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Diskussion: Rechte Ideologie in Österreich "immer attraktiver"?

16.01.2009 | 10:34 |   (Die Presse)

Wie rechts ist Österreich? Sind all jene Jungwähler, die FPÖ und BZÖ das Vertrauen geschenkt haben, rechts? Eine (Nicht-)Frage, auf die es keine Antwort zu geben scheint.

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WIEN (chs). „Ein Drittel der Österreicher hat rechts gewählt. Also ist auch ein Drittel rechts.“ So die recht simpel anmutende Antwort, die Armin Thurnher, Chefredakteur des Wochenmagazins „Falter“ dem Publikum bei einer Diskussion zum Thema „Wie rechts ist Österreich?“ am Mittwoch im Wiener Volkstheater gab. Dass es so einfach nicht ist, zeigte aber schon der Verlauf des Abends.

Denn bereits mit der Fragestellung wollten sich die Diskutanten – „Presse“-Chefredakteur Michael Fleischhacker, die frühere LiFChefin Heide Schmidt, Ex-ÖVPLandeshauptmann Franz Schausberger und Armin Thurnher – nicht anfreunden. Schausberger wollte lieber über „Wie populistisch ist Österreich?“ reden, Fleischhacker erklärte die Frage zur „Nichtfrage“. Zudem suggeriere sie, „dass es ein Problem wäre, wenn Österreich rechts ist“. Er jedoch würde sich eher „Sorgen um eine pluralistische Gesellschaft machen, in der nicht ein Drittel rechts wählt.“ Zumindest, solang es nicht ins Extrem gehe. Denn derzeit handle es sich bei rechter Ideologie eher um ein Problem „politischer Ästhetik“.

Wie rechts FPÖ und BZÖ, die vor allem bei Jungen punkten, wirklich sind, war denn auch der Streitpunkt. Thurnher wirft den Parteien ein „Kokettieren mit dem Rechtsextremismus“ vor, Schmidt warnt vor Verharmlosung: „Ein autoritäres System und rechte Ideologie scheinen immer attraktiver.“

Fleischhackers Einwurf, die FPÖ sei bei der Wahl mit „linkspopulistischer Programmatik samt rechtsextremer Einsprengsel“ angetreten, wollten beide nicht gelten lassen. Rechtspopulisten wegen ihrer sozialpolitischen Forderungen als links zu bezeichnen, sei zwar „chic“, zeuge aber von „ideologischer Verblendung“, so Thurnher.

Lebensrealität ernst genommen

Sind also all jene Jungwähler, die FPÖ und BZÖ das Vertrauen geschenkt haben, rechts? Fleischhacker sieht andere Gründe für den Wahlausgang: Die beiden Parteien hätten sie als einzige „in ihrer Lebensrealität ernst genommen.“ Für Schmidt eine billige Entschuldigung: „Wer aus Protest rechts wählt, muss dazu stehen, dass er Fremdenfeindlichkeit unterstützt.“

Die Beantwortung der eigentlichen Frage blieben die Diskutanten dennoch schuldig. Versöhnlich zeigte sich einzig Schausberger, der eine neue Art der Politik fordert: „Damit die Menschen gar nicht mehr FPÖ wählen müssen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2009)

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129 Kommentare
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Gast: rae turdtz
20.01.2009 16:34
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Ein Grund: Gratismagazine

Die verhetzende, aufreisserischen Boulevardjournalismus betreiben und in allen U-Bahnstationen gratis verteilt werden.

Diese Angstmacher führen dazu, dass die naiven, dummen Ungebildeten glauben zu wissen, was Sache ist. Alle zeigen auf die Ausländer, während sich deren gewählte Volksvertreter ins Fäustchen lachen und gemeinsam mit deren Partnern und Lobbyisten in den Konzernen Europas die Geldbeutel abschneiden. Nur ein Volk in Angst läßt sich gut beherrschen. Dafür gibt es FPÖ und BZÖ, "HEUTE", "Krone", "Kurier", "News" und "Österreich".

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Und was haben SPÖ und ÖVP für die Jungwähler getan?

GAR NICHTS! Nur das Wahlalter auf 16 herunter zu drücken, reichte eben nicht, um die Erstwähler davon zu überzeugen, daß sie bei SPÖ und ÖVP "gut aufgehoben" sind. Daß diese Parteien irgend einen Plan haben, der jungen Generation eine echte Zukunftsperspektive zu bieten, die mehr ist, als eine weitere Ausbreitung der sog. "prekären Arbeitsverhältnisse". Wer heute nicht weiß, was morgen ist, dem sind Parteien, die das auch nicht wissen, herzlich egal.

