Polizei zeigt Westenthaler wegen Körperverletzung an

15.07.2008 | 15:02 |   (DiePresse.com)

BZÖ-Chef Peter Westenthaler soll einen Wiener Polizisten mit seinem Auto angefahren und am Knie verletzt haben. Westenthaler bezeichnet die Vorwürfe als "dubios und aus der Luft gegriffen".

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Die Justiz muss sich erneut mit BZÖ-Chef Peter Westenthaler befassen. Gegen ihn läuft ja bereits ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage - nun könnte noch eines wegen Körperverletzung hinzukommen. Die Wiener Polizei hat Westenthaler nämlich angezeigt.

Er soll nach dem EM-Länderspiel Österreich gegen Deutschland mit einem Polizisten gestritten und diesen anschließend mit seinem Pkw angefahren und am Knie verletzt haben. Polizeisprecherin Karin Strycek bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Magazins "News". Die Anzeige soll am Dienstagnachmittag bei der Staatsanwaltschaft Wien eintreffen.

Die Polizei schildert den genauen Hergang des Vorfalls so: Westenthaler habe nach dem Spiel am 16. Juni den Parkplatz P5 beim Ernst-Happel-Stadion möglichst schnell verlassen wollen. Er habe gegen 22.40 vom Parkplatz aus links abbiegen wollen. Dies sei ihm aber von der Polizei verwehrt worden, weil die Straße dort für die Staatskarosse der deutschen Kanzlerin Angela Merkel reserviert gewesen sei. Daraufhin soll es zu einem Wortwechsel gekommen sein.

Westenthaler sei dann auf den Beamten losgefahren. "Er hat ihn leicht am Knie erwischt", schilderte die Sprecherin. Der Gesetzeshüter habe "deutliche Schmerzen" verspürt. Am Ende habe sich Westenthaler dann aber doch an die Anweisungen gehalten und sei rechts abgebogen. Der Vorfall soll auch von zwei Zeugen bestätigt werden.

Westenthaler: "Man will mich runieren"

Westenthaler bestritt die Vorwürfe am Dienstag als "völlig dubios und aus der Luft gegriffen". Er habe zunächst den Parkplatz nach links verlassen wollen. Ein Polizist habe ihn aber gebeten, rechts abzubiegen. Er habe daraufhin seinen Wagen reversiert und sei an mehreren Polizisten vorbei - wie geheißen - rechts abgefahren. Dabei sei es weder zu einem Streit noch zu einer Berührung gekommen.

Westenthaler bezeichnet die Vorwürfe als "Teil eines politischen Vernichtungsfeldzuges". Der angebliche Vorfall habe sich vor einem Monat ereignet, er sei aber in dieser Zeit nie von den Behörden kontaktiert worden. "Offenbar will man mich systematisch ruinieren", so Westenthaler.

Der Sprecher der Anklagebehörde Gerhard Jarosch sagte am Dienstag: "Man muss sich jetzt in Ruhe anschauen, was das rechtlich ist". Als in Frage kommende Delikte nannte er Körperverletzung, fahrlässige Körperverletzung, und Nötigung.

§ 83 StGB - Körperverletzung
(1) Wer einen anderen am Körper verletzt oder an der Gesundheit schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

§ 88 StGB - Fahrlässige Körperverletzung
(1) Wer fahrlässig einen anderen am Körper verletzt oder an der Gesundheit schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen.

(2) Trifft den Täter kein schweres Verschulden und ist entweder

[...]
3. aus der Tat keine Gesundheitsschädigung oder Berufsunfähigkeit einer anderen Person von mehr als dreitägiger Dauer erfolgt, so ist der Täter nach Abs. 1 nicht zu bestrafen.

(3) In den im § 81 Abs. 1 Z 1 bis 3 bezeichneten Fällen ist der Täter mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

§ 105 StGB - Nötigung
(1) Wer einen anderen mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.

 

(Ag./Red.)

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64 Kommentare
 
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Gast: MH
16.07.2008 12:17
0

Anfang von Diffamierungswellen vor neuer Wahl?

Da wird wohl (wieder) von bestimmten Kreisen eine Fliege zum Elefanten gemacht um einem "politisch unkorrekten" Politiker zu schaden (mit allen Mitteln).

