Der Sturmlauf der Klein(st)-Parteien

14.07.2008 | 11:28 |   (Die Presse)

Die Liberalen entscheiden, ob sie antreten. Dinkhausers Liste dürfte wachsen - er klopfte bei Politik-Rebellen wie dem steirischen Ex-VP-Kronprinzen Gerhard Hirschmann an.

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WIEN (no). Es wird ein bunter Wahlzettel: Zahlreiche Listen, Gruppierungen und Persönlichkeiten planen einzelne und gemeinsame Kandidaturen bei der Nationalratswahl. Auch wenn die meisten an der Vier-Prozent-Hürde scheitern dürften: Die sogenannten Großparteien werden sie entscheidende Prozentpunkte kosten.

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Die besten Chancen auf den Sprung ins Parlament hat – neben dem BZÖ – der bereits bei der Tiroler Landtagswahl erfolgreiche Ex-Arbeiterkammerpräsident Fritz Dinkhauser. Er klopfte bei Politik-Rebellen wie dem steirischen Ex-VP-Kronprinzen Gerhard Hirschmann an, der Dinkhauser im „Presse“-Interview zwar lobt, selbst aber nicht antreten will. Relativ fix dürfte eine Kooperation mit dem fraktionslosen EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin sein. Am Samstag fand ein Orientierungsgespräch des „Krone“-Kolumnisten und des Tirolers statt, danach streuten sich die beiden Selbstdarsteller Rosen: „Mit Martins Internationalität und seiner Erfahrung würden wir als tolles Team profitieren“, so Dinkhauser. Und: „Das Interesse ist beiderseits da, mit einer gemeinsamen Liste für Österreich anzutreten.“ Martin meinte zwar, es sei noch nichts entschieden worden, aber in den wichtigen Fragen habe man übereingestimmt.

Bereits heute, Montag, könnte Bauunternehmer Hans-Peter Haselsteiner bekannt geben, ob er das Liberale Forum in einen – fast chancenlosen – Wahlkampf führen wird. Der bisher einzige Mandatar der einstigen FP-Abspaltung, Alexander Zach, war auf einem „geschenkten“ Mandat der SPÖ gesessen, dies ist keine Option mehr. Zuletzt sondierte Zach bei Journalisten und Meinungsforschern die Lage: Die Zahl der Empfehlungen, wegen guter Erfolgsaussichten anzutreten, war überschaubar.

Noch nicht fix ist das Antreten einer Linkspartei, die sich aus enttäuschten Sozialdemokraten und Grünen und der KPÖ zusammensetzen könnte. Sicher werden die rechtskonservativen „Die Christen“ dabei sein, die gerade die nötigen Unterschriften sammeln. Diese Übung könnte auch für den Schauspieler Karlheinz Hackl zum Problem werden, der mit seiner linksliberalen „Sozialen Kultur Österreichs“ kandidieren will.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2008)

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22 Kommentare

wer sagt denn eigentlich

dass die Kleinparteien die schlechteren Leute haben? Oft kandidieren dort Quereinsteiger aus Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, die oft mehr Ahnung vom wahren Leben haben als die lieben Berufspolitiker a la Faymann, Gusenbauer, Schüssel....die außer die Karriereleiter in ihrer Kaderpartei nicht viel von der Welt kennen.

Ich freue mich über die Vielfalt der Kleinparteien und eine echte Wahlmöglichkeit. Deswegen ist es auch gut, dass wir unser derzeitiges Wahlrecht, das Verhältniswahlrecht, beibehalten.

Antworten Gast: pi
14.07.2008 19:36
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Re: wer sagt denn eigentlich

stimme absolut zu!!!

eigentlich ist alles besser als solche "hausaufzogenen" spinner ala schüssel, gusi, faymann....

