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2009 explodiert das Budgetdefizit

29.10.2008 | 18:13 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Höhere Arbeitslosigkeit und teure Konjunktur-Programme kosten mehrere Milliarden. Bei Bankenkrise droht Defizit bis zu zehn Prozent, Maastricht-Kriterien sind „gestorben“.

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Wien. Bei ihrem „Kassasturz“ ist die Regierung am Mittwoch von deutlich steigenden Defiziten für 2009 ausgegangen. Die Maastricht-Grenze (Neuverschuldung maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts) dürfte nicht zu halten sein. Welche Konsequenzen hat das? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

1. Auf welche Budgetdefizite muss sich Österreich einstellen?

„Geplant“ war für 2009 ein „Maastricht“-Defizit von 0,9 Prozent des BIP. Weil die Steuereinnahmen sinken, die Arbeitslosigkeit steigt, Banken gerettet und Konjunkturpakete geschnürt werden müssen, geht die Regierung jetzt von mindestens drei bis vier Prozent aus (das wären gut zehn Milliarden Euro). Sollte auch nur ein Teil des Bankenrettungspakets schlagend werden, dann könnte das Defizit durchaus auf zehn Prozent hochschnellen.

 

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2. Was passiert, wenn das „Bankenpaket“ schlagend wird?

Für die Bankenrettung stehen 100 Milliarden Euro bereit, davon 15 Milliarden in Form von Beteiligungskapital. 100 Milliarden entsprechen annähernd einem Drittel des BIP. Sollte das gesamte Paket 2009 gebraucht werden (wovon Experten aber nicht ausgehen), dann würde das das Budgetdefizit um mehr als 30 Prozentpunkte hochschnellen lassen. Wahrscheinlich ist, dass die Banken 2009 „nur“ den größeren Teil der 15 Beteiligungsmilliarden in Anspruch nehmen. Das wird das Budgetdefizit zusätzlich um vier bis sechs Prozentpunkte anheben.

3. Droht Österreich eine EU-Strafe wegen des Maastricht-Limits?

Eher nicht. Alle Euro-Länder kämpfen in der globalen Finanzkrise mit denselben Problemen – und werden das Maastricht-Defizitkriterium (maximal drei Prozent des BIP Neuverschuldung) nicht einhalten können. Derzeit sind die Kriterien noch in Kraft, es gilt aber als sicher, dass sie entweder offiziell oder stillschweigend vorübergehend aufgehoben werden.

4. Wie wird unter diesen Bedingungen die Steuerreform aussehen?

Der Spielraum für eine echte Steuersenkung ist praktisch auf null gesunken. Wenn es zu einer partiellen Steuersenkung kommt, wird sie mit Steuererhöhungen in anderen Bereichen gegenfinanziert werden müssen.

5. Wer verdient an der absehbaren Steigerung der Staatsschulden?

Schlicht und einfach: Banken, Versicherungen und Privatpersonen, die Bundesanleihen zeichnen. Die Republik finanziert sich zum großen Teil im Inland über Staatsanleihen.

6. Wo kann der Staat sparen, um sein Defizit zu begrenzen?

Die Sparpotenziale sind seit langem ausgelotet und werden auch seit Jahren diskutiert. Sie sind bisher nur nicht „angegangen“ worden, weil deren Hebung zu heftigen Reaktionen der Betroffenen führen würde. Die größten Milliardenbrocken: Bundesstaats- und Bürokratiereform (einschließlich der bisher vielfach ausgebliebenen Pensionsreformen in den Landesdiensten), Reform des Gesundheitswesens (mit Abschaffung teurer Parallelstrukturen), Sanierung der ÖBB (die mit Budgetzuschüssen in Milliardenhöhe auf Schiene gehalten werden muss).

