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Voggenhuber-Kritik: "Pferd von hinten aufgezäumt"

03.10.2008 | 15:09 |   (DiePresse.com)

Der EU-Abgeordnete kritisiert, dass die Abstimmung im Bundeskongress über Glawischnigs Bestellung durch die Entscheidung im Parteivorstand "präjudiziert" worden sei.

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Scharfe Kritik an der Vorgangsweise der Grünen bei ihrem Führungswechsels übte der EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber am Freitag. Mit der Designierung von Eva Glawischnig zur Nachfolgerin des scheidenden Parteichefs Alexander Van der Bellen beim Bundesparteivorstand habe man das "Pferd von hinten aufgezäumt".

Die Entscheidung muss zwar noch vom Grünen Bundeskongress bestätigt werden. Mit der Verkündung der heutigen Entscheidung würde die Abstimmung beim Bundeskongress aber "präjudiziert", beklagte Voggenhuber. Die Abstimmung würde dadurch zu Scheinwahlen degradiert.

Damit agierten die Grünen wie die etablierten Parteien, man bewege sich weiter hin zu mehr Demokratieabbau, so Voggenhuber. Auf die Frage, ob er Glawischnigs Bestellung als fix ansehe, sagte er: "Ich denke, dass es gelaufen ist". Schließlich sei die Hürde durch diese Vorgangsweise für eventuelle Gegenkandidaten nun sehr hoch.

Zu Glawischnigs Qualifikation wollte sich Voggenhuber nicht direkt äußern. Er betonte jedoch, dass sie den bisherigen Weg der Partei mit zu verantworten habe. Sie sei allerdings noch "jung genug, falsche Wege zu verlassen".

Voggenhuber will Kurs der Partei ändern

Generell äußerte Voggenhuber seinen Unmut darüber, dass man bereits jetzt über Personalfragen diskutiert habe. Dies sei natürlich auch wichtig, es gelte aber vielmehr am Kurs der Partei etwas zu ändern. Er habe bereits vor den Wahlen prophezeit, dass in einer Zeit, wo staatstragende Parteien immer mehr verfallen und die Wählerschaft hierzulande an den rechten Rand rückt, die Grünen unzureichende Gegenkonzepte vorgelegt hätten. Er sprach von "Schönwetter-Konzepten", die in der Vergangenheit funktioniert hätten, nun müsse die "Entpolitisierung" der Grünen aber ein Ende haben.

Auf die Frage, ob er selbst beim Grünen Bundeskongress für das Amt des Parteichefs kandidieren wolle, sagte er, dass die "Sympathiewerte derzeit nicht gut sind, wenn der Prophet recht bekommt".

Die Debatte rund um eine Grüne Regierungsbeteiligung in einer sogenannten "Kenia-Koalition" findet Voggenhuber absurd. Das sei so wie wenn jemand eingegipst im Unfallkrankenhaus liege und darüber nachdenke, ob er an der Olympiade teilnimmt.

 

(APA)

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8 Kommentare
roger
03.10.2008 18:30
0 0

Zureiten

Pferd von hinten aufgezäumt - Glawischnig sei noch "jung genug, falsche Wege zu verlassen"

Also muss Sie nur richtig zugeritten werden? Womit wir wieder bei den Tierschützern wären.

Gast: AEIOU.
03.10.2008 18:08
0 0

Aus einem fernen Lande.

Es ruft aus einem fernen Lande:
"Was ihr da treibt ist eine Schande.
Bar jeder Logik und Vernunft.
Ihr seid ein Makel für die Zunft."
Es stünde diesem Mann
die Selbsterkenntnis besser an.
Und wenn es gibt irgendwo Aas,
die Schmeißfliegen stets wissen das.
Sie kommen aus der Ferne dann.
Zum Festmahl schwirren sie heran.
Sie delektieren sich am stinkigen Gekröse.
Und das mit Verve und Getöse.


Gast: grubenhund
03.10.2008 17:46
0 0

... "jung genug, falsche Wege zu verlassen".

Habe meine Zockerambitionen seinerzeit in Baden begraben, ansonsten würde ich jede Wette eingehen, daß die Modepuppe aus der grünen Truppe uns die Schweinsbratenschwester von Schwarz bald vergessen lassen wird.

NeroRosso
03.10.2008 17:27
0 0

Da hat der Voggenhuber Recht

aber wenn man das Hufe Scharren der Eva G, in den letzten Jahren bemerkt hat, war es ja nur eine Frage der Zeit, wann es soweit kommt.

Nur ist diese Frau keine(!) geeignete Zukunfts-Alternative, da zunächst neue Ideen und Konzepte gefragt sind und nicht eine fast fanatisches Wiederholen von ökologisch verbrämten Menschenrechtsfragen - so wichtig die auch sind.

Zu spät ist meines Erachtens - auch bei den Grünen - der Problembereich Generationen inkl. Bildung/Gesundheit etc. laut und deutlich(!)- so dass es auch der strapazierte "Mann/Frau von der Straße" versteht - ins Gespräch gebracht worden.


Gast: bla
03.10.2008 16:53
0 0

Traurig...

...aber wahr. und dennoch nicht nur eine gute, sondern auch wichtige Entscheidung. Vdb zu einer Marke zu stilisieren hat nicht funktioniert, die Wähler waren gegen eine "hippe" 11jahre alte Bobo-Marke.
Ein guter Mann geht, der eine für die Grünen solide Basis erarbeitet und der Stabilität gebracht hat - die hoffentlich jetzt nicht verloren geht. Aber frischen Wind braucht die Partei, das find ich als Grün-Wähler genauso und finde daher seine Entscheidung gut und harre der dinge...

Gast: liberaler
03.10.2008 16:14
0 0

Danke für die richtige Einschätzung!

Schade, daß sie erst jetzt zu dieser vollkommen richtigen Einschätzung kommen Herr Voggenhuber!

Die Entpolitisierung und die Unkenntnis von historischen
Zusammenhängen sind die eigentliche Ursache für den Rechtsruck in Österreich!
Speziell die Grünen sollten sich deshalb von ihrer Lifestyleperformance endlich verabschieden - Glawischnig ist prototypisch für "entpolitisiertes" Handeln und Wandeln - als Wähleri/n wußte man/frau nie, wofür VdB und Glawischnig wirklich stehen.
Der Schmusekurs in die Regierung wurde bestraft -
das LIFbashing in letzter Sekunde war nur der Gipfel einer absurden Entwicklung.
Glawischnig wurde wie VdB diesmal abgewählt -
eigentlich unlogisch sie jetzt als Nachfolgerin zu inthronisieren!
Aber was ist noch logisch in dieser Partei?

Gast: Graf Gudenus
03.10.2008 15:30
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von hinte(r)n,

dies bedeutet hier ... ? Vicherl schlägt nach rückwärts aus. Vicherl ist ... ? Der zu erschlagene ist ...?

Des Ritters Vich, daher nähert man sich diesem von vorne. Ausser man ist ein Advokat, der nur für die Note rittert! Spesencavaliere

Gast: my2cent
03.10.2008 15:22
0 0

Voggen... who?