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Claudia Haider - Sein wahrer Lebensmensch

17.10.2008 | 17:09 |  Von Oliver Pink (DiePresse.com)

Alle Augen sind auf Haiders Witwe Claudia gerichtet. Sie könnte auch dessen politisches Erbe antreten.

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Sie war – neben seiner Mutter – Jörg Haiders wahrer Lebensmensch: Ehefrau Claudia. Die Tiroler Försterstochter, geboren in Lenggries (Bayern), war 18 Jahre alt und hatte eben ihr Publizistikstudium begonnen, als sie auf einem Ball Jörg Haider kennenlernte. 1976 wurde in Bad Goisern geheiratet, das erste Kind war unterwegs: Tochter Ulrike. Drei Jahre später kam Cornelia zur Welt.s

Claudia Haider ging mit ihrem Mann nach Kärnten. Anfangs bescheiden im Hintergrund, kümmerte sie sich um die Familie, steckte zurück. Erst später begann sie sich zu entfalten – karitativ und künstlerisch. Sie holte den Studienabschluss nach, in Psychologie an der Uni Klagenfurt. Heute ist Claudia Haider, die Freunde als „im Denken bürgerlich, aber unorthodox“ beschreiben, das, was man umtriebig nennt: Gründerin eines Jagdhornbläserinnen-Ensembles, Vorstand der Kärntner Jägerschaft, einige Zeit sogar Vizepräsidentin des SK Austria Kärnten, Präsidentin des Kärntner Frauen-Lions-Clubs, Managerin des Familienbesitzes im Bärental. Eine begnadete Netzwerkerin.

Zwölf Jahre war Claudia Haider selbst politisch aktiv, als FPÖ-Gemeinderätin in Feistritz im Rosental. Als sie 1997 als Bürgermeisterkandidatin antrat, war sie gegen den sozialdemokratischen Amtsinhaber aber chancenlos. Die gute Nachrede blieb jedoch. So meinte der österreichische Botschafter in Laibach, Valentin Inzko, einmal in einem Interview: „Claudia Haider hat als Gemeinderätin in meiner Heimatgemeinde Feistritz nach jahrzehntelangen Blockaden anderer für einen mehrsprachigen Kindergarten gestimmt.“

Die für sie unerwartet heftigen Demos während der Wendezeit 2000 sollen Claudia Haider so zugesetzt haben, dass sie ihrem Mann zum Rückzug nach Kärnten riet. Später bestärkte sie ihn allerdings bei seinen bundespolitischen Comeback-Versuchen.

Heute, bei der Trauerzeremonie in Klagenfurt, wird Claudia Haider wider Willen im Mittelpunkt stehen. Es gibt nicht wenige, die sich das auch für die Zukunft wünschen. Denn wenn jemand das Vermächtnis Jörg Haiders authentisch weitertragen könnte, dann Claudia Haider. Die in der Bevölkerung beliebte, weil unprätentiöse und herzliche „Landesmutter“ wäre die Integrationsfigur für die Anhängerschaft Jörg Haiders.

 

("Die Presse" Printausgabe vom 18. Oktober 2008)

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