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Neonazismus-Vorwurf: Straches Reichskriegsflagge

24.01.2008 | 18:18 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Ewald Stadler belastet den FPÖ-Chef, der „Österreich“ klagte. Der „Kühnen-Gruß“ im Gerichtssaal – Gottfried Küssel und Franz Radl sagten als Zeugen aus.

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Wien. Gottfried Küssel ist um zehn Minuten zu früh da. Und so muss der Ex-VAPO-Führer vor dem Verhandlungssaal 204 widerwillig ein zehnminütiges Blitzlichtgewitter erdulden. Interview-Anfragen wehrt er ab. Er spricht erst im Gerichtssaal. Nein, es habe nie irgendeine Beziehung zwischen ihm und Heinz-Christian Strache gegeben, sagt er vor Richterin Alexandra Mathes am Landesgericht aus. Er kenne den FPÖ-Chef persönlich gar nicht. Und er schließe es mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus“, dass Strache einst an Wehrsportübungen der VAPO teilgenommen habe.

Es ist der zweite Prozesstag im Verfahren Heinz-Christian Strache gegen „Österreich“. Die Tageszeitung hatte Strache Nähe zum Neonazismus unterstellt. Strache bestreitet die Verdächtigungen – Mitgliedschaft bei der VAPO, Aktivitäten bei Gerd Honsiks Nationaler Front, das Posieren vor „Nazi-Denkmälern“ – und klagte.

Eine wichtige Rolle spielt jenes Foto, das Strache mit drei ausgestreckten Fingern zeigt. Die Richterin will klären, ob dies der „Kühnen-Gruß“, benannt nach einem deutschen Neonazi-Führer, hervorgegangen aus dem „Widerstandsgruß“ der rechten Szene gegen die versöhnliche Ost-Politik Willy Brandts, sei. Als Sachverständigen hat Mathes den Historiker Gerhard Botz geladen.


„Lockere Form des Grußes“

Und dieser argumentiert recht vorsichtig: Es sei nicht auszuschließen, dass es sich bei Straches Handhabung um eine „veralltäglichte, lockere Form“ des Kühnen-Grußes handle. Er gebe jedenfalls zu bedenken, dass der Mann auf dem Foto neben Strache die linke Hand zur Faust reckt, das hier also sehr wohl von „politischen Grüßen“ gesprochen werden könne. Franz Radl, ehemals rechtsextremer Aktivist und ebenfalls als Zeuge zugegen, kann auf dem Foto keinen Kühnen-Gruß erkennen: Denn dazu müsste der rechte Arm ausgestreckt sein, bei Strache ist er allerdings abgewinkelt. Ein Bezug von Strache zu Küssel, die er beide gut kenne, sei auch ihm, Radl, nicht bekannt.

Ewald Stadler, der frühere FPÖ-Volksanwalt, weiß mit dem Drei-Finger-Gruß ebenfalls wenig anzufangen. Allerdings machte Stadler auf ein anderes Detail aufmerksam: die Krawatte, die Strache bei dem Burschenschafter-Treffen trägt, von dem das Foto stammt. Diese ziere nämlich die deutsche Reichskriegsflagge, so Stadler. „Und die ist ideologisch eindeutig konnotiert.“

Auch jener Kärntner Landwirt, auf dessen Grundstück Strache und seine Kameraden ihre „Paintball-Spiele“ alias Wehrsportübungen veranstaltet haben, wird befragt: Nein, Strache kenne er nicht. Wer in seinem Wald unterwegs sei, könne er nicht kontrollieren. Die Viking-Jugend habe bei ihm aber ihre Lager aufgeschlagen, ja das stimme. „Wenn sie den Dreck wieder wegräumen, habe ich ihnen gesagt, habe ich kein Problem damit.“ Deren politischer Hintergrund sei ihm unbekannt gewesen. Nach mehrmaliger Nachfrage gibt er zu, dass NDP-Chef Norbert Burger „einmal in den 80ern“ bei ihm in Zweikirchen gewesen sei.

