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Widerstand gegen Justizanwalt

24.07.2007 | 18:23 |   (Die Presse)

Verfassungsreform. Massive Bedenken von Richtervereinigung und Volksanwältin Fekter.

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Wien (mol/hes). Man werde alles versuchen, um die Schaffung einer Beschwerdestelle in Form eines Justizanwalts, wie sie von der Expertengruppe zur Staats- und Verwaltungsreform vorgestellt wurde, zu verhindern und den politischen Willensbildungsprozess zu beeinflussen. Das kündigte die Präsidentin der Richtervereinigung, Barbara Helige, am Dienstag, im Gespräch mit der „Presse“ an.

Ihr Hauptkritikpunkt ist, dass der Justizanwalt die Möglichkeit eingeräumt erhalten soll, auch Empfehlungen für Verhandlungsschritte bei Gerichtsverfahren abzugeben. Einer Beschwerdestelle, wie sie im Regierungsübereinkommen vorgesehen ist, sehe man in der Richtervereinigung hingegen grundsätzlich positiv. Es gebe bereits eigene Entwürfe, die man in Kürze der Öffentlichkeit vorstellen werde, sagte Helige.


Fekter: Konzept „unausgegoren“

Irritiert über die möglichen Kompetenzen eines Justizanwalts zeigt sich auch Volksanwältin Maria Fekter. Das Konzept, an dem immerhin ihr Kollege Peter Kostelka, als Mitglied der Expertenkommission, mitgewirkt hat, bezeichnet Fekter als „unausgegoren“ und „ein bisschen handgestrickt“.

Es fehle eine klare Abgrenzung zur Tätigkeit der Volksanwaltschaft, aber auch zu den gerichtlichen Berufungsinstanzen, erklärte Fekter im Gespräch mit der „Presse“. Trotzdem erachtet auch die Volksanwältin grundsätzlich eine interne Beschwerdestelle der Justiz für sinnvoll. Denn die Volksanwaltschaft dürfe aufgrund der richterlichen Unabhängigkeit nur die Justizverwaltung kontrollieren, nicht aber die Rechtsprechung selbst.

Andreas Khol, Mitglied der Arbeitsgruppe zur Verfassungsreform, verteidigt den geplanten Justizanwalt. Er sieht in der Kritik der Richtervereinigung nur einen Vorwand. Seine Begründung: Diese habe bereits einen Vorschlag unterbreitet, der ihr ein Mitspracherecht bei der Bestellung eingeräumt hätte. Im nun präsentierten Entwurf sei ein solches Mitspracherecht für die Richtervereinigung nicht vorgesehen.


Justizministerin dafür, aber . . .

Im Justizministerium gibt man sich verhalten. Ministerin Maria Berger (SPÖ) stehe der Schaffung einer Beschwerdestelle zwar positiv gegenüber. Diese dürfe aber nicht das Prinzip der unabhängigen Rechtsprechung unterlaufen und keinesfalls einseitig zu Gunsten einer Partei in ein laufendes Verfahren eingreifen. Außerdem müsse sie den Bürgern leicht zugänglich sein. Man stößt sich vor allem an der Bezeichnung „Justizanwalt“, da dadurch der Eindruck von Parteienvertretung erweckt werde.

BESCHWERDESTELLE

Der Justizanwalt soll laut Entwurf der Arbeitsgruppe zur Staatsreform auf Basis eines Dreiervorschlags der Vollversammlung des Obersten Gerichtshofes für eine Periode von zwölf Jahren durch den Nationalrat gewählt werden. Er hat dem Nationalrat und dem Bundesrat jährlich zu berichten. Ein möglicher Kandidat muss eine 20-jährige Berufserfahrungals Richter vorweisen. Laut Entwurf verfügt der Justizanwalt über weitreichende Kompetenzen: Er kann Maßnahmen der Dienstaufsicht anregen, eine Disziplinaranzeige erstatten oder das Recht zur Ablehnung von Richtern ausüben. Umstritten ist vor allem die Möglichkeit, zuständigen Organen „Empfehlungen“ für Maßnahmen zu erteilen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2007)

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9 Kommentare
Gast: AEIOU
25.07.2007 07:30
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Wie erwartet macht die Ministerin

wieder ein Teilrückzieher. Was sich nämlich die sogenannten Rätinen und Räte leisten, das geht wohl zu weit. Die Befindlichkeiten werden auf dem Buckel der ihnen unsympatischen Partei ausgelebt. Der richterlichen Willkür ist Tür und Tor geöffnet. Ich glaube schon, daß sie die Clique mit "allen" Mitteln gegen ihre Zügelung wehren wird. Und warum ich so gallig bin? Weil die richterliche Qualifikation in den meisten Fällen fehlt, denn wie sonst werden die Sachverständigen so oft zu Lasten eines minderbemittelten Klägers eingesetzt. Es herrscht eine verdeckte oligarche Klassenjustiz, Frau Ministerin. Und es ist hoch an der Zeit, diese zu brechen.