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Es wird versucht

den Herrn Dinkhauser mit Hilfe der Medien unbedingt den Einzu ins Parlament zu ermöglichen. Jahrzehnte lang hat er von dem Politsystem profitiert welches er nun anprangert. Hirschmann war doch der gleiche. In der Steiermark einen Skandal nach dem anderen hingelegt
wie A1 Ring, Styrian Spirits, Estag etc.. Bei Herberstein hat er sich profesionell aus der Affäre gezogen.
Die Leistungsbilanz von Hirschmann ist grauenhaft.
Mit diesen unglaubwürdigen, abgehalfterten, trägen und satten Politikern wird es keine Zukunft geben.
Wenn das alles ist was Österreich an Alternativen zu bieten hat, na dann "GUTE NACHT".

Der Tiroler Dampfplauderer und der Vorarlberger Giftzwerg auf einer Liste!

Lustig! Das Einmannkaberett Cap sucht ohnehin ein paar kongeniale Mitspieler!

Re: Der Tiroler Dampfplauderer und der Vorarlberger Giftzwerg auf einer Liste!

Der Tiroler Fritz Dinkhauser hat 1000-mal mehr Gehirn und soziales Gewissen, als dein schwarzes Polit-Büro, daß sich nur für Stiftungen und Macherhalt interessiert !!!

Re: Re: Der Tiroler Dampfplauderer und der Vorarlberger Giftzwerg auf einer Liste!

Na wirklich? Warum versteckt er das dann so gekonnt?

Dass Kleinparteien reale Chancen haben liegt an den Grossen.

Warum sollte man die ÖVP wählen, die doch nur mehr Bauern- und Wirtschaftsinteressen vertritt. Letztere mit Schwerpunkt Stifter und Industrie. Arbeitnehmer können sich dort nicht mehr gut aufgehoben fühlen. Für den nichtselbständigen Mittelstand hat die ÖVP in den letzten Jahren nur mehr eine Aussacklerfunktion. Personell leistete sie sich mit Grasser einen fatalen Fehler. Das hat aber Schüssel bis heute nicht eingesehen.
Die SPÖ hat mit ihrem Schwenk in der EU Politik ein verheerendes Signal gesetzt, dass nur noch durch die Kommunikationspleite (Kronenzeitungsleserbrief) überboten wurde.
Dinkhauser ist für Wähler, die sonst zuhause blieben, tatsächlich eine Alternative.

Re: Dass Kleinparteien reale Chancen haben liegt an den Grossen.

Willst Du etwa alle Leser-Briefe in Österreich verbieten, wie es der faule Willi vor sich hat ??
Gerade heute habe ich einen Brief von Pater Willi erhalten, der natürlich sofort im Papierkorb gelandet ist !!!
Das schwarze Theater um den Leserbrief ist doch nur ein fadenscheiniger, primitiver Vorwand von Pater Willi, der zwei Jahre, um unser schwerverdientes Geld, Österreich blockiert hat !!!

Ene Horde von Politdilletanten stürtmt das Parlament vor laufenden Kameras.

Contest "Österreich sucht einen Kanzler"! Es wird schrecklich-schön. Es wird sehr unterhaltsam auf ca. Verena-Feldbusch-Niveau, aber leider ohne Ihrer Figur. Und wir müssen nie wieder nach Italien fahren. Italien kommt zu uns!

Re: Ene Horde von Politdilletanten stürtmt das Parlament vor laufenden Kameras.

ist ja schon längst passiert, das mit der Horde der Politdilletanten: Kdolsky, Darabos, Gusenbauer, Schmied, Fekter.....

Re: Re: Ene Horde von Politdilletanten stürtmt das Parlament vor laufenden Kameras.

Glauben sie mir, es wird mit den Martins, Haselsteiners, Dinkhausers und wie sie sonst noch heissen, noch viel lustiger.

Antworten Antworten Antworten Gast: MH
14.07.2008 14:53
0 0

Re: Re: Re: Ene Horde von Politdilletanten stürtmt das Parlament vor laufenden Kameras.

Politik wird noch lustiger mit Schauspielern und Kabarettisten wie Hackls und Co.

