WIEN (c. d.). Der Untersuchungsausschuß zur Causa Euroteam wandelte Donnerstag auf Abseitspfaden. Man fühlte unter anderem dem Prinzhorn-Konzern auf den Zahn - wegen einer 1,5-Millionen-Förderung, die eine EDV-Firma zur Qualifikation von Mitarbeitern erhielt.
"Führten Sie tatsächlich in der Thomas Prinzhorn Beteiligungs GesmbH die Geschäfte?", will der grüne Abgeordnete Karl Öllinger vom Zeugen wissen. "Wenn ich Geschäftsführer bin, führe ich auch die Geschäfte", so der Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (FP). Wie und was genau er tat, das lüftet der Politiker nicht. Stereotyp kommt die Antwort: "Geschäftsführer." Warum er die Tätigkeit eigentlich dem Unvereinbarkeitsausschuß des Nationalrates nicht gemeldet hat, fragt Öllinger. Bei einem Dutzend Firmen sei es eben schwer, den Überblick zu bewahren.
Prinzhorn ist sichtlich gereizt, vor allem als sich die Befragung dem Kernpunkt nähert: War die Förderung gerechtfertigt? Warum bekommt ein Konzern wie jener Prinzhorns Unterstützung für Weiterbildung, die eigentlich Klein- und Mittelbetrieben zugedacht ist? Und warum kassiert ein Politiker, der im Parlament gegen jedwede Förderung wettert, Millionen? "Meine Gesellschaft hat Förderungen bezogen, nicht ich", so Prinzhorn. Aber sie gehöre ihm doch zu 100 Prozent, kommt der Einwand. Prinzhorn beharrt: "Ich habe keine Förderung bezogen."
Warum wurde das Geld gebraucht? Der Standort war gefährdet. "Wie jeder IT-Standort in Österreich." Weil man keine Mitarbeiter bekomme und ins Ausland, bevorzugt nach Ungarn, abwandern muß. "Dafür ist aber Ihre Partei verantwortlich", wirft Öllinger ein. "Ich bin hier als Geschäftsführer", kontert Prinzhorn. U-Ausschuß-Vorsitzende Helene Partik-Pablé (FP) findet auch: "Das dient nicht mehr der Beweisfindung."
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