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Gedenkjahr: Grüne zahlen Gedenkdienst für Frauen

20.12.2007 | 18:25 |  (Die Presse)

Eva Glawischnig fordert Aufhebung aller NS-Urteile.

wien (oli). Seit 1992 gibt es den Gedenkdienst an Holocaust-Gedenkstätten oder in Heimen für Überlebende im Ausland. Im Rahmen ihres Zivildienstes absolvieren junge Männer diesen einjährigen Gedenkdienst, der Staat unterstützt das mit 10.000 Euro pro Person. Für Frauen ist das freilich nicht vorgesehen. Daher haben sich die Grünen nun dazu entschlossen, alljährlich einer Frau die Absolvierung des Gedenkdienstes zu ermöglichen.

Erste Nutznießerin ist die Kärntnerin Simone Schuller (23), die ihren Gedenkdienst am Leo-Baeck-Institut in New York absolvieren wird. „Wir haben bei allen Parteien darum angesucht, die Grünen haben am raschesten reagiert“, sagt Florian Wenninger vom Verein Gedenkdienst.

Dies ist nur eine Aktion der Grünen für das Gedenkjahr 2008. Eva Glawischnig kündigte gestern mehrere Initiativen zur Aufarbeitung der Vergangenheit an. So sollten 70 Jahre nach dem „Anschluss“ endgültig alle Urteile der NS-Gerichte getilgt werden. Damit auch Deserteure und Homosexuelle rehabilitiert werden könnten. Vom allzu pompösen Gedenkprojekt „A Letter to the Stars“ distanzierte sich Glawischnig: Es fehle die professionelle psychologische Betreuung für die 240 Holocaust-Überlebenden, die zu dieser Veranstaltung nach Wien kommen sollen. Vor allem die Stadt Wien als Groß-Sponsor sei hier säumig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2007)


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