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Grüne Wahlversprechen: Reiche sollen zahlen

27.08.2008 | 18:26 |   (Die Presse)

Vom Gratis-Kindergarten bis zum Gratis-Ölkesseltausch: Auch die Ökopartei setzt auf Wahlzuckerln.

Wien (maf). Auch die Grünen setzen auf Wahlkampfzuckerln: Fünf bis sechs Milliarden Euro kosten die Maßnahmen, die Parteichef Alexander Van der Bellen am Mittwoch vorgestellt hat. Sie sollen einigen Gruppen besonders zu Gute kommen, nämlich jungen Wählern, Frauen und Jungfamilien. Das Programm mit dem Titel „neu beginnen“ setzt dabei auf einige wenige Themen, darunter Ökologie, Frauenpolitik, Bildung, Menschenrechte.

Und das wollen die Grünen im Detail:
•Eine gesetzlich vorgeschriebene und öffentlich geförderte thermische Sanierung von Mietwohnungen.
•Gratis-Umstieg von Öl- auf Pellets- oder Solarheizung für Einfamilienhäuser.
•Öffentliche Verkehrsmittel werden für Kinder, Lehrlinge und Schüler gratis.
•Gratiskindergärten für alle, sowie ein Rechtsanspruch auf ganztägige Kinderbetreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.
•Karenzgeld in der Höhe von 80 Prozent des Einkommens für acht Monate pro Elternteil.
•900 Euro Grundsicherung, gesetzlich festgelegter Mindestlohn von 7,25 Euro pro Stunde.
•Wirtschaftsförderung für Unternehmen nur, wenn dort Frauen gefördert werden.
•Frauenquoten für Unternehmens-Vorstände und Aufsichtsräte.
•Gemeinsame Schule der 6- bis 15-Jährigen.
•200 Mio. Euro jährlich mehr für die Universitäten.
•Bleiberecht für gut integrierte ausländische Familien, leichterer Zugang zur Staatsbürgerschaft.

„Österreich ist am Ende einer Sackgasse angelangt, in die uns Rot-Schwarz in den letzten beiden Jahren manövriert hat“, sagte Van der Bellen. Nun wolle man den Wählern „Gerechtigkeit und Innovation“ anbieten. Das Programm will man in einer Regierung umsetzen, wobei sich Van der Bellen nicht darauf festlegen wollte, was davon Bedingung für eine Koalition sei.

 

Vermögenssteuer soll kommen

Finanzieren wollen die Grünen diese Maßnahmen – der teuerste Brocken ist der Gratis-Kindergarten – über neue Steuern. „Die Wohlhabenden sollen einen Beitrag leisten“, sagte der Parteichef. Er will eine „moderate“ Vermögenssteuer einführen sowie die Erbschaftssteuer reaktivieren. Diese soll mit großzügigen Freibeträgen ausgestattet sein, damit für Eigentumswohnung und Einfamilienhaus keine Steuer zu zahlen ist. Auch gut Verdienende will Van der Bellen zur Kasse bitten: Für Einkommensbestandteile über 100.000 Euro soll es kein steuerbegünstigtes 13. und 14. Monatsgehalt mehr geben.

4,3 Mrd. Euro wollen die Grünen aus diesen Vermögens-Abgaben erlösen. Der Rest soll aus der landesweiten Lkw-Maut kommen.

AUF EINEN BLICK

Die Grünen präsentierten am Mittwoch ihr Wahlprogramm. Dieses konzentriert sich auf einige wenige Themen – von der Ökologie über die Bildungs- bis zur Frauenpolitik.

Enthalten sind auch etliche Wahlzuckerln, etwa der Gratis-Kindergarten oder der kostenlose Heizkessel-Tausch. Finanzieren wollen die Grünen das über neue Vermögenssteuern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2008)


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17 Kommentare
 
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Von Gast: Kein Grüner am 28.08.2008 um 16:16

Grüne sind gegen Leistungsträger etc.

Kein einziges Wort der EINSPARUNG bei den Grünen! Nur anderen das Geld wegnehmen. DAS ist das Programm der Grünen! Adenauer sagte zu den Sozialisten: "Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, daß sie es von anderen haben wollen". Bei den Grünen ist das (leider) 1:1 ebenso. Zum Speiben diese grün kommunistischen, weltfremden Utopisten!
Die gehören alle einmal in die Privatwirtschaft, damit sie sehen wie Wirtschaft, Arbeit etc. funktionieren. Aber von sesselklebenden Beamten, Vertragsbediensteten und Lehrern kann man scheinbar nichts anderes erwarten.

Von Dr.Gernot Stöckl am 28.08.2008 um 15:02

Wie dieser van der Bellen zu seiner Wirtschaftsprofessur gekommen ist, ist mir schleierhaft!

Der Mann kann doch nicht einmal das kleine 1x1!

Von nopod am 28.08.2008 um 14:39

Reiche sind...

... Einkommen mit über 100 000 Euro.

