Bundesheer startet großes Investitionsprogramm

14.01.2009 | 19:16 |   (Die Presse)

Um 104 Millionen Euro werden in den kommenden acht Jahren 150 gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge angeschafft. Außerdem hat das Bundesheer um 20 Mio. Euro ein neues Flugfunksystem erworben.

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Wien (maf). Das Bundesheer rüstet auf. Am Mittwoch gaben Verteidigungsminister Norbert Darabos und Generalstabschef Edmund Entacher eine neue Großinvestition bekannt: Um 104 Millionen Euro werden in den kommenden acht Jahren 150 gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge von der italienischen Fiat-Tochter Iveco angeschafft. Außerdem hat das Bundesheer um 20 Mio. Euro ein neues Flugfunksystem erworben.

Darabos kündigte auch gleich die nächsten Anschaffungen an: In nächster Zeit geplant sind der Kauf weiterer 150 Fahrzeuge der Kategorie Allschutzfahrzeuge (die sind etwas größer und noch besser geschützt als die jetzt gekauften Mehrzweckfahrzeuge) um etwa 140 Mio. Euro, ein Facelifting für die Hubschrauber „Agusta Bell 212“ um rund 63 Mio. Euro und ein Ersatz für die veralteten Trainingsflugzeuge Saab-105. Bei den jetzt angeschafften Mehrzweckfahrzeugen hat sich Iveco im Bieterverfahren unter anderem gegen den heimischen Fahrzeughersteller Steyr durchgesetzt. Als Grund nannte Entacher die Dimensionierung der Fahrzeuge: Der Sieger im Bieterverfahren würde besser zu den Erfordernissen des Bundesheers passen. Laut Darabos werden aber trotzdem österreichische Unternehmen profitieren. Mit dem Hersteller ist vereinbart, dass 51 Prozent der Wertschöpfung aus Österreich kommen.

 

Einsätze im Ausland

Die Iveco-Fahrzeuge werden als Transport-, Patrouillen- und Aufklärungsfahrzeuge in erster Linie bei Auslandsmissionen verwendet werden. Sie sind gegen Beschuss, Minen und Sprengfallen geschützt und auf Temperaturen von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius ausgelegt. Die Einführung des Systems beginnt im heurigen Jahr, bis 2010 sollen 50 Stück geliefert sein, Generalstabschef Edmund Entacher rechnet mit einem Abschluss bis 2013. Die Nutzungsdauer beträgt „theoretisch“ 15 Jahre, beim österreichischen Bundesheer werden es in der Praxis wahrscheinlich 30Jahre werden, meinte Entacher augenzwinkernd.

Budgetär sind die jüngsten Investitionen abgesichert, ebenso das Update der „Agusta Bell 212“, die den Kern der Hubschrauber-Flotte bilden und die weiteren 150Allschutzfahrzeuge. Noch offen ist hingegen die Nachfolge der fast 40 Jahre alten Saab-105-Trainingsflugzeuge. Diese wird laut Darabos erst diskutiert werden – vielleicht noch heuer oder auch 2010. Gerüchte über die Anschaffung von Eurofighter-Doppelsitzern zu Trainingszwecken wies er kategorisch zurück. Bei der Pilotenausbildung ist eine Kooperation mit Italien geplant, die Typeneinschulung für die Eurofighter bleibe aber in Deutschland, sagte Entacher.

(c) Die Presse / HR

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2009)

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30 Kommentare
 
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Gast: pour le merite
15.01.2009 13:33
0

Wieder so ein Wahnsinn!!

Anstatt sich auf nationale österreichische Sicherheitsaufgaben zu konzentrieren, wollen sie jetzt auch noch die völlig überflüssigen österreichischen Afrika Ausflügler mit neuen Geländewagen ausrüsten.

Wenn die Münze im Kasten klingt, die SPÖ aus den Parteischulden springt...


Italienisches Fabrikat.

Da wird ja die Sanierung der maroden SPÖ-Parteikassen zügig voranschreiten.

wir könnens uns ja leisten

Was soll das? Warum werden solche Unmengen für Rüstung ausgegeben, statt sie zur Abwendung der Krise zu verwenden?Es geht hier schliesslich um 605Mio Euro (ohne Flugzeuge) die man wirklich besser einsetzen könnte!
Noch etwas was mich verwirrt:
20'000 Kampfanzüge kosten 40 Mio Euro?
Also 2000 Euro pro Anzug?
Was kann der denn so tolles?

Antworten Gast: bergspetzl
16.01.2009 11:37
0

Re: wir könnens uns ja leisten

Ist nicht wirklich teuer fur die komplette Mannesausrüstung

Re: Re: wir könnens uns ja leisten

Ja was ist denn in einem "Kampfanzug" alles inbegriffen?

Antworten Antworten Antworten Gast: bergspetzl
16.01.2009 12:40
0

Re: Re: Re: wir könnens uns ja leisten

auf der BH Seite stets sicher

Gast: eg
15.01.2009 11:23
0

Geldverbrennung!

