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Regierungsbildung: Faymann drängt zur Eile

01.10.2008 | 19:15 |   (Die Presse)

Der SPÖ-Chef erwartet für kommenden Mittwoch den Auftrag des Bundespräsidenten. Heinz Fischer kritisierte gestern erstmals offen den rot-blau-orangen Antrag für EU-Volksabstimmungen.

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WIEN (red./APA). Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch beim Verfassungstag den von SPÖ, FPÖ und BZÖ unterstützten Initiativantrag, in dem Volksabstimmungen über alle wesentlichen Änderungen der vertraglichen Grundlagen der EU Union verlangt werden, erstmals offen kritisiert. „Hier wurde ein unbestimmter Gesetzesbegriff verwendet, der unter Garantie in konkreten Fällen zur Quelle heftiger Auseinandersetzungen und schwieriger verfassungsrechtlicher Streitfragen werden würde", sagte Heinz Fischer.

Der Antrag hatte bei der Sondersitzung des Nationalrats am 24. September nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten - die ÖVP hatte nicht zugestimmt. „Ich würde auch für die Zukunft dringend raten, die Verwendung unbestimmter Gesetzesbegriffe als Grundlage für die Entscheidung wichtiger staatspolitische Fragen mit größter Sorgfalt zu überlegen und nur unter Einbeziehung des Rates von Verfassungsexperten in Angriff zu nehmen", mahnte Fischer.

Die Parteichefs geben sich derzeit beim Bundespräsidenten die Türklinke in die Hand. Eineinhalb Stunden sprach Mittwochvormittag SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann mit Fischer in der Hofburg über das Nationalratswahlergebnis. Danach erklärte der SPÖ-Chef: Er gehe davon aus, am 8. Oktober den Auftrag zur Regierungsbildung zu erhalten - ein Termin sei mit dem Bundespräsidenten vereinbart.

Unmittelbar danach will Faymann die ÖVP zu Verhandlungen einladen, denn andere Koalitionsvarianten sieht er weiterhin nicht. Er habe ein gutes Gefühl, dass eine Regierung mit der ÖVP zustande komme, erklärte Faymann: „Ich weiß aber auch, dass es in der ÖVP viele Skeptiker gibt." Deshalb werde er der Volkspartei bestimmt „keine oberlehrerhaften Ratschläge" erteilen, um die Situation nicht noch weiter zu belasten.

„Vor Mitte, Ende November schwierig"

Der SPÖ-Vorsitzende drängt auf eine rasche Regierungsbildung: Angesichts der Finanzmarktkrise brauche man eine handlungsfähige Regierung. Wann eine Koalition frühestens stehen könne? „Vor Mitte, Ende November, wird es schwierig werden, eine Regierung zusammenzubringen."

Nach Faymann war der geschäftsführende Obmann der ÖVP an der Reihe: Eine knappe Stunde dauerte das Treffen Josef Prölls mit Fischer, der danach ebenso wie nach dem Gespräch mit Faymann keine Stellungnahme abgab. Josef Pröll war hingegen um Klarstellung bemüht: Die Volkspartei habe sich keinesfalls auf eine Große Koalition festgelegt. Er habe dem Bundespräsidenten auch mitgeteilt, dass es einen ÖVP-Vorstandsbeschluss gebe, wonach alle Optionen zu prüfen seien - auch der Gang der ÖVP in die Opposition.

Einer schwarz-blau-orangen Koalition begegnet Pröll mit Skepsis - ohne sich aber festzulegen. Das sei eine „arithmetische Möglichkeit, die nach wie vor im Raum steht". Allerdings könnten die Parteichefs von FPÖ und BZÖ, Heinz-Christian Strache und Jörg Haider, nicht einmal einen Kaffee miteinander trinken. Von einer sogenannten „Kenia-Koalition" (Rot-Schwarz-Grün, den kenianischen Landesfarben entsprechend), die zuletzt zusätzlich ins Spiel gebracht wurde, ist der geschäftsführende ÖVP-Chef alles andere als begeistert: „Ich war noch nicht in Kenia und habe auch Angst vor Malaria."

Geheimtreffen Faymann-Pröll?

