09.09.2010 12:23 | Meine Presse Merkliste0

Studie: Falle für Familien mit höherem Gehalt

04.03.2009 | 18:29 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Beziehern niedriger Einkommen bleibt mit Sozial-Leistungen fast so viel Geld wie Besserverdienern. Steigt das Brutto-Einkommen, sinkt der finanzielle Anreiz für Kinder. Gegensteuern durch Reform.

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Wien. Österreichische Familien mit Kindern werden schon ab Bruttoeinkommen von etwas mehr als 2000 Euro von der öffentlichen Hand „bestraft“, weil diverse Sozialleistungen dann geringer ausfallen oder ganz gestrichen werden. Bei niedrigem Erwerbseinkommen bestehe ein „relativ hoher finanzieller Anreiz“, Kinder zu bekommen. Bei höheren Erwerbseinkommen sind hingegen Familien ohne Kinder oder mit wenigen Kindern „finanziell deutlich bessergestellt“. Auf diese Falle macht eine Studie der Grazer Joanneum Research Forschungsgesellschaft aufmerksam, die der „Presse“ vorliegt.

Verglichen wurden fiktive Beispiele von drei Grazer Familien mit je zwei Kindern. Neu dabei: Einbezogen wurden auch soziale Zuwendungen auf kommunaler Ebene. Ein Hauptergebnis: Die Familie mit dem niedrigsten Bruttoeinkommen von 950Euro kommt dank diverser Sozialleistungen beim verfügbaren Haushaltseinkommen auf rund 2800 Euro, das sind nur rund 440 Euro weniger als bei einer Familie mit immerhin 3800 Euro Bruttobezug (siehe Grafik). Das Paar mit 1900 Euro brutto liegt dank mehrerer sozialer Zuschüsse unterm Strich nur um 39Euro unter dem Haushaltseinkommen der „reichen“ Familie.

Ein erstes Gegensteuern durch die Regierung erfolgt allerdings mit der Steuerreform 2009: Kosten für Kinderbetreuung können damit erstmals bis zur Höhe von 2300 Euro von der Steuer abgesetzt werden.

Die Untersuchung, die vom Sozialressort (SPÖ) und Bildungsressort (ÖVP) des Landes Steiermark finanziert und vom Karl-Kummer-Institut publiziert worden ist, zeigt auch, dass das Steuer- und Sozialsystem insgesamt wenig Anreiz für Besserverdiener bietet. Grund: Steigt das Bruttoeinkommen, fallen Transferleistungen weg. Das bewirke, gemeinsam mit den gleichzeitig steigenden Steuern und Sozialversicherungsabgaben, dass das Nettoeinkommen fast konstant bleibe. Damit bestehe „kein Anreiz, die Leistung zu erhöhen und von Transfers unabhängig zu werden“. Und weiter: „Die Frage ,Wozu überhaupt noch arbeiten?‘ bekommt angesichts dieser Zahlen einen anderen Klang“, schreiben die Autoren, Franz Prettenthaler, Leiter des Grazer Instituts für Technologie- und Regionalpolitik von Joanneum Research, und die Dissertantin Cornelia Sterner.

Ihre Schlussfolgerung: Es verwundere aus dieser Perspektive nicht, „dass sich immer weniger junge, karriereorientierte Menschen für Kinder entscheiden“. Man müsse den Eindruck bekommen, der Gesetzgeber wolle verhindern, dass Eltern bereits ab einer Einkommensklasse von 2150 bis 2900 Euro brutto Kinder bekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2009)

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119 Kommentare
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Gast: maxima
15.03.2009 17:19
1 0

Ausgebeuteter Sozialstaat

Neun Kinder, Mutter schwanger, Vater arbeitslos, der deutschen Sprache nicht mächtig, erhalten in Wien zwei Reihenhäuser, Durchbruch wird ebenso finanziert. Wohnung gratis, Wohnbeihilfe usw.