7. Bringt die Krise Sozialstaat und Pensionen in Gefahr?

Derzeit sieht es nicht so aus. Die durch die Krise ausgelöste Geldknappheit könnte allerdings dazu führen, dass das hiesige Sozialsystem – eines der besten und teuersten der Welt – ein wenig zurückgestutzt werden muss. Die (immer kärglicher werdenden) Pensionen sind gesichert, solange der Staat zahlungsfähig bleibt. Bezieher kapitalgedeckter Zusatzpensionen müssen sich wegen der Krise vorübergehend aber auf Abstriche einstellen.

8. Wie hoch ist die Verschuldung im internationalen Vergleich?

Die öffentliche Hand (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungsträger) sitzt auf einem Schuldenberg von 165 Milliarden Euro, das sind 57,7 Prozent des BIP. Damit liegt das Land schuldenmäßig im besseren Mittelfeld ungefähr gleichauf mit der Schweiz und unter dem Euroraum-Schnitt, der bei 65,2 Prozent liegt. Deutlich schlechter sind Deutschland, die USA und Japan. Besser sind unter anderem Spanien, die Niederlande, Großbritannien und (bis auf Ungarn) alle neuen EU-Länder im Osten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2008)

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124 Kommentare
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Gast: dieb
03.11.2008 14:26
0 0

Sensationsfund: Fünf-Euro-Banknote auf Frankfurter Börsenparkett lässt Aktienwerte in die Höhe schießen!

Loading ...November 2, 2008 by Niko Formanek
Frankfurt – Börsenhändler in Frankfurt wurden Montag früh, nach wochenlangen Depressionen aufgrund der internationalen Finanzkrise, von einer Welle des Optimismus und Handelseifer gepackt, als am Börsenparkett eine Fünf-Euro-Banknote entdeckt wurde. Die Banknote wurde um ca. 9:15 Uhr hinter dem Mistkübel kurz vor dem Aufgang zu den Herrentoiletten am Trading-Floor der deutschen Börse gefunden. Laut Augenzeugen war der Geldschein in „ausgezeichnetem Zustand,“ unbeschädigt, mit leichten Faltspuren und mit Spuren von Abgegriffenheit in der linken unteren Ecke der Vorderseite.

Die Nachricht von tatsächlich und wirklich existierender europäischer Währung löste bei ekstatischen Händlern Hyperaktivität mit wildem Brüllen, Arme in die Luft werfen, panischen Tippen auf PDAs, Jubel, eine Welle und eine spontane Massenumarmung aus.

„Na

Gast: Quit
03.11.2008 09:13
0 0

Budget

Der Finanzminister meinte groß für die Bankenhilfe etc ist genug Geld vorhanden, also, es ist da! Im nächsten Atemzug wird erklärt wenn die Bankenhilfe schlagend wird und anderes wird das Budget hoch über die Maastrichtgrenze steigen, also wir müssen Schulden
machen! So sind die Gelder eben nicht da, der Finanzminister redete sich in einen Wirbel, haben oder nichthaben, das ist österreichische hohe Politik!!

Gast: Granderer
31.10.2008 12:48
0 0

So hoch wie das Katastrophendefizit 2004

isses noch lange nicht. Wir brauchen also wieder der Karl-Heinz zurück, damit wir wieder so richtig ordentlich Schulden machen!

Sam Lowry
03.11.2008 12:26
0 0

Re: So hoch wie das Katastrophendefizit 2004

Zur Info:
Defizit von 4,4%/BIP aber nur, weil nachträglich ein ÖBB Schuldenerlaß als budgetwirksam umgedeutet wurde.

Antworten Antworten Gast: Anton
10.11.2008 11:08
0 0

Also hätte man das ÖBB-SuperGAU-Defizit

von Beginn an einrechnen müssen. Es bleibt also dabei: Grasser war der größte Schuldenmacher Östereichs. Und unehrlich noch dazu.

harbard
30.10.2008 16:09
0 0

Was passiert, wenn das „Bankenpaket“ schlagend wird?

...dann treten alle bank-vorstände geschlossen der
...burschenschaft olympia bei!

Antworten Gast: pour le merite
01.11.2008 09:19
0 0

Re: Was passiert, wenn das „Bankenpaket“ schlagend wird?

