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Gesundheit: SPÖ-Probleme mit Linie

25.01.2008 | 18:47 |  CLAUDIA DANNHAUSER (Die Presse)

Kassendefizit. Das SPÖ-Präsidium beschäftigt sich mit einer angedrohten Plakatkampagne der Ärztekammer gegen den Kanzler. Der denkt nun über neue Gesundheits-Steuern nach.

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Wien. Im Bundeskanzleramt ist Feuer am Dach. Die Ärztekammer bereitet eine Kampagne vor, die Alfred Gusenbauer ins Visier nimmt. Im Februar sollen in allen Ordinationen Plakate hängen, die den SPÖ-Chef angreifen, obwohl er sich im letzen Wahlkampf selbst noch als Sozialfighter gegen eine Zwei-Klassen-Medizin affichieren ließ. Die Sorge um das soziale Image ist in der Kanzlerpartei offenbar so groß, dass man _ bisher erfolglos - versuchte, die Ärzte von ihrem Vorhaben abzubringen. Nun führt das SPÖ-Präsidium die Causa sogar als eigenen Tagesordnungspunkt bei der nächsten Sitzung an.

Auslöser des Ganzen ist ein Weihnachtsinterview des Kanzlers für die APA. Darin hatte er gemeint, die Bundesregierung drücke den kranken Krankenkassen sicher keinen Scheck in die Hand, ohne dass es strukturelle Reformen gebe. Von Teilen der ÖVP gab's Applaus. Die eigene Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser und vor allem die Gewerkschaft waren weniger erfreut.

Die SPÖ, allen voran der Kanzler, rudern nun zurück. Dem Wiener Gratisblatt "Heute", zu dem die SPÖ einen guten Draht hat, verriet Gusenbauer Freitag seinen "Geheimplan". Demnach ist er in guten Gesprächen", die am Ende zur Entschuldung der Krankenkassen führen sollen. Freitagmittag wurde der Kanzler bei einer Enquete zum Thema Wohlfahrtsstaat deutlicher: "Die Logik der bisherigen Finanzierung des Gesundheitssystems durch lohnabhängige Beiträge ist an ihr Ende gekommen - ein Weiterdrehen an dieser Schraube ist nicht mehr möglich. Jede Art von steuerlicher Ko-Finanzierung des Sicherungssystems ist besser als eine noch stärkere Finanzierung über lohnabhängige Beiträge."

Ist das eine Abkehr von der Selbstverwaltung der Sozialversicherungen, wie es (kleine) Teile der ÖVP wollen oder die Erfindung einer Gesundheitssteuer? Auf Nachfrage heißt es im Kanzleramt: "Wir sind weit davon entfernt, dass es ein präzises Konzept gibt. Es muss über das Gesundheitssystem aber in aller Offenheit und ohne Tabus diskutiert werden", sagt Kanzler-Sprecher Stefan Pöttler. Nachsatz: "Ohne permanente Ausdehnung der Beiträge."

Bis Ende Jänner muss der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ein Sanierungskonzept für die defizitären Krankenkassen abliefern _ schriftlich. Zusammen mit anderen, von unterschiedlichen Experten erstellten Bewertungen will Gusenbauer die Vorschläge dann bei einem Treffen, spätestens Mitte Februar, erörtern. SPÖ-Gesundheitssprecherin Oberhauser unterstützte ihren Parteichef am Freitag insofern, als sie zur Versachlichung der Debatte aufrief und seine Sozialkompetenz unterstrich. Sie verwehrt sich gegen die Ansicht des Wiener Ärztekammer-Vizepräsidenten Johannes Steinhart, der im "Presse"-Interview die vielen Teilzeitjobs für das steigende Defizit der Kassen trotz guter Konjunktur verantwortlich machte. Vor 2007 habe es tatsächlich viele prekäre Arbeitsverhältnisse gegeben, so Oberhauser. Seit Gusenbauer Kanzler ist, seien von 60.000 neuen Arbeitsplätzen drei Viertel Vollzeitjobs.

SPÖ-Klausur zur Steuerreform

Nicht nur in der Gesundheitsdebatte, offensichtlich auch in Sachen Steuerreform ist die SPÖ noch auf Linien-Suche. Die will man aber eher im geheimen finden. Für Samstag, den 2. Februar, ist im Bundeskanzleramt eine Klausur der roten Ministerratsfraktion angesagt.

GESUNDHEITSREFORM

Die SPÖ machte die Zwei-Klassen-Medizin 2006 zum Wahlkampfthema. Damals war die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage auf 5000 € (derzeit 3930 €) Wunsch der SPÖ und nicht eine höhere Steuerfinanzierung. [Clemens Fabry]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2008)

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18 Kommentare
NeroRosso
29.01.2008 16:44
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Gusi und die Höchstbeitragsgrundlage

Herr Gusenbauer zu Herrn Fleischhacker in einer Pressestunde vor ca. 1-2 Jahren auf die Frage Erhöhung der Beitragsgrundlage:
"Ja dafür bin ich, soll auf 5000€ angehoben werden"
F: "Warum nicht höher?"
G:"Das bringt dann nicht mehr viel"
F:"Was verdienen Sie jetzt?"
G:"ca.10000 €"
Das sich daraus ergebende kurze Zwiegespräch verlief dann im Sand. Offensichtlich sind beide davon unangenehm berührt....