Die Verhandlung wird am 1. April fortgesetzt. Dann wird Andreas Mölzer als Zeuge vernommen. Auch Andreas T., neben Strache auf den alten Fotos zu sehen, heute NPD-Ideologe in Deutschland, wird noch einmal geladen. Er ist gestern nicht erschienen.

SCHWARZ-WEISS-ROT

Die Reichskriegsflagge war die Fahne der Streitkräfte des kaiserlichen Deutschen Reichs. Sie blieb mit leichter Modifizierung auch in der Weimarer Republik in Verwendung. Auch die Wehrmacht NS-Deutschlands zog mit der „Reichskriegsflagge“ in den Zweiten Weltkrieg.

Heutzutage wird die schwarz-weiß-rote Fahne (meist mit schwarzem Kreuz in der Mitte) bevorzugt bei Neonazi-Aufmärschen mitgetragen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2008)

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55 Kommentare
 
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Gast: Jack
27.01.2008 21:56
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Neue Interpretation des 3-Finger-Grußes:

Nach der Lektüre von Fleischhackers Kommentar hätte der Gruß auch bedeuten können:"Ja, ich kann bis drei zählen,was sollen diese Unterstellungen (Depp)?"
Oder : "mir Deitschn san trei.. " , oder "Tres faciunt collegium" (beim Saufen),oder "drei Parteien braucht eine gute Regierung, denkt auch an die FPÖ"oder ....

Antworten Gast: Anfrage an Radio Eriwan
28.01.2008 14:53
0 0

Re: Neue Interpretation des 3-Finger-Grußes:

Ja gut, das mit dem Drei-Finger-Gruß wär jetzt geklärt. Der Zwei-Finger-Gruß heißt bekanntlich Victory oder Vreundschaft. Aber was bedeutet der Ein-Finger-Gruß, den die Passanten immer dem Gusel darbieten, wenn er in seiner Moskwitsch-Dienst-Limousine vorbeifährt?

hw
27.01.2008 04:39
0 0

dummheit

man kennt sich ja nicht mehr wirklich aus, denn, gehen diese dinge von den eigenen reihen aus, um in die schlagzeilen zu kommen, oder hat der politische gegner nicht mehr drauf um immer wieder mit dem thema kontrahenden fest zu nageln?
beides grenzt an fantasielose dummheit.

Gast: gottergebener(arabisch moslem)
25.01.2008 21:49
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für dumm verkaufen?

also, mich kann der ned für dumm verkaufen, vonwegen das er kein faschist is, und das er "nur" 3 bier bestellt hat...

Antworten Gast: Crusader
26.01.2008 08:51
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Re: für dumm verkaufen?

Nein eigentlich hat er gesagt die drei Islamisten gehören sofort abgeschoben...

Antworten Antworten Gast: Historiker
26.01.2008 13:47
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Re: Re: für dumm verkaufen?

Nein, eigentlich hat er crusaders IQ angezeigt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Crusader
26.01.2008 16:14
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Re: Re: Re: für dumm verkaufen?

Tut leid, pöses pöses HC hätten dann zeigen müssen nur zwei Finger weil Crusader gaaanz dummer pöser, pöser rechter Crusader
Crusader jetzt ganz traurig sein weil soooooo pöse beleidigt.
:=)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gottergebener(arabisch moslem)
26.01.2008 17:58
0 0

Re:

du bist ja unglaublich "lustig"...

Gast: mike
25.01.2008 19:01
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o Gawd,

sonst haben die "Strachejäger" nichts vorzuweisen ?
Die "Presse" macht sich lächerlich, wenn sie solchen Kindereien Raum gibt.
Und die stramm "politisch Korrekten" haben aus der Ära Haider offensichtlich nichts gelernt.
Anscheinend eine Frage des IQ.

citoyen
25.01.2008 16:00
0 0

Abregen, bitte!