Na klar!
Und wer darf dann der erste sein, der einen dieser Falotten auf Säbel kontrahiert?

Das wird ein Gemetzel.

Antworten Gast: Es ist alles sehr kompliziert ...
30.10.2008 19:11
0 0

Re: Was passiert, wenn das „Bankenpaket“ schlagend wird?

Aber wo! Die tauchen bei Pfarrer Friedl unter und drohen im ORF mit Selbstmord, wenn die Ösis nicht die ganzen Spielschulden zahlen. Die ÖBB werden einen Solidaritäts-Streik ausrufen und der Vrantz wird alle telephonisch beraten, denn er weiß von der Länderbank, was eine Pleite ist. Und das ist gut so!

Antworten Antworten Gast: Jonathan
31.10.2008 13:00
0 0

Da sieht man mal wieder, dass die wahren Probleme Österreichs hausgemacht sind

und zwar von unseren Politiker und Spitzenmanagern, weder das eine noch das andere Handwerk beherrschen. Und es zeigt auch, dass Sachen wie die Geschichte mit der Arigona ja wohl doch wirklich künstlich aufgebläht werden um von den wahren Problemen abzulenken ... pfui Teufel.

Gast: lp
30.10.2008 13:12
0 0

Faymann

Danke Werner - du Koffer!!

Antworten Gast: Jonathan
31.10.2008 12:54
0 0

Ganz schön lustig,

wie die Kampfposter der VP sich lächerlich machen. Was soll der Verkehrsminister mit alle dem Geldversenken durch den Molterer zu tun haben?

Gast: uuu333
30.10.2008 11:02
0 0

ausserdem sind (9 Mrd €)

3 % defizit ÛND bei 3 % inflation
kein problem

in relation bleibt die verschuldung gleich;

erst alles darüber sind echte neue schulden;

und darunter (-0%) ist es eine relative schulden-
rueckfuehrung


Nobodaddy
30.10.2008 17:56
0 0

Inflation? Wohl eher nicht!

Warum gehen alle von einer Inflation aus? Ich halte eine Deflation für weit wahrscheinlicher! Und das tut dann richtig weh (Zumindest mir und dem Staatshaushalt).

my2cent
30.10.2008 14:02
0 0

Re: ausserdem sind (9 Mrd €)

2008 wird aber rückblickend (sollte die rezession einsetzen) als das letzte gute jahr gelten

und wenn nicht in den guten jahren ein polster angeschafft wurde, was passiert dann in den schlechten jahren?

harleybear
30.10.2008 10:54
0 0

jessasmariandjosefdreikreizmoch

wir das volk sind gutsteher und bittsteller in einer person
und profitieren werden wieder die armen reichen.

Antworten Gast: Steuergeisel
30.10.2008 13:04
0 0

Re: jessasmariandjosefdreikreizmoch

Es wird immer übersehen, dass für manche die sogenannten Reichen auch der Mittelstand ist, ohne den und die "Reichen" kein Sozialstaat möglich ist.
....wer hat denn den progressiven Steuersatz zu tragen?
Aber keine Sorge, wenn es so weitergeht, können auch die Besserverdienenden ausgequetscht werden - dann gehts uns allen gleich mies.

cosinus
30.10.2008 10:48
0 0

seltsame Kredite

Schon merkwürdig: Der gleiche Staat, welcher sich - wenigstens teilweise - durch Kredite bei den Banken finanziert, greift eben diesen finanziell unter die Arme. Es läuft also darauf hinaus, dass Schuldner und Gläubiger sich wechselseitig Geld borgen. Warum das sinnvoll ist und wie das auf Dauer gehen soll, hätte ich gern von einem Ökonomen erklärt. Und der Tupfen auf den i dabei ist, dass sie sich gegenseitig auch noch Zinsen für das verliehene Geld zahlen.

