09.02.2010 18:28 | Meine Presse Merkliste0

Gratisbesuch: Zeitdruck bei Kindergarten-Pflichtjahr

04.01.2009 | 18:28 |   (Die Presse)

Bundesweiter Start ist ab Herbst geplant, Verhandlungen mit Ländern ab Februar.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien (ett). Der Bund hat das Geld für das Vorhaben bereitgestellt. Je 70 Millionen Euro werden für das verpflichtende Gratis-Kindergartenjahr für alle Fünfjährigen in den Jahren 2009 und 2010 locker gemacht. Die Regierung hat im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets unmittelbar vor Weihnachten grünes Licht gegeben, der Beschluss im Nationalrat soll im Jänner folgen. Ab Februar wird Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) mit den Bundesländern offiziell über die Details für das Kindergartenjahr verhandeln. Kostenlos wird dabei der Hortbesuch am Vormittag sein. Es besteht Zeitdruck: Denn bereits heuer im Herbst soll das rot-schwarze Vorhaben anlaufen.

Mit dem Start der Gespräche will Marek, die die Verhandlungen auf Bundesseite leitet, zuwarten, bis sie auch formal die Kompetenzen dafür eingeräumt bekommt. Dafür ist zuerst eine Änderung des Ministeriengesetzes notwendig. Denn derzeit ist formal wie noch in der Amtszeit von Andrea Kdolsky Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) für die Familienangelegenheiten zuständig. Das neue Ministeriengesetz, mit dem Marek die Familienagenden übertragen werden, wird bis Februar erwartet.

 

Aufteilung der Mittel ist offen

Die Staatssekretärin muss bei den Verhandlungen unter anderem klären, wie Aufteilung der Mittel für den vormittägigen Gratisbesuch des Kindergartens zwischen den Ländern erfolgt. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Frage, was mit den Mitteln in jenen Bundesländern passiert, in denen schon jetzt die Möglichkeit des Gratisbesuchs des Kindergartens am Vormittag angeboten wird, etwa in Niederösterreich.

Oberösterreich geht im heurigen Landtagswahljahr sogar noch weiter und hat den Gratiskindergarten ab dem dritten Lebensjahres eines Kindes angekündigt. Vor allem in den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg gibt es allerdings noch Vorbehalte gegen ein verpflichtendes Kindergarten für alle Fünfjährigen.

Insgesamt gab es allerdings 2007 im Schnitt österreichweit bereits für 93,3 Prozent aller Buben und Mädchen in dieser Altersgruppe eine Kinderbetreuung, Wien war mit rund 87 Prozent Schlusslicht. Zu klären ist auch, welche Sanktionen es gibt, wenn die Kindergartenpflicht von Eltern ignoriert wird.

Parallel dazu werden aber auch die schon bisher laufenden Aktivitäten zum Ausbau der Kinderbetreuung für jüngere Kinder fortgesetzt. Dies betrifft die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, für die der Bund zusätzlich bis 2010 jeweils 15 Millionen Euro locker macht. Bei der Einführung des Pflicht-Kindergartenjahres für alle Fünfjährigen ist nicht nur Marek gefordert, sondern auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Wissenschaftsminister Johannes Hahn, die einen Bildungsplan für dieses Jahr entwickeln sollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Gast: Kaktus
08.01.2009 00:05
0 0

Kindergartenpflicht

"Zu klären ist auch, welche Sanktionen es gibt, wenn die Kindergartenpflicht von Eltern ignoriert wird."
DAS ist schnell geklärt: Die Kinderbeihilfe wird gestrichen.
Diese Sprache verstünde jeder.

Lepanto
05.01.2009 20:28
0 0

70 Mio € = 1 Milliarde Schilling! Und das pro Jahr.


Lol!

Ob diese Milliarde auch Eingang in die G E Z I N K T E N Statistiken finden wird, die beweisen sollen, dass die Kültürbereicherer mehr ins System einzahlen als sie kosten.

Ich trau den Gaunern von SPÖVP nicht über den Weg!

Antworten Gast: Oberkochem
06.01.2009 09:02
0 0

Re: 70 Mio € = 1 Milliarde Schilling! Und das pro Jahr.

No, wieviel eigene "Kültürbereicherer" hamma den g¿mocht und grosszog¿n? Könnan de a olle uadnli deitschreden? Oder palavern die ein armseliges Kolonialisiertendenglisch? Guter Mann, mit dem geschichtsträchtigen Spitznamen, das Problem sind nicht die paar z¿nepft¿n - als Billigstdorferersatz für die von unseren eingeborenen Damen nicht mehr zur Welt gebrachten einheimischen Billiglohnarbeiter - aus Anatolien importierten Ersatzlumpenproletarier. Das Problem sind wir, Sie und ich, zum Beispiel! Denken¿s mal darüber ein Wengerl nach ...

Gast: Gast
05.01.2009 11:41
0 0

Die Kulturbereicherung unserer Kleinsten kann nicht früh genug beginnen.

Jetzt bekommen wir sie sogar schon zwangsweise.

SPÖVP haben anscheinend gar keine Angst vor der nächsten Wahl...