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Sozialversicherung: Strengere Kontrolle für Kassenärzte

25.01.2009 | 18:46 |   (Die Presse)

Sozialversicherungs-Chef Schelling plant Änderung. Statt der derzeitigen Selbstkontrolle durch die Ärztekammer will er eine „Liste von Qualitäts- und Objektivierungsmaßnahmen“ diskutieren.

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Wien (red./APA). Bei den Verträgen der Krankenkassen mit den Ärzten strebt der neue Vorsitzende des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Hans-Jörg Schelling (ÖVP), eine Verbesserung der Qualitätskontrolle an. Statt der derzeitigen Selbstkontrolle der Qualität der Ärzte durch die Ärztekammer will der Sozialversicherungschef eine „Liste von Qualitäts- und Objektivierungsmaßnahmen“ diskutieren. Bezüglich Sanktionen verwies Schelling im Gespräch mit der Austria Presseagentur darauf, dass in privatrechtlichen Verträgen die „Auflösung aus wichtigen Gründen“ möglich sei.

Derzeit erfolgt die Ärztekammer-interne Kontrolle durch die 2004 gegründete Agentur Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH. „Das wäre ungefähr so, wenn die Wirtschaftskammer die Arbeitsinspektoren im eigenen Bereich hätte und dann entscheidet, wo schicken wir wen hin, was kontrollieren wir und wen strafen wir“, meint Schelling. Grundsätzlich ist der neue Sozialversicherungschef aber um eine gute Partnerschaft mit den Ärzten bemüht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2009)

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15 Kommentare
Gast: Alfred
26.01.2009 17:55
0 0

Die Richtung stimmt

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, und wir werden sehen ob und zu welchen Verbesserungen die Initiative von Herrn Schelling führt.

Grundsätzlich aber sind die Probleme der ärztlichen Selbstkontrolle unübersehbar, und die Ärzte selber wissen nur allzu gut, wie unterschiedlich in Österreich die Qualität der medizinischen Dienstleistungen ist. Eine vermehrte Kontrolle und Einflussnahme der Krankenkassen kann hier zu deutlichen Verbesserungen führen. Ich finde, dass das Vorhaben von Herrn Schelling Anerkennung und Unterstützung verdient.

derpradler
26.01.2009 11:21
0 0

Nachdem man den Betrug

mit den Rezeptgebühren, allgemein hingenommen hat, A.K., ÖGB, Sozialversicherungsverband als Nutznießer, kann man auch dieser Regierung nichts mehr glauben!

Gast: AEIOU
26.01.2009 08:11
0 0

An zwei Äußerungen glaube ich den Stil

der "neuen" Regierung, Gewandwechsel war eigentlich alles, was bisher geschah, ganz deutlich zu erkennen. Der der Justizministerin und nunmehr der des Handlungsbeautragten des Sozialministeriums Schellinger. Unwesentliches hochzuspielen, damit den Eindruck der Effizienz zu erwecken und wie üblich auf der Stelle zu treten. Denn bei näherem Besehen sind die angekündigten Vorhaben wohl nur als Flickwerk-Fleckerln zu betrachten. Der große Wurf bleibt nach wie vor aus. Den hätte Österreich aber dringend nötig. Vielleicht braucht es noch eine NR-Wahl um ihn zu erreichen?

Antworten Gast: Desillusionierter
26.01.2009 10:53
0 0

Re: An zwei Äußerungen glaube ich den Stil

Das nennt sich "Neuerung auf Österreichisch": den ganzen Komplex auf einmal schultern geht nicht wegen mangelnder Kondition, kleine Schritte sind aber so insignifikant, daß ma's lieber gleich bleiben lassen. Wer mit dieser Kontrolle zu tun hatte, weiß wie gelungenes Cabaret aussieht. "Herr Medizinalrat, von den zwei Kontrollen is eine völlig daneben gegangen, derf ma Ihnen einen neues Flascherl schicken (die Sollwerte stehn eh auf einem Zettel dabei)".
Ankündigungsmäßig stellt der neue Mann eine potentielle Gefahr dar: sofort und effizient absägen oder aber gewärtigen, die OÖ- sche Variante des Proselytismus zu konfrontieren. Ach was, die Suppe wird dann eh lauwarm bis kalt serviert - der neue Koch hat sich wahrscheinlich wieder einmal beim Kosten die Zunge verbrannt und hat einen Grant.

Kantig
26.01.2009 07:37
0 0

Die Idee wäre für alle Beamtenburgen ein Milliardenquelle für Geld das nicht verschwendet werden soll!


gpollerus
26.01.2009 04:00
0 0

Ein neues Rezept

Mich wurderts nicht: In Zeiten wie diesen muss Hr. Schelling seinem Heer von Beamten eben die ein oder andere Beschäftigungstherapie verordnen um deren Existenz zu rechtfertigen.

Argumentations- /Bildungs-Lücke

So ein Pech: Angestellte der Sozialversicherungen sind aber (ASVG-) Privatangestellte und keine Beamten.

Gast: Michael
25.01.2009 23:39
0 0

bei den Ärzten beißt er sich die Zähne aus

die sind unter ihren weißen Mänteln bewaffnet mit ihrer Ärztekammer und da interessiert nur wieviel vom schnöden Euro in der eigenen Geldbörse bleibt...

mamba13
25.01.2009 21:42
0 0

Für mich eigentlich

wenig überraschend, da Generika vom Pharmaunternehmer "Bartenstein" ja auch wesentlich billiger kommen.
Die Wirksamkeit dieser, ist allerdings sehr umstritten!

