"Es reicht!": Molterer ruft Neuwahlen aus

07.07.2008 | 17:10 |   (DiePresse.com)

Der Vizekanzler und VP-Chef will mit der "orientierungs- und führungslosen" Kanzlerpartei nicht mehr länger regieren. Schon im September soll neu gewählt werden.

"Es reicht!" Mit diesen Worten kündigte Vizekanzler und VP-Chef Wilhelm Molterer am Montag das Ende der Regierung Gusenbauer I an. Bei einer überraschend angesetzten Pressekonferenz erklärte Molterer am vormittag, dass er dem VP-Parteivorstand empfehlen werde, dass seine Partei in der morgigen Parlamentssitzung den von den Grünen angekündigten Neuwahlantrag unterstützen soll.

SPÖ-Krise als Grund

Als Grund gab er die Krise innerhalb der SPÖ an. "Ich kann nicht zulassen, dass die Krise der SPÖ eine Krise für Österreich wird". Die Sozialdemokraten hätten den gemeinsamen Weg der Bundesregierung verlassen, betonte er und verwies auf den SPÖ-Schwenk in der EU-Politik. Zugleich erklärte Molterer, dass er als Spitzenkandidat der Volkspartei antreten werde.

Der Koalitionspartner sei "orientierungs- und führungslos" und "nur mit sich selbst und nicht mit den Menschen beschäftigt". Neuwahlen seien der Ausweg aus "dieser Sackgasse", erklärte der Vizekanzler und verwies auf die "Handlungsunfähigkeit der Regierung". "Eine außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Schritte", sagte Molterer.

"Nicht zu gemeinsamen Entscheidungen fähig"

Die Bundesregierung sei "nicht mehr zu gemeinsamen Entscheidungen fähig", sagte Molterer. Die SPÖ habe nicht nur die gemeinsame Basis und das Regierungsprogramm verlassen. Molterer pochte auf eine "europäische Perspektive für unser Land".

Bei dieser vorzeitigen Beendigung der Legislaturperiode strebt die ÖVP einen Fünf-Parteien-Antrag an. Dieser würde am Dienstag im Nationalrat eingebracht, dem Verfassungsausschuss zugewiesen und am Donnerstag in zweiter und dritter Lesung vom Plenum beschlossen. Im Anschluss müssten noch Ministerrat und Hauptausschuss mit der Materie befasst werden. Angepeilt wird ein Wahltermin im September, genannt wurde zuletzt der 21., eventuell auch der 28. dieses Monats.

ÖVP-Parteichef Wilhelm Molterer berichtete nach der Sitzung, seine Entscheidung für einen vorgezogenen Urnengang sei einstimmig begrüßt worden. Man gehe mit Optimismus in die Wahl und wolle aus dieser als stärkste Partei hervorgehen.

Pröll fordert "kurzen, intensiven Wahlkampf"

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll, lange Zeit als strikter Gegner von Neuwahlen bekannt, erklärte am Montag, zwei, die nicht miteinander wollten oder könnten, könne man nicht auf Dauer zwingen. Gleichzeitig sprach er sich für einen "kurzen, intensiven Wahlkampf" aus. "Die Republik braucht Arbeit." Und: "Ich verstehe die Menschen, die sich in Scharen von der Bundespolitik abwenden."

Pröll bezeichnete es am Rande eines Pressegesprächs in St. Pölten als "bedauerlich", dass es so weit gekommen sei, "wie es jetzt ist". Ein Grund dafür seien freilich die "verwaschenen Verhältnisse", auf die er schon nach der Wahl 2006 verwiesen habe. Der Blockade und dem Taktieren sei damit Tür und Tor geöffnet gewesen. Neben der mangelnden Klarheit dürfe freilich die "kritische Situation" der SPÖ nicht übersehen werden, verwies Pröll auf die Doppelführung, die auch innerparteilich für Kritik sorge. Es dürfe nicht zu einer "Krise der Republik" kommen.

(APA/Red.)


Artikel versendenVersenden | Artikel DruckenDrucken | AAA Schriftgröße

Bookmarken bei [?]: Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

595 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Von badblackguy am 14.07.2008 um 18:59
Zum Artikel: SPÖ geht "sehr optimistisch" in den Wahlkampf

Die SPÖ hätte man höchstens beim Sundern sabotieren können!

Was hat die SPÖ in der Regierung geleistet?

Gusi von einem Fettnapf in den nächsten gestolpert
Schmied wollte eine Namensänderung als Reform verkaufen
Buchinger hat sich die Harre und den Bart schneiden lassen
Darabos hat 3 Flieger abbestellt und verkauft jenes
als Erfolg, aber die gespart hat er nichts
Faymann oder Mr. Krone hat die ganze Zeit darauf verwendet um gut in der Krone Zeitung auszuschauen.

Antworten Von Gast: Hetscha am 26.09.2008 um 20:53

Re: Die SPÖ hätte man höchstens beim Sundern sabotieren können!

