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Heinz Fischer: Die Hand an der Regierungswiege

01.10.2008 | 14:09 |   (DiePresse.com)

Besucherreigen bei Bundespräsident Heinz Fischer: Am Mittwoch empfängt er die Chefs von SPÖ und ÖVP, in den folgenden Tagen auch jene von BZÖ, FPÖ und Grünen. Der Präsident ist ein gewichtiger Player bei der Bildung der nächsten Regierung des Landes.

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Wer wird Österreich in Zukunft regieren? Um diese Frage dreht sich nach der Wahl alles in der heimischen Politk. Alle Augen sind dabei auf die Parteichefs gerichtet, die in wohl langen und schwierigen Verhandlungen zu einer Koalitions-Einigung kommen sollen. Doch es gibt noch einen wichtigen Player im Poker rund um die Regierungsbildung: Bundespräsident Heinz Fischer.

Am Mittwoch empfing Fischer das mögliche neue Kanzler-Vizekanzler-Team des Landes: Am Vormittag SP-Chef Werner Faymann, zu Mittag den neuen Mann an der Spitze der ÖVP, Josef Pröll. Donnerstag und Freitag folgen dann noch Treffen mit den Obmännern von FPÖ, BZÖ und den Grünen, Heinz-Christian Strache, Jörg Haider und Alexander Van der Bellen.

Über den Inhalt der Gespräche zwischen dem Bundespräsidenten und Faymann und Pröll drang kaum etwas nach außen. Dass Fischer Fan einer großen Koalition ist, ist allerdings kein Geheimnis. Eine Minderheitsregierung, die Faymann nach eigenen Angaben zwar nicht anstrebt, aber auch nicht ausschließt, wünscht sich der Bundespräsident hingegen nicht.

Bereits am Wahlabend hatte er die Vorzüge einer "stabilen Regierung" gepriesen. Bei dieser bestehe nicht die Gefahr, dass "jede Nationalratssitzung eine Zitterpartie ist, ob nicht ein Misstrauensvotum eine Mehrheit findet". Und Fischer wies am Sonntagabend auch Aussagen Haiders zurück, wonach es nun eine Dreier-Koalition mit dem BZÖ geben müsse und es sich der Bundespräsident nicht werde leisten können, wieder eine große Koalition anzugeloben. Fischers Kommentar dazu: "Der Obmann der viertstärksten Partei hat sicher nicht das Recht, dem Bundespräsidenten Vorschriften zu machen".

Verfassung gibt Präsidenten freie Hand

Und in der Tat hat dem Bundespräsidenten bei der Angelobung der Regierung niemand Vorschriften zu machen. Nach der österreichischen Verfassung ernennt er den Bundeskanzler und gelobt die Regierung an. Bei der Ernennung des Kanzlers hat er theoretisch völlig freie Hand. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Person das passive Wahlrecht zum Nationalrat besitzt.

Es ist allerdings Usus, dass der Bundespräsident den Obmann der mandatsstätksten Partei mit der Regierungsbildung betraut - und das wird Fischer auch diesmal wieder tun. Nach Faymanns Angaben wurde dazu ein Treffen für den 8. Oktober vereinbart. Fischer wartet mit der Beauftragung noch, weil erst am 6. Oktober das Endergebnis der Wahl vorliegen wird - bis dahin muss noch auf das Eintreffen von Wahlkarten aus dem Ausland gewartet werden.

Dann wird Fischer den offiziellen Startschuss für die Koalitionsverhandlungen geben. Wie lange es dauern wird, bis dann Partner für eine Regierung bei Fischer vorstellig werden, steht in den Sternen. Allerdings ist Österreich bis dahin auch nicht führungslos. Bereits am Dienstag war die alte Bundesregierung bei Fischer aufmarschiert und hatte ihren Rücktritt angeboten. Der Bundespräsident nahm diesen entsprechend dem üblichen Prozedere an und betraute die Regierungsmitglieder gleichzeitig mit der Fortsetzung der Amtsgeschäfte bis zur Angelobung der neuen Regierung.

Öffentliche Äußerungen zur Regierungsbildung und seinen Plänen dazu wird es von Fischer in den nächsten Tagen übrigens nicht geben: Der Bundespräsident gibt in der Woche nach der Wahl keine Interviews.

