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Ringen um Homo-Partnerschaft: Molterer bremst

05.06.2008 | 18:21 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

ÖVP-Chef bat laut Justizministerium um längere Begutachtungsfrist. Auch Privatpersonen reichen Stellungnahmen zum Gesetz ein.

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Wien. Eigentlich sollte das Begutachtungsverfahren zum Lebenspartnerschaftsgesetz – vulgo Homo-Pakt – bereits am heutigen Freitag enden. Doch die Frist wurde auf den 16. Juni verlängert. Hintergrund sei ein „ein ausdrücklicher Wunsch des Vizekanzlers“, hieß es aus dem Kabinett von Justizministerin Maria Berger zur „Presse“. Im Büro von Vizekanzler und ÖVP-Chef Wilhelm Molterer erklärte man, die Verlängerung der Frist sei der „Wunsch mehrerer Ressorts“ gewesen. Schließlich handle es sich um eine gänzlich neue Gesetzesmaterie. Daher seien acht Wochen Begutachtungsfrist angebracht.

Tatsächlich sind die bisher eingelangten Stellungnahmen eher spärlich. Auffällig ist aber, dass auch Privatpersonen ihre Meinung schriftlich einreichten. „Es ist mir ein Anliegen, Ihnen meine entschiedene Ablehnung zum Gesetzesvorschlag für Eingetragene Partnerschaften mitzuteilen“, formulierte etwa eine Vorstandsassistentin in der Bauindustrie ihren Protest. Ihr Appell: „Vertrauen Sie weiterhin auf den Erfolg und die Nachhaltigkeit von biblisch-christlichen Werten.“

Es komme zwar eher selten vor, dass Privatpersonen sich zu Gesetzen im Begutachtungsverfahren äußern, erklärt Günther Schefbeck, Leiter der Abteilung für parlamentarische Dokumentation, Archiv und Statistik. Doch „es steht jedem frei, Stellungnahmen abzugeben“, so Schefbeck im Gespräch mit der „Presse“. Äußerungen von Privatpersonen werden ebenso wie Stellungnahmen von Interessenvertretungen auf der Parlaments-Homepage veröffentlicht. Im Justizministerium versichert man jedenfalls, auch private Stellungnahmen zum Entwurf ernst zu nehmen.


Vorarlberg gegen Standesamt

Die eingereichten Meinungen zum Gesetz variieren freilich stark: So beklagen Homosexuellen-Organisationen, dass der Entwurf zu wenig weitgehend ist: Eine „Perpetuierung der sexuellen Apartheid“ fürchten etwa die „austrian gay professionals“, weil für Homosexuelle nicht die Ehe geöffnet wird, sondern nur ein an die Ehe angelehntes Partnerschaftsmodell vorgeschlagen wird. Das Amt der Vorarlberger Landesregierung beklagt hingegen, dass der Entwurf zu eheähnlich ausgefallen ist. Das westlichste Bundesland spricht sich auch klar dagegen aus, dass der Pakt am Standesamt besiegelt werden soll.


Altkatholiken begrüßen Entwurf

Die Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche meint, dass der verfassungsrechtliche Gleichheitssatz gegen eine Ähnlichstellung von Ehe und „Lebenspartnerschaft“ spricht. Denn die auf Familiengründung gerichtete Ehe sei etwas anderes. Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“. Anders die Reaktion der Altkatholischen Kirche: Sie begrüßt den Entwurf. „Verantwortlich gelebte und auf Dauer angelegte homosexuelle Partnerschaften“ seien „sittlich wertvoll“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2008)

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19 Kommentare
citoyen
08.06.2008 21:32
0 0

Molterer ist kein Parteichef

Der Drang der ÖVP, angeführt vom offensichtlich zu weit links positionierten Kronprinz Pröll (er sollte mehr von seinem Onkel lernen; der weiß, daß man nicht gegen die eigenen Leute Politik machen kann) in Richtung Homo-Ehe mag zwar bei Linken, Grünen, Gutmenschen und dem ORF gut ankommen, bei der koservativen Stammklientel aber unter Garantie nicht.

Der fromme Willi hat die Partei nicht im Griff, weil er zwar ein fleißiger Arbeiter, aber kein Parteichef und schon gar kein charismatischer Führer ist. Wenn er sich nicht gegen den (überschätzten) Pröll durchsetzt, kann er sich bald nach OÖ zurückziehen.

Kreuzhans
06.06.2008 14:09
0 0

Homo nd Lesben

Diese Leute könnnen ihre Partnerschaft vor dem Gericht beschließen. Damit pasta. Unter die Verheirateten passen sie ja nicht.

Antworten Gast: GayPrideAustria
06.06.2008 16:24
0 0

Re: Homo und Lesben

Sind Lesben nicht auch Homosexuelle - oder bringen Sie das Wort SCHWULE nicht über Ihre (Hetero?-)Finger ?
PASTA ist Ihnen doch auch gelungen?
Nun aber BASTA! Wär' schade um die an Sie vergeudete Zeit - bei all den Vergnügungen, die unsereins doch hat!

