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EU-Vertrag: Gusenbauer gegen Volksabstimmung

08.11.2007 | 12:01 |   (DiePresse.com)

Kanzler Gusenbauer und Ministerin Plassnik verteidigen im Nationalrat die Lissabonner Beschlüssen. Plassnik sieht es als ihre Aufgabe, Fakten und Gefühl besser in Einklang zu bringen".

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SP-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und VP-Außenministerin Ursula Plassnik haben am Donnerstag im Nationalrat den EU-Reformvertrag verteidigt, der die gescheiterte EU-Verfassung ersetzt. Gusenbauer sieht in dem teils schwammigen und extrem kompliziert formulierten Vertrag das "Herzstücke des Verfassungsvertrages" erhalten.

Die EU-Kritiker forderte Gusenbauer auf, Alternativen zu nennen. Die EU garantiere Frieden, Stabilität und Sicherheit in einem nie da gewesenen Ausmaß, so Gusenbauer: "Diese Erfolge kann man natürlich versuchen unter den Tisch zu kehren, wenn es einem nicht um die Anliegen der Menschen geht." Es gebe zwar eine "berechtigte Skepsis" vieler Österreicher gegen politische Inhalte in Europa, sagte Gusenbauer, aber: "Die richtige Antwort ist nicht herzugehen und gegen Europa zu polemisieren, sondern eine bessere Politik zu machen."

Reformvertrag: Keine Volksabstimmung

Eine Volksabstimmung über den Reformvertrag lehnt Gusenbauer ab. Er verwies am Donnerstag darauf, dass schon die (an Volksabstimmungen in Frankreich und in den Niederlanden gescheiterte) EU-Verfassung im Parlament mit 182 von 183 Stimmen ratifiziert worden war. Dies sei ein Auftrag für die Regierung gewesen, möglichst viele Inhalte der Verfassung in den Reformvertrag zu übernehmen, was auch geschehen sei. "Ich bin überzeugt, dass der Reformvertrag von Lissabon dazu führen wird, dass die EU besser funktionieren wird", versicherte der Kanzler.

Plassnik: Fakten und Gefühl in Einklang bringen

Plassnik lobte den Wegfall der Vetomöglichkeit der einzelnen Mitgliedsländer in der europäischen Innen- und Justizpolitik sowie die Einführung eines europäischen "Außenministers", auch wenn er nicht so heißen wird.  Sie betonte, dass die Ratifizierung des EU-Reformvertrages in Österreich durch das Parlament erfolgen werde. Aber auch damit habe durch das Parlament "das Volk das letzte Wort", meinte die Außenministerin. Außerdem bleibe der österreichische Vorschlag einer gesamteuropäischen Volksabstimmung "am Tisch".

Mit Blick auf die EU-kritische Stimmung der Österreicher meinte Plassnik, "unsere Aufgabe wird es sein, Fakten und Gefühl besser in Einklang zu bringen". Skepsis gebe es auch gegen die Erweiterung der Schengen-Zone, räumte Plassnik ein. Auch hier habe es jedoch eine verantwortungsvolle und präzise Vorarbeit gegeben. Man habe strikt darauf geachtet, dass die neuen Schengen-Länder alle Voraussetzungen einhalten und gemeinsame Sicherheitskonzepte für die Grenzgebiete erarbeitet, die unter anderem eine stärkere Polizeizusammenarbeit bringen. (APA/Red.)

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24 Kommentare
Gast: www.rettet-österreich.at
30.12.2007 21:38

www.rettet-österreich.at

Warum verwechseln so viele Kommentatoren hier wirtschaftlichen Aufschwung mit Demokratie? Wir haben doch außerdem die "Ostgeschäfte" in erster Linie der "Ostöffnung", also dem Fall des Eisernen Vorhangs zu verdanken! - schon vergessen? Dass der Beitritt der neuen Mitgliedstaaten zur EU dies ursächlich "bewirkt" habe ist also nur halbrichtig. Seien wir ehrlich - österreichische Unternehemen sind v.a. deshalb so erfolgreich in Osteuropa, weil sie eben schon vor dem EU-Beitritt dieser Staaten dort waren. Im Übrigen hätte bei der angesprochenen Argumentation - rein wirtschaflich gesehen - auch der EWR-Beitritt dieser Länder genügt, um besagte Effekte zu ermöglichen.