(kron)

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695 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Gast: endlich
03.10.2008 11:05
0 0

endlich

Endlich eine Erkenntnis! Für alles gibt es Frist, nur für die Regierungsbildung nicht..

Apropos Finanzkrise:

wenn börsianer die wahlergebnisse analysieren würden, könnte das so aussehen:

SPÖ = -16%
Stimmen (Kurswert 2006) = 1 663 986
Stimmen (Kurswert 2008) = 1 398 620
Differenz in % (1 398 620 / 1 663 986) = - 16%

ÖVP = -24%
Grüne = -8%
FPÖ = +62%
BZÖ = +164%

Welche Aktien würden jetzt gekauft werden?

Hinweis:
1.) Historische Daten lassen keine Rückschlüsse auf künftige Wertentwicklungen zu

2.) Kaufe wenn der Kurs günstig ist...eine alte Weisheit. Nur, wann ist der Kurs günstig? Und: bei Konkurs ist Kurs = 0

Frage:
Der Nantionalrat soll die Bevölkerung repräsentieren. Warum bleiben dann nicht 22% der Sitze frei?

Alien
02.10.2008 18:07
0 0

Kennen Sie den Unterschied

zwischen dem Weihnachtsmann und dem Faynachtsmann?

Der Weihnachtsmann bringt den Kindern geschenke und nimmt das Geld dafür von den Eltern.

Der Faynachtsmann macht den Erwachsenen Geschenke und läßt die Kinder dann dafür bezahlen.

Antworten amornwan
03.10.2008 21:23
0 0

Re: Kennen Sie den Unterschied

Dumm wer von diesem Faynchtsmann sich beschenken lässt.Bei politruks hat man noch immer selbst bezahlen müssen.

Antworten Tom93
02.10.2008 19:02
0 0

hahahahahaha! hahaaaaaaaaahhaaaahaaha!

HA!
ich kann nicht mehr, echt, sie SIND SOOOOOO LUSTIG! das ist mindestens so gut wie der villacher fasching, ich bedanke mich herzlichst. LELEI!

Antworten Alien
02.10.2008 18:08
0 0

Re: Kennen Sie den Unterschied

ups, sorry für doppelpost.

Antworten Antworten Tom93
02.10.2008 18:43
0 0

Re: Re: Kennen Sie den Unterschied

es war schon einmal zuviel...

Alien
02.10.2008 18:07
1 0

Kennen Sie den Unterschied

zwischen dem Weihnachtsmann und dem Faynachtsmann?

Der Weihnachtsmann bringt den Kindern geschenke und nimmt das Geld dafür von den Eltern.

Der Faynachtsmann macht den Erwachsenen Geschenke und läßt die Kinder dann dafür bezahlen.

Gast: Niederösterreicher
02.10.2008 17:35
1 0

Pröll sollte die plötzliche "Zuneigung" von Faymann mit Vorsicht genießen!

Wie sich immer schon gezeigt hat, ist Faymann jederzeit für eine Volte gut! Die ÖVP unter dem Bauernbündler Pröll läuft schließlich Gefahr, als "Trachtenverein" im Rahmen der SPÖ zu enden. Faymann hat mit seinem Brief an Onkel Hans schon viel "Wendigkeit" gezeigt! Wenn er merkt, daß die ÖVP durch die Konkurrenz des entschlossenen Haider "nichts mehr bringt" und in den Meinungsumfragen abzustürzen droht, bzw. wenn der SPÖ wie damals unter Kreisky weiterren Zulauf von Karrieristen bekommt, wird er sich nicht scheuen, seinen Partner Pröll schmählich mit einer neuen Geliebten, nämlich den Grünen zu hintergehen und ebenfalls Wahlen vom Zaun zu brechen! Ein solche Schwenk ist der SPÖ nicht zuletzt auf Grund ihrer starken Verankerung in AK, FSG, der großen Organisationsdichte in den Betrieben und Sektionen leichter möglich als jeder anderen Partei!

Steininger
02.10.2008 16:01
0 0

Na des wird den Pröll aber freuen.

