26.05.2012 06:41 | Meine Presse Merkliste 0

"Rot-Weiß-Rot-Karte" soll Zuwanderung neu regeln

26.01.2009 | 16:07 |   (DiePresse.com)

Österreich ist Schlusslicht im Zuzug höchst qualifizierter Arbeitskräfte. Eine Neuregelung des Zuwanderungs-Systems soll dies nun ändern. Die Quotenregelung soll fallen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In Österreich soll durch die sogenannte "Rot-Weiß-Rot-Karte" die Zuwanderung neu geregelt werden. Die auf einem Punktesystem basierende Regelung soll das bisherige Quotensystem ersetzen. Kriterien für die Zuwanderung sollen etwa bestimmte Qualifikationen, Deutschkenntnisse oder Nachfrage am Arbeitsmarkt sein. Nach einem Punktesystem sollen diejenigen zuwandern dürfen, die auf die meisten der geforderten Punkte kommen.

Nachdem die EU-weit geplante "Blue Card", mit der ausländische Zuwanderer in der gesamten EU hätten arbeiten dürfen, von den Mitgliedsländern abgelehnt wurde, soll es nun für jedes Land eine eigene Karte geben. Ziel ist es, vor allem besser ausgebildete Personen in Österreich aufzunehmen.

Mehr als die Hälfte aller Zuwanderer kommt jedoch aus EU-Ländern, die ohne weitere Genehmigung in Österreich arbeiten dürfen. Die "Rot-Weiß-Rot-Karte" würde sich nur an Menschen richten, die außerhalb der EU wohnen.

Zuwanderung Hochqualifizierter erwünscht

Bei der Zuwanderung besonders hochqualifizierter Arbeitskräfte ist Österreich das OECD-Schlusslicht. Dem Ö1-Morgenjournal zufolge haben nur 11,3 Prozent der Zuwanderer höchstes Qualifikationsniveau.

Im Innenministerium tritt am Montag zum ersten Mal eine Arbeitsgruppe zusammen, die über die genauen Inhalte und Funktionen der "Rot-Weiß-Rot-Karte" debattieren wird. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) erklärte, die Karte solle schon 2010 eingeführt werden. Konkret soll das Projekt auf drei Ebenen entwickelt werden. Das Verfahren an sich wird vom Innenministerium betreut. Die Kriterien, für die es auf der Rot-Weiß-Rot-Card Punkte oder ähnliches geben soll, werden von Sozialpartnern und Industriellenvereinigung erarbeitet. Schließlich soll noch der Bedarf am Arbeitsmarkt von Wirtschafts- und Sozialministerium erhoben werden.

Ob sich mit der neuen Karte die Zahl der Zuwanderer wesentlich ändern wird, ließ Fekter offen. Es gehe nicht um ein Mehr oder ein Weniger. Vielmehr solle das System flexibler und auf die Notwendigkeiten für den österreichischen Arbeitsmarkt abgestimmt sein.

Vilimsky: "Etikettenschwindel"

Die FPÖ sprach sich per Aussendung bereits im Vorfeld gegen diese Form der Zuwanderungs-Neuregelung aus, da dies nach Ansicht von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky lediglich ein "Etikettenschwindel" für neue Zuwanderung bedeute: "Was ist das bloß für eine Politik, die nach weiteren zehntausenden Zuwanderern giert, obwohl heute schon etwa in Wien mehr als die Hälfte der Kinder nicht-deutscher Muttersprache sind, das Sozial- und Gesundheitssystem aufgrund eben dieser Zuwanderung vor einer Belastungsprobe steht und die Arbeitslosigkeit der Österreicher nach oben schnellt".

Auch ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaste meint, "die Entwicklung am Arbeitsmarkt spreche nicht gerade für einen Mehrbedarf an Zuwanderung". Kaske gab zu bedenken, dass Österreich nicht mit den oft genannten "Vorbildern" USA, Kanada oder Australien vergleichbar sei. Im Gegensatz zu diesen Ländern sei in Österreich der Großteil der Zuwanderung nicht durch nationalstaatliche Regeln gestaltbar, sagt Kaske. Konkret ist rund 80 Prozent der Zuwanderung nicht durch Österreich steuerbar, weil EU-Vorschriften zum Tragen kämen. Eine Rot-Weiß-Rot-Card würde in diesem Bereich keinerlei Änderung bewirken.