Zu Gusenbauer: Den Reformvertrag und die zugehörigen Erklärungen zu zitieren und auf ihre Wirkung (Gesamtänderung unserer Verfassung) hinzuweisen ist - im Gegensatz zum "Zukunft Europa"-PR-Schmäh - dringend notwendig! Regierung/Medien wollen anscheinend nicht umfassend informieren.
Infos unter:

www.rettet-österreich.at

Ausländer
10.11.2007 23:07

Ich hoffe, ein anderer EU-Staat macht das.

.

Gast: konrad
08.11.2007 13:53

volksabstimmung

ich unterstütze absolut hr, gusenbauer und frau plasnik. ohne eu hätten wir keine ostgeschäfte , keinen aufschwung nd 1 million arbeitslose. der dünnschiss europas, der sich vor allen in wien und teilen ostosterreichs manifestiert lässt sich hirnlos von den popülistischen medien, die man alle unter "völkischer beobachter f.ostosterreich" zusammenfassen könnte an der nase herumführen. KRONE, KURIER, ÖSTERREICH.DER KAMPF UM DIE AUFLAGE NIMMT IMMER SKURILLERE FORMEN AN. VOM GEDANKEN EINES VEREINTEN EUROPAS HABEN DIES GEISTIGEN SCHREBERGÄRTNER KEINE AHNUNG.

Antworten Gast: Mirjam
14.12.2007 12:20

Re: volksabstimmung

..sagt wahrscheinlich einer, selbst aus dem Osten oder? nur Leute von dort können so reden, deren Länder von uns gepempert und mit Millionen versorgt werden. dass diese Ostländer uns alle noch mit in den Abgrund ziehen, schert die einen Dreck! was konnten wir für den Eisernen Vorhang und dass dort alles abgewirtschaftet und Kaptialismus verachtet wurde?! aber es ist immer der "böse" Westen schuld, wer denn sonst, nicht wahr...?!

Antworten Gast: Wertegemeinschaft
09.11.2007 09:24

Re: volksabstimmung

Ja, viele haben schon vergessen, was für ein Jammertal unser Ösistan vor dem Beitritt zur EUdSSR war. Viele hungerten, die meisten hatten keine Schuhe, selbst die Zuwanderer machten einen weiten Bogen um diese Armutsinsel. In der U 6 gab es keine Nahversorgung und der Karlsplatz war verödet. Viele fanden ihr Auto am Morgen an der gleichen Stelle, wo sie es am Abend geparkt hatten. Nicht einmal Sanktionen konnten wir uns leisten! Diese schrecklichen Zeiten dürfen nie wiederkehren! Danke Wolfi! Danke Vrantz!

Antworten Antworten Gast: Kodiac
09.11.2007 12:20

Komische Argumentation...

...Österreich ist einer DER hauptprofiteure der EU und EU-Osterweiterung, offenbar würden Sie gerne Vollbeschäftigung und boomende Wirtschaft, gegen Rezession dafür klassisch österreichisch Mir san mir Menthalität tauschen. Ich will das nicht...
Aber recht so, den Wohlstand, den die EU bringt zwar genießen, aber kräftig dagegen wettern, auch das ist wohl typisch österreichisch....

Antworten Antworten Antworten Gast: Mirjam
14.12.2007 12:17

Re: Komische Argumentation...

ach ja weil Sie die Weisheit gepachtet haben. haben Sie eine Ahnung, wieviele Arbeitslose und wie hoch die Armut hier geworden ist?!?! offenbar gehören Sie zu den "Gestopften", sonst würden Sie nicht so einen Blödsinn schwafeln! Wir haben hier ein Recht auf mehr Demokratie und Mitbestimmung!! und wenn Gusenbauer meint, alle lKritiker als "Polemiker" darstellen zu müssen, dann möchte ich ihm sagen, dass ich seine Äusserungen seit längster Zeit als Polemik sondergleichen empfinde! Er ist einer der unfähigsten Leute, die jemals an diesem Sessel geklebt haben. Er sollte mitsamt der ganzen Regierung zurück treten, aber nicht mal dazu ist er fähig, nämlich zu gar nichts!

