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Eurofighter: Hilfreiche Erinnerungslücken

12.06.2007 | 18:18 |  MARTIN FRITZL (Die Presse)

Parteispenden im Zentrum – Finanzakten der IV sollen angefordert werden.

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Wien. Der Eurofighter- Untersuchungsausschuss hat sein siebentes und letztes Kapitel aufgeschlagen – und das hat es in sich: Hat es im Zuge der Beschaffung von Kampfflugzeugen Parteienfinanzierungen gegeben, lautet die Frage. Ausschuss-Vorsitzender Peter Pilz (Grüne) hat seit langem einen Verdacht: Über die Industriellenvereinigung (IV) könnte Geld an ÖVP und FPÖ geflossen sein.

Gesetzlich vorgesehen ist, dass politische Parteien Spenden in höherem Ausmaß gegenüber dem Rechnungshof offen legen müssen. Dies gilt mit einer Ausnahme: Spenden von Interessensvertretungen (Kammern, Industriellenvereinigung, Gewerkschaftsbund) müssen zwar im Jahresabschluss von der Gesamthöhe her bekannt gegeben werden, nicht aber, wer im einzelnen wie viel gespendet hat. Der frühere IV-Generalsekretär Lorenz Fritz hat einmal in einem Interview über die Praxis berichtet, wonach Firmen ihre Spenden an Parteien über die Industriellenvereinigung laufen lassen, um nicht in der Öffentlichkeit als Spender aufscheinen zu müssen. War das auch so im Fall Eurofighter? Darüber sollte Fritz am Dienstag im U-Ausschuss aussagen.

Der frühere Interessensvertreter zeigte sich zugeknöpft. Er erzählte zwar, dass die IV 15 Prozent der Summe abzieht, ehe der Betrag weitergeleitet wird, nicht aber, um welche Summen es sich handelt, und von wem sie kommen. Er verwies immer wieder auf die Anonymität der Spender und berief sich auf das Geschäftsgeheimnis. Er denke nicht daran, darüber nähere Auskünfte zu geben.

Als der grüne Abgeordnete Werner Kogler dann ein Verfahren zur Verhängung einer Beugestrafe einleiten wollte, änderte Fritz plötzlich seine Strategie. „Ich kann nicht aussagen, weil ich mich nicht erinnern kann“, lautete die neue Rechtfertigung – mit der er beim U-Ausschuss auch durchkam. Erinnerungslücken sind nicht als Aussageverweigerung zu werten, daher gab es auch keine Beugestrafe. Wohl aber wollen manche Abgeordnete die Finanzakten der IV anfordern, um dort die Zahlungsflüsse weiter zu verfolgen.


Rauch-Kallat vor den Ausschuss

Vor den U-Ausschuss geladen werden der frühere FPÖ-Finanzreferent Detlev Neudeck und die frühere ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat. Sie sollen darüber aussagen, von wem die ÖVP in den Jahren 2001 bis 2004 2,9 Millionen Euro und die FPÖ 1,1 Millionen Euro erhalten hat.

Besonders auffällig ist der Sprung bei der FPÖ: Hatte sie im Jahr 2002 noch ganze 20.000 Euro von Interessensvertretungen erhalten, waren es im Jahr darauf 747.000 Euro. Nach Aussagen von Lorenz Fritz kommt dieses Geld aber nicht von der IV. Diese habe im Jahr 2003 insgesamt nur 300.000 Euro an die beiden Parteien ausgeschüttet, den größeren Teil davon an die ÖVP.

Der U-Ausschuss war am Dienstag schon nach vier Stunden beendet – vor allem deshalb, weil auch diesmal EADS-Mitarbeiter sowie der EADS-Lobbyist Erhard Steininger fehlten. Letzterer ließ mitteilen, dass er bis 5.Juli, dem letzten Ausschusstag, im Ausland auf Urlaub ist.

