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Kinder: ÖVP für mehr Beratung vor der Abtreibung

04.01.2008 | 18:16 |   (Die Presse)

ÖVP-Justizsprecher Donnerbauer will Gesetzesänderung diskutieren.

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Wien (aich). Der Schutz von ungeborenem Leben sei eines seiner zentralen Ziele, erklärte am Freitag ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer. Zwar wolle er an der geltenden Fristenlösung – Abtreibungen sind in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft straffrei – nicht rütteln. Man solle aber über eine verpflichtende umfassendere Beratung vor der Abtreibung „diskutieren“, meinte Donnerbauer.

Momentan sieht das Gesetz nur eine schlichte ärztliche Beratung vor dem Schwangerschaftsabbruch vor. Die ÖVP hat aber bereits in ihrem im Oktober präsentierten Perspektivenpapier ein flächendeckendes Angebot von lebensbejahender Schwangerschaftsberatung gefordert. Kritik an der ÖVP kam Freitag von SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer. „Wir werden nicht akzeptieren, dass Frauen gezwungen werden, zusätzliche Beratungen aufzusuchen, die sie in eine bestimmte Richtung drängen wollen“, so Stadlbauer.

Ein klares Nein kam vom ÖVP-Justizsprecher erneut zu einer standesamtlichen Zeremonie vor der Eintragung von Homo-Partnerschaften. SPÖ-Justizministerin Maria Berger hatte erklärt, auf dem feierlichen Akt beharren zu wollen. „Ich habe überhaupt kein Verständnis für so eine Aussage“, sagte Donnerbauer in Richtung der Ministerin. Es gebe schließlich keine Notwendigkeit für eine Zeremonie.


Scharfe Kritik an Berger

Auch abgesehen vom aktuellen Streit um den Homo-Pakt schoss sich Donnerbauer auf Berger ein: Diese habe die Justizpolitik „zu stark ideologisiert“. Ohne Einschreiten der ÖVP „hätten wir heute offene Gefängnistüren“, so Donnerbauer. Der ÖVP-Justizsprecher plädierte auch für eine Evaluierung des Strafenkatalogs: Donnerbauer stört, dass Gewaltdelikte oft weniger stark bestraft werden als Vermögensdelikte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2008)

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9 Kommentare
Gast: BALDUR
07.01.2008 12:33
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Behinderte?

Das wahrlich "Interessante" an der geltenden Rechtslage bezüglich Abtreibung ist meines Erachtens die Tatsache, dass ein Kind bis zur Geburt straffrei abgetrieben werden darf, wenn die Gefahr einer schweren Behinderung gegeben ist.
Daraus schließlich ich, dass für den Gesetzgeber nicht jedes Leben gleichwertig ist.

Antworten Gast: t
07.01.2008 14:50
0 0

Re: Behinderte?

Haben Sie ein behindertes Kind?

Antworten Antworten Gast: BALDUR
07.01.2008 17:05
0 0

Re: Re: Behinderte?

Nein, ich habe kein behindertes Kind.
Aus Ihrer Fragestellung lese ich aber heraus, dass jemand, der selbst kein behindertes Kind hat, offenbar nicht über die Zulässigkeit der Abtreibung bei Behinderten befinden sollte. Oder interpretiere ich Sie hier falsch?
Jedenfalls ändert dies auch nichts daran, dass für den Gesetzgeber definitiv nicht jedes Leben gleichwertig ist. Die Frage, ob diese Ungleichbehandlung zulässig ist, ist dann eine andere.

Gast: mike
06.01.2008 10:22
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Nachdem die Arterhaltung

bisher nur mit Heteros funktioniert hat, dürfte doch ein kleiner Unterschied bestehen ..

Gast: Crusader
05.01.2008 14:41
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Donnerbauer


genauso reaktionär wie wirkungslos


Antworten Gast: Kiotari
09.01.2008 09:58
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Re: Donnerbauer

Seine Aussagen zeigen doch Wirkung. Er steht doch in der Zeitung, oder?

Gast: a
04.01.2008 19:25
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Zeremonie

Es gibt auch bei Heteros keinerlei Notwendigkeit für eine Zeremonie am Standesamt - aber schön ist es halt. Ein sehr kurzer feierlicher Akt - wenn stört das bitte, wenn Homosexuelle das auch gerne machen möchten und sich so an den "schönsten" Tag im Leben erinnern können.
Das ist doch sehr kleingeistig, das zu verbieten. Die die es gerne machen, haben eine Freude und die anderen stört es ja nicht, weil sie ja nicht dabei sind.

Antworten Gast: Christian
07.01.2008 10:38
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Re: Zeremonie Toleranz nicht übertreiben:

Vielleicht kommt noch der "weibliche" Teil mit dem weißen Brautschleier und den Jungfernkranz als Zeichen der "Unschuld" zur Zeremonie?


Antworten Antworten Gast: t
07.01.2008 14:48
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Re: Re: Zeremonie Toleranz nicht übertreiben:

das findet doch ohnedies nur bei kirchlichen feiern statt.

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