Besonders der ORF tut sich da wieder hervor. Die kriminellen Machenschaften anderer Politiker die große Dimensionen aufweisen, sind da unter "ferner liefen" oder werden gar nicht bekannt gemacht.
Wird ein neues "liberales Forum" wieder von den Medien gehätschelt und propagiert werden? Oder bleibt ORF bei der SPÖ- und Grünen-Unterstützung , die Krone bei der SPÖ-Unterstützung, der Standard für alle Linken...

Kommt wohl -wie immer und überall- auf die Farbe des Parteibuchs an bei unseren "unabhängigen" Medien.

Antworten Gast: Koarli
03.12.2008 10:28
0

Der Mann ist ein Krimineller (bereits rechtskräftig verurteilt).

Und auch ein Wiederholungstäter. Deine Symphatie für sowas kannst dir sparen.

Der Hojac

ist bald im Häfn

und der

Seppi Pucher

aus Friesach
muß die BZÖ¿lis bei den NR-Wahlen in den wohlverdienten Untergang führen!

Der Molterer kann sich deshalb seine schwarz-grün-orangene Koalition in seinen Bart schmieren.

Lustig oder doch?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Nicht, dass ich den Westenthaler jetzt besonders schätze,

aber diese Geschichte glaube ich nun wirklich nicht.

Antworten Gast: gast
16.07.2008 12:37
0

diese Geschichte glaube ich nun wirklich nicht,

wird wohl eher was milieubedingtes gewesen sein ;-))

0

Re: Nicht, dass ich den Westenthaler jetzt besonders schätze,

ums glauben gehts in der justiz nicht.
hier glaubt man der polizei nicht, in anderen fällen glaubt man der polizei.

da sollte man sich kontrollmechanismen überlegen.
genau dieser polizei hat man in der vergangenheit mehr macht ohne kontrolle gegeben. das kann noch schlimmer kommen, und wird es auch.

man würde jetzt eigentlich von herr w* erwarten, dass er sich für MEHR kontrolle des staatswesens einsetzt. schau mer mal.

Antworten Antworten Gast: Memento Gusi
16.07.2008 19:22
0

Re: Re: Nicht, dass ich den Westenthaler jetzt besonders schätze,

Wurscht, wer wem glaubt, aber wer unserer SPÖVP Stimmen wegnehmen könnte, is a richtige S.. und gehört von unserem Klagenfurter Genossen Wiedenbauer bei der Stimmauszählung gnadenlos relegiert! Was der Mugabe in Zimbabwe kann, das kann unsere SPÖVP schon lange! Merke: Schwarz und Rot, des Ösis Tod! Deshalb: Wählt lieber gleich political correct wen, wenn nicht die PflegerIn auf der Lucona, kurz unsere SPÖVP! Denn Nina Blum und Laura Rudas können nicht irren! Von der BischöfIn und der Wurstsemmel-Fuhrmann erst gar nicht zu reden. Sichert deren Arbeitsplätze, denn bei der Asfinag und dem ÖGB ist im Moment kein warmes Platzerl frei und der Onkel Frank nimmt auch nicht alles. So schaut's aus!

Antworten Gast: durendal
16.07.2008 12:30
0

dein glaube in ehren,

aber er ist :

1. für die arbeit der justitz gottlob nicht von belang

2. sagt aber viel über dich aus.

und übrigens wünsche ich dem westi ein gerechtes, aber hartes urteil.

Re: Nicht, dass ich den Westenthaler jetzt besonders schätze,

...mir gehts nicht anders!

Gast: Jiri
16.07.2008 09:03
0

Vordergründig

Es drängt sich der Verdacht auf, daß der Westenthaler sich mit den falschen Lobbies angelegt hat:

der soll offensichtlich vordergründig ein für alle mal demontiert werden, koste es was es wolle. Nicht mal die "unabhängige" Polizei ist sich dafür zu Schade...

Gast: Fragend
16.07.2008 08:52
0

Westenthaler Zogaj



Wieso darf man über Westenthaler öffentlich Vermutungen breittreten und bei den Zogajs um Diskretion gebeten?

Kann mir ein Gscheiter das viell. näher erläutern, worin der Unterschied besteht?


0

Re: Westenthaler Zogaj

sie kennen den passus: wenn es im interesse der öffentlichkeit ist? und westenthaler stand nun vorher schon in der öffentlichkeit. wäre eine erklärung.