Was schließen wir daraus? Das Hemd ist auch dem Politiker und Journalisten näher als der Rock!

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Typisch Sozialisten!

Neue Abgabenbelastungen statt Effizienz und Einsparungen!
Hauptsache der Moloch WGKK (mit all seinen roten Mitarbeitern) wird weiter mit Geldmitteln vollgestopft!
Das ist Arbeitsplatzerhaltung und soziale Wärme!

Gast: timeo
27.01.2008 14:55
0 0

Gesundheitsfinanzierung

Dabei gibt es eine ganz einfache Lösung: Einführung eines Selbstbehaltes.
Das funktioniert bei den sog. kleinen Kassen: Beamtenkrankenkasse, Bauernkrankenkasse, Gewerblichenkrankenkasse.
Die alle führen Überschüsse, und die Pensionen bei den Bauern sind sicher nicht die höchsten.

Re: Gesundheitsfinanzierung Selbstbehalt ist die einzig mögliche Lösung!

Weder die Anbieter (Ärzte) noch die Konsumenten (Patienten) des Gesundheitsystems kennen die Kosten, die sie verursachen und die ein Dritter (Krankenkassen) zahlen muß! Die beiden Ersteren interessiert im Gegenteil nur, das Beste und Teuerste zu nehmen, denn sie zahlen es ja nicht selber direkt.

Daher ist die einzige Lösung, die Ärzte zu zwingen mit ihren Patienten über den Preis zu feilschen und dabei genau Nutzen und Kosten abzuwiegen.

Antworten Antworten Lillith
28.01.2008 12:18
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Re: Re: Gesundheitsfinanzierung Selbstbehalt ist die einzig mögliche Lösung!

Das sehe ich ebenfalls genau so. in meiner aktiven zeit als Ärztin versuchte ich wiederholt, allerdings vergeblich, entsprechende Gespräche mit den Patienten zu führen. Allerdngs: es bestand keinerlei Interesse und ich bekam als Antwort:...."das ist mir egal, ich bezahle genug"....

Re: Re: Re: Gesundheitsfinanzierung Selbstbehalt ist die einzig mögliche Lösung!

Genau so ist es! Ich hörte auch gar nicht selten: Für meinen Körper ist nur das Teuerste gut genug, ich bezahle ja die Krankenkasse!

Antworten Antworten Antworten Antworten Lillith
28.01.2008 17:13
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Re: Re: Re: Re: Gesundheitsfinanzierung Selbstbehalt ist die einzig mögliche Lösung!

und was haben wir daraus gelernt? nicht darüber reden, ist verlorene Zeit und Zeit ist geld.ich höre schon den Aufschrei!!!!!!!!

Gast: AEIOU
27.01.2008 14:21
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Der Herr BUHKA denkt. Ganz ungewöhnlich.

Was dabei wohl wieder herauskommen wird. Eine neue "Umverteilungssteuer". Einer der "Starschreiber" der Kronenzeitung meint, trotz aller Streitereien geht doch etwas weiter. In welchem Land das wohl sein mag. Es werden die teilweise hanebüchenen Gesetze der Steigbügelkoalition ( der Steigbügel war die FPÖ) wiederrufen. Neue ungelenke folgen aus der Bassenakoalition. Also was da weitergeht, wird das Geheimnis vom Herrn Kindermann bleiben. Die Vermögenssteuer, eine bei den Nehmern gerne gehörte Beschaffungssteuer hat sich in seinem Hirnderl eingenistet? Na, nicht doch. Oder doch. Weil keiner dort wohnt, der zurückredet. Wie wär¿s einmal mit einer echten Reform, Herr BUHKA? Aber nicht die der Köckschen Art. Einer tiefgreifenden, die einmal die Tatsache berücksichtigt, daß die teuerste, jawohl, die teuerste Krankenversorgung die über die Niedergelassenen ist. Denn nach dem Hin- und Her mit den Überweisungen ist wieder die ultima ratio das Krankenhaus. Mit den "ausufernden" Aufenthalten.

Re: Der Herr BUHKA denkt. Ganz ungewöhnlich.

Das höchste Einsparungspotential ( so gut um die 25%!) im Gesundheitswesen würde in einer Fehlervermeidung auf allen Ebenen zu finden sein! Der allererste Schritt dazu muß in einem optimalen Qualitätsmanagement der medizinischen Leistungen und ihrer Ergebnissen gesetzt werden. Und dazu muß die Verschuldensfrage ganz in den Hintergrund gestellt werden und darf nur bei ausgesprochen grober Fahrlässigkeit schlagend werden, sonst wird viel zu viel vertuscht!