Ist nur die Frage wer das finanzieren wird oder ist das Streben dieser wichtigmachenden Möchtegernpolitiker in der gesponserten Kulturförderung inbegriffen und droht den Wählern ein erhöhter Kulturbeitrag durch wieder steigende ORF-Zwangsgebühren?


und?

hat die Presse irgend ein Problem mit Demokratie an sich?? Manchen Presse-Redakteuren wäre anscheinend eine ÖVP-Alleinregierung am liebsten, wo die SPÖ in Daueropposition ist und die Kleinparteien dank Mehrheitswahlrecht ausgeschalten sind. Fast wie vor 80 Jahren.....

Irrtum.

Die Situation "vor 80 Jahren" wurde nicht zuletzt erst durch die aus dem Verhältniswahlrecht folgende Zersplitterung des Parlaments möglich gemacht. Instabile politische Situationen traten in westlichen Staaten praktisch ausschließlich in Verbinung mit einem Verhältniswahlrecht auf.

Kleinparteien sind kein Wert an sich, da die von ihnen wahrgenommenen Agenden ebenso durch die (dank Mehrheits- und Persönlichkeitswahlrecht) gestärkten Parteiflügel der großen Parteien wahrgenommen werden können, ihre schiere Existenz aber ein wesentliches Merkmal der Demokratie - die Abwählbarkeit der Regierung - mehr oder weniger zunichte macht.


Re: Irrtum.

Aber bitte...

Vor 80 Jahren gab es 2 große Blöcke, Rote und Schwarze mit verbündeten bewaffneten Gruppen, von einer Zersplitterung keine Rede. Dann haben die Schwarzen in einem Putsch das Land übernommen und die Roten eingesperrt...wo sehen Sie da eine Zersplitterung?

Ich möchte keine Flügel von irgendwas im Parlament haben sondern ich möchte, dass jede Stimme gleich gewertet wird, was nur in einem Verhältniswahlrecht passiert.

Re: Re: Irrtum.

noch mehr quatsch...
im verhältniswahlrecht ist ihre stimme überhaupt nichts wert. die mandatare stehen auf listen und sind der partei(führung) verpflichtet. entschieden wird ganz einsam im parteipräsidium und abgestimmt wird nach vorgaben der parteichefs inkl. entourage.
im MWR stimmt jeder abgeordnete nach seinen besten wissen und gewissen...er ist den wählern in seinem wahlkreis verpflichtet und nicht der löwelstrasse oder sonstigen parteiapparatschiks....sicher hat auch das MWR nicht nur vorteile...aber von allen schlechten demokratischen systemen ist es das am wenigsten schlechte.

Re: Re: Re: Irrtum.

Nicht in der österreichischen Variante. Mehrheitswahlrecht mit 183 Wahlkreisen und TROTZDEM Listen und Klubzwang.

Re: Re: Re: Re: Irrtum.

es gibt keine österreichische variante.
das MWR ist eindeutig....clubzwang nicht möglich...und listen schon gar nicht.
worauf sie anspielen ist das
mehrheitsBESCHAFFUNGSwahlrecht......das hat mit dem MWR nichts gemeinsam.
es ist eine hirnverbrannte bastardversion, mit allen nachteilen des VWR und des MWR....ohne dessen vorteile.

Re: Re: Irrtum.

gut für Österreich, dass das was Sie möchten, irrelevant ist !

Re: und?

und - wo ist der Vorteil für die Demokratie durch lächerliche Kleinstparteien und Selbstdarsteller ????? Innerhalb größerer Parteien gibt es normalerweise eine Diskussion um Positionen und Inhalte, die dann vertreten werden - was soll es denn bei so supertollen und oberaffengeilen Persönchen wie Dinkhauser, Martin und Co sein - die tägliche Nabelschau und das große GEGEN-ALLES-SEIN ????????

Re: Re: und?

da lob ich mir doch die fähigen Leute der Großparteien, die ja alle vom Fach sind, tolle Arbeit leisten und so gar keine Selbstdarsteller sind:

Fekter
Bures
Gusenbauer
Grasser
Platter
Hahn
Kdolsky
Schmied
(...)

Re: Re: Re: und?

quatsch und polemik...
manch minister ist nicht die beste wahl....aber keiner davon drängt ohne inhalte in die politik....nicht einmal sdie lügen-dorli.....die ist immerhin trotzkistin.

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