Dem Vernehmen nach soll Platter alle personellen Freiheiten für die Bildung der VP-Landesregierungsriege haben. Damit wird es auch neue Köpfe geben. Van Staa bleibt Landesparteichef und wird für den Posten des Landtagspräsidenten kandidieren. Der bisherige Landtagspräsident Helmut Mader tritt in den Ruhestand.
Wer Platter als Innenminister folgen soll, ist noch unklar. Er selbst sprach sich jedenfalls dagegen aus, dass "irgendein Newcomer" auf den Posten des Innenministers gesetzt wird. Sein Nachfolger müsse Erfahrung in die Politik einbringen. Namen wollte Platter in der "ZIB 2" nicht nennen. Auf Umweltminister Josef Pröll und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein angesprochen meinte er nur, die ÖVP habe insgesamt ein "verlässliches berechenbares Team mit hervorragenden Leuten". Besonders Pröll wird derzeit als aussichtsreicher Kandidat gehandelt.
"Verantwortungsvolle Entscheidung"
ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon bezeichnte die Designierung von Innenminister Günther Platter zum neuen Tiroler Landeshauptmann als "verantwortungsvolle Entscheidung für die Zukunft" bezeichnet. Die Volkspartei unter Führung von Vizekanzler Wilhelm Molterer werde nun in Ruhe über die "Fortsetzung der konsequenten ÖVP-Sicherheitspolitik im Innenressort entscheiden". Dafür werde man sich die nötige Zeit nehmen und eine reibungslose Amtsübergabe sicherstellen, so Missethon in einer Aussendung.
Dinkhauser will nachverhandeln
Der große Gewinner der Tiroler Landtagswahl, Bürgerforum-Chef Fritz Dinkhauser, forderte vom designierten Tiroler Landeshauptmann neue Koalitionsgespräche: "Die Karten müssen neu gemischt werden, Platter muss mit uns verhandeln", erklärte er in der Dienstag-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung. Platter selbst schloss dies aus. Das Koalitionsabkommen mit der SPÖ sei unterschrieben, betonte er nach dem VP-Landesparteivorstand am Montagabend.
"Die ÖVP muss endlich mit uns, der zweitstärksten Partei, über eine Landesregierung verhandeln. Schließlich geht es um eine Veränderung im Land. Wir stehen dafür", sagte Dinkhauser. "Es kommt darauf an, ob er der Appendix von Bauernbundchef Toni Steixner bleibt oder nicht. Ich erwarte mir jedenfalls, dass er mit uns redet". Er betonte, seine Liste habe mit dem Rücktritt von Van Staa das erste Ziel erreicht. Aber inhaltlich habe sich damit noch nichts geändert. "Denn uns geht es darum, dass das Land von der Bauernmacht befreit wird", erklärte der Bürgerforum-Chef.
(APA)

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