Gast: Schock
11.03.2009 09:22
1 0

Bin schockiert wegen der Studie

Ich zähle mich und meine Frau zu den Besserverdienern, zumindest sind wir das in den Augen der Behörden, denn für Förderungen aller Art kommen wir nicht in Frage. Wenn ich mich aber umsehe, dann wunderte ich mich bislang immer, wie sich Familien mit geringem Einkommen, relativ zu uns gesehen, nicht viel weniger leisten können. Nun wundere ich mich nicht mehr. Ich bin hingegen schockiert. Daß der Sozialstaat uns dermaßen in den Lohnbeutel greift, fand ich bislang noch akzeptabel, da ich schon der Meinung bin, daß sozial Schwache zu unterstützen sind - aber bitte ein faktischer Ausgleich des Einkommensunterschiedes ist doch nicht fair sondern frech. Jeder muß für sein Einkommen hart arbeiten, Leistung muß sich auszahlen und dieses Prinzip hat für alle zu gelten. Derzeit sehe ich kleine Einkommen aufgrund der Sozialleistungen übervorteilt, was wir bezahlen, während wir uns gleichzeitig auch nicht deutlich mehr leisten können.

Gast: Die Wahrheit
06.03.2009 07:43
0 0

In Wahrheit sieht es so aus:

Dank der von SPÖVP beschlossenen neuen Dienstverhältnisse (in den 90ern), insbesondere der Kurz- und Teilzeitarbeit, arbeiten immer mehr AN für einen Lohn, mit dem sie nicht überleben können.

Reihenweise muß der Staat diesen Personen finanziell aushelfen. Zu holen ist nur mehr etwas bei AN mit einem halbwegs geregeltem Erwerb.

Genau dort daher auch kassiert, um die immer größere Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben zu decken.

Natürlich gibt es jede Menge importierter Sozialfälle, die den Staat brutal ausnützen. Die Ausländerkarte spielen BZÖ und FPÖ daher nicht zu unrecht, auch wegen der importierten Kriminalität.

Aber die Lösung ist woanders zu suchen: Es müssen alle komischen Dienstverhältnisse wieder zurückgedrängt werden. Arbeiten muß sich ganz einfach "lohnen"!!!!!

Gast: Walter
05.03.2009 13:07
0 0

die ÖVP hat den Mittelstand verraten


Strache kümmert sich eh nur noch um seine serbischen Stimmen

Und was bleibt?

Gast: Alleinverdiener
05.03.2009 11:53
0 0

Die Studie vergisst

leider die zusätzliche Nettoeinkommensbenachteiligung von Familien mit AlleinverdienerInnen.

nopod
05.03.2009 11:31
0 0

Die die wenig haben, neiden denen die noch weniger haben das Wenige

Gehts noch?

Natürlich muss man einen Anreiz haben gut zu verdienen, aber doch nicht in dem man denen die weniger habe noch weniger gibt, damit die die mehr haben, viel mehr haben!


hw
05.03.2009 12:39
0 0

Re: Die die wenig haben, neiden denen die noch weniger haben das Wenige

wegnehmen?
sie gehen also davon aus 100% des einkommen gehört mal dem staat.
hoch interessant. es geht um das behalten dürfen, von denen die es _selbst_ verdienen.

freeman
05.03.2009 11:41
0 0

Nein,

einfach indem man denen, die mehr leisten weniger nimmt um es denen zu geben die weniger leisten.

Solange es Belohungen fürs arm sein gibt, werden sich immer mehr Menschen für diesen Weg entscheiden.

nopod
05.03.2009 11:53
0 0

Re: Nein,

Und die Leute die gekündigt werden weil Firmen abwandern und/oder pleite gehen, die sind einfach arbtscheu und sollen gefälligst arm bleiben. Dafür sollen die die sie wegen höherer Gewinne entlassen haben, noch weniger Steuern zahlen.

teifl eini
05.03.2009 15:27
0 0

Re: Re: Nein,


es tut mir echt leid, aber die von ihnen vorgebrachte "argumentations-nebelgranate" hat mit dem artikel leider überhaupt nichts zu tun.

man kann es drehen und wenden wie man will, leistungsfördernd ist dieses system nicht, von gerecht keine rede!

oder anders gesagt, finanzielle unterschiede werden zwar ausgebügelt aber nur um den preis, dass ein schlecht ausgebildeter bzw. bildungsunwilliger und wenig motivierter seinen nachbarn auslacht, der sein einkommen durch fortbildung und leistungswillen zu verdoppeln plant: "gratuliere zu den 39 euro!"

ich finde, keine gute signalwirkung: bleib faul, dumm, starr in die glotze und du, frau, bleib am herd!sozialstaatliches kastenwesen.

freeman
05.03.2009 12:15
0 0

Bei der Diskussion

geht es nicht um Leute, die gekündigt werden und danach meist recht schnell wieder einen Job finden, sondern um Leute, die noch nie im Leben gearbeitet haben und die dies dank des mit fremden Geld allzu großzügigen Sozialstaats auch in Zukunft nicht vor haben.

