Wieder Aufregung um Kontakte des FP-Chefs Heinz-Christian Strache zum "rechten Rand". Gemeinsam mit Helmut Golowitsch, Ex-Mitglied der in Österreich verbotenen NPD, soll ein "Kulturschutzverein" gegründet werden.
Wie das Monatsmagazin "Datum" in seiner aktuellen Onlineausgabe berichtet, ist der gemeinnützige Verein "SOS Abendland" bereits seit 17. Februar 2007 beim Vereinsreferat der Bundespolizeidirektion Linz registriert. In der kommenden Woche soll der "Kulturschutzverein" der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die "Bewahrung und Pflege der angestammten, einheimischen Volkskultur" sind, nach den öffentlich einsehbaren Statuten des Vereins, die obersten Ziele von "SOS Abendland". Dazu beitragen sollen "gemeinsame Feste und Feiern" ebenso, wie "laufende Kontakte zu gleich gesinnten Verbänden".
Strache wieder am rechten Rand
Vier Gründerväter werden im Vereinsregisterauszug genannt. Neben Heinz-Christian Strache sind FPÖ-Seniorenring-Chef Werner Neubauer, Ex-Landtagsabgeordnete Karl Wimleitner und Ex NPD-Mitglied Helmut Golowitsch Mitbegründer von "SOS Abendland".
Der heute 67-jährige Helmut Golowitsch ist bereits seit seiner Jugend in der rechten Szene aktiv. Der schlagende Burschenschafter (Verbindung Arminia-Czernowitz) ist dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) bereits seit 1979 bekannt. In diesen Jahren fiel er durch die Verbreitung des sogenannten "Sonderblattes" in Linz auf. In der Publikation wurden die Verbrechen des Holocaust verharmlost und relativiert. Noch im selben Jahr hat Golowitsch in der rechtsextremen "Deutschen National-Zeitung" öffentlich die Begnadigung von NS-Verbrechern gefordert. Seit den achziger Jahren war der heutige "SOS Abendland"-Gründer als Referent für die rechtsextreme "Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik" tätig.
Im Jahr 1994 wurde Helmut Golowitsch im Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus (herausgegeben vom DÖW) als "Rechtsextremist" bezeichnet. Welches Licht Straches gemeinsames Engagement mit Helmut Golowitsch auf seine heutige politische Haltung wirft, ließ der Bundesparteiobmann der FPÖ unbeantwortet. Heinz-Christian Strache, der sich eben erst von seinen "Jugendsünden" im rechten Mileu distanzieren musste, war ebenso wie Werner Neubauer für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Karl Wimleitner, immerhin Gründungsmitglied von "SOS Abendland", erklärte, dass er "mit der Sache eigentlich nichts zu tun habe. Mich hat nur mein Freund Neubauer gebeten, da mitzumachen."
(Red.)

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