Aufregung nach der Forderung der Grünen-Vizechefin und Dritten Nationalratspräsidentin, Eva Glawischnig, nach "Abreibung auf Krankenschein in öffentlichen Spitälern". Nach der "Aktion Leben" haben sich auch Ärzte gegen diesen Vorstoß ausgesprochen.
"Forderung fragwürdig und bedenklich"
"Wir bewerten Ihre Forderung, künftig Abtreibungen 'auf Krankenschein', also über das Budget der Krankenkassen zu finanzieren, als äußerst fragwürdig und bedenklich", betonte das "Salzburger Ärzteforum für das Leben" in einem Offenen Brief an Glawischnig.
Florian Baumgartner, Arzt für Pädiatrie im Krankenhaus Schwarzach im Pongau, schrieb im Namen des Forums, dass sich Ärzte, die sich dem hippokratischen Eid verpflichtet fühlen, von Glawischnigs Interpretation des öffentlichen Gesundheitswesens distanzieren: "Dessen Aufgabe besteht darin, Kranken entsprechende Therapien zur Heilung bzw. Linderung ihrer Beschwerden zukommen zu lassen - ebenso aber auch für Schwerstkranke und Sterbende eine intensive Begleitung im Sinne einer suffizienten Palliativbetreuung zu garantieren."
Das Forum forderte Glawischnig daher auf, "die Prinzipien des Gleichheitsgrundsatz in ihren Überlegungen in diesem Sinne zu reflektieren".
"Aktion Leben": Geld für Beratung für Schwangere
Auch die "Aktion Leben" wies Glawischnigs Forderung zurück. "Glawischnig sollte sich lieber Gedanken darüber machen, wie die Politik Frauen das Leben mit Kindern erleichtern könnte. Denn hier gibt es wahrlich genug zu tun", sagte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Karin Schmidtbauer in einer Aussendung.
"Die Politik kürzt ihre Unterstützung für Schwangerenberatungsstellen und gleichzeitig will eine Politikerin die Abtreibung auf Krankenschein einführen. Das kann nicht sein", kritisierte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. (APA)

Telekom, Inserate & Co Der Korruptions-Ausschuss
Berühmte Politiker-Zitate Wer hat's gesagt?
Berührende Politik Händchenhalten mit dem Diktator
J. Edgar Hoover Wachhund Amerikas, Kommunistenjäger, Mystery-Man