Heute, Mittwoch, kommt unter anderen Romana Schmidt, ehemalige Kabinettsmitarbeiterin der FPÖ-Minister Sickl und Forstinger. Sie hat für „Studien zur Stimmungsverbesserung“ im Zuge des Eurofighterankaufs deutlich mehr Geld erhalten, als bisher bekannt, nämlich rund 195.000 Euro. Dies geht aus den neu ans Parlament geschickten, nun ungeschwärzten Finanzakten des Eurofighter-Lobbyisten Alfred Plattner hervor.

ZEUGEN IM AUSSCHUSS

Nur noch wenige Tage stehen dem Eurofighter-U-Ausschuss zur Verfügung, um mögliche Parteienfinanzierungen aufzudecken. Am Dienstag sagten Andreas Rudas (links), ehemaliger Magna-Vorstand und Lorenz Fritz, ehemaliger IV-Generalsekretär, aus – beide konnten oder wollten aber keine Hinweise zu Eurofighter-Geldern an Parteien geben. Sowohl Magna als auch die Industriellenvereinigung sind an den Vier-Milliarden-Euro- Gegengeschäften für die Kampfjets interessiert. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2007)

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15 Kommentare
Gast: wms
17.06.2007 10:03
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Parteispenden im Zentrum?

Wo bleibt dann der Ruf nach den Steuerakten von Rapid? Sind 5 Millionen dafür zuwenig? Oder betrifft es einfach die falsche Farbe? Oder profitiert hier auch die "grüne" Partei? Und wo bleibt hier unsere "unabhängige" Medienlandschaft? ### Manche erkennt man an ihren Taten, viele aber vor allem an ihren "Nicht"-Taten!

Ophicus
13.06.2007 11:13
0 0

Immer das Gleiche

Es ist absolut nicht nachvollziehbar ob Fritz nicht aussagen will, weil...

a) ...Geld geflossen ist wo keines fließen darf. Vulgo Schmiergeld verschleiert wurde.

b) ...die Spender die sich der IV bedienen Anonymität schätzen (was auch bei legalen Spenden vorkommt) und die IV solcherlei Spender verschreckt wenn sie deren Daten heraus gibt. Dass die Informationen vor dem UA nicht veröffentlicht werden wenn sie nur parteipolitisch peinlich, aber nicht illegal sind vermutet ja wohl niemand.

Bis das vielleicht eines Tages geklärt wird gilt für den einen Teil Österreichs die Unschuldsvermutung und für den anderen Teil die vermutete Schuld.

Gast: ASVG-Sklave
12.06.2007 20:45
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Haut der IV kräftig auf die Finger

Die Finanzakten der IV werden es in sich haben. Kann mir gar nicht vorstellen, dass endlich eine österreichische Institution der Öffentlichkeit vorgeführt wird. Man kann sich ausmalen, wie eine solche Mafia operiert.................

Antworten Peter Falk
13.06.2007 09:39
0 0

Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

Selbstverständlich sind Unternehmer Mafiosi, selbstverständlich wollen wir die diskreten Akten der anderen Leute, Firmen, Kammern, Institutionen sehen. Für die Karlich Show-und ASVG Sklave. Der Rechnungshof hat geprüft und ist das Organ der Republik der wir vertrauen können. Lesen Sie die Ganze Woche.

Antworten Antworten Gast: plebs potus
18.06.2007 15:01
0 0

Re: Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

unternehmer sind keine Mafiosi, aber wenn sie über die hintertür der gewaschenen parteispenden entscheidungen auf Regierungsebene beeinflussen, wenn eine Mehrheit dagegen ist, dann ist es ein Regime.

Antworten Gast: sicher nicht so diletanitsch
13.06.2007 08:49
0 0

Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

.. wie der ÖGB!

BÜRGSCHAFT

Antworten Gast: asvg-sklaven-jäger
13.06.2007 07:26
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Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

na wie werden die an die öffentlichkeit kommen...gar nicht. sie unterliegen der geheimhaltung!!! genau wie mein steuerakt und der ihre sofern sie steuer zahlen.

