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Gesundheitsreform: Ärzteprotest gegen Versorgungszentren

03.10.2007 | 18:24 |   (Die Presse)

Gesundheits-Ministerin Andrea Kdolsky weist die Kritik der Zentralisierung zurück.

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Wien (red./APA). „Entschiedenen Widerstand“ der Ärzte gegen die geplanten ambulanten Versorgungszentren (AVZ) hat Ärztekammerpräsident Walter Dorner am Mittwoch angekündigt. Das bedeute „alle möglichen Formen des legalen Protests – von Kundgebungen bis zu befristeten Schließungen von Praxen“, hieß es dazu aus der Ärztekammer.

Diese Versorgungszentren sollen das bestehende Angebot ergänzen. Dort sollen Patienten rund um die Uhr, sprich auch an Wochenenden und Feiertagen, behandelt werden können. Den Spitälern wird ausdrücklich eingeräumt, sie könnten ihre Pflicht zur ambulanten Versorgung über solche Zentren erfüllen. Diese müssen aber vom Ministerium nach einer Bedarfsprüfung genehmigt werden und sie sollen einer Bundesbehörde unterstellt werden. Dorner sieht sieht eine „Zentralisierung der Gesundheitsversorgung nach Muster der DDR“.

Gesundheitsministerin Andreas Kdolsky wies den Vorwurf der Zentralisierung zurück. Vielmehr sollen Leistungen vor allem im ländlichen Raum in den niedergelassenen Bereich verlagert werden, um die Spitalsambulanzen zu entlasten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2007)

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3 Kommentare
Gast: rosi
08.05.2008 14:43
0 0

Katastrophal

Das ganze Ausmaß des geplanten Ärztebashings ist ja in der Öffentlichkeit überhaupt noch nicht bekannt.
Ab 1.1.2009 werden sämtliche Kassenverträge mit niedergelassenen Ärzten aufgelöst, und dann werden nur mehr Einzelverträge mit Billigstbietern (oder ÖVP-Mitgliedern) abgeschlossen.

Für "teure", sprich kranke Patieneten werden Ärzte durch Abschläge bestraft werden, d.h. solche Patienten werden keinen Arzt mehr finden, der sie behandeln will/kann.

Die Ambulanzzentren werden an billigstbietende Wirtschaftsbetriebe verkauft (eh klar, ÖVP), die dann Ärzte zum Dumpingpreis anstellen dürfen - und Patienten natürlich billigstmöglich behandeln, sie dürfen ja Gewinn rausschlagen. Am Beispiel Deutschland wunderbar zu studieren.
Gute Ärzte und gute Medizin gibts dann nur mehr für Privatzahler bzw. Privatversicherte, die sichs leisten können.

Das alles läuft schön geheim unter Auschluß der Öffentlichkeit ab, keine Zeitung schreibt darüber - warum nur?

Revilo
24.10.2007 18:34
0 0

Verstaatlichungstendenz im Gesundheitswesen

Nun ist es also so weit,unter dem Deckmäntelchen der Qualitätsverbesserung werden wir niedergelassene Ärzte durch Ambulanzzentren verdrängt und wir Hausärzte ins Archiv gelegt.Allerdings so schnell geben wir uns nicht geschlagen,alle an einem Strang ziehen.
Unglaublich , daß wir von unserer eigenen politischen Gesinnungsgemeinschaft ÖVP kaputt gemacht werden!
Das ist also die Stärkung des niedergelassenen Hausarztes.

Gast: Dr.Glaser
24.10.2007 18:27
0 0

Staatsmedizin im Anmarsch

Schleichend unter dem Deckmäntelchen der Qualitätsverbesserung kommt die staatlich organisierte Medizin.Freiberufliche Ärzte werden durch Ambulanzzentren ruiniert und die freie Arztwahl ist Geschichte.Wir Ärzte werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren und endlich einmal auch an einem Strang ziehen.Es lebe die staatlich organisierte Planwirtschaft und der Verlust der Individualität im Gesundheitswesen.Unverständlich ist vor allem,daß uns unsere politische Vertretung ÖVP kaputt machen will.

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