Die Grünen fordern eine grundlegende Neuausrichtung der Einwanderungspolitik. Skeptisch macht Grünen-Migrationssprecherin Alev Korun, dass bisher "außer einer dürren Ansage im Regierungsprogramm" nichts zur Rot-Weiß-Rot Karte bekannt sei. Es sei der Eindruck entstanden, dass nur das bestehende Schlüsselkraftmodell einen neuen Namen bekommen solle. Das Einwanderungsmodell der Grünen sei dagegen ein ausgereifter Vorschlag, wie Erwerbszuwanderung fair und sinnvoll mit Hilfe eines Punktesystems geregelt werden solle.

"Das Boot ist voll"

"Das Boot ist voll - Österreich ist kein Einwanderungsland", lautet der Beitrag von BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz zur Zuwanderungsdebatte.

Wirtschafskammerpräsident Christoph Leitl stellt sich hinter das Projekt der "Rot-Weiß-Rot-Karte". Er betonte die Relevanz qualifizierter Arbeitskräfte, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dieser Bedarf werde in Zukunft - und zwar trotz der aktuell schwierigen Wirtschaftssituation - noch wachsen, meinte er am Montag. Die besten Köpfe wandern derzeit leider häufig an Östererich vorbei, sagte Leitl.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

32 Kommentare
 
1 2
Gast: Smyrna
17.02.2011 13:38
0 0

Von mir aus

Ich bin seit 2003 in Wien, schließe mein Diplomstudium in 6 Monaten ab, und erwarte, dass der Staat mit solchen Regelungen mich davon überzeugt, dass ich weiterhin in Wien bleibe, nachdem er mein Studium 7 Jahre lang finanziert hat. Meine Vernunft und Logik sagt mir, dass ein Studium für eine Gesellschaft eine Investition darstellt, die nicht so einfach weggeschmissen werden darf.

Nachdem ich die Kommentare durchgeblättert habe, erfahre ich tief enttäuscht, dass viele Mitglieder dieser Gesellschaft es doch nicht so sieht.

Von mir aus ... Wäre natürlich Schade diese wunderschöne Stadt zu verlassen.

Aber dann sollt ihr nicht mehr über das Integrationsniveau ihrer "Gäste" meckern.

Ah ja. Übrigens: Ich bin Türke. Falls das ihre Meinung über diesem Kommentar ändern soll.

Alles Liebe.

Gast: Foregner
18.01.2011 12:48
0 0

Falsche Zielgruppe

Wenn man Anzahl für Migranten reduzieren will, muss man etwas gegen Anzahl von Alsylanten tun. Da für geschaiden Fachleute (deren Anteil in "my"-Bereich also 10hoch-6% liegt), ist Österreich so wie so kein gewünschte Wahlheimatland ist und wird auch!

harleybear
27.01.2009 11:54
0 0

was soll das bringen

dann kommen sie als traumatisierte flüchtlinge nach österreich und dann wird man die echten flüchtlinge mit den pseudoflüchtlinge in einen topf werfen was sich die echten flüchtlinge nicht verdient haben.

Aengus
26.01.2009 20:58
0 0

Es ist vorbei.

Rechnet man die Reproduktionsraten der Muslime in Österreich hoch, so wird klar, dass diese einstige Bastion des Christentums bald ein islamischer Staat werden wird.


Antworten Gast: Crusader
27.01.2009 07:03
0 0

Re: Es ist vorbei.

So lange genug Patronen im Magazin sind wird Österreich nie ein islamischer Staat...... ;)

Re: Re: Es ist vorbei.

leider geht das subtiler ab: in naher zukunft wird die korrupte grün/rot regierung in einem staatsakt zum islam konvertieren, die exekutive - durch betreiben der heutigen machthaber - durch und durch von moslems infiltriert wird den gesamten sicherheitsapparat übernehmen, irgendein RoterHeinz übernimmt das kommando des BH;
zeitgleich wird die sharia eingeführt und bis dahin gibt es ein paar tausend freiw. religionshüte, welche uns autochonten einfach zerstückeln - und eine woche soäter ist am steffl der halbmond montiert - und wird "wampo moschee" heissen.
da werden keine patronen helfen - nur die flucht!

