Graz(hoe). Eine Aussendung des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) sorgt in der Steiermark für Unruhe: Darin fordert der Deutschlandsberger RFJ-Obmann Stefan Juritz (18) die Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes. „Wozu sollte man Irrmeinungen unter Strafe stellen, wenn sie doch jederzeit durch die Wahrheit widerlegt werden können“, so Juritz in dem von der steirischen RFJ-Spitze abgesegneten Schreiben im Vorfeld des heute, Donnerstag, stattfindenden Bezirksjugendtages.
„Was ihn zu dieser Presseaussendung bewogen hat, weiß ich nicht“, wundert sich der Deutschlandsberger FPÖ-Bezirkparteiobmann Jürgen Zechner. Er habe nicht das Gefühl, dass es sich beim RFJ um einen „radikalen Verein“ handle. „Man wird in einer freien Demokratie das Thema wenigstens diskutieren können“, sagt Zechner zur „Presse“. Ins selbe Horn stößt der steirische FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann. „Wir sind gegen Denkverbote.“ Weniger Freude hat er dagegen mit der ebenfalls geforderten Freilassung von drei „volkstreuen Aktivisten“ (Juritz). Das Trio war vergangenes Wochenende bei einem Rechtsradikalen-Treffen in Salzburg festgenommen worden. Juritz spricht von „politischen Gefangenen“. Die steirische SPÖ wettert über eine „beispiellose Entgleisung“ und fordert den Rücktritt von Kurzmann und der RFJ-Funktionäre.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2007)

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