Faymann und Pröll dementierten unisono, dass es bereits gestern einen ersten Gesprächstermin zwischen ihnen beiden gegeben habe. Der „Presse" wurde jedoch aus Insider-Kreisen berichtet, dass für den Abend sehr wohl ein geheimes Treffen geplant war. Fix sind drei andere Termine: Heute, Donnerstag, empfängt der Bundespräsident die Parteichefs von FPÖ und BZÖ, Strache und Haider. Am Freitag ist Grünen-Chef Alexander Van der Bellen zu Gast in der Hofburg. Für kommenden Dienstag sind dann die Sozialpartner und das Nationalratspräsidium geladen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2008)

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695 Kommentare
 
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Gast: endlich
03.10.2008 11:05
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endlich

Endlich eine Erkenntnis! Für alles gibt es Frist, nur für die Regierungsbildung nicht..

Apropos Finanzkrise:

wenn börsianer die wahlergebnisse analysieren würden, könnte das so aussehen:

SPÖ = -16%
Stimmen (Kurswert 2006) = 1 663 986
Stimmen (Kurswert 2008) = 1 398 620
Differenz in % (1 398 620 / 1 663 986) = - 16%

ÖVP = -24%
Grüne = -8%
FPÖ = +62%
BZÖ = +164%

Welche Aktien würden jetzt gekauft werden?

Hinweis:
1.) Historische Daten lassen keine Rückschlüsse auf künftige Wertentwicklungen zu

2.) Kaufe wenn der Kurs günstig ist...eine alte Weisheit. Nur, wann ist der Kurs günstig? Und: bei Konkurs ist Kurs = 0

Frage:
Der Nantionalrat soll die Bevölkerung repräsentieren. Warum bleiben dann nicht 22% der Sitze frei?

Alien
02.10.2008 18:07
0 0

Kennen Sie den Unterschied

zwischen dem Weihnachtsmann und dem Faynachtsmann?

Der Weihnachtsmann bringt den Kindern geschenke und nimmt das Geld dafür von den Eltern.

Der Faynachtsmann macht den Erwachsenen Geschenke und läßt die Kinder dann dafür bezahlen.

Antworten amornwan
03.10.2008 21:23
0 0

Re: Kennen Sie den Unterschied

Dumm wer von diesem Faynchtsmann sich beschenken lässt.Bei politruks hat man noch immer selbst bezahlen müssen.

Antworten Tom93
02.10.2008 19:02
0 0

hahahahahaha! hahaaaaaaaaahhaaaahaaha!

HA!
ich kann nicht mehr, echt, sie SIND SOOOOOO LUSTIG! das ist mindestens so gut wie der villacher fasching, ich bedanke mich herzlichst. LELEI!

Antworten Alien
02.10.2008 18:08
0 0

Re: Kennen Sie den Unterschied

ups, sorry für doppelpost.

Antworten Antworten Tom93
02.10.2008 18:43
0 0

Re: Re: Kennen Sie den Unterschied

es war schon einmal zuviel...

Alien
02.10.2008 18:07
1 0

Kennen Sie den Unterschied

zwischen dem Weihnachtsmann und dem Faynachtsmann?

Der Weihnachtsmann bringt den Kindern geschenke und nimmt das Geld dafür von den Eltern.

Der Faynachtsmann macht den Erwachsenen Geschenke und läßt die Kinder dann dafür bezahlen.

Gast: Niederösterreicher
02.10.2008 17:35
1 0

Pröll sollte die plötzliche "Zuneigung" von Faymann mit Vorsicht genießen!

Wie sich immer schon gezeigt hat, ist Faymann jederzeit für eine Volte gut! Die ÖVP unter dem Bauernbündler Pröll läuft schließlich Gefahr, als "Trachtenverein" im Rahmen der SPÖ zu enden. Faymann hat mit seinem Brief an Onkel Hans schon viel "Wendigkeit" gezeigt! Wenn er merkt, daß die ÖVP durch die Konkurrenz des entschlossenen Haider "nichts mehr bringt" und in den Meinungsumfragen abzustürzen droht, bzw. wenn der SPÖ wie damals unter Kreisky weiterren Zulauf von Karrieristen bekommt, wird er sich nicht scheuen, seinen Partner Pröll schmählich mit einer neuen Geliebten, nämlich den Grünen zu hintergehen und ebenfalls Wahlen vom Zaun zu brechen! Ein solche Schwenk ist der SPÖ nicht zuletzt auf Grund ihrer starken Verankerung in AK, FSG, der großen Organisationsdichte in den Betrieben und Sektionen leichter möglich als jeder anderen Partei!

