Stadler-Kandidatur: Verschärfter Kampf um FPÖ-Wähler

17.08.2008 | 18:19 |   (Die Presse)

Reumütiger Stadler tritt nach „Versöhnung“ mit Haider für das BZÖ an.

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Wien (red.). Zwischen FPÖ und BZÖ steht jetzt im Wahlkampf eine noch schärfere Auseinandersetzung bevor. Der Grund: BZÖ-Spitzenkandidat Jörg Haider hat nach jahrelanger heftiger Gegnerschaft nun ausgerechnet den früheren klerikal-nationalen FPÖ-Abgeordneten und ehemaligen Volksanwalt Ewald Stadler in das Kandidatenteam des BZÖ geholt.

Allerdings wird Stadler nicht BZÖ-Mitglied, sondern parteifrei bleiben. Welchen Listenplatz Stadler, gegen den es BZÖ-intern Widerstände gab, einnehmen wird, blieb vorerst offen.

 

„Vieles tut mir leid“

Als „Katholik“ sei er froh darüber, dass es mit Haider zu einer Versöhnung gekommen sei, erklärte Stadler vor Journalisten mit dem Kärntner Landeshauptmann. Seine früheren scharfen Attacken auf das BZÖ bedauert Stadler nun: „Viel, was ich gesagt habe, tut mir leid.“ Die Angriffe seien „vielleicht aus Frustration und Enttäuschung“ über die Spaltung des Dritten Lagers in FPÖ und BZÖ im Jahr 2005 erfolgt.

So hatte Stadler nach der Abspaltung über das BZÖ unter anderem gespottet: „Sind das nicht die Bienenzüchter Österreichs?“ Oder später im Jahr 2006: „Warum soll ich mich mit einer Leiche wiedervereinigen?“ All die Zitate seien „Schnee von gestern“, heißt es nun dazu im BZÖ.

Haider wie Stadler betonten, dass der Hauptgegner im Wahlkampf nicht die FPÖ sei, sondern die Große Koalition. Das Scheitern der Großen Koalition sei eine „Chance, die wir nutzen wollen“. Das änderte aber nichts daran, dass es Seitenhiebe auf FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gab. „Ich kenne seit 1986 das Original der Haider-Politik und kenne seit einigen Jahren die Kopie davon“, so Stadler. Eines der Motive für die Rückkehr zu Jörg Haider sei, dass man den Weg, den man 1986 mit der Übernahme der FPÖ-Obmannschaft durch Haider beschritten habe, wieder gemeinsam fortsetzen wolle.

Haider nannte als einen Grund, warum er Stadler ins Boot geholt hat, dessen frühere Tätigkeit: Wahrscheinlich sei Stadler „einer der erfolgreichsten Volksanwälte“ in der Geschichte dieser Einrichtung. Die FPÖ höhnte über Stadlers BZÖ-Kandidatur, dieser befinde sich „offenbar in beruflichen Nöten und suche einen Arbeitsplatz“. Im Sucher: Ewald Stadler S. 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2008)

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33 Kommentare
 
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Gast: Hr.Zyni
19.08.2008 08:45
0

Der Neue

Sehr gute Idee von den Buberln zum Öffentlichkeitsveräppeln: ein frömmelnder Rechtskonservativer: da kann man nur sagen: Neu-Attraktiv-Zukunftsweisend-Interessant

Antworten Gast: Macchiavelli
23.08.2008 15:46
0

Re: Der Neue

hieß das nicht "Neu-Attraktiv-Zielstrebig-Innovativ?"
;-)

Antworten Gast: Macchiavelli
23.08.2008 15:46
0

Re: Der Neue

hieß das nicht "Neu-Attraktiv-Zielstrebig-Innovativ?"
;-)

Keine Chance durch

den "Dobermann".

Wird so nicht attraktiver BZÖ zu wählen.

Fehleinschätzung.

