz von ihren "Olympioniken".

Achtung Rechtskommender

Gefahr für Leib, Leben und Besitz.

Freiheit und Wohlstand in Gefahr.

Re: Achtung Rechtskommender

Recht kommt wiederum von Rechts.

Re: Re: Achtung Rechtskommender

zitronenfalter falten keine zitronen.

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Zurück bleiben Vorwürfe ohne Beweise.


Re: Zurück bleiben Vorwürfe ohne Beweise.

der sollte wegen Wiederbetätigung schon längst aus dem Felde ziehen - egal wieviel er gestohlen hat!

Graf sollte in der Politik bleiben!

Er wird jetzt unerkannt an die alte Leute herangehen und erfolgreich ausnehmen!

bei verfolgungswahn wenden sie sich an ihren pychiater


Ich mach mir die Welt

so wie sie mir gefällt!


und gerne mit fremdem Geld

:-)

Mit oder ohne Graf - das linke Gesox ist nur mehr der Zug der Lemminge...

..in den Abgrund.
Sozusagen die linke "no future" Partie.

Burschenschafter

Gott sei Dank: mehr Strache weniger Burschenschafter. hoffentlich geht's so weiter.

Seltsam

Seltsam bereits 19 User wünschen den Graf
dass er nicht gut zu Hause ankommt.

Re: Seltsam

Was ist von Linksfaschisten anderes zu erwarten?

Naja

wer permanent mit rechts-rechten Sagern auffällt, darf sich nicht beklagen.
ob zu weit links oder zu weit rechts ist egal - beides tut nicht gut ...
durch unsere Geschichte sind halt die Sensoren für rechts geschärft, für links leider noch nicht ...
Beide Seiten führen aber zu totalitären, menschenvernichtenden Regimen.
Her mit dem roten Balken ...

unsere Geschichte sind halt die Sensoren für rechts geschärft

Welchen Teil der Geschichte haben Sie denn erlebt/überlebt ?

Wer in der heutigen Zeit daran glaubt, das sich die Geschichte ab 1933 nochmal wiederholen kann, der hat scheinbar den letzten Schuss von 1945 nicht gehört.

Es sind nicht nur der Zeitgeist, sondern auch die Werte welche sich geändert haben.


freiwillig hätte Martin Graf nicht das Feld geräumt

aber er ist eine Gefahr für die Ehrlichen und Fleißigen geworden und wird schon seine Geschäfterln weiterführen .....
wer weiß wo ihn seine Netzwerke überall hinziehen
Wien hat genug Möglichkeiten für eine Mann diesen Kalibers - wer weiß ob man ihn nicht noch beim Heer beschäftigt im Beschaffungswesen z.B.

Omas kriegen jetzt die Panik.


Re: Omas kriegen jetzt die Panik.

Nur die reichen

 
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Das Bundesheer und sein Kampf ums Budget

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