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Die Neutralität steht (fast) außer Streit

28.08.2007 | 18:33 |   (Die Presse)

Regierung. Die SPÖ möchte nun sogar die Nato-Option aus der Verteidigungs-Doktrin streichen.

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WIEN/STADTSCHLAINING(oli). Die Meldung sorgte abends – zwischen Boule-Spiel und Spanferkel-Grill – für gute Stimmung unter den Genossen bei ihrer Präsidiumsklausur auf der südburgenländischen Burg Schlaining: Die ÖVP-Perspektivengruppe Europa unter der Leitung des steirischen Klubchefs Christopher Drexler hatte Montag vorgeschlagen, die Neutralität aus der Verfassung zu streichen. „Und den Nationalfeiertag will er auch noch gleich verlegen – so was Köstliches habe ich ja schon lange nicht mehr gehört“, amüsierte sich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina.

Für die SPÖ, die sich selbst als Hüterin der Neutralität versteht, ein aufgelegter Elfmeter. Kanzler Alfred Gusenbauer legte auf der der Pressekonferenz am Dienstag, die eigentlich dem Thema Bildung gewidmet war, unaufgefordert seine Haltung dazu dar – und ging sogar noch darüber hinaus: „Die gesamte Regierung fühlt sich der immerwährenden Neutralität verpflichtet.“ Von der ÖVP erwarte er sich eindeutige Klarstellungen. Die „verwirrenden und verunsichernden Diskussionsbeiträge“ seien schleunigst aufzuklären.


Die Volkspartei beruhigt

Die ÖVP war dem teils schon zuvorgekommen. „Die Neutralität steht außer Streit“, stellte ÖVP-Chef Wilhelm Molterer klar. „Nicht alles, was im internen Diskussionsprozess vorgelegt wird, hat auch eine reale Perspektive“, meinte Außenministerin Ursula Plassnik. Auch alle übrigen Parlamentsparteien bekannten sich klar zur Beibehaltung der Neutralität und kritisierten die ÖVP.

Gusenbauer reichte dieses Bekenntnis des Koalitionspartners zur Neutralität aber noch nicht aus. Als Beweis dafür, dass es die ÖVP wirklich ernst meine, sollte diese daran mitwirken, die Nato-Option aus der gültigen österreichischen Verteidigungsdoktrin zu streichen. Diese war von der schwarz-blauen Regierung beschlossen worden.

Die SPÖ ist strikt gegen einen Nato-Beitritt. Derzeit gebe es laut Gusenbauer auch keine Schritte in diese Richtung. „Mit dem Verzicht auf die Nato-Option in der Verteidigungsdoktrin würde klar gestellt sein, dass wir dies für eine längere Zeit auch nicht planen“, so der Bundeskanzler.

Ausgelöst hatte die Debatte Christopher Drexler: Er will nicht nur die Neutralität, sondern auch den Nationalfeiertag am 26. Oktober abschaffen: Dieser erinnere nämlich an den Tag der Beschlussfassung des Neutralitätsgesetzes. Drexler schlägt als Ersatz drei Termine vor: den 12. Juni (1994 der Tag der EU-Volksabstimmung in Österreich), den 27. April (1945 der Tag der Wiederentstehung der Republik) oder den 9. Mai (der Europatag). Für ÖVP-Perspektivengruppen-Chef Josef Pröll eine „Skurrilität“. Drexlers Teil-Perspektivengruppe Europa lehnt überdies einen EU-Beitritt der Türkei dezidiert ab.

 

ROTE KLAUSUR

Auf Burg Schlaining im Burgenland fand Montag und Dienstag die Klausur des SPÖ-Parteipräsidiums statt. Neben Steuer- und Arbeitsmarktpolitik war auch die Bildungspolitik ein Thema. Die SPÖ will weiterhin die „Neue Mittelschule“ alias Gesamtschule forcieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2007)

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426 Kommentare
 
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Gast: Christian
02.09.2007 21:49
0 0

Vorschlag: Wir schaffen das Heer ab und schlagen unser Neutralitätsgesetz an den Grenzzäunen an.

