21.11.2009 14:35 | Meine Presse Merkliste0

Wissenschaft als Krisengewinner: 1,2 Milliarden Euro zusätzlich

21.04.2009 | 18:18 |   (Die Presse)

Mehr Geld für Universitäten und Forschung, die Forschungsszene atmet auf – auch wenn die Zuwächse geringer sind als erhofft. Aufregung bei Polizei und Richtern: Sie fürchten schmerzhafte Einsparungen.

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WIEN (chs/mku/red.). Im Vorfeld hatte es noch große Debatten um fehlende finanzielle Mittel im Wissenschaftsressort gegeben – jetzt kann sich Minister Johannes Hahn (ÖVP) als einen der großen Gewinner der Budgetverhandlungen sehen: Während andere Ressorts teils schmerzhafte Einsparungen hinnehmen müssen, hat Hahn für die kommenden zwei Jahre ein Plus von 1,2 Milliarden Euro ausverhandelt. Im Vergleich zu 2008 wächst sein Budget im Jahr 2009 um 15Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, 2010 nochmals um zehn Prozent auf 3,74 Milliarden.

Der größte Teil des Geldes geht an die Universitäten. In der Leistungsvereinbarungs-Periode 2010 bis 2012 erhalten sie vom Ministerium pro Jahr etwa 500 Millionen Euro mehr als bisher. 157 Millionen Euro davon sind nur Ersatzzahlungen, mit denen Entgänge bei den Studiengebühren (nach der neuen Regelung sind viele Studenten befreit) ausgeglichen werden sollen. Netto bleiben den Rektoren damit jährlich zwischen 355 und 391 Millionen Euro zusätzlich – und somit etwas weniger als die von Hahn versprochenen 400 Millionen Euro. Finanziert werden müsste mit diesem Geld auch der umstrittene Uni-Kollektivvertrag, über den noch verhandelt wird.

 

Forscher atmen auf

Mehr Geld gibt es auch für die Fachhochschulen, und zwar um durchschnittlich 13,7Prozent. Als großer Gewinner gilt im Ministerium aber die Forschung: Die Mittel steigen bis 2010 um insgesamt 53Prozent auf 374 Millionen Euro. Der Wissenschaftsfonds FWF, der seit Monaten auf dem Trockenen sitzt, erhält im Jahr 160 Millionen Euro; 85 Millionen Euro gehen an die Akademie der Wissenschaften. Die Forschungsszene atmet auf – auch wenn die Zuwächse geringer sind als erhofft. „Unsere größten Befürchtungen sind nicht eingetroffen“, sagt der Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Ludovit Garzik. Der Rat hatte Alarm gerufen, dass Österreich den Wachstumspfad verlasse, Schwerpunkte nicht mehr finanziert werden könnten.

Als die großen Verlierer sehen sich hingegen die Richter. Das Budget von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner wird 2009 um nur rund 60 Millionen Euro auf insgesamt 1,71 Milliarden steigen – und bringe „schmerzhafte Einsparungen“, so die Ministerin. Bis 2013 müssen 169 Planstellen gestrichen werden. Mit ihrem Maßnahmenpaket, das der Ministerrat bereits beschlossen hat, käme es dennoch zur Entlastung der Justiz-Mitarbeiter.

 

Richterchef: Längere Verfahren

Die Gewerkschaft wie auch der Präsident der Richtervereinigung, Werner Zinkl, zeigen sich unzufrieden und sprechen von bloßen Umschichtungen. Sie warnen erneut vor längeren Verfahren aufgrund der Personalnot.

Kritik am Budget übt auch die Polizeigewerkschaft: Das Innenressort erhalte 2009 nur 108 Millionen Euro zusätzlich. Rein rechnerisch viel zu wenig, um die versprochenen 1000 zusätzlichen Polizisten pro Jahr zu finanzieren, sagt Gewerkschaftsvorsitzender Hermann Greylinger. Er befürchtet „Einsparungen im Sachbereich“.

Zufrieden zeigt sich neben Hahn und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) – der 2009 rund 1,1 Milliarden Euro mehr erhält – auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ): Im Vorjahr seien einige Krankenkassen vom Konkurs bedroht gewesen. Diese Situation sei nun vom Tisch. Der Bund stelle den Kassen in den nächsten Jahren mehr als 730 Millionen Euro zur Verfügung. Das Kassensanierungspaket wird aber von einigen Ländern abgelehnt, Vorarlberg droht mit einer Verfassungsklage.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.04.2009)

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325 Kommentare
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GG-Orange
29.04.2009 12:28
0 0

Vom Taser kann wieder Gebrauch gemacht werden:

und schon is a Ruh bei den Suderanten!

So ein Schmarrn: „Keine höheren Steuern für die Mittelschichten dieses Landes.“

Höhere Steuern- egal worauf- treffen auf Umwegen immer alle Menschen dieses Landes.

Beispiel: Eine Finanztransaktionssteuer trifft die Versicherungen, da diese das Geld ihrer Kunden veranlagen und streuen muss. Sind für solche Transaktionen Steuern fällig, werden die Prämien steigen- für alle Bürger dieses Landes.