Durch das ständige aufgeregte Aufzeigen von neuen "Nazi Skandalen" tritt m.E. nur eine Abstumpfung ein. Bei näherer Betrachtung stellt sich nämlich meist heraus, daß nichts dran ist. Irgendwann werden die Menschen dann gar nicht mehr zuhören. Soll doch Strache drei Bier bestellen, soll er doch eine besondere Krawatte tragen - stört das wirklich jemand? Ist die Republik in Gefahr? Mehr Gelassenheit wäre an der Tagesordnung. Österreich ist eine, trotz aller Fehler, die diese Koalitinsregierung hat, gefestige Demokratie und hält das locker aus.

Gast: Berthold bricht
25.01.2008 13:32
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Lachen oder speiben???

Eine Satire, eine Groteske ist das. Was wird da an Zeit verplempert für eine "wissenschaftliche" Aufklärung über die korrekte Ausführung von angeblichen Nazigrüßen - Winkel, Neigung, Streckung, linker - rechter Arm....???
Freilich, dieser Prozess ist wesentlich wichtiger als die schnellere Abwicklung von Asylverfahren oder das Setzen wirksamer Maßnahmen bei Sexualstraftaten und Gewaltdelikten.
....Ach ja, liebe Zeitung "Österreich" und ehrenwerte Justiz, bevor ich's vergesse - kürzlich zeigte ich jemand mit ausgestrecktem rechten Arm wie groß meine große Tochter ist und dann wie groß die kleine ist. Nur den Winkel weiß ich nicht (hatte kein Geodreieck). Und dann bestellte ich im Beisl mit ausgestreckter Rechter drei Bier (in der linken hielt ich das leere Glas), damit mich der Ober auch sieht, bei den vielen Leuten. Wertes "Österreich", werte Justiz. Bin ich schuldig? Soll ich zum 3 Bier bestellen besser auf den Tisch klettern und beide Arme und einen Fuß heben?


Antworten Johnny
25.01.2008 15:18
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Re: Lachen oder speiben???

3 Bier aufeinmal in der Kneipe bestellen. Jedes Bier saufst auf EX aus.
Bertl Sie sind ja schon ein extremer Alkoholiker der ist ja schon auf der schiefen Bahn gelandet.

Gast: pravda
25.01.2008 13:06
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Na und?

Eine "Nähe zum Neonazismus" ist nicht strafbar. "Ideologisch konnotiert" ist auch nicht strafbar. Sogar eine NS-Gesinnung ist nicht strafbar. Alle angeführten "Tatbestände" sind nicht strafbar. Ohne Öffentlichkeit sind sogar Hitlergruß, das Singen verbotener Lieder, das Tragen verbotener Abzeichen, das Leugnen des Holocaust, die Verherrlichung des NS-Regimes etc. auch nicht strafbar.

Es ist ja schon richtig lächerlich, wenn vor Gericht so staatsgefährdende Tatbestände wie der Winkel des Armes und die genaue Haltung und Anzahl der Finger untersucht werden.

Antworten Ratio
25.01.2008 16:09
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Re: Na und?

Wegen einem derartigen Unsinn hat sich der Legende nach die Schweiz selbstständig gemacht, da die Bürger nicht mehr Gesslers Hut grüßen wollten.
Nichts kann so belanglos sein - wenn es in Richtung Rechts ausgelegt werden kann, dann werden Apparate bemüht und niemand, absolut niemand steht auf und sagt: "Schluß endlich, mit der Dummheit, da spielen wir nicht mehr mit. Lasst den Menschen die Meinungsfreiheit und hört auf, Flöhe zu suchen wo keine sind". Alle kuschen und treten auch noch hin, wohl wissend, dass es im Prinzip unsäglich ist.

Re: Re: Na und?

... und treiben der FPÖ die Wähler wieder in Scharen zu!

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Besonders drastische Sanktionen gegen das Fellnerblatt auf Grund der primitven Leserschaft "Österreichs" zu erwarten!

Angesichts der Tatsache, dass die Leserschaft von Käseblättern sehr primitiv im Verständnis sind (vom Gericht wurde dies natürlich höflich und blumig umschrieben), musste "Täglich Alles" als es nur die Frage in den Raum stellte die in etwa lautete "Klestil, ist es AIDS?" etwa € 75.000,- zahlen.