Tatsache ist: Für Arme, Ungebildete lohnen sich Kinder finanziell, weil sie die Transferleistungen wesentlich erhöhen, für gut verdienende lohnen sie sich nicht.

1 0

Erstes Kind mit 14 2. mit 15 und 3. mit 16

Die meisten Eltern erziehen ihre Kinder absolut unangepasst zum Sozialstaat. Hier können die Österreicher viel von den in Massen zuwandernden Famielien lernen. Diese nutzen die Ressource Sozialstaat viel effizienter. Sie erziehen ihre Kinder so, dass diese bereits mit 14, 15 und 16 für Nachwuchs sorgen.

Ein Fellnerblatt, das sich Österreich nennt, lobte diese Art der Erziehung, die bei Migrantenfamilien vorherrscht bereits auf der Titelseite. Bedenkenlos den Sozialstaat plündern, ist intelligente Ressourcennutzung aus kurzfristiger individueller sicht. Man zerstört zwar damit das Biotop Sozialstaat nicht nur durch Überfremdung, sondern auch durch Übernutzung, aber Heuschreckenschwärme schlummern danach eben einfach wieder in der Wüste.

In einem Sozialstaat muss man Kinder dann bekommen, wenn man wenig Einkommen hat. An sich wäre das sogar gut, da dann der Wirtschaft weniger Leistung entgeht. Schlecht ist nur, dass meist dumme vermehren, die eher dumme Kinder bekommen.

jost
29.07.2009 10:13
0 0

Re: Erstes Kind mit 14 2. mit 15 und 3. mit 16

Naja, ich glaube nicht dass Dummheit grundsätzlich erblich bedingt ist, meiner Meinung nach ist das wohl eher Erziehungssache

Aber mit dem Rest haben sie wohl recht, jedoch wird der drohende Staatsbankrott auch hier bald Veränderungen erzwingen.

hw
29.07.2009 18:03
0 0

Re: Re: Erstes Kind mit 14 2. mit 15 und 3. mit 16

der dummheit, der man tagtäglich begegnet ist sicher nicht erblich bedingt.
wobei aber auch nicht 100% die person selber schuld ist.

Öko
05.03.2009 11:01
0 0

nun ist alles klar

nun versteh ich, warum viele Jungfamilien sich keine Arbeit mehr suchen,
drüber nachdenken, ob sie mit mehr kindern mehr förderung bekommen

wer dann überhaupt noch arbeiten

Gast: Walter
05.03.2009 10:57
0 1

Nicht nur die SPÖVP-Politik ist schuld daran!

Auch die Medien haben Schuld, weil seit Jahren der Unsinn verbreitet wird, dass sich die Einkommensschere zu Lasten der "Schlechterverdienenden" vergrößert. Wenn man das hunderttausendmal liest, glaubt man das irgendwann wirklich. Mir fällt nur der Schellhorn von "Der Presse" ein, der diesem Unsinn etwas entgegenzusetzen vermag. Alle anderen beten das nach, dass die "Ärmeren" immer ärmer werden und die "Reichen" immer reicher. Ehrlich gesagt ist es mir vollkommen egal, ob der Deripaska jetzt angeblich 40 Milliarden Dollar oder nur 20 Milliarden Dollar hat. Was zählt, ist der Mittelstand, der sich trotz Anstrengungen immer weniger etwas aufbauen kann. Und wenn er sich etwas aufgebaut hat und es später vererben möchte, reden die Roten wieder von einer Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer.

Antworten Gast: la voix
05.03.2009 18:32
0 0

Re: Nicht nur die SPÖVP-Politik ist schuld daran!

3800 Euro ist schon reich ihrer Meinung nach? Sie vermischen da zwei sehr unterschiedliche Dinge.

freeman
05.03.2009 14:31
0 0

Die "Einkommensschere" als statitische folge der Inflation

Ausgangssituation:
A bekommt 10 EUR
B bekommt 100 EUR
Differenz: 90 EUR

100% Inflation, Gehälter behalten ihren Wert:
A bekommt 20 EUR
B bekommt 200 EUR
Differenz: 180 EUR

Furchtbar, wie dort die Einkommensschere aufgeht!
A braucht dringend unsere Unterstützung!
B hingegen können wir ruhig etwas wegnehmen, er hat ja eh 200 EUR...