Heute ist es so, daß ein Arzt, der einem Patienten einen Behandlungsfehler eingesteht, Gefahr läuft, daß ihm seine Haftpflichtversicherung den Schutz entzieht!!

amancio
26.01.2008 17:28
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Sozialversicherung

Komisch - wenn man vom Abgang der Krankenkassen redet, zieht man nur die Ärzte zu Rat. Anscheinend ist noch niemand auf die Idee gekommen, den Zahler zu Fragen. Bei ca 5 Millionen Beitragszahlern muss doch irgendwo ein heller Kopf sein.

Antworten Gast: AEIOU
27.01.2008 14:24
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Re: Sozialversicherung

Die Schreiben der von Ihnen als helle Köpfe apostrophierten Versicherten an die Politruks landen samt und sonders in der Rundablage oder werden in einer Forma beantwortet, daß eine Pennäler ein Fleck wegen Themenverfehlung drohen würde. Rabulismus nennt man das .Tatsachenverdrehung und Verscheißerung der Versicherten. Der Zahler. Nicht der Nehmer.

Antworten Jelson
27.01.2008 00:21
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Re: Sozialversicherung

Das Problem an der Sache ist bei 5 Mio. Beitragszahlern gibt es verschiedene Meinungen.
Wie soll man bei 5 Mio. Beitragszahlung auf EINE Meinung kommen?
Mich täte interessieren wie die WGKK es schafft sich über Wasser zu halten ohne in die Insolvenz zu schlittern?
Denn da SPÖ+ÖVP streiten ist es gut möglich das man nur mehr zankt. Es passieren Ober und Untergriffe und auf einmal ist die WGKK in Insolvenz.
Wie oft noch an die Große Koalition nicht so viel streiten sonst sind bald außer der WGKK 4 andere GKK`s pleite das wollen wir doch nicht.

Antworten Antworten Gast: AEIOU
27.01.2008 14:26
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Re: Re: Sozialversicherung

Mit Darlehen, Umbuchungen und Umlagen.Und natürlich Vorgriffen. Auf die Einnahmen. Die ja jetzt, so sagt der FIMI sprudeln. Na, abwarten, wann das Brackwasser kommt.

Antworten Antworten Antworten Jelson
27.01.2008 21:29
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Re: Re: Re: Sozialversicherung

Naja die Bonität bei der GKK`s wäre ja interessant!
Garantiert ist die Bonität der GKK`s im Keller.

Gast: plebs potus
26.01.2008 13:32
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am Besten auf alles schlagen, was ungesund macht

anstatt die feudale zwei-Klassen Mentalität der ÖVP auch im Gesundheitssystem einzuführen. Sozial ist nämlich was anderes.

Antworten Gast: AEIOU
27.01.2008 14:28
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Re: am Besten auf alles schlagen, was ungesund macht

Scheinbar ist Ihnen entfallen, daß die Packlerkoalition der Vergangenheit immer mit dem Händewaschertrick gearbeitet hat. Die Proletenfürsorger durften die Brösel verteilen. Auf Pump natürlich. Und die Schwarzen haben sie Wampen vollgeschlagen.

Antworten Gast: Diplomat
26.01.2008 19:16
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Re: Am Besten auf alles schlagen, was ungesund macht

Sie leben ja am Mars!
Denn in Österreich gibt es SCHON die 2-Klassen-Medizin bestes Beispiel das im Neubau befindeliche LKH Klagenfurt. Da bekommen Patienten ohne Privat bzw. Zusatzsicherung Leitungswasser zu trinken da Mineralwasser zu teuer ist. Man sieht es wird LEIDER an der falsche Ecke gespart.
Aber wie Otto Normalverbraucher weiß ist die Gesundheit das oberste menschliche Gut das man durch nichts beeinflussen kann. Da helfen die ganzen Millionen und Milliarden nichts. Gesundheit ist NICHT käuflich das sollten doch die Politiker wissen u.a Kdolsky Andrea Dr.

Antworten Antworten Gast: AEIOU
27.01.2008 14:34
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Re: Re: Am Besten auf alles schlagen, was ungesund macht

Wieder so ein heller Kopf. Wenn das Leitungswasser, was ich gerade in Kärnten für gesichert erachtet habe, wie man sich täuschen kann, in Ordnung ist, dann ist es gesünder als das gefilterte durch die Plastiktüten bereits kontaminiertes Geschlapper. Und wer sich Mineralwasser kaufen möchte. Der kann sich das auch als Mindestrentner leisten. Pro Liter maximal 25 Cent. Liter. Damit nicht wieder ein Gscheiterl aufheulen muß. Mir wäre meine Gesundheit mehr wert, als um den nebbichen Beitrag in die GKK-Kasse geleistet werden kann. Das ist eine Form der Zweiklassenmedizin. Von den Roten erfunden. Möglichst alle sollen die Pulver-Safterl-Gratismedizin verkosten dürfen. Die von denen, die sie nicht beanspruchen bezahlt werden. Dazu zählen auch die privatversicherten Zwangsbeglückten.

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