Seine 2 Vorgänger im Nationalrat. Analog zu den beiden Greisen in der Loge bei der Muppets-Show.
Mit guten Ratschlägen und Ezzes nicht sparend.
Das wird noch lustig....

Gast: Sancho Pansa
02.10.2008 14:17
0 0

Argumente nur blöd!

Ob zwei Regierungspartner miteinander Kaffee trinken (können)...ist irrelevant.
Und ob Herr Pröll schon in Kenia war oder gar Angst vor malaria hat ist siehe oben!

Gast: waehlerwille
02.10.2008 12:48
0 0

gegen eine große Koalition!

www.waehlerwille.at

Gast: Hannibal
02.10.2008 12:16
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Die Nacht ist am schwärzesten bevor dieDämmerung anbricht

die Herrschaft der Oligarchen Dichand-Konrad über die Mittler Häupl und Pröll zu den Marionetten Pröll-Faymann wird eines der dunkelsten Kapitel Österreichs sein. Erst bis das System der Großen Verlierer endgültig diskreditiert ist, wird Österreich frei. Die Problemlösungskapazität der Vorgenannten geht gegen Null, der Unterdrückungsfaktor gegen Unendlich.

Antworten Gast: schumpeter
02.10.2008 14:08
0 0

Re: Die Nacht ist am schwärzesten ...

Die Problemlösungskapazitäten der Alternativen war stets Null, steht bei Null und wird es vermutlich auch in Zukunft sein ...

Antworten Antworten Prolet
03.10.2008 12:18
0 0

Re: Re: Die Nacht ist am schwärzesten ... Bei 00 und Durchfall wird es problematisch;-)


Antworten Gast: Osterhase
02.10.2008 14:02
0 0

Im Gedenken an FJ Strauss

Alt-Pröll = Brutalität des FJ Strauss abzüglich der Intelligenz FJ Strauss zuzüglich 1 Karl May Buch. PS: Karner soll Generalsekretär der ÖVp werden. Da dürfte die Hürde von 15% auch kein Problem mehr sein

Antworten Antworten Gast: Schumpeter
02.10.2008 14:53
0 0

Re: Im Gedenken ...

Gerhard Karner hätte Problemlösungskapazität ... ist zudem jung, dynamisch, erfolgreich. Kleines Handycap: wohnt einen Steinwurf entfernt von Dollfußens Geburtshaus ...

Gast: ökono-mist
02.10.2008 12:12
0 0

"Malaria Democrazia": Die Große Koalition IST die Malaria (=Schlafkrankheit) der Demokratie!


Um das zu diagnostizieren, bedarf es nicht einmal eines Schlaflabors!

In einer solchen Konstellation schlafen vor allem jene (weiterhin) süß, denen es ein letztes Mal gelingt, diese - für nunmehr 5 Jahre! - durchzuboxen!

Die Opposition hingegen ist zum Dösen verdammt, weil sie fast keine demokratiewirksamen Rechte hat.

Und das Parlament (k)nickt ein, weil es wiederum zum Abnicken verdammt wird.

Das Erwachen wird jedoch ein böses sein: Die "Partita Malaria Democrazia" [=(W)SPÖVP(NÖ) alt] wird dann nämlich feststellen müssen, daß sie ihre Proponenten nicht mehr länger unter (Arten-)Schutz stellen kann, weil sie im Schlaf in der Wählergunst weit unter 50 % gefallen sein wird.

Deswegen verlegen sich auch alle (offenen und geheimen) Projektbetreiber auf die Stilfrage! Und malen groß "SoKo GroKo neu, neuer, am allerneuesten" an die Medienwand.

Damit nur ja kein aufrechter Schwarzer VOR der Nominierung eines gemeinsamen Hofburg-Kandidaten munter wird...

Na dann: Psst!

ujvar
02.10.2008 11:36
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Koalition Rot-Schwarz

Bitte lasst die SPÖ alleine regieren. Nur so entsteht Verantwortung. Für gute Gesetze werden sich Mehrheiten finden, natürlich auch für Unsinne - wie zumeist in der grossen Koalition.

