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Mehr Akademiker, vielleicht weniger Unis

23.11.2008 | 18:49 |   (Die Presse)

Die „Bombe“ findet sich im Budgetkapitel: „Standortoptimierungen (Beseitigung von Doppelgleisigkeiten in Lehre und Forschung bis hin zur Zusammenlegung von Universitäten)“.

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Die „Bombe“ findet sich im Budgetkapitel: „Standortoptimierungen (Beseitigung von Doppelgleisigkeiten in Lehre und Forschung bis hin zur Zusammenlegung von Universitäten)“ – das ist ein Diskussionspunkt für eine Arbeitsgruppe, die ein Konsolidierungsprogramm für das Budget erarbeiten soll. Im Kapitel Wissenschaft/Forschung ist hingegen das „Bekenntnis zum Ziel zwei Prozent BIP in tertiäre Bildung“ formuliert, allerdings ohne Zeitangabe der Zielerreichung. Das bisher dafür strapazierte Jahr 2020 kommt nicht vor. Geplant ist die Entwicklung eines „österreichischen Hochschulplans“, der neben den Unis, Fachhochschulen und Privat-Unis auch die Pädagogischen Hochschulen enthalten soll. Die Akademikerquote der österreichischen Erwerbstätigen soll erhöht werden – eine nähere Präzisierung findet sich aber nicht.

 

Zielorientierter Hochschulzugang

Vorgesehen sind „steuernde Elemente für den Hochschulzugang im Sinne einer ,zielorientierten Studienwahl‘“. Die Uni-Lehramtsstudien sollen auf das Bolognasystem umgestellt werden (mit dem Bachelor als erstem Abschnitt). Eine Expertengruppe soll zudem eine durchlässige und zwischen Unis und Pädagogischen Hochschulen abgestimmte Neuorganisation der verschiedenen Lehramtsstudien mit Aufnahmeverfahren auf tertiärem Niveau erstellen.

Die Studienbeiträge sollen den Universitäten „möglichst auf Grundlage der aktiven Studierenden“ (also ohne „Scheinstudierende“) refundiert werden. Im Kapitel „Weiterentwicklung des Universitätsgesetzes 2002“ finden sich folgende Punkte: verpflichtende positive Absolvierung einer flexiblen Studieneingangs- und Orientierungsphase, autonome Gestaltung der einzelnen Unis bezüglich des Zugangs zum Masterstudium, bessere Abstimmung der Zuständigkeit der Uni-Organe (ohne nähere Präzisierung). Die Studien Medizin und Zahnmedizin sollen bis zum Wintersemester 2015 bis zu 2000 Studienanfänger (derzeit 1440) aufnehmen, die Tiermedizin 250, die Psychologie 2300.

Von 2009 bis 2013 werden jährlich 50 Millionen Euro zusätzlich zum Budget für den Bereich Forschung und Entwicklung zur Verfügung gestellt. Das Ziel: bis 2010 eine Forschungsquote von drei Prozent des BIP. ewi

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2008)

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1 Kommentare
Gast: Don Quichote
24.11.2008 14:11
0 0

Wer da glaubt, ...

... es genüge, möglichst viel Geld in ein völlig daneben entwickeltes Bildungssystem zu schieben, um bessere Ergebnisse zu erzielen, wirft gutes Steuerzahlergeld schlechtem Geld hinterher. Das System selbst ist krank, verdorben von Bildungsutopisten, weltfremden Möchtegern-Pädagogen, opportunistischen Politikern. Die Abkehr vom Leistungsgedanken, von den Werten Fleiß, Disziplin, Pflicht, Verantwortung hat das Bildungssystem dorthin absinken lassen, wo es heute steht. An den Früchten sollt ihr es erkennen, heißt es in der Bibel. Diese sind wahrlich desaströs. Die tumbe Devise "Masse statt Klasse" hat dazu geführt, daß die Allgemeinbildung der Maturanten sich rasant dem traurigen Standard des Durchschnittsamerikaners nähert - zu Kosten, die niemand wirklich verantworten kann. Auch in diesem Bereich scheut die neue alte Koalition die Konfrontation mit der Realität, wurstelt weiter wie gehabt und verspielt die Zukunft ganzer Generationen.

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