Denn wozu brauchen wir ein Heer zur Verteidigung unseres Landes, wenn uns die Schurkenstaaten dieser Welt wegen unserer (von uns beschlossenen!) Neutralität ohnehin nicht angreifen werden?
Tatsache ist, daß selbst Verträge von den mächtigen Staaten dieser Welt nur dann beachtet werden, wenn es ihren Interessen entspricht. Die Neutralität der Schweiz wurde in zwei Weltkriegen respektieren. Weniger gut fuhren damit Belgien und die Niederlande, weil der "Schlieffen-Plan" (dt. Aufmarschplan im 1.Weltkrieg) wegen eines Überraschungseffektes den Durchmarsch durch die beiden neutralen Staaten vorsah. Ebenso sahen die (gottseidank nicht umgesetzten) Aufmarschpläne der Warschauer Pakt-Staaten einen Aufmarsch der Pakt-Streitkräfte durch das Donautal, also unter Verletzung der österr. Neutralität, für den Kriegsfall vor.
Neutralität heißt aber auch, im Kriegsfall ohne Freunde und Verbündete dazustehen.
Kommt es zum Krieg, dann brauchen wir Verbündete, wenn nicht, müssen wir nicht neutral se

Gast: gast
02.09.2007 15:01
0 0

Ein Dank der SPÖ für ihre konsequente Unterstützung unserer Neutralität

Die SPÖ unterstützt damit etwas, das von einer sehr großen Mehrheit unserer Bevölkerung gewünscht wird.
...
Und andere Parteien scheinen noch immer nicht kapiert zu haben, dass sie sich mit ihren Versuchen da etwas gegen den Willen einer so großen Bevölkerungsmehrheit durchzusetzen, selbst ihre Wähler vertreiben.

lurch
01.09.2007 12:50
0 0

Fürchterlich

Kein anderes Thema wird so gehässig und mit persönlichen Beleidigungen geführt, als der NATO-Beitritt. Die einzige Möglichkeit unser Land aus Kriegen vielleicht, ich sage ausdrücklich vielleicht, herauszuhalten, ist die Neutralität. Denn wie schaut denn eine evtl. Verteidigung unseres Landes durch die NATO aus: "wir würden zum Kriegsschauplatz". Wie Österreich danach ausschaut, wenn ein Millionenheer mit Atomwaffen und was weiß ich noch alles, hier ihren Krieg austrägt überlasse ich gerne jeden einzelnen Diskussionsteilnehmer.

W. Serro
31.08.2007 21:01
0 0

Bitte ned ....

Wer befreit die Sozis endlich aus dem postsozialistischen Kryostaten, in dem sie aus realitätsverweigernden Gründen noch immer eingebunkert haben ?!

Sind sie durch die diversen zum Teil mörderischen Skandale (Proksch, Lüttgendorf, Abfalterer ..) und Pleiten (Verstaatlichte Industrie, Konsum, ÖGB, BAWaG ...) noch immer nicht munter geworden?

Und jetzt der Schmus mit der "rot-rot-roten" Neutralität, die es gar nicht mehr geben kann. Allein die Tatsache, dass die SowjetUnion - als ein wesentlichen Partner des Neutralitätsvertrags nicht mehr existiert - müsste die Roten aus dem Neutralitätsschlaf aufwecken.

Oder rechnen bzw. sehnen sich die Sozis immer noch, dass die ex-sowjetischen Staaten sich wieder zu einer linksfaschistischen Grossmacht vereinen?



Antworten Gast: gast
02.09.2007 15:02
0 0

Du verwechselst da etwas - es ist die BEVÖLKERUNG, die die Neutralität will

Und zwar eine sehr große Mehrheit der Bevölkerung.
Und wenn eine Partei das unterstützt, dann bekommt sie auch die Wählerstimmen.
So ist das nun mal in einer Demokratie.
Aber die Militaristen scheinen mit eben dieser Demokratie erhebliche Probleme zu haben.

Antworten Gast: Mutter
02.09.2007 14:26
0 0

ganz ruhig, burli

wir wissen ja , dass du jeden unsinn postest, solange du dich dabei über die sp aufregen kannst. inhalt und wahrheit spielen bei dir keine rolle, krampfposter.

J. E.
31.08.2007 11:29
0 0

Doktrin

Bevor an der Verteidigungsdoktrin herumgeschrieben wird sollte sie zuallererst einmal eingehalten werden. Die unsinnige Reduzierung der Abfangjägerzahl stand jedenfalls nie drinnen.


Antworten Gast: gast
02.09.2007 15:03
0 0

Schüssel ist schuld - er hat die Teurofighter bestellt

und zwar gegen den Willen der Bevölkerung,
die dafür jetzt zahlen darf.

Gast: ggg
31.08.2007 00:41
0 0

Die Österreicher wollen diese Nato NICHT !!!

