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Platter: „Staat darf nicht erpressbar werden“

05.10.2007 | 18:22 |   (Die Presse)

Abschiebungen. Platter warnt, Bartenstein spricht von Gratwanderung, Experten für Reform.

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St.Wolfgang/Wien (mon/red.). Manchmal sind jene Themen die spannendsten, die nicht erwähnt werden: Auf der ÖVP-Klubklausur vermied man in den offiziellen Reden konkrete Hinweise auf die aktuellen Abschiebefälle. Indirekt ging Innenminister Günther Platter aber schon darauf ein: Der Staat dürfe nicht erpressbar werden. Gesetze müssten eingehalten werden. Platter legte ein Bekenntnis zur „aktiven Integration“ ab. „Wir wissen, dass wir Zuwanderung brauchen“, sagte selbst der als Hardliner bekannte ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon.

Die ÖVP wünscht sich den neuen Asylgerichtshof schon ab Mitte 2008. Was aber geschieht mit den hunderten Asylwerbern, die schon jahrelang hier leben? Wirtschaftsminister Martin Bartenstein meinte im „Presse“-Gespräch, im Einzelfall müsse man das humanitäre Bleiberecht anwenden. Dafür hatte Platter kürzlich einen Kriterienkatalog vorgelegt. Bartenstein ist für stärkere Einbindung der Länder. Die Fälle würden aber immer eine „Gratwanderung“ bleiben.


Ermessenspielraum nicht genutzt

Kritik an der Abschiebepraxis kam am Freitag von führenden Juristen: Die jetzt diskutierten Fälle hätten sich auch mit den derzeitigen Gesetzen positiv lösen lassen, erklärten die Rechtsexperten Bernd-Christian Funk und Theo Öhlinger. Der im Gesetz vorgesehenen Ermessensspielraum werde aber momentan nicht ausgenutzt, meint Öhlinger. Die Behörden seien damit überfordert gewesen – und Innenminister Platter „nicht gewillt“, korrigierend einzugreifen.

Funk stuft die aufsehenerregenden Abschiebungen der letzten Zeit als „weitgehend menschenrechtswidrig“ ein. Denn die in der Europäischen Menschenrechtskonvention – sie steht in Österreich im Verfassungsrang – verankerte Achtung vor dem Privat- und Familienleben werde missachtet. Wie Öhlinger beklagt auch Funk, dass der Ermessensspielraum nicht ausgenutzt wurde, um menschenrechtskonforme Lösungen zu finden. Der Jurist plädiert aber überhaupt für eine Revision der Gesetze und der Vollzugspraxis. Der derzeit diskutierte Kriterienkatalog für ein humanitäres Bleiberecht wird skeptisch beäugt.

SONDERSITZUNG

DasThema Abschiebungenbeschäftigt kommende Woche auch den Nationalrat: Am Mittwoch findet im Parlament auf Antrag der Grünen eine Sondersitzung statt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2007)

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160 Kommentare
Gast: gast
08.10.2007 16:57

dass es dem mädchen schlecht geht

kann sie sich selbst bzw. ihrer familie zuschreiben. denn die verantwortung trägt wohl die familie selbst. immerhin haben sie - wie erst jetzt zu erfahren war - mehrmals gegen bestimmungen verstossen. jeder muss damit rechnen, dafür auch verantwortung übernehmen zu müssen, inländer sowie auch ausländer. wir dürfen ausländer nicht besser behandeln als inländer. ich bin der meinung, dass es erstmal den österreichern gut gehen muss, bevor man sich um menschen kümmert, die zuwandern möchten.

Gast: Armer Staat
07.10.2007 17:18

ist leicht erpressbar,

durch USA und EU beispielsweise.

Antworten Gast: heri 13
07.10.2007 23:36

Re: ist leicht erpressbar,

österreich wurde doch sechs jahre von schüssel und co. auch erpresst!

Gast: Niederösterreicher
07.10.2007 17:10

Seid umschlungen, Millionen Asylanten

Wenn schon die Unberechtigten da bleiben dürfen, dann bitte aus dem Grundsatz der Gleichheit alle!

Österreich gehört zum Weltdorf, wo alles gleiche Rechte haben: Wer zu uns kommen will, soll auch da bleiben dürfen, koste es, was es wolle!