Man muss doch unter ÖVP-Bonzen auch ein bissi schauen, dass der Herr Minister für Wirtschaft und Arbeit a.D. nicht zu kurz kommt und auf seinem Glumpert sitzen bleibt! Sozusagen: Hilfe unter Kumpeln!

Dazu ein SEHR interessanter Artikel aus dem Wirtschaftsblatt:
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/327896/index.do

Hier kann man nachlesen, was im Hause Bartenstein (Gerot, Lannacher, Gernericon, G.L. Pharma) von patentrechtlichen Fragen gehalten wird...

Salve
mamba13


Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
25.01.2009 22:01
0 0

Blödsinn!

Auch Generika werden vor Zulassung auf ihre Wirksamkeit geprüft. Von einem oralen Antidiabeticum ist bekannt, daß nahezu alle Generika eine bessere Bioverfügbarkeit aufgewiesen haben, als das Originalpräparat!!!

Antworten Antworten mamba13
26.01.2009 17:35
0 0

Re: Blödsinn! @ Gast: Dr.Gernot Stöckl

ALLERHAND: Sie sprechen hier von E I N E M
Antidiabetikum (schreibt man mit übrigens mit K), das angeblich eine bessere Bioverfügbarkeit hätte, meinen Sie hier im speziellen Gliclazid?

Ich zweifle die Wirksamkeit von Generika- im speziellen- und besonders im Neurologischen Bereich sehr stark an, denn die Praxis hat ergeben, dass dem nicht so ist.
Man belese sich:
http://derstandard.at/?url=/?id=1227102814031

Fazit: Generika sind Kopien von Arzneien, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Salve
mamba13

Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
26.01.2009 21:11
0 0

Re: Re: Blödsinn! @ Gast: Dr.Gernot Stöckl

Neurologen tun sich bekanntlich in der Beurteilung von Arzneimittelwirkungen sehr schwer, von deren Nebenwirkungen gar nicht zu reden. Sie sind daher ganz auf die Hilfe der Pharmareferenten angewiesen, die natürlich nur ihre eigene Ware loben!

Die Neurologen haben sich von einer renommierten Firma ja auch einreden lassen, daß das Mirtazapin wesentlich besser sei, als das gute alte Mianserin! Das genaue Gegenteil ist der Fall und das viel bessere alte Präparat kostet ca. 1/5 des "neuen"!!! Soviel zur pharmakologischen Expertise der Neurologie!

Antworten Antworten Antworten Antworten mamba13
30.01.2009 02:59
0 0

Re: Re: Re: Blödsinn! @ Gast: Dr.Gernot Stöckl

Mirtazapin ist das Pyridyl-Analogon des Mianserin (tetrazyklischen Antidepressivum)

Mianserin weist ein erhöhtes lebensbedrohendes Risiko zu Knochenmarkstörungen, Blutbildungstörungen auf, außerdem führt es zu einer Verminderung der Granulozyten. Quelle: Wikipedia

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich Neurologen Artzneimittel aufschwatzen lassen. Was hätten sie auch davon?

Haben Sie vielleicht eine Quelle, die Ihre These- dass Mianserin besser ist- bestätigt, da ich keine Medizinerin bin und auch beide Mittel nicht konsumiere?

Salve
mamba13


Gast: Dr.Gernot Stöckl
25.01.2009 21:20
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Trennung von Schulmedizin und Alternativmedizin wäre für eine Qualitätskontrolle 1. und wichtigster Schritt!

Es ist ein Unding, daß ein und derselbe Arzt einerseits die kassenfinanzierte Schulmedizin anbieten kann und gleichzeitig seinen Patienten die Wunder der Voo-doo-Medizin um teures Geld aufschwatzen darf!

Die Ausrede von der Entscheidungsfreiheit der Patienten selbst geht völlig ins Leere, denn der Patient bleibt immer der Aufklärung und Empfehlung des Behandlers schon auf Grund dessen Wissensvorsprung ausgeliefert.

Antworten Gast: AEIOU
26.01.2009 08:22
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Re: Trennung von Schulmedizin und Alternativmedizin wäre für eine Qualitätskontrolle 1. und wichtigster Schritt!

Was die Medizin zu leisten vermag ist mir als ASVG-Versicherten ohnedies nicht zugänglich. Ich bin "grundversorgt" wie es die Kalfakter aller Coleurs so hämisch labern. Schmerzt¿s ? Dann gibt¿s dafür eine Pille. Schmerzt es nicht, dann gibt es dafür auch eine. In der Pillenversorgung ist das Standard. Mit "Behandlungszeiten" von durchschnittlich 3 Minuten. 1 Minute für das Vorbringen des Patienten. 1 Minute für die Antwort des Mediziners und 1 Minute für den Bezungsschein. Das Rezept. Die "Behandlung" ist somit sehr einfach. Die Medikation könnte aber auch tabellarisch erfolgen. Ohne Gefährdung des Patienten.Der trägt wie immer Folgen. Auch die der Verantwortung. Ist doch jeder, mit Ausnahme des Patienten, abgesichert. Durch den Beipackzettel. Arzt, Pillendreher und -erzeuger. Damit wäre eine neue Form der "Behandlung" eigentlich möglich. Und die Mediziner könnten sich wieder an ihre "Berufung" halten. Oder ist Arzt zum hochdotierten Job verkommen?

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