Das gilt auch für die GRÜNEN; diese wacheln nur noch mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger herum und die Frau Schmidt fordert die Teenies auf, zu ihrer "Fremdenfeindlichkeit" zu stehen. Herr Thurnherr faselt sogar etwas von "ideologischer Verblendung". Aber was wissen die so Angesprochenen eigentlich überhaupt schon von irgend einer "Ideologie", von der sie angeblich dann auch noch "verblendet" sein sollen?

FPÖ und BZÖ haben zumindest den Finger auf die ECHTEN Probleme der Jungen gelegt. Wenngleich auch sie KEINE Antworten haben...

Bibi
20.01.2009 13:08
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Re: Und was haben SPÖ und ÖVP für die Jungwähler getan?

Ich stimme zu.

Sonst finde ich diese Seite interessant: www.1politiker.de - man kann votieren, argumentieren, eigene Umfrage hinzufügen. Ich finde es gut!

phuter
17.01.2009 20:13
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Es geht nicht um links oder rechts,

Es geht um Demokratie.
Eine Politik, die sich selbst auferlegten "Sachzwängen" unterwirft und unter der Last dieser handlungsunfähig wird, hat kein Existenzrecht. Genau das ist das Kernproblem heimischer "Traditionsparteien". Durch die Mitgliedschaft in der EU, deren Legislative de facto keinerlei Rechtfertigung durch Wähler bedarf, sondern als demokratisch nicht legitimierter Verwaltungsapparat das Gros unserer Gesetze beschliesst, haben sich unsere Regierungsvertreter das Zepter politischer Macht selbst und dem Volk aus der Hand geschlagen. Die parlamentarische Demokratie ist in Europa abgeschafft, unsere Volksvertreter politische Eunuchen. Das gros der Wähler hat diesen Mechanismus nicht durchschaut - seine Folgen aber werden rezipiert - und schlagen sich in "rechten" resp. "extremen" Wahlentscheidungen nieder. Es ist die Hoffnung auf nichts anderes als die Wiederherstellung des Wählers als Souverän!

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Greise Gesichter...

das Bild spricht für sich ...

Gast: mike
17.01.2009 09:13
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Und wieder die dümmliche Gleichsetzung:

Nicht links = rechts = rechtsextrem = nazistisch ...
Kein Wunder, daß immer mehr Menschen diese Taktik durchschauen.

Gast: vw
16.01.2009 20:35
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was...

ist schlecht an rechts?

Antworten Gast: evi17
17.01.2009 09:02
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Re: was...

An konservativer-Mitte Rechts Politik eh nichts!
Nur das Gutmenschen den Unterschied zwischen Konservativ und Rechtsextrem (sprich Nazi) nicht verstehen ist das Problem.
Gutmenschen und sich bedroht fühlende Politiker,
siehe Häupels Aussagen nach der letzten Wahl.

Ein noch größeres Problem ist die Tatsache dass viele nicht Begreifen dass extrem Links keinen Deut besser ist als extrem Rechts...


roger
16.01.2009 16:58
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Vielleicht

sollte man "Die Presse" auch mal loben, dass dieses Thema überhaupt mal halbwegs objektiv behandelt wird. Auch konnte man hier zu den Zogajs posten (immerhin über 1300 Kommentare), während in anderen Medien nicht mal Foren eröffnet wurden.

Nobodaddy
16.01.2009 15:06
0 0

Wo lassen die denken?

Wer die falschen Fragen stellt, wird nur selten brauchbare Antworten bekommen. Die Einteilung der politischen Landschaft in links und rechts ist dermaßen nulldimensional, dass sie nicht einmal auf einfache Systeme anlegbar ist.
Es gibt halt Meinungen jenseits von Schwarz und Weiß.
Die Diskussionsrunde scheint auch aus alten, ideologisch verschulten Dinosauriern bestanden zu haben. Fleischhacker hat wenigstens ein bisschen begriffen, dass mit der Einteilung in Rechts und Links irgendwas nicht ganz stimmen kann.

Gast: plebs potus
16.01.2009 13:29
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Ich glaube nicht, dass alle Rechtsradikal sind

Der Großteil scheint einfach geistig behindert oder arbeitslose Schwertsalkoholiker zu sein.

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Re: Ich glaube nicht, dass alle Rechtsradikal sind

Einer von beiden Gruppen gehören Sie wohl selber an.

Antworten Antworten Gast: gast
17.01.2009 13:30
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hallo sandra,


angesichts der wortwahl in den postings der "rechtsfreunde" weiter unten scheint plebs nicht ganz so unrecht zu haben.

in der hoffnung auf ein ende der verunglimpfungen,

freundlichst

ihr gast

Antworten Gast: Barbati
16.01.2009 16:17
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Damit kannst Du nur die Grünwähler meinen:)

Es gibt nämlich demokratiepolitisch kaum eine Partei, die Aussagen von politischen Gegnern als "unerträglich" bezeichnen würden. Die sind einfach nicht regierungsreif. Bei Menschen mit geistiger Behinderung will ich mich aber entschuldigen.

geheimrat
16.01.2009 15:00
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Re: Ich glaube nicht, dass alle Rechtsradikal sind

Alles was nicht linksextrem ist und zumindest beim Ernteeinsatz in Kuba den Sozialismus aufzubauen mitgeholfen hat ist rechtsradikal.