Steininger
02.10.2008 16:01
0 0

Na des wird den Pröll aber freuen.

Seine 2 Vorgänger im Nationalrat. Analog zu den beiden Greisen in der Loge bei der Muppets-Show.
Mit guten Ratschlägen und Ezzes nicht sparend.
Das wird noch lustig....

Gast: Sancho Pansa
02.10.2008 14:17
0 0

Argumente nur blöd!

Ob zwei Regierungspartner miteinander Kaffee trinken (können)...ist irrelevant.
Und ob Herr Pröll schon in Kenia war oder gar Angst vor malaria hat ist siehe oben!

Gast: waehlerwille
02.10.2008 12:48
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gegen eine große Koalition!

www.waehlerwille.at

Gast: Hannibal
02.10.2008 12:16
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Die Nacht ist am schwärzesten bevor dieDämmerung anbricht

die Herrschaft der Oligarchen Dichand-Konrad über die Mittler Häupl und Pröll zu den Marionetten Pröll-Faymann wird eines der dunkelsten Kapitel Österreichs sein. Erst bis das System der Großen Verlierer endgültig diskreditiert ist, wird Österreich frei. Die Problemlösungskapazität der Vorgenannten geht gegen Null, der Unterdrückungsfaktor gegen Unendlich.

Antworten Gast: schumpeter
02.10.2008 14:08
0 0

Re: Die Nacht ist am schwärzesten ...

Die Problemlösungskapazitäten der Alternativen war stets Null, steht bei Null und wird es vermutlich auch in Zukunft sein ...

Antworten Antworten Prolet
03.10.2008 12:18
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Re: Re: Die Nacht ist am schwärzesten ... Bei 00 und Durchfall wird es problematisch;-)


Antworten Gast: Osterhase
02.10.2008 14:02
0 0

Im Gedenken an FJ Strauss

Alt-Pröll = Brutalität des FJ Strauss abzüglich der Intelligenz FJ Strauss zuzüglich 1 Karl May Buch. PS: Karner soll Generalsekretär der ÖVp werden. Da dürfte die Hürde von 15% auch kein Problem mehr sein

Antworten Antworten Gast: Schumpeter
02.10.2008 14:53
0 0

Re: Im Gedenken ...

Gerhard Karner hätte Problemlösungskapazität ... ist zudem jung, dynamisch, erfolgreich. Kleines Handycap: wohnt einen Steinwurf entfernt von Dollfußens Geburtshaus ...

Gast: ökono-mist
02.10.2008 12:12
0 0

"Malaria Democrazia": Die Große Koalition IST die Malaria (=Schlafkrankheit) der Demokratie!


Um das zu diagnostizieren, bedarf es nicht einmal eines Schlaflabors!

In einer solchen Konstellation schlafen vor allem jene (weiterhin) süß, denen es ein letztes Mal gelingt, diese - für nunmehr 5 Jahre! - durchzuboxen!

Die Opposition hingegen ist zum Dösen verdammt, weil sie fast keine demokratiewirksamen Rechte hat.

Und das Parlament (k)nickt ein, weil es wiederum zum Abnicken verdammt wird.

Das Erwachen wird jedoch ein böses sein: Die "Partita Malaria Democrazia" [=(W)SPÖVP(NÖ) alt] wird dann nämlich feststellen müssen, daß sie ihre Proponenten nicht mehr länger unter (Arten-)Schutz stellen kann, weil sie im Schlaf in der Wählergunst weit unter 50 % gefallen sein wird.

Deswegen verlegen sich auch alle (offenen und geheimen) Projektbetreiber auf die Stilfrage! Und malen groß "SoKo GroKo neu, neuer, am allerneuesten" an die Medienwand.

Damit nur ja kein aufrechter Schwarzer VOR der Nominierung eines gemeinsamen Hofburg-Kandidaten munter wird...

Na dann: Psst!

ujvar
02.10.2008 11:36
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Koalition Rot-Schwarz

Bitte lasst die SPÖ alleine regieren. Nur so entsteht Verantwortung. Für gute Gesetze werden sich Mehrheiten finden, natürlich auch für Unsinne - wie zumeist in der grossen Koalition.