Beim Gegenständlichen Verfahren sieht es für das Käseblatt "Österreich" viel schlechter aus als im Fall Klestil gegen "Täglich Alles". Österreich hat gegenüber einem Abgeordneten viel schwerwiegendere Vergehen begangen und Strache sogar schwerste Straftaten, die in Österreich mit Haft bis zu 20 Jahren geahndet werden, unterstellt.

Unter dem Begriff Nazigruß wird allgemein das Heben der rechten Hand zum Hitlergruß plus eine verbale Äusserung verstanden und BEIDES ist nicht zu erkennen. Das Bestellen von Bier, oder eine christliche Handhaltung mit drei Fingern in einer bestimmten Stellung, wie man sie oft bei Darstellungen Jesus Christus findet, als Nazigruß zu deuten ist unzulässig.

Re: Besonders drastische Sanktionen gegen das Fellnerblatt auf Grund der primitven Leserschaft

Der eigentliche Skandal ist aber, daß sich so ein Kasblattl auch noch "Österreich" nennen darf! Schon alleine darin drückt sich aus, wie weit es mit der Selbstachtung des politischen Establishment dieses Landes her ist!

Antworten Antworten Jelson
27.01.2008 00:28
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Re: Re: Besonders drastische Sanktionen gegen das Fellnerblatt auf Grund der primitven Leserschaft

Dies ist korrekt nur traurig macht mich das der Hans Böck nicht die Klage gegen "Österreich" gewonnen hat sondern verloren hat. Aber ich hoffe wenn das Posting von User "MS Deutschland" stimmt dann gehört die Zeitung "Österreich" endgültig der Vergangenheit an.

lurch
25.01.2008 11:14
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andere Ansicht

Kommt halt alles auf die Ansicht an.
Da wird Strache "überführt" wie er im Wald Wehrsportübungen oder sonst was treibt und noch dazu im Wirtshaus drei Finger in die Höhe streckt.
Und das alles wurde von einer Zeitung aufgedeckt, die Strache was am Zeug flicken will.
Entweder sind die Recherchen dieser Zeitung nichts wert. Oder es gibt wirklich nicht mehr negatives über Strache zu erzählen, was wieder für ihn sprechen würde.

Gast: Beobachter
25.01.2008 09:30
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Schwarz-Weiss-Rot

Schwarzer Adler auf Weiss-Doppel-Rotem Hintergrund. Diese Farben kenn ich doch von wo?

Antworten Ratio
25.01.2008 16:12
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Re: Schwarz-Weiss-Rot

Pfadfinder.

Gast: Graf Gudenus
25.01.2008 08:53
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Gesicht,

schaut ein Germane SO aus?

Antworten Gast: Anthropologe
26.01.2008 12:01
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Re: Gesicht,

Gerade Sie als Antinazi sollten wissen, daß man Volks- und Rassenzugehörigkeit nicht gleichsetzen darf. Ich kenne etliche nordisch aussehende Italiener und viele
westisch, ostisch, dinarisch und sonstwie nichtnordisch aussehende Deutsche (in Deutschland und Österreich und anderswo). Das deutsche Volk ist im Mittelalter aus einer Vermischung von Germanen mit Kelten und Slawen entstanden und hat sich im Laufe der Geschichte durch Menschen aus unterschiedlichen Ethnien ergänzt. Daher ist es kein Widerspruch, wenn sich ein "ungermanisch" aussehender Deutscher deutschnational betätigt.

Antworten Gast: N:N
25.01.2008 13:27
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Re: Gesicht,

Ähem. Ja
Ich hab bei den Deutschnationalen nie verstanden warum sie beim Wort "Germane" immer gleich einen Steifen kriegen

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Re: Re: Gesicht,

Gibt¿s ein Steifen-Bier?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Antworten Antworten Jelson
27.01.2008 00:29
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Re: Re: Re: Gesicht,

Das war wohl ironisch gemeint!

 
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