Mit einer sehr großen Mehrheit !!!

Antworten J. E.
31.08.2007 11:32
0 0

Re: Die Österreicher wollen diese Nato NICHT !!!

Aber nur weil von Politikern verschiedener Parteien die angebliche Neutralität Österreichs als quasireligiöses Sicherheitskonzept dargestellt wird. Mit EU-Beitritt und mit einem nicht einsatzfähigen Heer sind wir nicht neutral. Mit dem mitmischen in diversen internationalen Organisationen und mit militärischen Auslandseinsätzen waren wird es auch nie.

Antworten Gast: gast
31.08.2007 10:58
0 0

Re: Die Österreicher wollen diese Nato NICHT !!!

Die immer wiederkehrenden militaristischen Tendenzen der Övp sind ein WESENTLICHER Grund, sie nicht zu wählen.
...
Und es ist NICHT wahr, dass das nur einige sind und dass es sich nicht auswirkt.
Ich sage nur TEUROFIGHTER !
Da werden wir alle noch lange dafür blechen müssen !

Gast: odo
31.08.2007 00:00
0 0

Wären die Militaristen Demokraten

dann würden sie den Willen der Bevölkerung respektieren.
Da sie ihn aber offensichtlich missachten,
wird wohl keiner mehr von ihnen erwarten,
dass sie unsere Demokratie schützen.

Antworten Gast: gast
31.08.2007 11:21
0 0

Re: Wären die Militaristen Demokraten

Das ist der Punkt. Die Militaristen neigen immer wieder dazu, sich in ihrem eigenen Interesse GEGEN unsere Demokratie zu stellen.
Darum MÜSSEN Militaristen von unabhängigen Demokraten kontrolliert werden und da ist ein UNABHÄNGIGER Minister wie Darabos ein SEHR guter Einfall der Spö !

Antworten Antworten Gast: dino1
31.08.2007 20:44
0 0

Re: Re: Wären die Militaristen Demokraten

Ich denke Sie verwechseln Unäbhängigkeit mit Ideologie?!

Antworten Antworten g.m.
31.08.2007 16:52
0 0

Re: "Gast-Spiele"

Dieser Gast "Gast" ist derart präpotent links, dass einem das Grausen kommen könnte!
Militaristen, Anti-Demokraten, das sind die Andersdenkenden! Herr Darabos ist ein UNABHÄNGIGER Minister!? Schau, schau! Und die SPÖ ist die alleinige Hüterin unserer Demokratie und unserer heißgeliebten Neutralität! Ob der "Gast-Wind" da nicht direkt aus der Löwelstraße weht?

Gast: nonanet
30.08.2007 21:04
0 0

...besser im Ausland bleiben!

Vielleicht erinnern sich manche im Süden Österreichs Wohnende noch, wie froh sie waren, als zu Zeiten der Jugoslawienkriege die Grenze z.B. zu dem heutigen Slowenien von österreichischen Soldaten gesichert wurde. Auch damit hatte Jahre davor niemand gerechnet. Es gibt keine Insel der Seligen mehr und es ist erstaunlich, wie kleinkariert und primitiv hier argumentiert wird. Gerade ist Rußland wieder "im Kommen" und die US durch die jetzige Regierung moralisch absolut am Boden. Das heutige Blatt kann sich schnell wenden und dann werden viele Österreicher ( ich bin auch einer) ihrem Ruf als Wendehälse wieder gerecht werden und präpotent Hilfe - von wo eigentlich - für sich beanspruchen. Traurig auch für die Presse - ich kann mich nur wiederholen - , daß sich ihre Leserschaft, einst intellektuelle Elite, mittlerweile derart verändert hat. Wenn man sein Land nicht so liebte, müßte man es seinen "Idioten" überlassen...

Antworten kama
01.09.2007 19:47
0 0

Re: ...besser im Ausland bleiben!

Sie haben Recht! Von der intellektuellen Elite der Presse Leser ist nicht mehr viel vorhande. Das hängt vielleicht damit zusammen, daß es immer weniger wirklich intellektuelle gebildete Leute gibt. Das müssen auch nicht immer zwangsläufig Akademiker sein. Wobei ich die meisten Grünen explizit nicht für intellektuelle halte.

Antworten Gast: Wozu in die Ferne schweifen ...
31.08.2007 09:02
0 0

Re: ...besser im Ausland bleiben!