Antworten violet
02.10.2008 12:19
0 0

Re: Koalition Rot-Schwarz

An sich würde ich das auch so sehen (auch wenn ich nicht sehr glücklich mit einer SPÖ-Regierung bin). Nur befürchte ich, dass es dann alle anderen Parteien darauf abgesehen haben werden, der SPÖ eines auszuwischen, sodass wieder keine sinnvollen Gesetze beschlossen werden :(
Denn im Moment scheint in der österreichischen Politik konstruktive Arbeit nicht zu zählen, leider.

Gast: Napolitano
02.10.2008 11:19
0 0

Der Clan der Sizilianer

Nach derzeitigen Medienberichten dürfte sich der Juniorpartner in seiner Zusammensetzung aus einem Clan der Niederösterreicher mit Clan Chef Alt Pröll rekrutieren. Da freut sich der Wähler einmal mehr über das Märchen der offenen Gesellschaft.

Gast: Skeptiker
02.10.2008 11:09
0 0

Rot- schwarz-grün

ist doch die Flagge Afghanistans. Kabul-Koalition??

Antworten Gast: Harald der Heraldiker
02.10.2008 12:23
0 0

Re: Rot- schwarz-grün

ja ja geschätzter Kollege Fähnrich von Flaggenberg, wie recht sie haben. Wenn wir schon unter uns sind: In Afghanistan stehen die Balken aufrecht von links nach rechts "schwarz-rot-grün", bei Kenia liegen die Balken von oben nach unten "schwarz-rot-grün", ebenso bei Malawi.

Viel exotischer und auch passender die St Kitts und Nevis-Koalition (schräge Anordnung: links oben massiv Grün, in der Mitte von rechts nach links stark abfallend Schwarz und rechts unten ein Häuflein Rot.)

Oder die Armenien-Variante: Rot-blau-orange!
Oder die Marokko-Koalition (leider rechnerisch nicht möglich): Grüner Stern auf rotem Grund.
Oder aber die theoretiker Koalitionen Tansania (Grün-schwarz-blau) und Namibia (blau-rot-grün)
Namibia: Blau-rot-grün

Aber alle Fachsimpelei kann Sie und mich, lieber Freund, nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir ja doch wieder die Papua-Neuguinea-Koalition bekommen: Schwarz und Rot teilen sich flaggenübergreifend alles augenzwinkernd halb und halb aufgeteilt.

Tom93
02.10.2008 11:02
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mitb pröll an der spitze hätte schwarz-blau-orange einen besseren start

als mit molterer. würde die schüssel-garde ein solche konstellation einfädeln, dann hätte das den haut-gout einer restauration, mit dem jungen pröll an der spitze wäre es ein aufbruch zu neuen ufern.

je länger ich darüber nachdenke, desto weniger verstehe ich, warum pröll so auf rot-schwarz fixiert sein soll. erscheint mir nicht ganz wahrscheinlich, der will ja wohl auch macht&wahlerfolge, so wie andere politiker auch. und mit haider&strache kann er wieder an die alte schwarz-blaue herrlichkeit anknüpfen und die kernwählerschaft zufriedenstellen. und bundeskanzler wäre er auch aus dem stand heraus, den faymann ausgebremst, und damit sogar mit plus-punkten bei standard, falter &co. eine regierung der nationalen rettung vor dem bösen dichand sozusagen. ein schulterschluß II!

was spricht dagegen?

Antworten modestus
02.10.2008 12:45
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Re: mitb pröll an der spitze hätte schwarz-blau-orange einen besseren start

peppi prölls onkel ist fundamentalistischer GORKO!!!!

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owe...

pröll, der spö-oberkuschler, besetzt die partei mit lauter leuten, die noch weniger charisma, fähigkeiten, rückgrat und profil als er haben.
der ideale junior-partner für faymann: steigbügelhalter für das große spö-comeback
einfach nur widerlich.

Antworten ujvar
02.10.2008 12:04
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Re: owe...

Ich fürchte dass ist nahe der Wahrheit. Wenn es politische VERANTWORTUNG gibt in diesen spätdemokratischen Zeiten, dann lasst die SPÖ regieren und sich für ordentliche Gesetze Mehrheiten suchen, statt dieser sattsam, ekelhaft, anrüchig uns bekannten Packelei der "Grossen".

 
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