Antworten Antworten modestus
07.06.2008 17:33
0 0

Re: Re: Homo und Lesben

sie haben den scherz nicht begriffen????
PASTA...sind NUDELn!!!!

Steininger
06.06.2008 14:07
0 0

zur Keuschheit gerufen sind???

Ich glaube die K. Kirche hat da was mißverstanden. Ich bin Atheist zum Beispiel und die Rufe und Hinweise der Bischöfe können sich diese wohinstecken wo die Sonne nicht scheint!

Antworten Gast: Zeitgeist
16.06.2008 16:55
0 0

Re: zur Keuschheit gerufen sind???

Das gleich gilt - für mich - auch für altklugen Wortmüll von Atheisten betreffend die heiligen apostolischen Kirche.

Wenn¿s eh nicht daran glauben, dann halten¿s doch den Mund.

harbard
06.06.2008 09:48
0 0

Ringen um Homo-Partnerschaft:

...noch ein gewissenskonflikt für den vizekanzler!

Silvester
06.06.2008 07:45
0 0

Eigentlich wollte ich auch aus der Kirche austreten,

aber gerade der Standpunkt der kath. Kirche zur Homo-Ehe und zum Feministmus ist es was davon abhält es zu tun!

Prolet
06.06.2008 06:23
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Ich lasse mich trotzdem nicht zu homobeziehungen überreden!

Warum auch, ist meine holde doch witzig genung - gewitzt traue ich mich nicht schreiben.

Gast: MOD
05.06.2008 20:48
0 0

Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.

einmal kräftig lachen, aus der Kirche austreten und GLÜCKLICH werden!

Antworten Gast: Gast
23.09.2008 15:26
0 0

Re: Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.

Und glücklich werden? Ich kenne nur unglückliche Homos, auch wenn sie ihre Neigung noch so sehr ausleben. Also bitte nur einen vorweisen, der auf längere Zeit glücklich war.

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Re: es reicht wirklich

wie recht sie haben!!!

die kirche schafft es doch immer wieder, eins draufzusetzen

Antworten Antworten Peregrin
06.06.2008 17:47
0 0

Re: Re: es reicht wirklich

Was heisst "draufsetzen"? Das ist doch gueltige Lehre seit jeher.

0 0

„Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“


Austritt aus der kath. Kirche - zuständige Behörde:

die BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT (in Städten mit eigenem Statut: der Magistrat, in Wien: das Magistratische Bezirksamt)

erforderliche Unterlagen:

1. amtlicher LICHTBILDAUSWEIS
2. NACHWEIS DER MITGLIEDSCHAFT in der Glaubensgemeinschaft z.B.:

* Taufschein
* Trauschein, Firm- oder Konfirmationsbestätigung etc.
* sonstige Bestätigung über die Mitgliedschaft
* Zahlungsnachweis
* Zahlungsaufforderung

für den Austritt fallen KEINE GEBÜHREN an.

Quelle: http://www.help.gv.at/Content.Node/82/Seite.820003.html (Homepage der Bundesregierung)


Antworten Ophicus
06.06.2008 09:27
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Re: „Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“

Und auswandern auch gleich, damit man nicht durch die Staatsbürgerschaft mit dieser Regierung in Zusammenhang gebracht wird. Oder reicht es wenn die Vorarlberger auswandern? Immerhin war das Amt der Landesregierung da kirchenfreundlicher als der Bund.

So oder so - Gute Reise wünsche ich.

Antworten Gast: gast
06.06.2008 07:05
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Re: „Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“

die römisch (!) katholische Kirche ist arrogant, menschenverachtend und nur mehr lächerlich!

Antworten Gast: Patria
05.06.2008 20:52
0 0

Re: „Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“

Dummheit kennt keine Grenzen..!

Antworten Gast: Son of Mykonos
05.06.2008 20:31
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Re: „Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“

Sehr gute Antwort !

Antworten Antworten jowmosc
06.06.2008 11:22
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Re: „Die Bischofskonferenz weist überdies daraufhin, dass homosexuelle Menschen „zur Keuschheit gerufen sind“.“

Eine sehr weise Übereinkunft,jedoch geeigneter wäre den betroffenen assistenz zu ihrer keuschheit,in ihrer not anzubieten.sie auf den rechten pfad zu bringen,im sinne und mit praktischen anweisungen für den geist,den körper sowie den lebensweg,die institution zu nennen,sich formen zu lassen zu einem kind gottes um ins reine mit sich und der gesellschaft zu kommen und auf dem neuen lebensweg sich selbst und einen partner zu finden,der diesem genugtuung verschafft ihren körper und geist schätzt und liebe gewährt.