Antworten violet
02.10.2008 12:19
0 0

Re: Koalition Rot-Schwarz

An sich würde ich das auch so sehen (auch wenn ich nicht sehr glücklich mit einer SPÖ-Regierung bin). Nur befürchte ich, dass es dann alle anderen Parteien darauf abgesehen haben werden, der SPÖ eines auszuwischen, sodass wieder keine sinnvollen Gesetze beschlossen werden :(
Denn im Moment scheint in der österreichischen Politik konstruktive Arbeit nicht zu zählen, leider.

Gast: Napolitano
02.10.2008 11:19
0 0

Der Clan der Sizilianer

Nach derzeitigen Medienberichten dürfte sich der Juniorpartner in seiner Zusammensetzung aus einem Clan der Niederösterreicher mit Clan Chef Alt Pröll rekrutieren. Da freut sich der Wähler einmal mehr über das Märchen der offenen Gesellschaft.

Gast: Skeptiker
02.10.2008 11:09
0 0

Rot- schwarz-grün

ist doch die Flagge Afghanistans. Kabul-Koalition??

Antworten Gast: Harald der Heraldiker
02.10.2008 12:23
0 0

Re: Rot- schwarz-grün

ja ja geschätzter Kollege Fähnrich von Flaggenberg, wie recht sie haben. Wenn wir schon unter uns sind: In Afghanistan stehen die Balken aufrecht von links nach rechts "schwarz-rot-grün", bei Kenia liegen die Balken von oben nach unten "schwarz-rot-grün", ebenso bei Malawi.

Viel exotischer und auch passender die St Kitts und Nevis-Koalition (schräge Anordnung: links oben massiv Grün, in der Mitte von rechts nach links stark abfallend Schwarz und rechts unten ein Häuflein Rot.)

Oder die Armenien-Variante: Rot-blau-orange!
Oder die Marokko-Koalition (leider rechnerisch nicht möglich): Grüner Stern auf rotem Grund.
Oder aber die theoretiker Koalitionen Tansania (Grün-schwarz-blau) und Namibia (blau-rot-grün)
Namibia: Blau-rot-grün

Aber alle Fachsimpelei kann Sie und mich, lieber Freund, nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir ja doch wieder die Papua-Neuguinea-Koalition bekommen: Schwarz und Rot teilen sich flaggenübergreifend alles augenzwinkernd halb und halb aufgeteilt.

Tom93
02.10.2008 11:02
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mitb pröll an der spitze hätte schwarz-blau-orange einen besseren start

als mit molterer. würde die schüssel-garde ein solche konstellation einfädeln, dann hätte das den haut-gout einer restauration, mit dem jungen pröll an der spitze wäre es ein aufbruch zu neuen ufern.

je länger ich darüber nachdenke, desto weniger verstehe ich, warum pröll so auf rot-schwarz fixiert sein soll. erscheint mir nicht ganz wahrscheinlich, der will ja wohl auch macht&wahlerfolge, so wie andere politiker auch. und mit haider&strache kann er wieder an die alte schwarz-blaue herrlichkeit anknüpfen und die kernwählerschaft zufriedenstellen. und bundeskanzler wäre er auch aus dem stand heraus, den faymann ausgebremst, und damit sogar mit plus-punkten bei standard, falter &co. eine regierung der nationalen rettung vor dem bösen dichand sozusagen. ein schulterschluß II!

was spricht dagegen?

Antworten modestus
02.10.2008 12:45
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Re: mitb pröll an der spitze hätte schwarz-blau-orange einen besseren start

peppi prölls onkel ist fundamentalistischer GORKO!!!!

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owe...

pröll, der spö-oberkuschler, besetzt die partei mit lauter leuten, die noch weniger charisma, fähigkeiten, rückgrat und profil als er haben.
der ideale junior-partner für faymann: steigbügelhalter für das große spö-comeback
einfach nur widerlich.

Antworten ujvar
02.10.2008 12:04
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Re: owe...

Ich fürchte dass ist nahe der Wahrheit. Wenn es politische VERANTWORTUNG gibt in diesen spätdemokratischen Zeiten, dann lasst die SPÖ regieren und sich für ordentliche Gesetze Mehrheiten suchen, statt dieser sattsam, ekelhaft, anrüchig uns bekannten Packelei der "Grossen".

 
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