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Anas Schakfeh: „Wir sind nicht entzückt“

29.09.2008 | 21:39 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft: "Selbst wenn man manchmal nicht erfreut über manche Äußerungen ist, geht es uns besser als in anderen Ländern in Europa."

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Die Presse: Wie sieht die muslimische Community den Zuwachs am rechten Rand?

Anas Schakfeh: Selbstverständlich sind wir nicht entzückt. Aber wir haben keine Befürchtungen. Die Rechtsstaatlichkeit wird durch den Wahlerfolg einer Partei, auch einer rechtsgerichteten, nicht abgeschafft. Es werden wohl Maßnahmen getroffen, die den Zuzug erschweren. Da sind wir nicht beunruhigt, denn wir wollen auch keinen unkontrollierten Zuzug. Aber bei Familienzusammenführungen werden wir darüber verhandeln – egal mit welcher Regierung.

Könnte es wieder salonfähig werden, offen gegen Ausländer oder Muslime zu hetzen?

Schakfeh: Bei Schüssel I hat man große Befürchtungen gehabt. Aber es hat keine spürbare Verschlechterung unserer Situation gegeben. Bei Schüssel II haben wir eine sehr konstruktive Zusammenarbeit mit der Regierung gehabt. Es kann sein, dass das Klima rauer wird, aber so gravierend werden sich die Dinge nicht ändern.

Auch nicht, obwohl die FPÖ mit Slogans wie „Daham statt Islam“ fast 20 Prozent erreicht?

Schakfeh: Wir haben immer gewusst, es gibt ein Segment von 15 bis 20 Prozent von Rechtsradikalen, Fremdenfeindlichen. Und die 30 Prozent BZÖ und FPÖ haben wir bei Schüssel I ja auch annähernd schon gehabt.

Gibt es Gespräche mit FPÖ und BZÖ?

Schakfeh: Mit der FPÖ noch nicht, mit dem BZÖ stehen wir schon lange in Kontakt. Selbst Jörg Haider spricht mit der islamischen Gemeinde in Kärnten sehr konstruktiv.

Sie werden doch nicht ein Bauverbot für Minarette als konstruktiv bezeichnen?

Schakfeh: Jörg Haider ist Populist und nutzt jede Gelegenheit, um zu punkten, wenn er in der Bevölkerung eine Stimmung spürt. Aber ich nehme das nicht ernst. Hätten wir wirklich den Plan gehabt, eine Moschee mit Minarett in Kärnten zu bauen, hätten wir mit Haider gestritten. Vor einem dafür zuständigen Gericht. Warum streiten, wenn wir gar kein Bauvorhaben haben? Wenn es darauf ankommt, werden solche Gesetze nicht halten.

In Telfs steht ein Minarett – und die FPÖ ist dort erstmals stärkste Partei geworden.

Schakfeh: Ein Minarett à la Telfs wollen wir gar nicht. Wenn die Bevölkerung darüber entsetzt ist, kann ich das verstehen.

Es geht eher um die politische Symbolkraft – à la Minarett als „Bajonett der Islamisierung“.

Schakfeh: Moscheen, Minarette haben mit Krieg und Politik nichts zu tun. Das sind Gotteshäuser. Einen Kirchenturm bezeichnet man ja auch nicht als Rakete.

Wie sind die Reaktionen aus islamischen Ländern über die Situation in Österreich?

Schakfeh: Es werden Fragen gestellt. Und ich gebe beruhigende Antworten. Selbst wenn man manchmal nicht erfreut über manche Äußerungen ist, geht es uns besser als in anderen Ländern in Europa. Österreich bleibt für Muslime eine sichere Heimat.

Also ist eigentlich gar nichts passiert?

Schakfeh: Es geht uns Muslimen nicht nur um unsere eigenen Angelegenheiten, sondern um das Land – denn wir sind Bürger dieses Landes. Und ich sehe, dass das Regieren in diesem Land schwierig wird.

ZUR PERSON

Anas Schakfeh ist Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Der gebürtige Syrer kam 1964 zum Studieren nach Österreich, 1980 wurde er österreichischer Staatsbürger. Im Oktober 2007 kündigte er an, kein weiteres Mal für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.09.2008)

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17 Kommentare
Gast: Beobachter
30.09.2008 20:35
0 0

Der Islamische und Juedische Hochkommissar

Nun haben sie ihr Verdikt gesprochen. Wann erfahren wir, welcher Teil Oesterreichs IBZ, und welcher JBZ wird? Oder gibt es etwa dann auch gleich eine EUBZ?