Antworten Antworten Antworten luis
10.11.2007 18:34

Re: Komische Argumentation...

Sie sind wohl bei Schüssel in die Schule gegangen!? Der grösste Politversager(weil Lügner) glaubt ja auch die Allwissenheit zu besitzen. Zeigen sie mir doch den Wohlstand eines kleinen Arbeiters oder Angestellten der Aufgrund der EU zustande gekommen sein soll. Oder sind vielleicht unsere Pensionisten die grossen Gewinner? Nein, danke!
Dieser Wohlstand wird uns eventuell sogar noch den heimatlichen Frieden kosten. Aber, ich möchte ihnen nicht zu nahe treten. Ihre Meinung sei ihnen unbenommen.

Antworten lurch
08.11.2007 17:03

Re: volksabstimmung

"ohne eu hätten wir keine ostgeschäfte , keinen aufschwung nd 1 million arbeitslose."

Wie kommen Sie denn auf solche Gedanken?
Die Schweiz ist auch nicht in der EU und so "schlecht" wie der Schweiz sollte es mal Österreich gehen!

Außerdem, wenn Sie so für den EU-Vertrag sind, wissen Sie überhaupt was drin steht?

Antworten Antworten Gast: Kodiac
09.11.2007 12:05

Die Schweiz ist ein Sonderfall...

...und damit nicht vergleichbar. Oder hätte Österreich etwa auch über sein bestens vernetztes internationales Finanzsystem Druck auf die EU ausübern können, um Sondervereinbarungen auszuhandeln. Die die Schweiz praktisch auf EU-Mitgliedsstatus heben, ohne ein offizielles EU-Mitglied zu sein. Wohl eher nicht. Dennoch öffnet die Schweiz ab 21 Dezember ihre Grenzen nach dem Schengener Abkommen.
Darüber hinaus klagen nicht gerade wenig Schweizer über die negativen wiurtschaftlichen Folgen, weil sie nicht bei der EU sind.

Antworten Ratio
08.11.2007 16:59

Re: volksabstimmung

Sie sind ein Zuwanderer, der nun die Österreicher belehren will?

Antworten lurch
08.11.2007 14:58

Re: volksabstimmung

"ohne eu hätten wir keine ostgeschäfte , keinen aufschwung nd 1 million arbeitslose. "

Wie kommen Sie auf das? Die Schweiz ist auch nicht bei der EU. Mir würde es schon genügen wenn es uns so "schlecht" geht wie den Schweizern.

Außerdem, wenn Sie sich schon so patzig für den EU-Vertrag machen, kennen Sie ihn inhaltlich?

Gast: österreicher
08.11.2007 13:15

laßt euch nicht auf den kopf kacken!

sollte es zu keiner volksabstimmung kommen (welche aufgrund der tiefen eingriffe in die österreichische verfassung durch den "reformvertrag" zwingend notwendig ist), ist ziviler ungehorsam angesagt! wenn das volk in der politik nicht mitbestimmen darf, dann darf die politik auch nicht mehr übers volk entscheiden!

Antworten Gast: Mirjam
14.12.2007 12:25

http://x09.eu/de/?c=at

habt ihr schon unterzeichnet? wenn nicht, bitte macht das, jede Stimme zählt!

Antworten Ratio
08.11.2007 17:00

Re: laßt euch nicht auf den kopf kacken!

3x unterstrichen!

Gast: Franz
08.11.2007 13:13

Was soll die Aufregung?

Wollen wir wirklich ein Volk mit über 3Mio Kronenzeitunglesern und damit erwiesenermaßen unterdurchschnittlicher Bildung über die EU abstimmen lassen? Was ist so schlecht an diesem Vertrag? Jede Entscheidung ohne Mitwirken der österreichischen Politiker ist zu begrüßen. Stellen wir uns einfach einmal vor dass unsere kleingeistigen Oberschluchtenscheisser Gusi, Moltowilli, HC und der Hoajc Westi Europapolitik machen, was für ein Horrorszenario!