Gast: Steuern
30.10.2008 10:04
0 0

Mittelstand wieder Verlierer

Seit Jahren hat die OEVP Steuern gesenkt. International haben wir nun auf Kapital so ziemlich die niedrigste Steuerquote, dafuer traegt der Mittelstand die Hauptlast.

Jetzt haette endlich der Mittelstand entlastet werden sollen. Wird wohl wieder nichts. Warum nur wundert mich das nicht einmal mehr.

Antworten Gast: DiplIng
10.11.2008 11:14
0 0

Bitte lesen lernen und nachschauen.

Die Einkommenssteuersätze sind heute so hoch wie 1998, die Absetzmöglichkeiten zur Hälfte gestrichen, wo siehst du da eine Entlastung? Wie soll das gehen?

Antworten Gast: Rechner
10.11.2008 11:11
0 0

Ich lach mich tot.

Da glaubt noch immer einer die Mär von der Steuersenkung für den Mittelstand. Du solltest dir mal die Statistiken der OECD in diesem Zusammenhang ansehen, da ist Österreich an die Spitze der Steuerbelastung gerutscht. Nur für AGs wurde von der VP die Steuerlast gesenkt, nur das trifft den Mittelstand kaum ...

Ratio
30.10.2008 10:41
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Re: @Steuern

Die ÖVP war so gut wie Pleite, obwohl die "Wirtschaftsfachleute" alle in der ÖVP angesiedelt sind. Dann gab die ÖVP einer Unternehmensberatungsfirma in Basel den Auftrag, zu untersuchen, wie sie aus der Bredauille kommen kann. Merke: Aus der Schweiz, nicht aus Österreich. Ergebnis: Verkauf der Liegenschaft vis-a-vis der Oper und Einzug in ein Gebäude hinter dem Rathaus. Der Rest der Schulden dürfte von großen, ja sehr großen Unternehmen übernommen worden sein.
So. Damit wissen wir, warum der Mittelstand warten muß, da erst Großunternehmen steuerlich entlastet werden müssen, was ja auch geschah.
Der Mittelstand, der wirklich die Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, wird durch Eigeninteressen von Parteien und Personen ausgehöhlt. Damit werden viele Mittelständler bald zusperren und die Menschen - Chefs und deren Angestellte, stehen auf der Straße. Das ist dann das Potential, das den Mächtigen das Fürchten lehren wird.

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Re: Re: @Steuern

Frage: Welches Großunternehmen soll die Schulden der ÖVP bezahlt haben? Bitte schreiben sie nicht so einen Unsinn, ohne irgendwelche Beweise!

MFG

Antworten Antworten Antworten Gast: Jonathan
10.11.2008 11:13
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Giebelkreuz?

Obwohl die nicht Schulden übernehmen, sondern Kredite gewähren. Dann habens den Kreditnehmern angenehmerweise in der Hand...

Ratio
30.10.2008 15:45
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Re: Re: Re: @badblackguy

OK, nachdem Sie kindlich denken - es gibt selbstverständlich auch noch das Christkind, das die diversen Parteien entschuldet.
Hoffe, Sie schlafen nun besser.

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Haben sie Beweise oder sind es die üblichen dummen Unterstellungen!

Haben sie Beweise oder sind es die üblichen dummen Unterstellungen!

MFG

Ratio
30.10.2008 18:04
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@badblackguy

Sie sind aggressiv, sogar so, dass Sie einen einzigen Satz wiederholen müssen. Na ja, vielleicht waren Sie davon so beeindruckt, weil es das Beste war, was Sie bisher geschrieben haben. Macht mir aber nichts - bin Eiche und mir ist es egal, wer sich dran reibt.

Hier zur Horizont-Erweiterung ein Auszug eines Presse-Artikels (interessant dazu die Postings!):

Parteispenden: Einzig und allein die ÖVP ist dagegen
VP-Generalsekretär Missethon sprach sich nicht nur gegen die Offenlegung der Parteispenden aus. Er ist auch gegen eine gesetzliche Regelung zur Veröffentlichung von Nebeneinkommen.

Warum wohl?

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