steff
30.09.2008 18:40
0 0

Schakfeh

ganz gute aussagen bezüglich zuzug und Minarette, aber muss ich als religiöse minderheit ein grosses gotteshaus haben als islamist?
wie siehts mit dem kirchenbau in islamischen ländern aus? gibt es da keine streitigkeiten?
familienzusammenführung finde ich ein heikles thema, da diese zu oft ausgenutzt wird, genau so wie wenn ein ausländer in österreich ein kind bekommt, und dieses sofor Österreichischer Staatsbürger ist,
und oft sind unsere eigenen medien schuld an der hetze und Geschrei, ZB das profil braun gefärbt, mit schwarzweissen fotos von strache und haider und mit sieg Schrift, warum gibt es den rechtsruck, nicht nur wegen den Reden der Politiker, sondern auch wegen zu vielen Immigranten; Ostbandenkriminalitöt, Schwarzafrikanischen Drogendealern, weil diese sachen sehen die Bürger jeden tag in ihrer Stadt

0 0

Moscheen, Minarette haben mit Krieg und Politik nichts zu tun. Das sind Gotteshäuser.

ein unverschämter lügner. wo ist ein nasser fetzen ?

topiltzin
30.09.2008 13:08
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Was für ein himmelweiter Unterschied ...

... zwischen einem besonnenen und kultivierten Mann wie Schakfeh und den ganzen Proleten wie Häupl ...

Antworten Gast:
30.09.2008 17:30
0 0

wenn Häupl ein Prolet ist, bin ich der Kaiser von China


Kito
30.09.2008 12:02
0 0

Umsichtig

Ein gutes Beispiel dafür, daß Herkunft oder Religionszugehörigkeit wesentlich bedeutungsloser für das Auftreten einer Person sind, als Ausbildung und soziale Herkunft.
Mit Bedacht gewählte Worte, die auf exakt widerspiegeln, was den Unterschied zwischen Integration, Akklimatisation oder Assimiliation ausmacht.

ert
30.09.2008 10:37
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Ein guter Kommentar

Intelligenz und Besonnenheit sind zwei Eigenschaften die unserem Land zeitweise sehr fehlen, insbesondere unter Journalisten. Es freut mich, daß die Presse einem solchen Interview Raum bietet.

Gast: tc_t
30.09.2008 09:44
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tja nicht zufrieden?

es gibt immer ein aus-WEG!!

Gast: Bösewicht
30.09.2008 09:29
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Bravo Herr Professor Präsident Schakfeh

"Moscheen, Minarette haben mit Krieg und Politik nichts zu tun. Das sind Gotteshäuser. Einen Kirchenturm bezeichnet man ja auch nicht als Rakete"

Ja, Herr Professor Präsident, stimmt ja eh alles und wir Österreicher wissen das ja auch, Dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der Medien. Nur sollten Sie das bei Gelegenheit auch Herrn Erdogan sagen. Der glaubt nämlich noch immer: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unserer Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."

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Re: Bravo Herr Professor Präsident Schakfeh

Umso wichtiger ist es, einen aufgeklärten Euro-Islam zu fördern, damit die Islamisten keinen Fuß in die Tür bekommen. Was der Herr Schakfeh für den türkischen Präsidenten können soll, müssen Sie mir noch erklären.

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Re: Re: Bravo Herr Professor Präsident Schakfeh

ich sehe nicht ein wieso wir einen euro islam brauchen, wenn wir schon ein verhältnismäßig aufgeklärtes christentum haben. außerdem ist die vorstellung eines euro-islam eine illusion die durch nichts aber auch gar nichts gestützt wird.

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Re: Re: Bravo Herr Professor Präsident Schakfeh

ach bester herr, so wie erdogan sagt, es gibt keine islamisten, es gibt nur den islam und der basiert auf dem koran. und danach haben sie und ich ganz ganz schlechte karten.

stimmt, mit erdogan hat schakfeh wenig zu tun. umso mehr mit der muslimbruderschaft und den saudis.

was verstehen sie unter euroislam? weglassen der gewaltsuren? geht nicht, ist wortwörtliches diktat allahs und da darf nichts weggelassen werden. gleichwertigkeit von mann und frau? die prügelsure ist allahs befehl. toleranz anderen gegenüber? "siehe, sie sind schlimmer als das vieh", "nimm dir keinen juden + christen zum freund" "und tötet sie, wo immer ihr sie findet".

wer vom koran etwas wegläßt ist kein moslem mehr. und strafe darauf? man staune: der tod.

warum wohl leben bekannte apostaten in europa unter polizeischutz? wegen des euroislam?

mfg
mc

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Re: Re: Bravo Herr Professor Präsident Schakfeh

Verzeihung: Premier, nicht Präsident.

Gast: Sedlnitzky
29.09.2008 22:49
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Auf dieser Seite darf nicht gepostet werden,

denn es konnte um die Interessen von uns Österreichern gehen!

Antworten Gast: tc_t
30.09.2008 01:26
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doch,

nur menschenfeindlichen müll von dir will keiner veröffentlichen

Antworten Antworten Gast: tc_t
30.09.2008 09:43
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Re: doch,

gross tönen, aber von anderen den nick stehlen... kein wunder...

Antworten Antworten Antworten Gast: tc_t
30.09.2008 17:32
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unter diesem nick

poste ich seit über 2 jahren

aber du darfst ihn gerne kopieren

ist mir nicht besonders wichtig

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