Diese wahrlich traurige Bilanz ist nur noch von einer Partei übertroffen worden. Derjenigen die alles blockiert hat.
um im Molterers Jargon zu bleiben: "Österrreichische Verhinderer Partei"!

Von Gast: lächerlich am 13.07.2008 um 09:46
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Nacht für Nacht.

Rennen für Bures.

Von Koffski am 12.07.2008 um 22:19
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Kalinas offener Brief

Weiß jemand wo man den finden kann? Würde mich interessieren was der gute Herr so zu sagen hat.
Danke!

Antworten Von citoyen am 13.07.2008 um 16:29

Re: Kalinas offener Brief

Kalina hat sich bis zur absoluten Laecherlichkeit fuer Gusi aus dem Fenster gelehnt. Den Unsinn, den er von sich gegeben hat (geben musste), wird er im uebrigen hoffentlich nicht selbst geglaubt haben. Aus Dankbarkeit hat ihn Gusi dann hinausgeworfen. Ein letztklassiger, gescheiterter Kanzler steht nicht einmal zu seinen treuesten Mitarbeitern. Zum Kotzen!

Freundschaft, Genossen!

Antworten Antworten Von Gast: Leo am 26.09.2008 um 20:56

Re: Re: Kalinas offener Brief

Ja, die ÖVP hat selbst für die größten Luschen einen lukrativen Job gefunden - gleich wie die FPÖ.
Wir Steuerzahler zahlens ja gerne!

Antworten Von Trog am 12.07.2008 um 22:39

Re: Kalinas offener Brief

Zu finden in NEWS diese Woche.

Von Gast: gast am 12.07.2008 um 22:10
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Liebe Genoss(inn)en!

Erholt Euch zuhause im Garten und am See und ignoriert den Wahlk(r)ampf nicht einmal. Eure rotschwarzen Bundespolitiker sind den Aufwand nicht wert, Österreich wird mit oder ohne Faymann von der KRONE regiert. Freund(erlwirt)schoft!

Von Trog am 12.07.2008 um 22:05
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Frau Bures politisiert ja noch immer...

Frau Bures wurde mit der Gusenbauer-Seilschaft nach oben gespült, hat dort wahren Kadaver-Gehorsam bewiesen und glaubt jetzt nach dem Sturz Gusenbauers doch tatsächlich, sie dürfte es sich weiterhin ohne Gusi in der SPÖ-Zentrale bequem machen. Die Genossen haben ihr in der Quasi-Abwahl schon gezeigt, dass nicht mehr viel auf sie zukommt.
Frau Bures hatte nie ein eigenes politisches Profil, sondern war immer Sprachrohr und Erfüllungsgehilfin ihres Herren. Der Versuch, im Nachhinein politische Analysen abzusondern, wirkt recht hilflos.
Kalina wurde als erster Sündenbock geschlachtet, in der Hoffnung, das würde Gusi den Kopf retten. Dass er jetzt via Wochenmagazin viel Zynisches ausrichten lässt, ist kein Wunder.
Darabos und Matznetter sind da schon ein wenig schlauer: Sie halten sich diskret zurück, in der Hoffnung, dass sie nicht auch noch Watschen kriegen, bevor ihre SP-Karriere im September endet.

Antworten Von Gast: ho2 am 26.09.2008 um 21:01

Re: Frau Bures politisiert ja noch immer...

Man könnte den Namen Bures anstandslos mit Molterer tauschen.

Von Gast: Novak am 12.07.2008 um 21:25
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Die Stammwählerschicht läßt sich nicht mehr ver-schen

mit dem Abgang Gusenbauer verliert die SPÖ endgültig ihre Glaubwürdigkeit und das Wahllügner-Image wird der SPÖ nicht mehr los. Nun geht der Gusenbauer genüsslich seinem Nachhilfe-Job nach.

Von Vergil am 12.07.2008 um 20:41
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Verirrungen

Ob Gewerkschafter im Parlament sitzen sollen, oder nicht, ist jetzt auf einmal nicht mehr Folge einer grundsätzlichen politischen Ansicht, sondern einfach eine Frage des Zeitpunktes???
Diese Dürftigkeit ist kaum mehr zu unterbieten

Von PetMoor am 12.07.2008 um 13:50
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

I glaub dir nix mehr, Dorli!

Dem Hl. Polterer noch weniger.

Den Fetzen habe ich schon im Kübel. Es wird mir die Nassfetzerei ein Spasserl sein.

Lernt endlich, wir lassen uns nicht mehr total verar.schen!

Antworten Von dens venenatus am 12.07.2008 um 15:09

Re: I glaub dir nix mehr, Dorli!

ein kurzer überblick über die letzten50 jahre zeigt ganz eindeutig, dass alle parteien aus einer bande von lügenden gaunern bestehen. es gibt ausnahmen, aber die muss man mit der laterne suchen. meist wird einem mit blankem hohn ins gesicht gelogen und, was mich am meisten ärgert, für einen idioten ohne gedächtnis verkauft. es sind halt immer die umstände. der schwarze schmäh war einmal das nulldefizit - das einsammeln hat ja funktioniert - und die senkung der staatsquote. und da soll man dann pater willi von der traurigen gestalt wählen? eventuell als alternative zu faymann?