Antworten Antworten Antworten Gast: Crusader
27.01.2009 10:08
0 0

Re: Re: Re: Es ist vorbei.

So weit wird es nie kommen.
Wir Europäer haben schon so viele Gemetzel in unserer Geschichte durchgezogen da spielt eines mehr oder weniger historisch auch keine Rolle mehr.
Bevor am Steffl der Halbmond thront wiederholt sich halt die Geschichte.
Es gibt nichts wirklich neues.

RAL
26.01.2009 18:52
0 1

Vilimskys Ablehnung

Klar, dass Vilimsky für die FPÖ und das BZÖ die "ROT-Weiß-Rot-Card" ablehnt. Geht doch dadurch, dass nur fehlende FACHkräfte nach Österreich geholt werden sollen, die Hauptstoßrichtung beider Parteien verloren. Die Mehrheit jener Wähler die die FPÖ mit ihren Parolen ansprechen, sind von der "Rot-Weiß-Rot-Card" sowieso nicht betroffen, da es sich bei diesen Personen nicht um FACHkräfte, sondern um Schulabbrecher handelt.

Antworten heri5
27.01.2009 16:06
1 0

Re: Vilimskys Ablehnung

ich glaube sie täuschen sich wo die wähler der fpö angesiedelt sind
bespiel salzburg am freitag, auftritt strach und schnell

600 bis 700 personen, viele jugendliche (keine schulabbrecher), arbeiter und pensionisten

die personengruppe die sie ansprechen, sind wohl eher, studenten opernballdemonstranten und steinewerfer von der linken szene die keine Arbeit haben.
potentielle grünwählen, wenn überhaupt zum wählen im stande


heri5
26.01.2009 18:28
0 0

zuwanderung

österreich soll zuwanderung neu ordnen, ja

Überschrift

Tausche 10000 nicht deutschsprechende, nicht integrationswillige, unqualifizierte scheinasylanten, kriminelle ausländer, schmarotzer gegen
100 qualifizierte arbeitrkräfte dort wo sie notwenig sind!!!

ist dann die frage wo bei der steigenden arbeitslosigkeit viele leute gebraucht werden
besser wäre arbeitslose österreicher die weiterbildung zu bezahlen und diese dann gezielt zu vermitteln!!!

beardsley
26.01.2009 16:05
0 0

::

die zuwanderung soll nicht geregelt, sondern eingestellt werden.

Antworten Gast: Gast
26.01.2009 16:33
0 0

Und was soll das bringen?

Migranten sind bei Neugeborenen und Schulanfängern in Wien längst in der Mehrheit.

0 0

Familienzusammenführung

die Sache ist die dass die allermeisten Einwanderer über die Familienzusammenführung nach Österreich kommt. In dem Bereich muss es restriktive Regeln geben, sonst werden wir der Zuwanderung nicht Herr werden.

die "Rot-weiss-rot" Karte ändert da leider gar nichts, sondern bringt höchstens noch zusätzliche Migranten hierher.

Gast: Diversity
26.01.2009 15:07
0 0

Integration, Urlaub, etc.

Guten Tag,

Urlaub 2008 im Sommer. Über den Felbertauern nach Mittersill. Das erste nach dem Paß: Ein Plakat. - Zitat: "Ausländer müssen zuerst Deutsch lernen.- Ihre ÖVP." Zitatende.

Ich werde als Ausländer keinen Urlaub mehr in Österreich machen noch einen qualifizierten Job in Österreich suchen, bei dieser Mentalität.

Österreich begibt sich so selbst ins Abseits.

Deshalb - die Diskussion der Karte ist obsolet. Viele Ausländer wie ich denken so - und habe ihr Interesse an Österreich verloren.

Schöne Grüße aus dem Ausland von einem Menschen und Ausländer.

Diversity

P.S.: Wenn ein Österreicher in mein Land kommt, ist er in meinem Land ein Ausländer.

Antworten heri5
26.01.2009 18:35
0 0

Re: Integration, Urlaub, etc.

erstens hat österreich in den letzen jahren prozentmassig mit abstand die meisten ausländer und asylanten aufgenommen (asylparadies)

zweitens wird man ohne deutsch keine ausbildung schaffen, somit auch keine arbeit kriegen, dem staat auf der tasche liegen und somit auch noch zusätzlich die kriminalität steigen

wenn ich zb nach tschechien oder ungarn arbeiten gehen will, auch eventuell wohnen möchte ist es mein bestreben in kürzester zeit ordentlich die dortige landessprache zu erlernen um mich zu integrieren.