Wer dazu gehört und trotzdem sudert, ist unverschämt.
Aber die Suderanten (Mir gefällt das Wort zu gut) sind ohnedies weit entfernt von diesen Summen.
Hauptsach sudern ;)

Von Gast: GeierSturzflug am 28.08.2008 um 13:29

Gegenfinanzierungsvorschlag

wir sparen einfach die Paddeiansprüche der Grünen und die immensen Kosten der halb- bis vollradikalen Vorfeldorganisationen (zb ATTAC, die wilden Wiesel, Helping Hands, usw. usf) ein und SCHWUPS schon haben wir die Gegenfinanzierung.

Von Gast: nobody am 28.08.2008 um 08:26

2 fragen

a) ab wann gilt jemand bei den grünen als "reich" und

b) warum sollte jemand der reich ist in ö bleiben wenn die steuerlast steigt?

ps: danke faymann für eine neue steigerung des "geld-für-alle" wahlkampfs

Antworten Von Gast: somebody am 28.08.2008 um 13:57

Re: 2 fragen

mr nobody bitte genau lesen: gut Verdienende will Van der Bellen zur Kasse bitten: Für Einkommensbestandteile über 100.000 Euro soll es kein steuerbegünstigtes 13. und 14. Monatsgehalt mehr geben...

"Reiche sollen zahlen" hat Van der Bellen sicher nicht gesagt - man nennt das Schlagzeile im Artikel...ist ja kein zitat oder?

Von Gast: Fips am 28.08.2008 um 07:16

@ Grünlinge

vollkommen absurder Haufen - Grüne, nein Danke !

Von topiltzin am 28.08.2008 um 06:18

"Neu beginnen..."

... nämlich mit dem, was 1989 in Osteuropa auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen worden ist.

Aber wenn "die Reichen" schon diesen ganzen Kram bezahlen sollen, bleibt ihnen dann noch genug Geld übrig, um ihren obergscheiten und von jeder Lebenserfahrung unbeleckten Kindern 10 Jahre Studium zu finanzieren? Da müssen die Grünen aufpassen, sich nicht ins eigene Fleisch zu schneiden. Denn ihre Wähler sind ja meist die verwöhnten Hätschelkinder reicher Großstadtväter...

Von harbard am 28.08.2008 um 06:15

Reiche sollen zahlen

...damit sich die haut-und knochen-glawischnig
...wieder was zum essen kaufen kann!
...die grünossen sollten zu einer "wahlspende" aufrufen.

Von Gast: jemy am 27.08.2008 um 23:54

Frauenpartei

die Grünen mutieren zu einer reinen Frauenpartei. Qutenfrauen bekommen den Job, auch wenn Sie nicht bestgeeignet sind.

Antworten Von grinch am 28.08.2008 um 19:58

Re: Frauenpartei

Da stellt sich die Frage ob Betriebe oder Firmen in Bereichen wo der Frauenanteil sehr gering ist,
technische Sparte zB, dann auch eine übers Haupt bekommen,
nur weil sie einfach keine Frauen finden, in einer männerdominierten Richtung,...

Von Gast: gast am 27.08.2008 um 23:24

Gratis-Altersheim für VdB!!!

Der Alte kann nicht rechnen: So viele Reiche hat Österreich auch wieder nicht, um VdB's Wahlgeschenke zu finanzieren.
Er kann den Wählern alles versprechen, weil die Bundesgrünen sich dem Elchtest einer Regierungsbeteiligung niemals stellen werden. VdB's Zeit ist abgelaufen.
Der geldgierige Sesselkleber wird für die Grünen zunehmend zur Belastung.

Von Gast: Pour le merite am 27.08.2008 um 23:19

Na klar!

Und für jeden der sich den Grünen anschließt, gibts 10.000 € extra.


Antworten Von Gast: Sozial gerecht am 28.08.2008 um 10:26

Re: Na klar!

Ja schon, aber dafür muß er/sie auch drei Zuwanderer bei sich in der Wohnung aufnehmen und grundversorgen, dafür sind die 10.000.- nicht zu viel!

Von beardsley am 27.08.2008 um 22:52

die weit offenen grenzen fehlen noch in der auflistung


Von Gast: Rudolf am 27.08.2008 um 22:42

einige österreichische Spitzenpolitiker

dürften kurz vor der geistigen Umnachtung stehen, der Herr Professor...

Von Mittelstand am 27.08.2008 um 21:18

Art 5 Staatsgrundgesetz

"Das Eigentum ist unverletzlich." Wenn ich die Ideen der Grünen lese, macht es mich unendlich glücklich, dass dieser Satz nicht nur in der Verfassung, sondern auch in der Menschenrechtskonvention steht. Und die hebeln die Grünen selbst mit Werner "Geld spielt keine Rolle" Faymann und den Blue Brothers nicht aus. Vielleicht weiß VdB aber auch von geheimen Ölvorkommen unter dem Neusiedlersee, die uns alle immens reich machen werden. Weil sonst werden seine Wünsche nur in Erfüllung gehen, wenn wir das leistungsunabhängige Volkseinkommen einführen. Bei den heutigen Lohnsteuersätzen sind wir ohnehin bald dort.

 
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