Gast: österreicher
24.07.2007 20:56
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huuuuuuuu....

wenn das der asvg-sklave sieht- mein liiieber spitz!
österreicher

Antworten Gast: AEIOU
25.07.2007 07:33
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Re: huuuuuuuu....

Der Überheblichkeit und dem Unwissen der Richterschar muß endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Und das wäre einmal ein Anfang. Das Gelaber von Eingriffen oder Entscheidungen zu Gunsten einer Partei, ist doch nur Vorwand, um weiterhin schalten und walten zu können wies der Mischpoche beliebt.Das Gesetz ist doch ohnedies eine Hure, die sich dem Meistbietenden verkauft.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
24.07.2007 21:12
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Re: huuuuuuuu....

DA ist er schon.................

Gast: ASVG-Sklave
24.07.2007 20:13
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Es gebe EIGENE Entwürfe.....

Für wie doof halten diese Deppen eigentlich die Bürger? Selbst die Besetzung einer solchen Beschwerdestelle mit Richtern, ist bereits eine Zumutung bzw. eine bodenlose Frechheit.

Antworten Gast: kritikus.at
25.07.2007 14:58
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Re: Es gebe EIGENE Entwürfe.....

Mit wem würden Sie eine solche Stelle besetzten - mit gelernten Hilfsarbeitern? :)
Es ist halt so, dass der Durschnitts-Ösi schon Probleme hat, die Gebrauchsanweisung des Mikrowellenherdes zu behirnen. Wie sollte so einer denn mit den durch die Juristenkaste in "Geheimsprache" verfassten Gesetzestexten zurande kommen?

Antworten Antworten Gast: AEIOU
26.07.2007 16:57
0 0

Re: Re: Es gebe EIGENE Entwürfe.....

Also meine Erfahrungen mit den Experten ist, daß sie ziemlich einseitig funktionieren. Die interdisziplinären Bedingungen können sie zumeist nicht erfüllen. Und die Präpotenz, die aus manchem Posting erkennbar ist, ist bei genauer Kenntnis der "Intelligenz" ziemlich unangebracht. Und einen IQ von 100 bringen viele ÖSIS auch mit. Mehr ist auch für ein öffentliches Amt nicht nötig.Nur wird er bei den Proleten nicht gefördert. Eher unterdrückt, damit die aus den "Kaderschmieden" am Steuer bleiben. Und nicht rudern müssen. Was ihnen oftmals zustände.

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
25.07.2007 17:25
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Re: Re: Es gebe EIGENE Entwürfe.....

Wie wäre es z.B. mit (privaten) Anwälten oder geeigneten NGOs? Es geht meistens gar nicht um unverständliche Rechtstexte. Diese sind in der Regel gar nicht so abgehoben, sondern werden erst durch die Richterschaft pervertiert und kompliziert. Meist liegen die diesbezüglichen Beschwerden auch gar nicht im Zivilrechtswesen, (wo Richtersprüche im Allgemeinen akzeptiert werden, da diese in Fällen von zwei privaten Kontrahenten tatsächlich von einem neutralen Broker, also dem Richter kommen) sondern die Schweinerein liegen meist im Verwaltungswesen, bei Scheidungsrichtern und beim ASG. Dort werden brutale und grausame Entscheidungen gegen Bürger getroffen und immer jene Urteile gesprochen, die den Staat am billigsten aussteigen lassen (u.a. auch vom berüchtigten VwGH, der oftmals seine eigenen Gesetze erfindet, bzw. erfundene Ablehnungsgründe der untergeordneten Instanzen bestätigt (z.B. auch von Gebietskörperschaften) – weil dies dem Staat am wenigsten kostet- und der damit das R

Antworten Antworten Antworten Gast: AEIOU
26.07.2007 17:07
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Re: Re: Re: Es gebe EIGENE Entwürfe.....

Um die Justiz effizienter einzusetzen müßte die Zivilprozeßordnung effizienter gestaltet werden.Die Streiteinlassung bringt nix. Hier könnte im Vorfeld bereits präjudiziert werden.Vom Richter.Die Streithanseln im Privatrecht beanspruchen zuviel Zeit der Justizfunktionäre.Auch hier ist die Zivilprozeßordnung zu entrümpeln.Auch der qualifizierte Einsatz von sachkundigen Richtern ist erforderlich. Die Sachverständigen zurückzudrängen. Sie verlängern nur die Prozeßdauer und das Prozeßrisiko. Für minderbemittelte Parteien, die nach Meinung des Richters oder besser eines Senates unterstützungswürdig sind, muß die Allgemeinheit eine Unterstützung in erforderlichem Ausmaß gewähren. Denn sonst hat immer der "Gstopfte" den längeren Atem und obsiegt.Das ist nicht die Schuld der Richter.Obwohl sie kontrolliert werden sollen.Das Verwaltungsrecht ist total umzukrempeln. Prozeße des Bürgers gegen die Obrigkeit müssen in einer Demokratie, wird sind doch eine?, im öffentlichen Interesse geführt werden.