Antworten Antworten Gast: jurist
13.06.2007 13:31
0 0

Re: Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

geheimhaltung?
du hast ja keine ahnung. red doch nicht irgendwas daher.

Antworten Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklaven-Jäger
13.06.2007 16:30
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Re: Re: Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

wir kennen uns?wir müssen uns kennen, sonst wären wir nicht per du.
allerdings kenne ich keinen so ahnungslosen "juristen"
also steuerakten unterliegen immer noch der geheimhaltung...wo haben sie studiert?? in nord korea?? schönen gruss an KIM YONG IL

Antworten Gast: Es ist alles sehr kompliziert ...
12.06.2007 22:26
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Re: Haut der IV kräftig auf die Finger

Tja, da bräuchte man wieder einen unabhängigen Justizminister wie Foregger.

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
13.06.2007 06:37
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Zum Thema Mafia und Behördenkriminalität

Es ist überall das gleiche. Aus dem SPIEGEL von heute:"Die Korruptionsaffäre in Sachsen hat erste personelle Konsequenzen: Verfassungsschutzchef Stock wurde ins Innenministerium strafversetzt…..

Buttolo zog damit erste personelle Konsequenzen aus der Korruptionsaffäre um die Verstrickung von Politikern, Polizisten und Justizbeamten in die organisierte Kriminalität in Sachsen

Innenminister Buttolo bestätigte heute gegenüber der "Dresdner Morgenpost", dass es im Zuge der Aufdeckung des Korruptionsskandals zu Einschüchterungsversuchen gekommen ist. So sei ein Reporter per Telefon aufgefordert worden, die Berichterstattung zu beenden, andernfalls werde man ihm Kinderschändung unterstellen. Zudem gebe es Fälle, in denen Radmuttern gelockert und ein Laptop aus einem Auto gestohlen worden sei, sagte der Minister der Chemnitzer "Freien Presse".

Antworten Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklaven-Jäger
13.06.2007 10:25
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Re: Zum Thema Mafia und Behördenkriminalität

dass sie sich korruption aus sachsen zur argumentation ausborgen müssen, widerlegt ihre darstellung

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wozu in die Ferne schweifen?
13.06.2007 12:25
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Re: Re: Zum Thema Mafia und Behördenkriminalität

Genau! Der Lucona-Charly, der Sekanina, der Elsner und der Sinowatzl finden auch, daß die heimische Leistungsfähigkeit auf diesem Gebiet keinen Vergleich zu scheuen braucht! Wie im Abfahrtslauf sind die Deutschen im Vergleich zu unseren Spitzenkönnern bestenfalls bemühte Flachland-Amateure. Wenn selbst die Mafia und die Camorra inzwischen ihren Nachwuchs in teuren AK-Kursen schulen lassen, dann ist das ein untrügliches Zeichen für das hohe Niveau unserer Paddei-Hochschulen! Mia san mia! Und das ist gut so!

Antworten Antworten Antworten Gast: Ösi-Oligarchen
13.06.2007 10:19
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Re: Zum Thema Mafia und Behördenkriminalität

Allein die Strabag-Filiale war mit 27 Mio. dabei. Was natürlich bei unseren Tunnelbauten von Koralm bis Lainzer Tiergarten völlig undenkbar ist. So etwas würden der Jörgl und der Wampo sofort unterbinden. Und bei der Asfinag wacht der treue Hendl-Hiasl, daß alles streng korrekt verläuft. Und das ist gut so!

Antworten Antworten Antworten Peter Falk
13.06.2007 09:35
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Re: Zum Thema Mafia und Behördenkriminalität

Was hat Ostdeutschland bitte mit Österreich zu tun. Sie sind hier ein ganz schöner Anpatzer. Man sollte immer denken, dass ein Haufen Steine kein Haus ergeben und ein Haufen Informationen noch kein Wissen.