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Hier die Türken, dort die Bobos

18.07.2008 | 19:10 |  JUDITH LECHER (Die Presse)

BRUNNENMARKT.Es gibt wenige Probleme im Zusammenleben mit Türken, aber auch kaum Berührungspunkte.

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Das Brunnenviertel in Ottakring ist im Trend. Attraktive Wohnungen in ausgebauten Dachböden und Fabrikshallen sollen neo-bürgerliche Mieter ins Viertel bringen, die junge Kreativszene, die sich auch im Zuge des jährlichen Kunstfestivals „Soho“ dort angesiedelt hat, soll noch mehr gut situierte Wiener anlocken. Der Großteil der Anrainer kommt allerdings nach wie vor aus der Türkei.

Nur am Yppenplatz sitzen Wiener der Kategorien „jung und erfolgreich“ und „Sozialromantiker“ in den – mal mehr, mal weniger schicken – Lokalen und trinken Kaffee. Die Suche nach jemandem, der auch in der Gegend wohnt, bleibt lange Zeit erfolglos. „Das ist typisch für das Brunnenviertel“, sagt die 29-jährige Anrainerin Ulli Schmidt.


Bauernmarkt – „Bobo“-Markt

Die Gäste finden das Viertel zwar toll, ein bisschen wie Kurzurlaub in Antalya, danach kehren sie aber gerne in ihre Wohnungen, oft innerhalb des Gürtels, zurück. Das ist auch der Grund, warum junge Designer und Künstler hier ihre Ateliers haben, nicht aber ihre Geschäfte – es fehlt an Laufkundschaft. Die gibt es nur am Samstag, wenn am Yppenplatz der Bauernmarkt stattfindet.

Weiter zum eigentlichen Markt in der Brunnengasse. Die Stände sind bis auf wenige Ausnahmen in türkischer Hand. Das Angebot ist monoton, die Reihen von billigen Obst- und Gemüseständen werden nur von einigen Kleider-Geschäften durchbrochen. Daneben sind mehrere Wettcafés, wo sich abends und sonntags die Männer treffen. Die Kunden da wie dort: Türken.

„Man sieht förmlich eine Grenze“, so Schmidt. „Im An-Do oder dem Club International am Yppenplatz sitzen die hippen Leute, keine Türken. Die ,Bobos‘ kaufen im Gegenzug nichts am Brunnenmarkt.“

Ähnlich Denise Amann vom Restaurant „Noi“: „Es ist eher ein friedliches Nebeneinander als ein Miteinander.“ Erfreuliche Ausnahme sei die EM gewesen. Auf Schildern in Auslagen stand: „Die Wiener Türken wünschen der österreichischen Mannschaft Alles Gute“. „Bei der EM hat die sonst schwer zugängliche Community die Grenzen ein bisschen aufgemacht“, so Schmidt. „Mir sind Türken um den Hals gefallen, haben mich zum Feiern eingeladen.“

Sie findet allerdings auch den Status quo in Ordnung, denn: „Ein Miteinander, eine Vermischung der Kulturen ist eine Vision.“ Mit ihren türkischen Nachbarn komme sie gut zurecht. Und es reiche ja, wenn es keine Probleme gebe. Gibt es denn keine? „Es regen sich vor allem ältere Bewohner auf, die schon lange hier leben und sehen, wie sich alles Gewohnte verändert.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2008)

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13 Kommentare
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.......

„Ein Miteinander, eine Vermischung der Kulturen ist eine Vision.“

Das ist der Typ Österreicher der noch in diesen Gegenden wohnt. Entnationalisiert, entwurzelt, die eigene Kultur nie erlernt, daher kein nationales Selbstbewußtsein, seit jeher nur Multikulti kennengelernt, daher kulturlos, wünscht er sich die Vermischung der Kulturen. Einfach nur arm und mitleiderregend. Und jedenfalls zum Untergang verurteilt.
Denn die Fremden denken nicht daran die Kulturen zu vermischen, die kommen als Eroberer und wissen das die Zeit für sie arbeitet.
Ob die nützlichen Idioten mit ihrem Multikulti-Glauben mehr als eine gewisse Zeit lang Dankbarkeit erwarten haben ist fraglich.

Antworten Gast: Rima Reigen
21.07.2008 09:12
0 0

mitleiderregend

.. ist wohl eher der, der noch immer nicht kapiert hat, dass wir im 21ten jahrhundert leben! keine fremden kommen als eroberer!

ich werde nächstes jahr in den 16ten bezirk, brunnenmarkt ziehen. ich mag multikulti, bin aber durch und durch österreicherin! trotzdem kann man von anderen kulturen lernen!

traurig ist, herr störenfried, dass es solch ignorante, begrenzte denkwelten wie die ihre noch immer gibt!

phuter
18.07.2008 21:26
1 0

Die Lieben Bobos...

Das was der Brunnenmarkt den Bobos in Wien, ist Kreuzberg seit 20 Jahren für die Bobos in Berlin. Ein interessanter Artikel auf Telepolis hat vor kurzem über ein bezeichnendes Problem berichtet.
Die Bobos kriegen jetzt nämlich Kinder - und die müssen in die Schule - und siehe da - die Kreuzberger Multikultischulen sind plötzlich nicht so gefragt von unseren Weltoffenen toleranten Schickimickis. Also ist in Berlin Kreuzberg jetzt der Run auf die Schulen in der deutsch bewohnten Umgebung ausgebrochen. Hinreissend wie die Neolinke Heuchelei gerade aus unserer Gesellschaft herauseitert.

