WIEN(bm). Drei Wiener planen eine Fluglinie für Charterflüge, die auf Abschiebungen spezialisiert ist. „Derzeit klären wir die juristischen Rahmenbedingungen in den 27 EU-Ländern“, so Heinz Berger, Inhaber eines Luftfahrtunternehmens und einer der Verantwortlichen. Die Rechtslage sei kompliziert, eine Klärung aber unbedingt notwendig, da das Unternehmen europaweit agieren wolle. Auf nationaler Ebene sei ein Betrieb nicht lukrativ.
Die Kosten für Abschiebungen sind beträchtlich, bedingt vor allem durch einen hohen Personalaufwand: Pro Schubhäftling gehen zwei Exekutivbeamte auf die Reise, zumeist auf Linienflügen, aber auch mit eigens gecharterten Maschinen. Abschiebungen werden von jedem EU-Land einzeln durchgeführt. Zentrale Anbieter könnten dazu beitragen, Flüge und Personal zu sparen.
Ein Start der Airline noch heuer sei aber ausgeschlossen, so Berger. Im Innenministerium weiß man von den Plänen, möchte das Projekt aber nicht kommentieren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2008)

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