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Bildung: Entwicklungstests für Dreijährige?

30.07.2007 | 15:12 |   (DiePresse.com)

Die ÖVP will Bildungsvorgaben für die ganz Kleinen erarbeiten. Kritik kommt vom Koalitionspartner und den Grünen. Auch Entwicklungs-Psychologen halten davon wenig.

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VP-Bildungssprecher Fritz Neugebauer heizt die Bildungsdebatte innerhalb der Großen Koalition an. Im Kurier-Gespräch drängt er auf neue Leistungstests: Mit Hilfe von Entwicklungspsychologen will er festschreiben, was ein Kind mit drei oder vier Jahren können sollte. Neugebauer will die Bildungsstandards erweitern, die derzeit festlegen, was Schüler können sollen.

Die SPÖ reagiert darauf kritisch. SP-Kindersprecherin Elisabeth Grossmann lehnt den Vorschlag ab und verweist darauf, dass Kinder sich spielerisch entwickeln können sollen.

"Wir wissen, dass Kinder unterschiedliche Geschwindigkeiten haben sich zu entwickeln. Wenn die ÖVP jetzt noch früher Eltern durch Standardisierungen und Leistungskataloge verunsichern will, dann erhöht sich der Druck auf die Kinder und Familien immer mehr und immer früher"
Elisabeth Grossmann

Die SPÖ wirft der ÖVP vor, dass sich bei ihr die Debatte nur um Auslese-Tests, Disziplinierungsinstrumente und weitere Bildungsbarrieren drehe.

"Was kommt als nächstes? Intelligenztests auf der Säulingsstation?", kritisierte die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, die Vorschläge Neugebauers. Anstatt einen weiteren Vorstoß in Richtung Testen, Prüfen, Aussortieren zu unternehmen, sollten Änderungen im System vorgenommen werden, welche die Bildungssituation aller Kinder verbesserten, so Glawischnig.

Solche Maßnahmen wären "kostenlose Frühförderung für alle Kinder ab drei, Bildungspläne für den Kindergarten, Verbesserungen in der Ausbildung und Anerkennung von Kleinkind-Pädagoginnen und -Pädagogen sowie ein Anrecht auf einen Kindergartenplatz".

Entwicklungstests ungeeignet für Laien

Entwicklungstests für Kinder gibt es schon, die muss man nicht neu erfinden. Aber sie gehören nicht in die Hände von Laien. So kommentierte die Entwicklungspsychologin Christiane Spiel von der Universität Wien die Forderungen von ÖVP-Bildungssprecher Fritz Neugebauer.

Entwicklungstests seien dazu geeignet, sowohl Rückstände als auch Vorsprünge in der Entwicklung eines Kindes aufzuspüren, erklärte Spiel. Allerdings müssten die Ergebnisse im Kontext des gesamten Umfelds des Kindes gesehen und interpretiert werden. Dies sei nur durch Experten - etwa Entwicklungspsychologen - sinnvoll, betonte die Wissenschafterin. Eine Standardisierung und eine Beurteilung solcher Tests durch Laien sei problematisch.

Große Bandbreite bei Entwicklung

Die Entwicklungen speziell von Kleinkindern würden eine sehr große Bandbreite zeigen. Etwa wann Kinder zu sprechen beginnen, kann enorm variieren, ohne dass daraus Defizite abzuleiten seien. Tests, welcher Art auch immer, sollte stets dazu dienen, die Entwicklung von Kindern zu fördern.  (APA/Red.)

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20 Kommentare
daPeda
30.07.2007 22:20
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Pervers ist das

Bildungspolitik Marke ÖVP: Zuerst 20 Jahre den Fortschritt verhindern, dann 7 Jahre Rückschritt, jetzt wieder Fortschritt verhindern und dabei noch den Neoliberalismus ins Extrem treiben, auf dem Weg zum 20-jährigen mit 10 Jahren Berufserfahrung.

Die Proponenten einer solchen Politik gehören ein- für allemal dort gelassen, wo sie sich selbst hin positionieren: Im Abseits.

Erkennen die denn nicht, dass sie Menschen zerstören, auch die Familie, die sie ja angeblich so hoch schätzen?