Wird erstmals nach längerer Zeit eine interessante Wahl.

Wer wird vorne sein? SPÖ, ÖVP (FPÖ??)
Wer wird nicht (mehr) dabei sein. BZÖ, LIF,
Grün über 10 %, ...
Dinkhauser?
etc.
Am 29.9. sind wir garantiert gescheiter...

Das rechte Lager kanibalisiert sich selbst.

Wun-der-bar.

Stadler-Kandidatur: Verschärfter Kampf um FPÖ-Wähler

...tolle schlagzeile
...nur: absolut falsche schlußfolgerung
...die zwei locken sicher keinen fpö-wähler zum bzö!!!

Antworten Gast: antihoch
18.08.2008 11:23
0

Re: Stadler-Kandidatur: Verschärfter Kampf um FPÖ-Wähler

Wie man sich täuschen kann !

Stadler hat auch seine Fans. Mich zum Beispiel !

Antworten Antworten Gast: Wähler
18.08.2008 17:34
0

Re: Re: Stadler-Kandidatur: Verschärfter Kampf um FPÖ-Wähler

Ich war lange Zeit auch einmal Stadler-Fan.
Mir gefiel sein Intellekt und seine scharfe Zunge.
Doch dann kam Knittelfeld.
Und dann kam der Konflikt um die Parteiakademie.
Und jetzt kommt die Kandidatur für das BZÖ.
Dieser Mann hat ein Rückgrat wie ein Gartenschlauch!

Gast: Rundschreiber
18.08.2008 10:23
0

Liebe Kollegen!

Vergesst niemals welche Hand euch füttert! Postet Eure Standardtexte für unsere Freunde, die böswillige Menschen als SPÖVP-Bonzen, die die Wähler belügen und betrüen um sich genüsslich zu bereichen, bezeichen.

Vergesst niemals, sie geben euch auch ein paar kleine Krümel ab. Denkt an Faymann, wie er die ärmsten Mieter Wiens ausquetschte, damit er euch via Inserate Geld zuschiebt.

Sehr gut ist auch, wenn ihr dümmliche Schreibweise auf den Plakaten der Grünen kritiklos hinnehmt, euch aber gross - hähä - aufregt, wenn die FPÖ die Schweizer schreibweise anwendet, da sie so nur ihre guten Kontakte in die feindliche Schweiz unterstreicht.

Nicht vergessen die Schweizer sind unsere Feinde. Die Türken unsere logischen Freunde. Denkt nur wieviel die Schweizer arbeiten müssen.

Schreibt weiter für die EU, die Provisionen aus Brüssel kommen sicher. Vermischt den Begriff Europa mit EU bis die Trotteln sich nicht mehr auskennen. Hauptsache sie blechen!

Re: Liebe Kollegen! - Ich bewundere Ihre Homepage!

Mit Ihrer Erfahrung und den Berichten sollten sich alle Ösis eindecken.

Was wirklich gespielt wird ist Kabarett;-)

Staunen: http://weristfaymann.blogspot.com/

Tja, wie gewonnen, so zerronnen

Haider alleine hätte wohl das BZÖ vor dem AUS bewahren können, aber mit Stadler ist das nicht möglich. Kann mir nur vorstellen, dass Haider die Demütigung Stadlers wichtiger war als jede politische Vernunft, die ihn sonst so oft ausgezeichnet hat.

Anscheinend hat Haider auch diesmal nichts anderes im Sinn, als einzig die FPÖ zu ruinieren bzw. Rache zu nehmen. Kein normaler Mensch kann diese schmissige Stadler-Kröte schlucken. So ein Graus!

Antworten Gast: modestus
19.08.2008 23:03
0

politische Vernunft, die ihn sonst so oft ausgezeichnet hat

mann, der war gut. ich krieg mich jetzt noch nicht ein vor lachen

na

da haben sich zwei getroffen

Gast: gast
18.08.2008 08:35
0

Bin wieder da

Ich freue mich schon auf den tag, wenn uns der Haider erklärt dass der Steger ja eigentlich immer sein bester freund war.

