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Kulturpolitik: Wirbel um Spenden für Verhütungsmuseum

17.12.2007 | 18:23 |   (Die Presse)

Das Unterrichts-Ministerium gibt Okay für eine Steuerbegünstigung – Vorbehalte im Finanzressort.

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Wien (hes/ett). Diese Entscheidung sorgt für einigen Zündstoff: Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, das im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk beheimatet ist, ist in die Liste jener Einrichtungen aufgenommen worden, an die nun Spenden steuerlich absetzbar sind. Den Sanktus dafür hat das Museum im November von Unterrichts- und Kunstministerium Claudia Schmieds (SPÖ) erhalten.

Im Unterrichtsressort wollte man am Montag auf Anfrage der „Presse“ diese Entscheidung freilich nicht als inhaltliches Statement verstanden wissen. Seitens des Kunst- und Unterrichtsressorts erfolge nämlich keinerlei inhaltliche Prüfung, man kontrolliere in diesem Zusammenhang nur die formalen Kriterien. Hier habe Icom, der internationale Rat für Museen, einen Kriterienkatalog erlassen, den es zu erfüllen gelte, bevor man sich überhaupt zu Recht als Museum bezeichnen dürfe. Denn das sei in Österreich nicht per Gesetz definiert. Das Ministerium sehe sich dann nur im Detail an, ob etwa die Öffnungszeiten pro Woche den Vorgaben entsprechen oder Ähnliches.

Kürzlich haben wieder 15 bis 20 neue Museen diesen ministeriellen Sanktus erhalten, erklärt der Sprecher von Ministerin Claudia Schmied, Nikolaus Pelinka. Sobald ein Museum alle formellen Voraussetzungen erfüllt, habe es laut Einkommenssteuergesetz die Möglichkeit einer Steuervergünstigung von Spenden.


„Nicht nachvollziehbar“

Den Hinweis, dass bisher nur einige wenige Museen in Österreich das Privileg hatten, wie etwa die Sammlung Essl in Klosterneuburg, lässt man im Unterrichtsministerium nicht gelten. Es stehe jedem frei, sich darum zu bewerben. Die Liste der Erfordernisse – einerseits von Icom, andererseits vom Ministerium – sei für alle gleich. Jene, denen es in diesem Durchgang nicht gelungen sei, den Segen des Ministeriums zu erhalten, seien teils gebeten worden, Unterlagen nachzureichen. Im Finanzministerium von Wilhelm Molterer (ÖVP) hat man trotzdem wenig Verständnis für die Entscheidung des Unterrichtsressorts.

Der „Presse“ wird erklärt, das Einkommenssteuergesetz sehe die Steuerbegünstigung für Spenden an Museen von gesamtösterreichischer Bedeutung vor. Auf welcher Basis aber vom Kunstressort dem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch die Spendenabzugsfähigkeit bescheinigt worden sei, ist für das Finanzressort „nicht nachvollziehbar“. Man werde sich daher „bei Spenden an diese Institution die Anerkennung der Abzugsfähigkeit vorbehalten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2007)

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6 Kommentare
Gast: Monika Haas, Jugend für das Leben
18.12.2007 12:00
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Skandal: Spenden für Propaganda-Museum absetzbar, jene für Frauen in Not nicht..

Ich finde es schockierend, dass neuerdings ein Wiener Museum denselben Spenden-Absatz-Status eines Bundesmuseums erhalten hat.

Dieses sogenannte Museum, das vom Abtreibungsarzt Dr. Christian Fiala betrieben wird, dient natürlich auch der Werbung für seine Klinik am Westbanhof. Insofern ist es eigentlich ein Propagandamuseum.

Genau so gut könnte Humanic ein "Schuh-Museum" eröffnen und Spenden dafür absetzen...

Dass ein solches "Museum" eines noch dazu so umstrittenen Abtreibunsgarztes (kürzlicher Skandal um seine Mitarbeiter, die freiwillige Frauenberater vor der Klinik demütigen und sexuell missbrauchen) mit Steuer-Absetzbarkeit werben kann, ist ein echter Skandal! noch dazu, da Spenden an Hilsorganisationen für Schwangere in Not nicht abgesetzt werden können!

Monika Lebschik
Jugend für das Leben

Antworten Gast: keksi
20.12.2007 22:35
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hä? Werbung für Abtreibung?

Wenn wir uns darüber einig sind, daß Werbung Bedarf schaffen will (Beispiel Schuh-Museum), wie darf man sich das dann bei einem Abtreibungsmuseum vorstellen, Frau Haas? Hören wir jetzt lustvoll mit der Verhütung auf, damit wir auch einmal....? Oder wie haben Sie sich das gedacht?

Es ist halt ein Jammer, wenn Ideologie das logische Denkvermögen außer Betrieb setzt!

Antworten Gast: pk
20.12.2007 21:35
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Re: Skandal: Spenden für Propaganda-Museum absetzbar, jene für Frauen in Not nicht..

liebe frau haas, sie haben ganz recht, natürlich sollte man für frauen in not den schwangerschaftsabbruch kostenlos durchführen. Ich bin gerne bereit dafür zu spenden.

Ratio
18.12.2007 11:12
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Spendet

die gebrauchten Präservative an das Museum (da kommen schon jede Menge Artefakte zusammen) und kauft die neuen Steuerbegünstigt ein. Da ist dann sogar ein Hauch künstlerischer Aktionismus auch noch dabei.

Gast: Überlebender
17.12.2007 22:31
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Mords-Ausstellung

Dalai Lama sagte beim Waldzell Treffen heuer, dass unsere Gesellschaft deswegen zu Grunde gehen wird, weil immer weniger Leute bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und daher folgerichtig immer mehr Leute Verantwortung ablehnen - für Gedanken, Worte und Werke. Lehnt man die Verantwortung für die Folgen sexuellen Handelns ab, ist Abtreibung die logische Folge!

Daher kontrollieren die Dienerin der Gesellschaft (für die nicht-Lateiner: Minister ist der DIENER!!) und ihre Sklaven (=Beamten) nur formale Kriterien, da sie sich auf einen Inhalt (=Werte) nicht einlassen wollen.

Aber sehen wir es positiv: So kann man der Bildungsmisere natürlich auch Herr werden: Treibt die Kinder ab, und wir sparen uns Gesamtschule, PISA und Co. und damit auch die Kritik daran. Es ist ein Beitrag zur Volksbildung, das möglichst akribisch darzustellen - und damit es schneller und besser geht, die Darstellung noch steuerlich zu fördern!

Danke, Claudia!


Gast: Oberkochem
17.12.2007 19:42
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Na sowas!

Na Sowas! Wird das Museum denn nicht von der Mischpoch und der geistigen (Wahl)Verwandtschaft eines gewissen Herrn Morgenthau errichtet und betrieben? Da kann in diesem Museum genau ersehen werden, dass es auch ganz human und (fast) ohne Zwangsmaßnahmen möglich ist zu verschwinden zu bringen was man eben zum Verschwinden bringen mag. Einige Zeitungsschmierfinke und sonstiges Mediengesock bewirken doch weit mehr als viele popelige Uniformierte.