Was man von vielen ausländern nicht gerade behaupten kann!!!!

Antworten Antworten Gast: ricola
26.01.2009 20:50
0 0

Re: Re: Integration, Urlaub, etc.

Lach! Na, viel Glück! Bis Sie ordentlich Tschechisch oder Ungarisch können wird es ein Weilchen dauern.

0 0

Re: Integration, Urlaub, etc.

Finden sie nicht, dass sie etwas überkritisch reagieren?
Mich persönlich würde so ein Plakat nicht stören, da ich weiß, dass ich als Gast willkommen bin, jedes Land aber trotzdem seine Ausländerprobleme hat, wie auch Deutschland.
Ich war ein Wochenende in Köln. An diesem Tag musste ich mich blöd von einem Türken anmachen lassen, genauso sah ich auch in der U-Bahn, wie ganz plötzlich ein anderer Türke zu einem älteren deutschen Herrn meinte: "Was kuckste so blöd".
Ich dachte schon wir hätten viele Türken, aber in Köln ist es ja mindestens doppelt so schlimm. Was ich damit sagen will: Da ich selbst weiß, mit welchen Ausländerproblemen die Länder zu kämpfen haben, verstehe ich auch, warum solche Plakate aufgestellte werden.
Ich weiß auch, dass es mich als österreichischer Urlauber nicht betrifft, sondern eben Ausländer von der Sorte, wie wir sie leider kennen.

0 0

Re: Integration, Urlaub, etc.

sie können doch deutsch, wo liegt das Problem?

und dass ich in ihrem Land Ausländer bin ist eine no-na sache.

Antworten Aengus
26.01.2009 15:41
0 0

Interesse verloren, soso...

und warum besitzen Sie denn die Frechheit, in einem österreichischen Medium zu posten? Ab zu BILD ! Flotto!

0 0

Re: Interesse verloren, soso...

Sorry, aber dieses Posting hätten sie sich sparen können.
Ihre Argumentation passt besser in eine Bild oder Krone.

Antworten Antworten Antworten Aengus
26.01.2009 18:36
0 0

warum?


0 0

Re: warum?

Der OP hat ganz normal auf der Sachebene argumentiert. Sie hingegen werfen ihm eine Antwort auf unterstem Niveau an den Kopf.

Aengus
26.01.2009 14:46
0 0

es ist zu spät!

Durch die Masseneinladung an ungebildete, vielfach analphabetische Schichten wurde der Fundamentalislam bereits erfolgreich nach Österreich verpflanzt.
Liberale, gebildete und tolerante Moslems wurden dadurch marginalisiert.

Außerdem liegen uns die vielen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger der Großfamilien schon jetzt auf der Tasche - wie wird das erst erst in der Rezession sein?

zweiter Versuch, hier zu posten.
Wenn weiter zensiert wird, lasse ich es.

Antworten Insider
27.01.2009 23:43
0 0

Re: es ist zu spät!

Es werden nicht nur Ihre Postings gelöscht. Gezielte Kritik ist anscheinend schwer verkraftbar.

harbard
26.01.2009 14:37
0 0

"Etikettenschwindel"

...der vilimsky beherrscht das
...englische understatement!

0 0

An und für sich eine gute Idee

dummerweise hat Österreich für Hochqualifizierte, zB Wissenschaftler nichts zu bieten, denn Forschung wird in Österreich ja leider kaum gefördert.
Und FH-Absolventen und Akademiker haben wir sowieso auch selbst, d.h. für übliche qualifizierte Posten bräuchten wir keine Zuwanderer, außer man hat mit Personalmangel zu rechnen.
Ich bin mal gespannt, ob das auch für Türken gilt, denn ungebildete Türken(-Familien) strömen ja en masse zu uns herein und die Lage in Wien ist mancherorts nicht mehr kontrollierbar. Selbst wenn wir von nun an überhaupt keine Türken mehr aufnehmen würden, sind wir in Zukunft trotzdem noch mit massiven Problemen konfrontiert, da eine Integration bei den hier lebenden meistens nie stattgefunden hat.

 
1 2

Mein Parlament