Gast: Peter
30.07.2007 21:41
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Geprüft und freigeschaltet

Als verantwortungsbewusste Redaktion werden Gastkommentare von ihnen vor Veröffentlichung geprüft und freigeschaltet. Sehr gut. Wie steht es mit Presseaussendungen von Politikern?
Wird da jedem Vorschlag, wie unsinnig er auch ist, breiter Raum gegeben?
Na ja, eigentlich schaden Sie Herrn Neugebauer mit der Veröffentlichung seiner "Kleinkindertests" mehr, als Sie ihm nützen, ist er ja selber schuld, wenn er sowas veröffentlicht... :-)

makavelli
30.07.2007 18:45
0 0

ein intelligenz test für politiker

das wär nun angebracht.so was ist so unsinnig wie die eurofighter

TomKorn
30.07.2007 18:20
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Vertreibung der letzten Wähler?

Mit derartigen Unsinnigkeiten versucht die ÖVP anscheinend auch noch die letzten Wähler zu vertreiben. Ich würde mich als Stammwähler der ÖVP bezeichnen, aber bei derartigen Ideen überlege ich mir, ob ich nicht beim nächsten Wahlgang einer anderen Partei meine Stimme geben werde.

Gast: Zynicus
30.07.2007 18:09
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Die vereinigten rotgrünen linksmarxistischen Bildungsexpertinnen

haben die Maske fallen gelassen: Sie wollen auch in der Schulbildung eine Nivellierung aller nach unten, niemand darf gescheiter sein, als das letzte Tschapperl, da ja auch das das Menschenrecht der Nichtdiskriminierung hat! So beweisen sie wieder einmal, daß linke Gutmenschlichkeit eine Sonderform und zwar eine ganz gefährliche von abgrundtiefer Dummheit ist!

Anders ist ihre Ablehnung von Leistungstests nicht zu verstehen, denn wie kann ich die jeweils richtigen Fördermaßnahmen einleiten, wenn ich vorher keine Diagnostik betreibe?

Antworten manhattan
30.07.2007 22:16
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Kinder von ÖVP_Eltern sind prinzipiell hochbegabt?

Wie man die Ablehnung einer unsinnigen Forderung wie die der Intelligenzprüfung von dreijährigen Kindern als Forderung "linksmarxistischer BildungsexpertInnen" bezeichnen kann, die eine "Nivellierung nach unten" verursachten, ist mir unverständlich. Ich kenne eine Familie mit zwei hochbegabten Kindern, eines konnte mit fünf Jahren nicht altersentsprechend sprechen, das andere konnte beim Schuleintritt bereits lesen. Das erste Kind konnte nach acht Schuljahren nicht Lesen und Schreiben, das andere war bis zur Matura ein Spitzenschüler.
Heute ist der frühere Schulversager ein erfolgreicher Student, der sich den Universitätszugang selbstständig erarbeitet hat, der frühere Spitzenschüler kämpft sich mehr schlecht als recht durchs Studium.
Mit drei Jahren hätte niemand bei diesen Kindern vorhersagen können, welches wo landen würde.

Antworten vx
30.07.2007 19:11
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Re: Die vereinigten rotgrünen linksmarxistischen Bildungsexpertinnen

Leistungstests bei Dreijährigen? Die alle aus einem unterschiedlichen Umfeld kommen?
Wenn Sie ein vergleichendes Experiment durchführen wollen, dann sollten Sie zuerst für gleiche Versuchsbedingungen sorgen...

Antworten Antworten Gast: Zynicus
30.07.2007 21:55
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Re: Re: Die vereinigten rotgrünen linksmarxistischen Bildungsexpertinnen

Sie verstehen nichts oder wollen nichts verstehen! Legen Sie Ihre Ideologiebrille ab!

Antworten Antworten Antworten vx
31.07.2007 14:16
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Re: Die vereinigten rotgrünen linksmarxistischen Bildungsexpertinnen

Ich habe nichts gegen Leistungstest, ganz im Gegenteil ich bin für das Leistungsprinzip, aber wäre es nicht vernünftiger den Test erst während der Volksschulausbildung durchzuführen und dann das Verständnis des dort vermittelten Stoffes zu überprüfen? So herrscht wenigstens ein Minimum an Chancengleicheit unter den Kindern.
Oder wollen sie bereits hier eine 'Elitevolksschule' einführen?
Kinder sollen ja wohl auch noch eine Kindheit haben und nicht von überehrgeizigen Eltern den ganzen Tag getrimmt werden.

