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Sondersitzung: Erklärung von Faymann und Molterer gefordert

20.11.2008 | 12:12 |   (DiePresse.com)

Eva Glawischnig will wissen, "wie es mit den staatsnahen Betrieben weitergeht". Die FPÖ fordert eine Verschärfung des Bankenhilfspakets. Das BZÖ findet, dass die Opposition Österreich regiert.

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Die Grünen erwarten sich bei der bevorstehenden Sondersitzung eine Erklärung von Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) und Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP). Konkret will Parteichefin Eva Glawischnig wissen, "wie es mit den staatsnahen Betrieben weitergeht", wie sie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz ankündigte. Sollten die beiden Minister nicht freiwillig dazu Stellung nehmen, will Glawischnig sie mittels einer Dringlichen Anfrage dazu "zwingen". Auch einen Misstrauensantrag gegen Faymann schloss sie nicht aus.

Die FPÖ fordert die Verschärfung des Bankenhilfspakets der Regierung. Außerdem verlangt auch Parteichef Heinz-Christian Strache Sondersitzung des Nationalrats eine Erklärung von Molterer und Faymann zur Situation bei Post und AUA. Mit den anderen Oppositionsparteien will Strache über eine "technische Zusammenarbeit" verhandeln, um die Möglichkeiten der neuen Stärkeverhältnisse im Nationalrat ausschöpfen zu können, kündigte er bei einer Pressekonferenz am Donnerstag an.

Das BZÖ will bei der Sondersitzung ebenfalls noch einmal über das Bankenpaket der Regierung verhandeln. Das kündigte BZÖ-Klubchef Josef Bucher am Donnerstag in einer Aussendung an. Außerdem will er eine "Offensivstrategie der staatsnahen Unternehmen einfordern". Aus der Tatsache, dass die Opposition bei der gestrigen Präsidiale die Sondersitzung erzwungen hat, schließt Bucher, dass "in Wahrheit BZÖ, FPÖ und die Grünen in Österreich regieren".

Sondersitzung aufgezwungen

Die drei Oppositionsparteien haben bei der gestrigen Präsidiale auf Initiative der Grünen der Regierung für kommenden Dienstag eine Nationalratssondersitzung aufgezwungen. Da FPÖ, BZÖ und Grüne seit der Wahl über mehr als ein Drittel der Abgeordneten verfügen, haben sie nun die Möglichkeit, gemeinsam jederzeit Sondersitzungen einzuberufen. Angesichts dieser neuen Situation werden sich die Koalitionsparteien "warm anziehen müssen", prophezeite Glawischnig. Neben der Frage der Zukunft der staatsnahen Unternehmen wird auch die Arbeitsmarktkrise bei der Sondersitzung Thema sein, erklärte die Grüne erneut.

Dass man für den 25. November eine Sitzung erzwungen hat, obwohl die nächste reguläre bereits am 3. Dezember stattfinden könnte, begründete die designierte Bundessprecherin damit, dass man ein "wichtiges Stärkesignal" setzen habe wollen. Außerdem habe man von dem Termin am 3. erst bei der Präsidiale erfahren. Sie sei jedenfalls stolz, dass die Initiative von ihrer Partei ausgegangen ist.

"Schaumschlägerei"

Dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Aktion zunächst als "Schaumschlägerei" der Grünen bezeichnete, wertete sie als "Verstimmung, dass ihm das nicht eingefallen ist". Den Beginn einer langen Freundschaft wollte sie aus der parlamentarischen Zusammenarbeit mit den beiden Rechtsparteien nicht ableiten lassen, wie sie auf eine entsprechende Journalistenfrage sagte. "Ich kann mir nicht aussuchen, wer im Parlament sitzt", so ihr Kommentar. Auf gemeinsame Anträge, wie etwa jenen zur Einberufung der Sondersitzung, werde sie jedenfalls nicht verzichten, meinte sie.

 

(APA/Red.)

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3 Kommentare
Filz Laus
23.11.2008 11:40

Wenn diese Grünen für die Gleichstellung der Pensionssysteme so kämpften wie für Homos uns Lesben, machte es Sinn!

Wir privaten bedienen die Beamtenschaft mit Pensionen, die sagenhaft, nie einbezahlt, ASVG doppelt übersteigen.

Wir dulden das warum?

Es wäre in Zeiten wie diesen angebracht, diese Kosten zu vermeiden und Gleichheit vorzuschreiben. Bevor ausschließlich die Privaten an der Wirtschaftskriese leiden müssen sollten die Ruhensgenüsse an ASVG angepaßt werden.

Das machte jedes Jahr eine Entlastung von über 5 Milliarden € aus.

Damit könnten Programme zur Wiederbelebung finanziert werden.

Oder ist das für die Partei GROKO nicht denkbar?

Da sind alle gefordert, weil das Volk sind wir - nicht die Beamten.

Gast: Christian
20.11.2008 14:29

In einem haben FPÖ/Grüne recht: jetzt ist nicht die Zeit für Schwadronierer wie Faymann!

In den kommenden wirtschaftlichen harten Zeiten wäre ein Sanierer wie Schüssel gefragt, der auch ohne absolute Mehrheit eine Mehrheit für dringend notwendige Reformen in Österreich zustandegebracht hat!!

Leider sind jetzt wieder 2 Jahre ungenützt verstrichen, obwohl die SPÖ ihre Ziel, wieder stärkste Partei zu werden, mit dem Versprechen, alles besser zu können, bei 2 Wahlen erreicht hat.

Die SPÖ hat also mehr als genug Zeit gehabt, etwas zu tun. Das einzige, was sie getan hat, war auch von ihr als unfähig erkannten Gusenbauer gegen den Schwadronierer Faymann auszutauschen.

Die Programmpunkte der SPÖ, zu Abwendung der wirtschaftl. Stagnation nur recht viel Geld hinauszuschmeißen, etwa indem man den Privilegienstadl bei Post und ÖBB auf Kosten der Steuerzahler prolongiert, ist zuwenig! Da könnte man gleich 100 000 Zuwanderer aufnehmen und mit je EUR 5 000 mtl. ausstatten, damit sie das Geld wieder ausgeben!


Antworten Gast: SIC
21.11.2008 07:43

Re: In einem haben FPÖ/Grüne recht: jetzt ist nicht die Zeit für Schwadronierer wie Faymann!

Wie richtig gesagt wurde:
Die Sanierung und Umstrukturierung (Gesundschrumpfen) der Privilegienstadl bei Post und ÖBB auf Kosten der Steuerzahler wurde von SPÖ prolongiert.

!!! Und ebenso die Sanierung der Asfinag !!!

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