Es ist unglaublich wie sich der für das Militär zuständige Minister aufführt, für Auslandseinsätze, nicht für die innere Sicherheit wird Kriegsmaterial und werden Kriegsfahrzeuge mit österreichischem Steuergeld eingekauft. Eingebettet in der Mitte der EU benötigt Österreich sofort Fahrzeuge die Sprengfallensicher sind. Wenn notwendig soll die UNO oder die EU, Soldaten und Gerät beistellen und diese Maßnahme mit eigener EU - oder UNO Truppe durchführen, - es finden sich genug in der EU, die als Berufssoldaten diese Arbeit durchführen wollen und wir leisten, wenn alle anderen Staaten auch, unseren Beitrag. Es macht keinen Sinn, wie jetzt der gute Mann Darabox, im Alleingang irgendwelche Kriegsspielzeuge zu kaufen, wo in anderen stehenden europäischen Berufsheeren ähnliches Gerät verrostet. Wir, die Bürger, müssen zusehen wie unser Geld verbrannt wird, nur weil sich einige österr. Militärs samt ihren roten Minister einbilden, auch so etwas zu haben, nur weil es andere auch haben.

Antworten Gast: Paul
16.01.2009 15:56
0

Re: Geldverbrennung!

Von welchem EU-Heer schreiben sie da eigendlich. UNd die UN-Soldaten werden von den UNO-Mitgliedern gestellt. Eines davon IST Österreich.

Für WAS?

Damit man den Militarisierungsplänen der EU gerecht wird?
Mit diesem Geld könnte man die Krankenkassen sanieren. Der Umbau von Verteidigungsheer zu einem Angriffsheer ist ein Verbrechen am österr. Volk.

Re: Für WAS?

wenn die EU-Staaten sich mal dazu durchringen könnten, ein gemeinsames Heer zu bilden, dann könnten wir unmengen Geld einsparen.
Diese Ausgaben kommen daher, weil sich der Zwergstaat Österreich aus irgendeinem Grund einbildet, eine komplette Armee besitzen zu müssen.

Antworten Antworten Gast: bergspetzl
16.01.2009 11:40
0

Re: Re: Für WAS?

Die gemeinsame Armee gibts nicht weil sie für Staaten wie Ö nicht billiger sondern teurer wird.

Re: Re: Re: Für WAS?

Das kommt ganz drauf an, wieviel Armee wir beisteuern müssten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: bergspetzl
16.01.2009 12:38
0

Re: Re: Re: Re: Für WAS?

Traumtänzer

"Italienische Qualität" und Steyr

Zum Thema „italienische Qualität“: der LMV Lince ist das mit Abstand meistgefertigte und meist exportierte Fahrzeug seiner Klasse – und das liegt wohl an der Qualität des Fahrzeuges.
Der Sinn eines derart kleinen Fahrzeuges für die Jägergruppe liegt u.a. im Ermöglichen der Durchführung einer Patrouille (= 2 Fahrzeuge) durch eine Jägergruppe. Damit kann der Zug – je nach Gruppenanzahl - bis zu 8 Patrouillen in Marsch setzen. Bei der Verwendung eines größeren Fahrzeuges, eines „Gruppenfahrzeuges“ können lediglich ein bis zwei Patrouillen gebildet werden.
Wenn ich die Medien richtig interpretiert habe, stand nicht der Steyr Pandur in Konkurrenz zum LMV Lince, sondern der schweizer MOWAG EAGLE IV, der im Fall der Auswahl durch das ÖBH bei Steyr endmontiert (oder in Lizenz gefertigt?) worden wäre. Damit waren die beiden Paarungen in der Ausschreibung wohl IVECO/EMPL gegen MOWAG/Steyr und nicht IVECO gegen Steyr.
Ihr R.M.

Der Unterschied

Der Unterschied zwischen einem LMV Lince und einem nicht gepanzerten Fahrzeug oder einem anderen leichtgepanzerten Fahrzeug (wie z.B. dem amerikanischen HMMWV „Humvee“) der gleichen Größe ist leicht erklärt.
Ein ungepanzertes Fahrzeug sieht nach einer IED Explosion so aus:
http://lh6.ggpht.com/_wyXppsS4V2E/Rb13jwsJQWI/AAAAAAAABHM/JWZgyqK6sTE/What+an+IED+does+to+a+Hummer.JPG
Ein „Humvee“ sieht so aus:
http://img.photobucket.com/albums/v33/tomtheskatebum/LiveLeak-dot-com-26581-ied_hummer_.jpg
http://lordaries.com/images/afghan/ied6.jpg
… und ein LMV Lince sieht nach einem IED-Anschlag mit einer vergleichbaren Sprengstoffmenge so aus:
http://digilander.libero.it/en_mezzi_militari/html/lince/lince-astan-ied03.jpg
http://digilander.libero.it/en_mezzi_militari/html/lince/lince-astan-ied04.jpg
Die Bilanz der obigen Anschläge waren tragischer weise jeweils mehrere Tote. Im LMV gab es einen Leichtverletzten (ein Nasenbeinbruch, da die Person nicht angeschnallt war).
Ihr R.M.