Gast: Gustl
05.03.2009 10:29
0 0

Schallen und wallen

Ich hörs noch durch die Medien Hallen, dass steuerliche Maßnahmen zur Familienentlastung (zb Familysplitting) nur die "Besserverdiener" begünstigen würden. Damals fühlte ich empirisch, was jetzt eine Studie belegt: Es wäre höchst an der Zeit die sogenannten "Besswerverdiener" zu begünstigen., weil man sie bis jetzt gehörig veräppelt (ich erspar mir passendereKraftausdrücke) hat. Jedenfalls können wir uns ein 3 Kind nicht leisten

Gast: -
05.03.2009 10:02
0 0

STOP DEM KLASSENKAMPF!!!

es wird zeit, dass die unselige klassenkampf rhetorik der linken ein ende findet. wer sind denn die "besser verdienenden", auf die ständig neidvoll hingehackt wird, und
was haben sie verbrochen, dass sie zur umverteilung ihrer einkommen verhalten werden? sind das nicht jene, die mit ihren steuern das system am laufen halten, ohne selbst besonders viel davon zu haben? österreich ist leistungsfeindlich! der neidkomplex auf die 1% superreichen, welche mit ihren steuern allerdings auch einen überproportionalen beitrag leisten, kostet die übrigen leistungsträger ein vermögen!

NeroRosso
05.03.2009 09:25
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Transferleistungen

kommen oft den Kindern gar nicht zu Gute, daher:

Schaffen von kostenfreien Einrichtungen für Kinder analog Schülerfreifahrt.

Die bürokratischen Probleme könnten sicher durch organisatorische Maßnahmen minimiert werden.

Antworten Gast: gast
05.03.2009 10:58
0 0

Re: Transferleistungen

Schülerfreifahrt? Dagegen. Gabs damals auch nicht und seither haben sich die Kosten für Öffentliche ver-X-facht. Wer sich den Luxus "Bus" noch leisten kann, soll Länge mal Breite zahlen. Wer nicht, geht zu Fuß. Und wenns 10 Kilometer sind. Alles schon dagewesen.

Gratis-Verkehrsmittel für Millionen. Nich bös sein, Sie leben im Falschen Jahrzehnt. HALLO MC FLY, JEMAND ZU HAUSE? DEPRESSION IST ANGESAGT! NIX MEHR GRATIS!

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Re: Re: Transferleistungen

Sehr wirklichkeitsnah ...

NeroRosso
05.03.2009 11:27
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Re: Re: Transferleistungen

Wahrscheinlich fehlt Ihnen dann das Kindergeld für das 6-er Tragerl und die Tschik

Weiter so!

Gast: Walter
05.03.2009 09:23
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Falsche Lebensplanung!

Dieser Artikel hat mir vor Augen geführt, dass ich das falsche Lebensmodell verfolge. Ich habe (zügig) studiert, nach Bundesheer und Zusatzausbildung mit 25 Jahren angefangen, ein geringes Jungakademikergehalt zu beziehen und bin jetzt mit 34 dabei, als Selbständiger etwas aufzubauen. Ich bekomme keinerlei Beihilfen irgendwelcher Art, zahle Steuern und beschäftige einen Mitarbeiter, d.h. ich habe zwei Arbeitsplätze (meinen und einen weiteren) geschaffen. Ich würde mich bei meinem Einkommen mit Ach und Krach zur Mittelschicht zählen.
Wenn ich nicht studiert hätte, sondern mit 18 mit einer Erwerbsarbeit angefangen hätte, würde ich mit den staatlichen Transferleistungen mindestens das gleiche Einkommen haben, hätte aber schon früher zu verdienen begonnen und hätte weniger Wochenarbeitszeit und kein unternehmerisches Risiko. Bei Arbeitslosigkeit würde ich Unterstützung erhalten. Der Gscheite ist am Ende der Dumme und der Dumme ist der Gscheite, wie der Farkas gesagt hat...

teifl eini
05.03.2009 10:59
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Re: Falsche Lebensplanung!

handwerk hat goldenen boden, sagt der volksmund. gerade in krisenzeiten bewahrheitet sich das besonders.

andererseits, wer will schon dreck schlucken auf der baustelle, in der werkstatt?

man sollte sprengers "die entscheidung liegt bei dir" bereits mit 15 lesen - besser als ein jahr schule oder studium, besser als jede bildungsmesse oder die öffentliche bildungspropaganda ... alles hat seinen preis, jede entscheidung seine folgen.

man/frau ist einfach immer selber schuld!


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