Allerdings wäre es Zeit, nachzufragen, wo UNSER ANTEIL an den Bodenschätzen dieser Welt bleibt! Die gehören - im Gegensatz zu den Armen dieser Welt- den Nationalstaaten!

Gast: Zeitgeist
07.10.2007 15:36

Hochkonjunktur für Gutmenschen

Mein Gott sind sie nicht allle so wichtig und herzensgut, die sich jetzt (ungefragt) zum Fall äußern und fleissig demonstrieren.

Es ist doch schon ein Heldenstück, wenn die rot-besoldete Künstlerschaft und Nadelstreifchéguevaras für einen Tag ihre Döblinger Residenzen verlassen um mal wieder so richtig auf Anti-establiment machen zu können. Macht auch heute viel mehr Spaß mit dem Rotfunk im Rücken,als damals alleine Steine auf der Opernballdemo zu schmeissen. Man wähnt sich jedenfalls auf der rechtschaffenen Seite und kann abends wieder zum Völlern in die klassenlose Gesellschaft des Zigarrenclub zurückkehren.

Mir kommt es manchmal wie ein Schildbürgerstreich vor, dass sich die Linkslinken an Angriffen auf den Rechsstaat immer so vergenusszweigeln.

Gast: Nachahmer
07.10.2007 15:05

Zu Risken und Nebenwirkungen fragen sie unsern Sascha

Ja, schwierige Situation. Was aber erst, wenn Böslinge gar unsere Rezi entführen tun? Was dann? Man darf gar nicht dran denken ...

Antworten Gast: GAU
07.10.2007 15:41

Re: Zu Risken und Nebenwirkungen fragen sie unsern Sascha

Schmerz laß nach, dann sind wir wirklich gnadenlos erpreßbar, wenn die drohen: Entweder ihr zahlts, oder wir lassen die Rezi frei, dann dürfte jeder bereit sein, sein letztes Hemd zu opfern, damit dieser Kelch an uns vorübergeht.

Antworten Antworten Livilla
07.10.2007 20:14

Re: Re: Zu Risken und Nebenwirkungen fragen sie unsern Sascha

GAU passt wirklich zu diesem Beitrag!

Gast: Rene Decartes
07.10.2007 13:59

Die katholischen Politiker

Was haben Platter, Pröll, Schüssel, Karner, Missetäter und die übrigen katholischen ÖVP-Berufspolitiker gemeinsam?

Am Sonntag gehen sie in die Kirche.
Am Samstag steht Golfspielen, Radlfahren oder Wandern auf dem Programm.

Und Montag bis Freitag lassen sie so richtig die Sau raus.

Pfui, mir graust vor denen!

Wie kann man nur solche Leute wählen?

Antworten Gast: Crusader
07.10.2007 15:46

Re: Die katholischen Politiker

Sehen sie, als sogenannten Rechten geht`s einem besser. Ich geh`am Sonntag nicht in die Kirche und laß die ganze Woche die Sau raus.
Mir graust vor euch Multikultis nicht, ich find` euch lustig, grad wenn`s alle rotiert`s.
Außerdem RENE DESCARTES (Renatus Cartesius)- ..nur als wahr anerkennen, was sich klar und deutlich erkennen läßt...-
deshalb Abschieben :)

Antworten Gast: Radio Eriwan antwortet
07.10.2007 15:16

Re: Die katholischen Politiker

Das wird sich von alleine lösen. Denn bald schließt sich die SPÖ nach SED-Vorbild mit ihren verlorenen grünen Söhnen zu SEÖ zusammen und der Genosse Wiedenbauer aus Klagenfurt wird Leiter der Wahlbehörde. Noch Fragen?

Gast: Law and Order
07.10.2007 13:34

Fiat iustitia

Na also, jetzt erhält endlich das Recht seine Geltung. Der bekannte Opferanwalt Ed Fagan wird sich des Falles annehmen. Vorher möchte er sich aber unter vier Augen etwas mit seinem Schützling austauschen. Und das ist gut so!

Gast: Weihnachtsüberraschung
07.10.2007 12:33

Warte, warte nur ein Weilchen ...

Der arme Platter ist um den Job nicht zu beneiden, der ihm da zugefallen ist. Was Wolf&Jörgl schubkarrenweise reinholten, soll er jetzt teelöffelweise wieder rausschaffen. Inzwischen eine wahre Herkulesaufgabe. Wenn jetzt am 21. Dezember die Grenzkontrollen wegfallen, könnt's eine Weihnachtüberraschung vom Feinsten geben. Time will tell.