Antworten Gast: Hr. P
16.07.2008 12:11
0

Re: Westenthaler Zogaj

Weil: Politiker Personen öffentlichen Interesses sind und daher mehr Kritik ertragen können müssen als normale Leute.

Das ist, soweit ich weiss, auch gesetzlich so geregelt.

Also: Weil Hojac im Parlament sitzt dürfen wir drüber reden dass er Hojac heisst.
Weil Zogajs Privatpersonen sind gehts uns nix an was sie privat machen.

Klar?

Aus demselben Grund

warum über die Schlägerei in Traiskirchen nichts berichtet wird:

In Traiskirchen ist es zu einer Massenschlägerei gekommen. Bis zu 60 Afghanen und Tschetschenen waren daran beteiligt. Sechs von ihnen wurden verletzt, es gab 29 Festnahmen.
30 Polizisten waren notwendig, um die Sitaution zu beruhigen und die Raufbolde zu trennen. Auch die Rettung musste gerufen werden - sechs Personen wurden bei der Rauferei verletzt und mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden.
29 an der Massenschlägerei Beteiligte wurden vorübergehend festgenommen. Nach der Einvernahme wurden sie wieder freigelassen und in die Betreuungsstelle zurückgebracht. Sie werden auf freiem Fuß angezeigt

diesen nicht bericht hab ich gestern gelesen....


Aber sicher nicht

in der Online-Ausgabe.

ja - gleich in 3 onlineausgaben.

sie lesen nur eine zeitung?

Presse-Online

Tun Sie nicht so, als wüssten Sie nicht genau, worum es geht.

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Re: Aus demselben Grund

was wollens uns damit sagen? wenn die dort raufen, dürfen die männer zuhause ihre frauen schlagen?

Ich will damit sagen

dass uns so ein Ereignis, das im Interesse der Öffentlichkeit steht, einfach unterschlagen wird. Es hat in etlichen Medien schlicht und einfach nicht stattgefunden.

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Re: Ich will damit sagen

ich weiss nicht ob das so wichtig ist, von jeder "wirtshausrauferei" zu berichten. was hätte die öffentlichkeit davon.

Von Wirtshausrauferei

in diesem Zusammenhang zu sprechen ist ja wohl ein Eingeständnis der blanken Einäuigkeit. Tun's doch net so, als ob Sie nicht genau wüssten, worum es hier geht, stellen Sie sich nicht dümmer als Sie sind. Wenn man die verfehlte Integrationspolitik kritisiert, gilt man gleich als "dumpfer Ausländerfeind". Wenn dann Ereignisse passieren, die genau das bestätigen, werden sie von den Medien totgeschwiegen.

Apropos Wirtshausrauferei: die Berichterstattung über Westentalers "Wahlfeier" in einem Lokal haben Sie sicher inbrünstig begrüßt. Passt ja auch ins politische Kalkül.

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Re: Von Wirtshausrauferei

und glauben sie mirs, es ist mir wurscht.

es ist für mich wichtiger, wie sich personen verhalten, die man wählen kann, als der rest der welt.

und im fall w* ist schon interessant, dass da was passiert ist, was jedem menschen passieren kann.

Antworten Antworten Gast: Hr. P.
16.07.2008 12:17
0

Re: Aus demselben Grund

Aus Traiskirchen wird wohl nicht berichtet weil es eine Schande ist was dort passiert.

Was würden Sie machen wenn Sie als Flüchtling schlimmste Dinge erlebt haben und dann monatelang zusammengepfercht und einkaserniert werden?

Ein Vergleich:
Die die bei und den Krieg überlebt haben, haben die Gewalt nicht sofort ablegen können. Dementsprechend wild waren nach dem Krieg auch die Wirtshausschlägereien. Hören Sie den Alten doch mal zu.

Verständnis

für die Flüchtlinge dort kann man ja durchaus haben. Absolut kein Verständnis habe ich, wenn die Berichterstattung einseitig erfolgt und gewisse Ereignisse, die nicht ins politische Kalkül passen, einfach nicht stattgefunden haben. Auf der anderen Seite wird aus jeder Mücke sofort ein Elefant gemacht.

Antworten Antworten Gast: DDR ......UdSSR
16.07.2008 10:47
0

Re: Aus demselben Grund



alles klar - danke ;-(

 
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