Antworten Gast: Mirjam
14.12.2007 12:26

Re: Was soll die Aufregung?

...wer hier eine unterdurchschnittliche Bildung aufweist, ist schon eher ersichtlich...meine Güte, müssen wir viele "Gestopfte" in unserem Land haben...

Ratio
08.11.2007 12:50

Ich verstehe Gusenbauer und Plassnik.

Wenn die Österreicher schon so dämlich waren, sie zu wählen, was richten die dann erst bei einer Volksabstimmung an!

Antworten Gast: Gast
08.11.2007 17:24

Wenn ich so wie Sie

irgendwelche F-ler gewählt hätte, würde ich mir erst recht dämlich vorkommen.

troootzi
08.11.2007 12:49

Verwirklichung der Frundrechte

Kurzinformation zum Thema „ Grundrechte, Menschenrechte, Verwirklichung“

Bei den Diskussionen über „Grundrechte, Menschenrechte, Verwirklichung“ sollte darauf geachtet werden, dass die Republik Österreich bisher die Entscheidungen des UN Menschenrechstausschusses nicht anerkennt. Dieser entscheidet, dass dem erfolgreichen Beschwerdeführer ein wirksames Rechtsmittel zu gewähren und an ihn eine angemessene Entschädigung zu leisten ist.
Näheres kann den websites http://so-for-humanity.com2000.at und www.efcr.at entnommen werden.

Dr. Wolfgang Lederbauer 1010 Wien, Dominikanerbastei 6 Tel 0664 112 99 75

Gast: tc_t
08.11.2007 12:47

klar will er das nicht...

vor lauter angst, es ginge (berechtigterweise) in die hosen... er bleibt eben das was er ist.... ein amtsgeiler dampfplauderer

lauchenauermartin
08.11.2007 11:56

Die EU-Verfassung!!!

Der sogenannte "neue" Reformvertrag ist zu 99% identisch mit der alten, bachab geschickten EU-Verfassung...
Nachzulesen im Buch von EU-Parlamentarier Jens-Peter Bonde.
56 seitiges, leicht verständliches, englisches Buch auf www.bonde.com unter "Constitution".
Was neu ist im Reformvertrag ist der Name, die Form und der "verschlüsselte" Text, den nur Spezialisten verstehen können. Alles WURDE IN GEHEIMVERHANDLUNGEN ausbedungen. Den Anstoss dazu machte die Kanzlerin Angela Merkel mit der Erklärung von Berlin. (Irgendwie muss ich da an so ein deutsch, deutsches Lied denken.... Sorry!!!! :( Die nationalen Parlamente und das EU-Parlament hatten keine Einsicht in die Texte. - Und jetzt soll dann alles nur von den Parlamenten abgesegnet werden (Ausnahme: Irland). Begründung der Regierungen: Es handelt sich um einen normalen Vertrag.... Schämt euch ihr Lügner! Die ihr das Volk absichtlich in die Irre führt! Hoffentlich werden die nächsten Wahlen euch dorthin bringen wo ihr hingehört!!!!!! :(

Antworten Ophicus
08.11.2007 13:12

Re: Die EU-Verfassung!!!

So lange die Wähler jedes Mal auf den gleichen "wir können nichts dafür - es ist die EU schuld" Spruch reinfallen werden unsere Politiker in Ruhe so weiter machen wie bisher.
Ich bin ein großer Beführworter der Europäischen Union und hätte gerne auch eine europäische Verfassung - aber bitte nicht so!

Gast: The Observer
08.11.2007 10:27

Die Meinung der Bürger ist nicht gefragt

Die Frage ist, von wem wird der Ratspräsident gewählt werden? Ich finde es interessant dass der Präsident der EU Kommission Barroso (jetzt den portugisieschen Sozialdemokraten zugehörig) einer der Anführer der Moaististischen Untergrundbewegung in Portugal war, welche 1974 zwar unblutig aber mit Waffengewalt den Umsturz in Portugal herbeigeführt hat. Deshalb muss man sich wohl wenig Hoffnung auf Mitbestimmung der Bürger machen.

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