Antworten Gast: Messalina
19.07.2008 18:36
0 0

Re: Die Lieben Bobos...

ja ja, Multikulti taugt nur dann, wenn andere die Suppe voll auslöffeln

Herberti
18.07.2008 21:14
1 0

Ich zitiere aus dem Artikel:

"Die Stände sind bis auf wenige Ausnahmen in türkischer Hand. Das Angebot ist monoton, die Reihen von billigen Obst- und Gemüseständen werden nur von einigen Kleider-Geschäften durchbrochen. Daneben sind mehrere Wettcafés, wo sich abends und sonntags die Männer treffen. Die Kunden da wie dort: Türken."

Und damit haben wir schon die Begründung der hohen "Unternehmerquote". Aus dem "Arbeiter und Unternehmer" -Artikel:

"In einem Bereich haben die Türken die Österreicher aber längst überflügelt: Es gibt mehr, die den Absprung ins Unternehmertum wagen. 13 bis 14 Prozent der Türken seien selbstständig, so Biffl."

Ramschläden werden mit Ingenieurbüros verglichen. Das wird dann als großer Erfolg verkauft. Nebenbei arbeiten bloß 48.5% der erwerbsfähigen Türken! Und der Rest meist im Ramschladen. Haben ja bloß 2% der Türken Matura. Studium? NULL.

Nutzen für Österreich? Für die Wirtschaft???

Antworten Gast: Rima
21.07.2008 09:13
0 0

Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

PEINLICH mit Zahlen um sich zu werfen, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen! Studium NULL??

Antworten Gast: denker
18.07.2008 22:35
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Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

entspricht nicht der wahrheit....

naja ich kenne viele turken die im IT-Sektor mit einer Matura..... und auch viele die studieren ... nur sind sie nicht auf der strasse sonder lernen was zu hause

Re: Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

Nur weil Sie in einer - na sagen wir - besonderen Firma arbeiten.
Bei uns im Umfeld (IT-Bereich) gibt es auch einige Türken - Kartonschlepper bei Umzügen, Häuslputzer ...
Die elektrischen Geräte dazu (Kehrgeräte, Bohrmaschinen ..), dürfen die Jugos bedienen, aber nicht die Türken

Antworten Antworten Antworten Gast: Licht der Bildung
19.07.2008 17:24
0 0

Re: Re: Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

... ist auch eine globale Firma... die Anzahl ist nicht uberwaeltigend...

in der uni kenne ich viele leute bzw. turken, die studieren,aber leider kommen die meisten aus der turkei

aber fairerweise muss man auch sagen,dass es in manchen schulen nicht gerecht zu geht... viele kluge kinder landen in der sonderschule etc., weil die eltern des kindes kein deutsch konnen und sich uberhaupt nicht mit dem bildungsystem osterreichs auskennen/und alles unterschreiben was ihnen die kinder von der schule mitbringen.... - jeder ist klug/ daran besteht kein zweifel... nur muss man auch was wollen... dann gehts auch

Antworten Antworten Herberti
19.07.2008 07:30
1 0

Re

Steht im anderen Artikel:
"Arbeiter und Unternehmer"
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/399578/index.do

"So zeigt eine Studie der Universität Wien, dass es nur rund vier Prozent der Türken 2. Generation bis zur Matura schaffen – im Vergleich zu 50 Prozent bei den Österreichern. (Siehe Bericht unten.) Der Anteil der Uni-Absolventen geht sogar gegen Null."

4% sind ja auch schon ein paar 1000. Bei 300.000 Türkischstämmigen wären es 12.000. Die Türken die sie kennen sind vermutlich "Österreicher". Bei denen dürfte die Lage etwas besser sein, aber immer noch viel schlechter als bei anderen Migranten.

Die Statistik lügt nicht. Im Standard stand unlängst, daß 81% der Türken keine Berufsausbildung haben.

Laut Statistik Austria gehen nur 48.5% der Türken im Erwerbsalter überhaupt arbeiten:
Seite 22:
http://www.statistik.at/web_de/static/arbeitsmarktstatistik_-_jahresergebnisse_2007_schnellbericht_030570.pdf

STOPPT DEN FAMILIENNACHZUG!!! Und zwar auf NULL!

Antworten Antworten Insider
19.07.2008 01:01
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Re: Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

Und das ist der Beweis, dass man bei uns Chancen hat. Man muss nur wollen.

Antworten Antworten Antworten Gast: denker
19.07.2008 17:25
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Re: Re: Re: Ich zitiere aus dem Artikel:

bin voll deiner meinung

Insider
18.07.2008 20:07
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Schönreden kann probiert werden

ob es erfolgreich ist, wird die Zukunft zeigen. Ich betrachte den Umbau und die Sanierung der Brunnengasse als riesige Geldvernichtungsaktion. Es wird sich in absehbarer Zeit dort nichts ändern. Keine Probleme? Es gibt dort jede Menge davon. Ekelhaft sind vor allem die Nächte, wenn man bloß Fenster in die Brunnengasse hat. Das schlafraubende, rücksichtslose laute Reden und Schreien der nachtaktiven Neomachos kann einem den Sommer vergällen. Das Tagesprogramm ist nicht besser. Die vollgeramschten Gehsteige und Geschäfte wirken atemberaubend und beklemmend. Von Ästhetik keine Rede. Jetzt kommt noch der Baulärm dazu. Der geht vorrüber. Dass unsere Südländer eines Tages freiwillig ein weniger autistisch leben werden, ist eher ausgeschlossen. Das Experiment Multikulti ist und wird im Brunnenviertel nur begrenzt erfolgreich sein. Auch die jungen "Hipen" könnten davon eines Tages genug haben. Warten wir ab.

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