Nur 2 % für das dritte Lager! Und warum?

Weil sie die FPÖ ankreuzen und dem Jörg Haider ankreuzend die Vorzugstimme geben.
Ergebnis: ungültig!

Irrungen und Wirrungen können manchmal seher groß sein ...

Antworten Gast: Richtigstellung
18.08.2008 10:35
0

Re: Nur 2 % für das dritte Lager! Und warum?

Ihre Aussage ist falsch:

Wird eine Partei x und eine Vorzugsstimme für einen Kandidaten der Liste Y abgegeben, so schlägt die Vorzugsstimme die für die Partei und somit wäre dies eine Stimme für die Partei Y.

Aber Demokratie war ja für Linke immer schon eine Volksdemokratie und in der DDR hätten sie mit ihrer Aussage vielleicht recht gehabt.

Re: Re: Nur 2 % für das dritte Lager! Und warum?

vor allem waren sie nicht verwirrt durch viele parteien. sed und gut wars :)

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten Gast: Macchiavelli
23.08.2008 15:48
0

Re: Re: Re: Nur 2 % für das dritte Lager! Und warum?

In der ddr gab es mehr parteien als die sed, nur hat die sed bei jeder wahl "99,6 %" eingefahren

katholik

geehrte presse, springen sie jetzt auch auf den so coolen zug auf, gegen katholiken zu sein? warum schreiben sie "katholiken" in anführungszeichen?

und warum schreiben sie dann nicht auch "moslems" in anführungszeichen? schiß?

es ist ihnen hoffentlich bewußt, daß sich "ca 6 millionen österreicher "katholiken" nennen oder es sogar sind.

dem islam kann man gar nicht tief genug dort hineindrängen, wo die sonne niemals scheint, aber auf die katholiken fest hintreten.

wie ich diesen zeitgeist hasse. auch diese anführungsstriche gehören zur in.länder.fei.ndl.ichkeit.

diesmal keine freundlichen grüße
mc


Re: katholik

Erstens war das vermutlich ein Zitat, das deutlich machen sollte dass Stadler selber seine katholische Gesinnung als Grundlage für die Versöhnung angeführt hat, und zweitens wäre es keine Herabwürdigung von Katholiken im allgemeinen, wenn man bezweifelt ob Stadler als solcher zu sehen ist.

Antworten Gast: Ich
18.08.2008 13:58
0

Re: katholik

katholik steht unter anführungsstrichen, weil es sich um ein zitat von stadler handelt. wäre er protestant, würde "protestant" im artikel stehen. dasselbe gilt für moslem.

zuerst denken, dann schreiben!

Re: Re: katholik

erst lesen, dann .......

mfg
mc

Hat der

Zottel-Hut-STADLER jemals sein Geld außerhalb der Politik verdient?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Re: Hat der

Man kann ja zum Stadler stehen wie man will, aber meines Wissens ist er Rechtsanwalt. Denke schon, daß er auch so seine Mäuse verdienen kann, ganz im Gegensatz zu manch anderem Saugerl in den diversen Parteien, lieber Bergkamerad.

Antworten Antworten Gast: Wähler
18.08.2008 17:44
0

Re: Re: Hat der

Stadler hat gerade einmal das Gerichtsjahr absolviert. Also Rechtsanwalt ist er daher noch lange nicht.
Dafür aber hat er als Politiker noch für das alte (lukrative) Politikerpensionssystem optiert.

Gast: Jack
17.08.2008 22:01
0

Christliche Gesinnung:

Stadler betet jetzt wohl täglich: "Haider, vergib mir meine Schuld wie auch ich vergeb dir deine Schuld ". Das ist zwar im christlichen Sinn sehr löblich, aber in der Poltik doch etwas anrüchig !

 
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