Richtig, das Bundesheer soll die österreichischen Grenzen schützen. Wenn die Angie-Boys für Uncle George in Kabul den HiWi-Schädel hinhalten wollen, sollen sie halt. Der Gazprom-Gerd wußte schon, warum er mit seinen Millionderln in die Schweiz abgepascht ist. Schlauer Burschi!

Antworten Gast: odo
30.08.2007 23:59
0 0

Besser demokratisch bleiben !

Solange so eine große Mehrheit die Neutralität wünscht, sollten Militärs sich hüten, dagegen zu verstoßen, weil es so ein OFFENSICHTLICHER Verstoß gegen unsere Demokratie ist.
Wenn aber die Militaristen so OFFENSICHTLICH gegen unsere Demokratie verstoßen,
dann glaubt ihnen doch keiner mehr, dass sie sie schützen wollen.

Antworten Antworten modestus
02.09.2007 10:09
0 0

Re: Besser demokratisch bleiben !

was sie da als militärs und militaristen erträumen ist in österreich nicht vorhanden....die militärs sind ganz gewöhnliche muffige beamte und die militaristen sind musiker bei der deutschmeisterkapelle

Antworten Antworten Gast: Na bravo!
31.08.2007 15:31
0 0

Re: Besser demokratisch bleiben !

Wovon faseln Sie eigentlich, wenn sie offensichtliche Verstöße gegen die Neutralität anprangern?
Nennen Sie auch nur einen Verstoß, bevor Sie weiter posten!
Auch wenn Sie das Wort "offensichtlich" groß und fett schreiben und dann auch noch unterstreichen wird es nicht wahr! Ist ihnen eigentlich bewußt, daß Sie den sogenannten Militaristen Vergehen gegen das Neutralitätsgesetz unterstellen? Wenn Sie also Beweise dafür haben, erstatten Sie Anzeige, ansonsten halten Sie die Klappe!

Gast: alexandra bader
30.08.2007 20:30
0 0

murauer sollte die verfassung lesen

und man sollte den leserInnen auch nicht vorenthalten, dass murauer keinen untersuchungsausschuss zur rolle des heeresnachrichtenamts bei der entführung in österreich lebender muslime durch die CIA wollte und auch keine stärkere parlamentarische kontrolle der dienste.

murauer deklariert sich damit und mit seinen gegenwärtigen aktionen als politiker, der eine fremde macht und deren willen über die souveränität und unantastbarkeit der republik österreich stellt.

somit dient murauer nicht der republik österreich, sondern eher den vereinigten staaten von amerika - ob ihm dies bewusst ist oder nicht. mit dem amtseid ist ein solches verhalten jedenfalls wohl kaum vereinbar, umso mehr, als dass murauer die wahrung der souveränität österreichs mit seinen aussagen untergräbt.

www.ceiberweiber.at
alexdailynotes.blogspot.com

Antworten Ophicus
31.08.2007 06:34
0 0

Re: murauer sollte die verfassung lesen

Mit welchen Aussagen bitte untergräbt er die Souveränität Österreichs?
"Wir sind zwar nicht der 51. Bundesstaat der USA, aber wir sind auch keine Filiale von Moskau."
Seine Handlungen vielleicht eher, aber auch hier ist nicht so ganz klar ob und wie Österreich mit dem CIA zusammengearbeitet hat.
Dass Murauer keinen Untersuchungsausschuss auf das Heeresnachrichtenamt ansetzen wollte ist wohl verständlich. Selbst wenn man keine Leichen im Keller hat (was ich natürlich nicht ausschließen kann) wird man gerade eine doch sensible Institution wie das Nachrichtenamt nicht dem öffentlichen Spektakel eines Ausschusses aussetzen wollen.

Antworten Gast: Gott schütze Österreich
30.08.2007 21:19
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Re: murauer sollte die verfassung lesen

Qualtinger meinte: "Der Quisling? A matte Sache! Schüssel, das nenne ich einen Kollaborteur!"

Vergil
30.08.2007 20:01
0 0

Verteidigungsdoktrin

Bei den von mir angenommenen 70% der Bevölkerung habe ich offensichtlich noch immer zu tief gegriffen. Eigentlich schrecklich !

Gast: gast
30.08.2007 19:58
0 0

Wichtig ist, dass dem Willen von 80 Prozent der Österreicher entsprochen wird

und dass daher Österreich NEUTRAL bleibt. Ein Nato-Beitritt ist NICHT der Wille der Österreichischen Bevölkerung, und jeder, der das trotzdem versucht, handelt zutiefst undemokratisch.

 
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