Gast: Aufgeplattelter
07.10.2007 12:22

Mister Minister

Wenn sie zuerst das ganze Drogendealer Pack und das übrige Verbrecher Gesocks
konsequent und rasch abgeschoben haben und es dann noch nicht reicht, dann
dürfen sie auch die restlichen Wirtschaftsflüchtlinge abschieben. Ziehen sie das durch sonst gibts keine Stimme mehr von mir. Got me?

Matthew K Haybeck
07.10.2007 11:28

Etwas Übersehen?

Sehr geehrter Herr Innenminister!
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, der Staat darf nicht erpressbar werden, und die Abschiebung ist nach österreichischem Recht völlig legal und nicht bestreitbar.
Jedoch übersehen Sie eine wesentliche Teilschuld des österreichischen Staats: Jahrelange Wartezeiten auf ein endgültiges Ergebnis für Familien mit der gleichzeitigen Auflage sich noch nicht zu integrieren, Freunde zu schaffen und Werte zu schaffen ist ein Verbrechen. Kinder, die 5 Jahre in österreichische Schulen gehen haben alle Freunde hier und keine Verbindung zu ewaitigen früheren Heimatländern. ...

Antworten Matthew K Haybeck
07.10.2007 11:29

...

Auch dass nahezu alle Asylwerber alle Optionen und Chancen auf die bloße Möglichkeit einer Staatsbürgerschaft ausnützen ist nicht verwerflich, sondern ihr gutes Recht! Allerdings hat die Republik durch jahrelange Ignoranz und Unterbesetzung zuständiger Abteilungen hier Schuld auf sich geladen.
Sich dies einzugestehen, Maßnahmen dagegen zu setzen und gleichzeitig für Betroffene einmalige Kulanz walt

erko07
07.10.2007 09:48

"Rechts"-Staat in Höchstform!

Ein Staat, der sich in anderen Fällen nicht im Geringsten um Recht und Gesetz schert, sogar eindeutig dokumentierte Gestapo-Methoden nicht nur bloß duldet, sondern sogar allseits deckt ... beklagt weinerlich, dass er bedauerlicherweise leider leider gezwungen sei bei der Zerstörung der Zukunft einer 15-jährigen strikt nach Recht und Gesetz vorzugehen. Sogar der Innenminister quetscht medienwirksam ein paar Krokodilstränen.

www.fehlurteil.at

.

Gast: Graf Gudenus
07.10.2007 09:14

Le Monde, Paris 7-8 Oct.2007, S.9, Artikel,

Verhärtung/durcissement ist das Werk/l'oeuvre der früheren [ÖVP-FPÖ] Regierung bei Unterstützung /soutien der SPÖ, damals /alors in der Opposition. Le Monde Zeitung der Links-Intellektuellen

Antworten Gast: Leserschwund
07.10.2007 18:29

Re: Le Monde, Paris 7-8 Oct.2007, S.9, Artikel,

Ah deswegen ist die alle drei Monate pleite. Dagegen ist ja Heute ein Weltblatt.

Gast: Elisabeth Bruna
07.10.2007 08:37

Summum ius....

.....summa iniuria: Das höchste Recht ist das höchste Unrecht. Das wusste schon Cicero (de officiis I, 10, 33). Wenn man vorhandenes Recht auf die Spitze treibt, wird es eben zum Unrecht. Je umfassender der Regelungsapparat eines Staates, desto größer ist die Gefahr, dass die Gerechtigkeitsidee unter die Räder gerät - das Recht verliert seine ursprüngliche Funktion der Wahrung von rechtlich geschützten Handlungsräumen.
Wenn also z.B. mein Nachbar am Existenzminimum lebt und zeitweise nichts zu Essen hat, ich aber (in Kenntnis dieser Tatsache) meine Lebensmittel in die Mülltonne schmeiße, bin ich rechtlich voll gedeckt - schließlich handelt es sich um mein Eigentum.
Es geht um Menschen, Herr Minister und nicht darum, die Muskeln eines "nicht erpressbaren" Staates spielen zu lassen.

vox populi
07.10.2007 07:20

Wo Vernunft Erpressung genannt wird!