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Re: Re: Ich glaube nicht, dass alle Rechtsradikal sind

oder in el salvador.

mfg
mc

Gerald
16.01.2009 16:55
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Re: Re: Re: Ich glaube nicht, dass alle Rechtsradikal sind

Zur Not kann man sich auch noch am Moskauer Flughafenboden vom Stigma des Rechstradikalismus freiküssen.

roger
16.01.2009 14:06
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Re: Bisher

dachte ich nur, Sie seien ein Prolet. Jetzt weiß ich es.

Antworten Antworten Gast: plebs potus
16.01.2009 15:17
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Re: Re: Bisher

Don¿t Drink and Vote! der einzige Leitspruch der mir zum letzten Wahlergebnis einfällt...

roger
16.01.2009 15:46
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Re: Re: Re: Egal, was Ihnen einfällt

Hauptsache, ihr seid Fünfter, noch hinter den Bienenzüchtern.

LUPO
16.01.2009 13:12
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Liunks/Rechts, die Ausrede für Realitätsfremde

Die wahre Gefahr entsteht wohl mehr durch diejenigen, welche die Probleme nach einer alten Sitzordnung einteilen. Links/Rechts taugt maximal als Messgröße für eine TV-Tussi die auf Botox ist.

Gast: pour le merite
16.01.2009 12:42
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Keine Frage!

Eine rechte Ideologie ist immer besser als eine unrechte.

Gast: steffen
16.01.2009 11:21
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FPÖ

fpö wähler als blind taub und intolerant zu bezeichnen ist ein klischee der linken um ihre falsche weltoffenheit zu zeigen

ich glaube fpö und auch bzö wähler sehen, das grenzenloser zuzug ausufernde asylantenheime und -anträge, kriminelle ausländer schmarotzer unser system belasten,
wenn weniger scheinasylanten da wären, wäre mehr geld für österreicher und familien da, so einfach wäre die rechnung
darum der slogan der fpö, österreich zuerst

und das zieht halt
egal ob die linken es wollen oder nicht

keiner hat was gegen zuzug, in gemässigtem rahmen, ordentlich integriert, deutsch lernen, arbeit suchen
dann passt es


Antworten Gast: plebs potus
21.01.2009 14:51
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Re: FPÖ

am meisten belasten unser System kriminelle im Nadelstreif, die als Minister, Berater und Lobbyisten zwischen Parlament und EU Milliarden an Steuergelder unwirtschaftlichen, arroganten und Ressourcengeilen Konzernen ohne jeglicher demokratischer Kontrolle, b.z.w. an eben jener vorbei verschleudern -natürlich nicht ohne Provision oder Auffangposten in einem Vorstand.

joquer
16.01.2009 13:43
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Re: FPÖ

Also ich bin ja auch der Meinung, dass die "Ausländerthematik" eine wichtige Baustelle der österreichischen Politik ist, und dass hier Lösungen gefunden werden müssen. Leider gehen die ehemaligen Großparteien so vor, dass sie auf der einen Seite leugnen, dass es überhaupt Probleme gibt und auf der anderen Seite durch Verschärfung von Asylbestimmungen u.ä. die von FPÖ/BZÖ propagierten Probleme eingestehen.
Dabei liegt das Hauptproblem sicher nicht bei "Scheinasylanten", die zahlenmäßig wohl kaum ins Gewicht fallen. Von Leuten mit einem noch laufenden Asylverfahren, die weder eine Arbeitserlaubnis haben, noch wissen, ob ihnen überhaupt Asyl gewährt wird, kann auch nur sehr bedingt Integration verlangt werden.
Wo Integration hingegen ein ganz entscheidender Faktor ist, ist bei der zweiten/dritten Generation, und hier vermisse ich auch sehr stark die Aufmerksamkeit der Politik - hier müssten Möglichkeiten gefunden werden, die Integration zu erleichtern und zu verbessern...

ghost85
16.01.2009 12:15
0 0

Re: FPÖ

FPÖ-Wähler sind weder blind noch taub!
Auch so zu tun als hätten sie nicht gewusst wen sie da eigentlich wählen wäre völlig falsch.
1/3 der Österreicher hat rechts gewählt, dann muss sich 1/3 der Österreicher auch den Vorwurf rechts zu sein gefallen lassen.
Wer mit den Wölfen heult...

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