Antworten Antworten Von Kantig am 13.07.2008 um 15:59

Re: Re: I glaub dir nix mehr, Dorli! - Nassfetzen werd' ich mit einem blauen Fetzen damit die Fetzen fliegen!


Von Gast: Dr. No am 12.07.2008 um 12:34
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

i´sag immer no..........

....zu den falschen Roten.

Von Gast: burli am 12.07.2008 um 12:24
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

die lügenpartei nr. 1

die sozi und die lügen-dorli. mehr braucht man dazu nicht sagen. diese partei ist unwählbar.

Von Wechselwähler am 12.07.2008 um 12:12
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Wer einmal lügt ...

... dem glaubt man nicht, ....

Die SPÖ hat alle Österreicher 2006 frech belogen. Mir fehlt das Verständnis für Leute, die das schon vergessen haben und die Wahllügen 2008 bereitwillig glauben.

Faymann hat doch mit seinem Brief an Dichand schön gezeigt, welchen Charakter er hat: ein schleimiger Aal, der Dichand in den Hintern kriecht. Und die Wähler für dumm hält: denn es ist sehr unwahrscheinlich, daß die von ihm angekündigte Volksbefragung je zustande kommt. Und paradox ist, daß ein SPÖ-Kanzler und ein SPÖ-Präsident den Vertrag wenige Wochen davor unterschrieben haben.

Eine Partei, die erst Wochen nach getroffener Entscheidung darauf kommt, man könnte das Volk fragen, ist entweder heuchlerisch, betrügerisch oder schlichtweg dumm.

Von Angelika am 12.07.2008 um 10:48
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Nachdenken

Sie weiß nicht, warum sie in der eigenen Partei so unbeliebt ist?
Sie sollte mal scharf nachdenken. Die miese und menschen- bzw- männerverachtenden Kampagne "Verliebt, Verlobt, Verprügelt" kam weder bei Frauen noch bei Männern gut an.

Eine für jeden politischen Posten ungeeignete Person.

Antworten Von Aaron Fishhof am 12.07.2008 um 13:32

Re: Nachdenken

Nicht so ätzend!

Mit dem Gusi und dem Fayman

hat sich die Dorli ja blendend verstanden!

Da war vom Hass gegen Männer

NICHTS

zu merken.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Antworten Von PetMoor am 12.07.2008 um 13:56

Re: Re: Nachdenken - Vom Hass nichts bemerkt? Doch von Hast für Posterl!

Nicht am sozialen Miteinader interessiert - nur die Partei ist wichtig!

Weg damit - wir wollen und sollen vertreten werden von denen, die unsere Anliegen wichtig finden.

Mehr braucht's nicht!

Von koko am 12.07.2008 um 09:27
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Glaubwürdigkeit ?

Wer soll der Sozi-Partie denn noch etwas glauben? Die Politik der roten Bonzen besteht ausschließlich darin, sich und ihren Günstlingen die Taschen vollzustopfen. Dafür müssen sie vor Wahlen die bereits weniger werdenden Dummen finden, die ihnen ihre dreisten Lügen noch glauben.

Antworten Von Gast: Lasse mir nichts versprechen am 12.07.2008 um 09:40

Re: Glaubwürdigkeit ?

Habe mich immer auf meine eigene Glaubwürdigkeit verlassen und die sagte mir immer. Vertraue nie auf diese rote Bagage. Ein einziges mal wollte ich es genau wissen und habe ihnen vertraut und bin mit deren tatkräftiger Mithilfe aufs Maul gefallen. Diese Dauerlügner sind für mich gestorben bis in alle Ewigkeit und noch zwei Tage.

Von Aaron Fishhof am 12.07.2008 um 07:29
Zum Artikel: Bures' Kampf um die SPÖ und ihre Glaubwürdigkeit

Die Dorli

kämpft eben wie der Capi um das politische Überleben!

In der Politik verdient man ja sehr gut,ohne dementsprechende Leistungen zu vollbringen.

Man braucht sich da nur die Parlaments-Reden diverser Parteisoldaten anschauen.

Von einem Zettel etwas kurz auswendig gelernt
herunterstottern,

was jemand vorher aufgesetzt hat,

können meine Schüler(innen) auch und oft viel besser.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Von modestus am 12.07.2008 um 10:00

Re: Die Dorli

...dass cap und lügendorli ihr gehalt nicht wert sind will ich nicht bestreiten, dass man in der politik sein geld leicht verdient ist hahnebüchener unsinn.
ich gehe um 8h ins büro und um 15h nach hause.
dort bin ich privatperson und am wochenende sowieso.
politiker ist 24h stunden am tag sieben tage die woche...die partei will einen teil des einkommens, die vereine wollen die obligate lokalrunde...und spenden an parteinahe karitative org. sind pflicht.
das einzig wahre an der politikerkarriere ist die pension.....da können einen die partei und deren geldeintreiber den ar*ch lecken.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Übersicht Politik »
zur Homepage »