"Italienische Qualität" und Steyr

Zum Thema „italienische Qualität“: der LMV Lince ist das mit Abstand meistgefertigte und meist exportierte Fahrzeug seiner Klasse – und das liegt wohl an der Qualität des Fahrzeuges.
Der Sinn eines derart kleinen Fahrzeuges für die Jägergruppe liegt u.a. im Ermöglichen der Durchführung einer Patrouille (= 2 Fahrzeuge) durch eine Jägergruppe. Damit kann der Zug – je nach Gruppenanzahl - bis zu 8 Patrouillen in Marsch setzen. Bei der Verwendung eines größeren Fahrzeuges, eines „Gruppenfahrzeuges“ können lediglich ein bis zwei Patrouillen gebildet werden.
Wenn ich die Medien richtig interpretiert habe, stand nicht der Steyr Pandur in Konkurrenz zum LMV Lince, sondern der schweizer MOWAG EAGLE IV, der im Fall der Auswahl durch das ÖBH bei Steyr endmontiert (oder in Lizenz gefertigt?) worden wäre. Damit waren die beiden Paarungen in der Ausschreibung wohl IVECO/EMPL gegen MOWAG/Steyr und nicht IVECO gegen Steyr.
Ihr R.M.

Gast: Seher
15.01.2009 09:25
0

Nicht fürs Ausland gedacht

Da brauchen auch nicht viele hineinpassen! So wie die EU und Ö regieren brauchen unsere ehrenwertesten und volksnahen Vertreter aus Finanz/Wirtschafts- und Politkreisen (Korruption??!!) diese Fahrzeuge und zwar zum herumfahren IN Österreich, nicht fürs Ausland. :-)

Gast: Beobachter
15.01.2009 08:42
0

Und wo ist die Artillerie?

Mit keinem der oben erwaehnten Ruestungsgüter kann man schiessen. Eindeutig: Ein Zivildiener beschafft fuer das Heer.

Antworten Gast: Vojnik
15.01.2009 10:19
0

sancta simplicitas

Wenn Sie wenigstens soviel Sachkenntnis wie der Minister hätten, dann wüßten Sie auch, daß wir eigentlich zu viel Artillerie haben. Eine Menge Panzerhaubitzen M-109 sind eingemottet; und nach dem großen Vaterländischen Krieg, für die sie notwendig sind, schaut es derzeit nicht gerade aus.

Gast: Crusader
15.01.2009 07:44
0

Wieder mal Einkauf a`la Österreich....

Fast die gesamte Einkaufsliste dient nur den Auslandseinsätzen.
Aber wozu haben wir die "Landesverteidigung"?
Damit Norbi sich gut fühlen kann wenn Österreich im Tschad den "Frieden" sichert - was uns aber gar nichts angeht (französische Ex Kolonie..).
Während die tatsächliche Landesverteidigung ausgehungert wird zu Gunsten der Gutmenschbedürfnisse der Politik.

Prozent und Promille

Ob 51% der Wertschöpfung sonstwoher kommen, ist mir relativ einerlei; wichtig ist, ob 100% der JgGrp aufsitzen können.

Re: Prozent und Promille

So, gerade nachgesehen. Heißa, auf das Werkl passen mit Ach und Weh (samt Ausrüstung) gerade mal 4 Mann drauf.
Toll.
Großartig.
Juhu.

Und wie soll das nun aussehen? "Der II. JgZg greift unter Einsatz der Kfz-Flotille über links an, um blablabla"?

Hat bei dem Kauf eigentlich irgendwer zwischendurch mal nachgedacht?
Und was bekommen die Jäger?
"Da, nimm den Pinzgauer, der ist eh noch gut."
Und sauft 30 Liter.

Antworten Antworten Gast: Insider
15.01.2009 10:59
0

Re: Re: Prozent und Promille

Werter Kito,

Sie verwechseln etwas.

Der IVECO ist in keiner Hinsicht ein JgGrp Fahrzeug sondern ein gepanzerter Ersatz für den Puch G als FÜhrungsfahrzeug..und in den passt bekanntlich auch keine JgGrp...ist auch nicht Sinn und Zweck dieses Fahrzeugtyps!

Dass eine ablöse der Pinzgauer erforderlich ist steht natürlich auser Frage!!

Zeigen einen hmvv - und kaufen einen iveco - typisch oe............

und 150 kfz in 8 jahren - i'm impressed, really!

Antworten Gast: Insider
15.01.2009 10:56
0

Re: Zeigen einen hmvv - und kaufen einen iveco - typisch oe............

Das Bild zeigt keinen Hummer, sondern den beschriebenen IVECO, sieht ähnlich aus mehr nicht!

Besser informieren bevor man schimpft!

Googlen hilft da!

Re: Zeigen einen hmvv - und kaufen einen iveco - typisch oe............

Auf dem Kühlergrill (am Foto) steht aber "IVECO".

 
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