Angepasste Familien in Elend stürzen ist der Ausdruck von Menschenverachtender Machthabe.

Auch uns Österreicher ergeht es nicht anders. Wenn Vernunft vor Unsinn greifen soll, wird das "Gesetz" zur Waffe der Dummheit.

Es ist nur eine Ausrede, dient hauptsächlich der Aufrechterhaltung des Machtmonopols ohne Wenn und Aber.

Deswegen steht über keinem Gesetz: lasset Vernunft walten.


Antworten W. Serro
07.10.2007 17:02

Re: Wo Vernunft Erpressung genannt wird!

Mit Ihrer Argumentation, die Vernunft apodiktisch vor das Gesetz zu stellen, stoßen Sie sehr schnell an Grenzen.

Denn Vernunft lässt sich sachlich schwer objektivieren, weil im Hintergrund unterschiedliche Intressen bestehen.

Da ist einmal das Mädchen, das nicht mehr in ihr Land heimkehren will.

Dann die Medien, die dadurch ihre Verkaufzahlen steigen sehen. Beim ORF wäre ich nicht überrascht, wenn auch parteipolitische Interessen eine Rolle spielen. Chef Wrabetz kommt direkt von der SPÖ. Seine Besetzung wurde mit parteipolitischen Engagement motiviert von der SPÖ betrieben.

Weiters die politischen Parteien, die in einer solchen Aktion politisches Kleingeld sehen. Wobei es mich gerade bei der SPÖ wundert, denn sie hat ja per se das Hauptruder der Republik in der Hand und hat das eben erst reformierte Asyl-Gesetz mitgestaltet und mitbeschlossen.

Last but not least, auch noch die Gesetzesvertreter (Minister), der das von SPÖ und ÖVP beschlossene Gesetz umsetzen muss.

Antworten Hans Lody
07.10.2007 09:45

Re: Wo Vernunft Erpressung genannt wird!

Also wenn Sie diesen Zirkus Vernuft nennen,will ich gar nicht wissen was für sie unvernunftig ist.Meinen Sie mit bestens integriert dass die Mutter nicht deutsch spricht,der Sohn sich als Schläger versucht dann war da noch was mit Ladendiebstahl.Ach ja der Vater sammelt Verkehrsdelikte.Und die Arigona? Die versucht sich als Bin Laden Verschnitt(haben ihr aber andere dazu geraten) Na und ein Land regieren-Gesetze umsetzen macht man mit Vernunft und Verstand.Wa das Herz anfängt hört das Hirn auf.Ihre Denkweise pass zu einem Anarchisten.

Antworten Antworten modestus
07.10.2007 10:13

Re: Re: Wo Vernunft Erpressung genannt wird!

@h.lodry
anarchist???...nein das ist vox populi nicht...denn anarchismus ist eine, zwar unbrauchbare, aber intelligente ideologie...vox populi ist eher ein nutzloskummerl....und kein intelligenter bakuninjünger

Antworten modestus
07.10.2007 09:44

Re: Wo Vernunft Erpressung genannt wird!

also, man kann die für und wider diskutieren. ihre darstellung lässt diskusion gar nicht zu, dafür gewährt sie einen einblick in ihr simples gemüt

ralshob
07.10.2007 07:02

Aber, aber aaron...........

war wohl noch etwas frueh heute fuer ein posting. wenn wir politiker mit solchen aktionen zum ruecktritt bringen koennten, waere ihre motivation sich fuer die bevoelkerung und das land besser einzusetzen staerker ausgepraegt. so wie qualtinger weiter unten frage ich mich auch zeitweise als auslandsoesterreicher was in letzter zeit so los ist in der alten heimat. ich bin heilfroh, dass diese bloedheiten vom rest der welt "nicht einmal ignoriert" werden. wenn dieses beispiel mit selbstmorddrohung bei nichterreichung eines zieles schule macht, koennen sich die behoerden auf etwas gefasst machen. muesig beispiele anzufuehren. fuer mich persoenlich sind diese foren immer wieder ein hort der heiterkeit, aber generell sind sie peinlich fuer das bild oesterreichs im ausland.
und, kein politiker wird jemals wegen so einer aktion zuruecktreten, schon gar nicht in oe. zu viel gekrochen, zu oft gelogen und zu viel speichel geleckt.

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