Einzige Möglichkeit, wirklich was zu bessern, sind echte Einsparungen des Staates vor allem bei sich selbst.

Antworten Gast: h.h.
07.05.2009 01:30
0 1

Re: So ein Schmarrn: „Keine höheren Steuern für die Mittelschichten dieses Landes.“

komisch, bei mir werden z.b. die versicherungen immer teurer, auch wenn die versicherungen noch keine zus. steuer zahlen.
abgesehen davon, wenn man sich die glaspaläste der vers. ansieht weiß man gleich wohin ein teil der prämien landet - sicher nicht bei den versicherten.

tatsache ist, dass durch die wirtschaftskrise die staatsschulden explodieren und in (hoffentlich) absehbarer zeit abgebaut werden müssen. irgendwer muss das zahlen. wenn es keine finanztransaktionssteuer bzw. vermögenzuwachssteuer kommt wird die ganze last wieder einmal der mittelstand tragen.
sie glauben nicht wirklich, dass das den mittelstand weniger trifft wie die höheren prämien - die sowieso immer wieder erhöht wird - bezahlt?

Gast: ASVG-Sklave
29.04.2009 07:02
0 0

Pröll ist gegen alles, - zeigt aber keine Alternativen auf

Pröll ist gegen die Vermögenssteuer. Na gut. Pröll ist aber auch gegen die Kürzung der extremen Personalkosten im Öffentlichen Dienst (siehe Lehrer). -- Wo also soll das Geld herkommen Herr Pröll, das Sie Ihren Freunden in der Bankenwirtschaft zusteckten? (100 Milliarden).

DerÄtzer
27.04.2009 07:21
0 1

Es wäre schon hilfreich, wenn wir kleinen Leute Vermögen der Reichen nicht auch verteidigen müssten.

Mit 100 Milliarden durften wir sofort zur Verteidigung antreten.

Polizei, Justiz, Militär, Gesetze für Reiche - das nehmen diese Herrschaften - und ich gebe es zu, manche wären auch bereit durchaus mehr gegen die Krise beizutragen.

Pröll ist ein redlicher Scheinheil - das müssen wir uns merken.

Gast: Bürger
26.04.2009 22:51
1 0

Neidsteuer

Ich bin gegen die Einführung der Neid- oder besser Enteignungssteuer. Punkt. Basta.

Antworten Gast: h.h.
07.05.2009 01:42
0 1

Re: Neidsteuer

wie wäre es wenn sie argumente bringen würden und nicht nur die övp-propaganda nachplappern würden.
hoffentlich wird ihr einsatz auch belohnt - ob sie damit allerdings vermögen ansammeln können kann bezweifelt werden.

Antworten Gast: h.h.
07.05.2009 01:33
0 1

Re: Neidsteuer

bravo, ausgezeichnet wie sie die övp-propaganda nachplappern. hoffentlich werden sie für ihre treue auch gut entlohnt.

demokrat
27.04.2009 13:50
0 1

Re: Neidsteuer

Dann bin ich dafür, dass Sie aus dem staatlichen System "Schutz des Eigentums" aussteigen und nicht die Kosten für die Bewahrung Ihres Vermögens anderen aufbürden.

Ihr Vermögen zu schützen kostet uns Steuerzahlern verdammt viel Geld !!!!

Gast: Rudi
26.04.2009 18:19
0 1

Pröll will doch nur die Macht

Pröll wird weder den Staat reformieren noch sonst Akzente setzen. Sein alleiniges Ziel ist es Bundeskanzler zu werden. Dafür würde er alle Versprechungen und Opfer erbringen, die nötig sind. Also wenn eine neue Steuer populär wird, wird es sie geben, vorausgesezt, diese dient dem Ziel der Eroberung des Throns.

ssid
26.04.2009 17:11
1 0

Häupls Krise

wenn Häupl eines Tages von Strache verjagt wird, hat er keine Krise mehr.
Und wir Wiener auch nicht. Denn dann ist es aus mit dem Abkassieren durch die rote Brigade.
Von wegen der Vermögenssteuer: das ist den "Reichen" total egal!
Aber statt neuer Steuern, könnte man an einen Abbau der Stellen in der Bürokratie denken. Das ergäbe Milliarden an Einsparung.

Antworten Gast: St.Rache
26.04.2009 19:04
0 1

Re: Häupl ist besser

danke für die Unterstützung ,
wenigstens einer der glaubt ,
mit HC wird auch nur irgendetwas besser .

DerÄtzer
27.04.2009 07:59
1 0

Re: Re: Häupl ist besser -- bitte, bitte, ich bin überzeugt es wird besser, weil schmarotziger kann es nicht werden!


Gast: Dr
26.04.2009 13:58
1 0

Verwaltungsreform

Da wird über Peanuts (0,5 bis 2 Milliarden €) gestritten, und in der Verwaltung werden jährlich 20 bis 30 Milliarden € einfach verbrannt.

