Doppelnamen: Erst der Kurze, dann der Lange

27.08.2007 | 18:11 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Recht. Grüne wollen mehr Doppelnamen – und entwarfen Regeln für die Zusammensetzung.

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Wien. In Österreich sind Doppelnamen eher selten. Geht es nach den Grünen, dann soll sich das ändern. Ihr Justizsprecher Albert Steinhauser hat ein neues Namensrecht ausgearbeitet, das er nach der parlamentarischen Sommerpause (Ende September) im Nationalrat einbringen wird. Der „Presse“ verriet er vorab die Details seines Entwurfs: Dieser soll eine weitgehende Autonomie bringen und den Weg für mehr Doppelnamen frei machen.
•Die erste Neuerung würde bei der Eheschließung greifen: Beiden Ehepartnern wäre es künftig gestattet, den Namen des Auserwählten zusätzlich anzunehmen und einen gemeinsamen Doppelnamen zu tragen. Momentan kann das nur ein Partner machen, der andere muss bei einem einzelnen Nachnamen bleiben. Freilich wären auch nach dem grünen Entwurf weiterhin alle anderen Varianten – also, dass jemand bei seinem Geburtsnamen bleibt oder aber den Namen des anderen annimmt – gestattet.
•Wenn beide Eheleute nur ihren Geburtsnamen fortführen, dann ist fraglich, wie spätere Kinder heißen. Momentan muss man sich bereits bei der Eheschließung einigen, ob Kinder den Nachnamen des Vaters oder der Mutter bekommen sollen. Erfolgt keine Einigung, dann kriegt das Kind den Namen des Vaters. Dass der Nachwuchs den Namen beider Eltern bekommt, ist verboten.


Weder Frau noch Mann bevorzugt

Im grünen Modell soll das hingegen der Regelfall werden. Zwar besteht zunächst eine Wahlmöglichkeit der Eltern: Sie müssen sich bei der Geburt des Kindes (nicht wie bisher bei der Eheschließung) entscheiden, wie sie den Nachwuchs nennen (Einzel- oder beliebig zusammengesetzter Doppelname). Einigen sich die Eltern nicht, dann kriegt das Kind laut dem grünem Plan automatisch einen Doppelnamen. Und um dabei weder Vater noch Mutter zu bevorzugen, wird der kürzere Name vorangestellt. Das Kind von Herrn Prohaska und Frau Berger hieße also Berger-Prohaska. Sind beide Namen gleich lang – etwa, weil die Mutter Maier und der Vater Huber heißt, wird alphabetisch vorgegangen. Das Kind hieße Huber-Maier.
•Was ist aber nun, wenn die Tochter aus dieser Ehe, Frau Huber-Maier, später einmal Herrn Müller-Leitner heiratet? Hier wollen die Grünen, dass (im Falle einer Nichteinigung der Eltern) der jeweils erste Name durchschlägt. In weiterer Folge wird nach der bekannten Regel vorgegangen (kürzerer Name zuerst, bei gleicher Länge alphabetische Ordnung). Das Kind würde also Huber-Müller heißen.
•Bei unehelichen Kindern möchten die Grünen grundsätzlich die jetzige Regel – das Kind kriegt den Namen der Mutter – beibehalten. Wenn aber beide Elternteile es wollen, soll das Kind auch einen Doppelnamen oder nur den Namen des Vaters bekommen können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2007)

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13 Kommentare
Gast: kimi
29.08.2007 15:48
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stiftet nur verwirrung in der ahnenforschung

die grün-kasperln haben sorgen. mehr ist zu diesem blödsinn nichts zu sagen.

Mater semper certa

"Momentan muss man sich bereits bei der Eheschließung einigen, ob Kinder den Nachnamen des Vaters oder der Mutter bekommen sollen. Erfolgt keine Einigung, dann kriegt das Kind den Namen des Vaters."

Das ist allerdings ausreichend seltsam. Bei keiner Einigung sollte das Kind den Mutternamen erhalten, denn mater semper certa...

Antworten Gast: Günther Nowak(-Siebmacher)
02.09.2007 17:52
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Re: Mater semper certa

Peter Hojac hat den Mädchennamen seiner Mutter angenommen, und heußt jetzt Peter Westentaler. Vielleicht mache ich es ihm bald nach und nenne mich Günther Siebmacher. Vom Standpunkt der genealogischen Forschung wäre es aber sicher viel aufschlußreicher, wenn ich Günther Nowak-Siebmacher hieße.

Gast: alexandra bader
29.08.2007 11:51
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darf das wahr sein?

die jetzige regelung war doch hart erkämpft, dass niemand gezwungen wird, seinen/ihren namen aufzugeben, was anderswo längst üblich war....

ist das die grüne justizpoliik angesichts von minister platters umgang mit integration und asyl?

***schauder****

www.ceiberweiber.at
alexdailynotes.blogspot.com

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Unsere Sorgen möchte ich haben

Gast: Südafrikaner
28.08.2007 20:50
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Doppelnamen

sind einfach störend. Soll jeder doch bei seinem eigenen Namen bleiben, wenn man den der Frau/des Mannes nicht annehmen will.

Gast: AT
28.08.2007 14:03
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Typisch Grün

Wenn man merkt, daß man bei den meisten Themen völlig daneben liegt, muß man eben Neue erfinden.

Namensgebung für uneheliche Kinder:
eine typisch grüne Angelegenheit!

Die Wahl des Familiennamens sollte komplett liberalisiert, und so den Eltern und Kindern überlassen werden!

Gast: blackeyed
28.08.2007 08:51
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Die spinnen ....

Neutraliät abschaffen?? Nationalfeiertag verschieben?? Gesetzesvorschläge für Namensgebung??
Was ist heute los???
Sind unsere Politiker plötzlich Kaberattisten oder ist das Sommerloch wirklich so groß???
Wann wirds endlich wieder Herbst?????

Gast: R. Flex
28.08.2007 07:30
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schlechte Beispiele

In Österreich heißt man nicht Huber, Maier, Müller oder Leitner, sondern Arslan, Öztürk, Yildirim oder Gül.

Außerdem heiraten nicht fremde Leute, sondern Cousins ihre Cousinen. Da stellt sich die Namensfrage gar nicht, weil sie eh schon den gleichen Familiennamen haben.

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Re: schlechte Beispiele

oder man heißt R.Flex

"stille post" spielen wär¿auch nicht schlecht


Gast: Martin S
27.08.2007 23:56
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Oh Mann..

Glückliches Österreich - wenn wir keine grösseren Sorgen als DIESE haben ...

Gast: Nomenklatura
27.08.2007 22:42
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einfach teppert

einfach Grün!

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