Antworten Antworten Antworten Gast: AEIOU
30.07.2007 23:17
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Re: Re: Re: Die vereinigten rotgrünen linksmarxistischen Bildungsexpertinnen

Zwar dürften beide Kommentatoren mit Eysenck nicht einverstanden sein, aber der Mann hat grundsätzlich recht. Von Eseln werden zumeist nur Esel gezeugt. Wenn aber einmal ein Nichtesel darunter ist, dann wird er durch das Milieu oftmals zum Esel gemacht. Denn das Elternhaus formt gerade in den ersten Lebensjahren dieden neuen ErdenbürgerinEr. Und so besehen ist der Ratschlag mit der Ideologiebrille eher kein guter Vorschlag. Aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

CW
30.07.2007 17:25
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Neugebauer hasst wohl Kinder

Nicht nur, dass er mit Zähnen und Klauen die wohl erworbenen Rechte der Pensionisten verteidigt - auf dass sich für die heutigen Kinder einst sicher keine Pension mehr ausgehe.
Nun will er den Kindern auch die Kindheit rauben, indem er schon nach 3 Jahren Leistungstests verlangt. Ist diesem Mann noch zu helfen?
Wer schützt unsere Kinder vor diesem Menschen? Ein schlechteres Signal als Neugebauer zum Bildungssprecher zu machen hätte sich die ÖVP nicht mehr einfallen lassen können.

Antworten Gast: pit
31.07.2007 10:28
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Re: Neugebauer hasst wohl Kinder

richtig wäre : Beamtenpensionisten.
Die A|G und sonstige SV - Pensionisten sind Herrn Neugebauer sehr egal.

Gast: Martin
30.07.2007 17:06
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BEDENKLICH

Ich denke, dass selbst VP-Unterstützer, wie ich, hier bedenken haben. Kinder sind Kinder und keine Maschinen, wie es wir Erwachsene, meiner Meinung nach, oft sein sollen.

Gast: wiedl
30.07.2007 16:55
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die vp überholt

ihre eigene verar...ung.
würde mich interessieren wie modestus und die restlichen berufsposter das kommentieren.

Gast: Blindfisch
30.07.2007 16:48
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Vergleichen?

Dreijährige zu vergleichen wäre wie Birnen als Apfelkompott zu verkaufen und umgekehrt.

Nur als Beispiel, mit ungefähr 3 Jahren war ich sprachlich nicht sehr begabt, während ein gleichaltriger reihenweise Gedichte aufgesagt hat.

Nun, 17 Jahre später sieht die Sache so aus, dass er gerade mit seiner Elektrikerlehre fertig geworden ist, während ich mein Fachhochschulstudium beginne.

Allerdings bin ich für Eignungstests beim Gymnasium, Volkschulnoten sind meistens doch nur Hausnummern und nicht viel mehr wert.

demokrat
30.07.2007 16:43
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Jaja, Tests für 3-jährige

Damit die Elitescheisserln nicht vielleicht in einem linken Gesamtkindergarten oder einer linkslinken, leistungsfeindlichen Gesamtkrabbelstube vom Niveau des Mobs beschädigt werden können.

Ich fordere Tests sofort nach der Empfängnis, um dann gleich zu wissen, ob die werdende Mutter hochwertige, oder doch nur minderwertige Schwangerschaftsuntersuchungen machen dürfen.

prost !!

Antworten Gast: Republikaner
30.07.2007 18:00
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Re: Jaja, Tests für 3-jährige...... Dieser Linksaußen-Demokrat hat wohl Angst,

daß irgend wer sein geistiges Niveau überragen könnte! Daher sein Schlachtruf: "Büldung? Ze was brauch ma des?" Die Schul muaß a Hetz sein und is zum Lehrerärgern da!

Michael
30.07.2007 16:25
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Was bringt's?

Wie ich mich als 13jähriger gefreut habe, übermässig technisch begabt zu sein.

In der HTL hat man dann doch nur 50 von 200 Bewerbern aufgenommen. Da ich bei der Aufnahmsprüfung auch noch krank war, konnte ich brausen gehen.

Ein Jahr wollte ich nicht verlieren, und so hat mir aus heutiger Sicht der Test nichts genützt.

Nur eine kleine Anekdote, was man so schon als Kind alles mitmachen muss.

Gast: AEIOU
30.07.2007 16:24
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Verpaßt?

Das kann doch nur ein verpaßter Dachschadentest sein. Der im fötalen Zustand nicht möglich ist. Wenn es ein Eignungstest oder gar ein Intelligenztest sein sollte, dann liebe Österreiche, zeigt es, was unsere Ringstraßen-Kabarettisten befürchten. Konkurrenz von den Kleinkindern. Wunder ist es keines.

paramenes
30.07.2007 16:04
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enorm

was für eine schwachsinnige idee den leistungsgedanken auf dreijährige zu übertragen. das kann auch nur einem menschen einfallen, der gerne alles in zahlenwerten ausdrücken möchte um aus solch einer statistik dann wesentliche schlüsse zu ziehen.

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