Dem Mittelstand und den Unternehmern wird viel wegenommen, und dann will man noch haben, dass genau diese Leute das Land refinanzieren und mit Betrieben Arbeit schaffen.

Etwas paradox... oder?

Gast: Kein Kommunist
26.04.2009 13:37
0 1

"Uns gehört die Welt" Klaus Werner Lobo

Zitate die zum Nachdenken über eine Vermögenssteuer anregen:

Die reichsten 2 % der Weltbevölkerung besitzen mehr als 50% des globalen Privatvermögens.

Das reichste Zehntel kommt sogar auf 85% des weltweiten Wohlstandes.

Nur 10 Millionen Menschen besitzen mehr als eine Million Dollar.

Besteuerung von Vermögung sinkt. In Deutschland ist die Besteuerung von Unternehmensgewinnen und Vermögen, zwischen 1960 und 2006 von 20 auf 7,1 % gesunken. -> Gewinner sind die Reichen

Besteuerung der Löhne steigt. In Deutschland ist die Besteuerung von Löhnen, zwischen 1960 und 2006 von 6,3 auf 16,3% GESTIEGEN. -> Verlierer sind die Arbeiter.

DER SPITZENSTEUERSATZ AUF SEHR HOHE EINKOMMEN FIEL VON 62 auf 48%. - > Gewinner sind die Reichen.

Kleine und mittlere Unternehmen zahlen im Vergleich zu Großkonzernen DEUTLICH MEHR STEUERN und ABGABEN! Und das obwohl KMUs mehr Arbeitsplätze sichern als Konzerne.

Antworten Gast: GATSBY
26.04.2009 19:04
1 0

Re: DOCH EIN KOMMUNIST!

Na vielleicht gehen wir einmal von der Prozentrechnung weg und sehen uns die absoluten Zahlen an: In Österreich (und den meisten westlichen sozialistischen Demokratien) zahlen mittlerweile etwa 50 % überhaupt keinen Cent mehr Einkommen- oder Lohnsteuer und die top 10 % Verdiener etwa 50 % in den Topf! Da MUSS dann wohl mit der Umverteilerei irgendwann Schluß sein. Die Leistungsträger sollten sich diesen Diebstahl einfach nicht mehr gefallen lassen!!!

DerÄtzer
27.04.2009 08:08
0 1

Re: Re: Sie sind reicher Erbe?

Für Eigenleistung reicht Ihre Logik nicht!

Wenn Leute fleißig um Billigstlohn produzieren, deren Gewinn andere einstecken, ist der Wert der Arbeit geringer?

Nein, GATSBY, es ist der Überschuß schlecht verteilt. Diese Leute machen reich, aber eben andere Leute.

Sollten Sie auch noch auf Verzicht der Ernährung drängen, verlangen Sie das, das ein Bauer so betropetzt verkündete: "Meinen Kühen habe ich das Fressen schon fast abgewöhnt, jetzt sind diese Viechar mir zufleiß eingegangen".

Bauernschlau?

Antworten Gast: markus Trullus
26.04.2009 18:40
1 0

Re: leider (!) ...fasch

80% der Finanzveranlagungen weltweit.. sind nicht von Reichen, sondern von
UNS! gemacht. Über...
Banken (ihre Spareinlagen- siehe Bawag), Pensionsversicherungen (Auch Umlagesysteme veranlagen), Alle Arten von institutionellen Anlegern, auch Staaten selbst, usw. Der bei uns dahinterliegend Neid zerfrisst unsere Gedanken, aber aus der Steuer über ein paar Reichen eine Sanierung der Wirtschaft zu erhoffen ist wie den Weinachtsmann zu Ostern zu erwarten...

0 0

Re:

das ist auch logisch.

mit wem umgeben sich politiker lieber? mit dem kleinen mann oder mit den reichen und schönen und bussibussigesellschaft.

man will doch seine freunderln nicht verkommen lassen, egal ob in ö oder d.

das ist eine clique, denen ist es egal, ob sie sich in dschibuti oder in berlin oder sonstwo treffen. hauptsache, sie gehören zusammen und keiner will da rein. bzw. wird reingelassen.

das land geht vor die hunde? ist den politikern mehr als egal. sie haben schon das ihre und ob sie in ö mit der blase zusammen sind oder sonstwo.

mfg
mc

Antworten Antworten Gast: anja
26.04.2009 18:00
0 0

Re: Re:

vollkommen richtig

raeter
26.04.2009 15:34
0 1

Das sind die Konsequenzen der Globalisierung und entspricht der Logik des Kapitalismus!

Was wäre Ihnen lieber?
Variante A: Verteilung, wie von Ihnen beschrieben mit einem Durchschnittsgehalt von 100 Einheiten für die unteren 80 % oder
Variante B: gleichmäßigere Verteilung mit Durchschnittsgehalt 90 für alle?

Der Kapitalismus ist brutal effizient. Gleichmachende und gerecht ist er allerdings nicht.

Gast: bcx
26.04.2009 13:34
0 0

Vermögensschrumpfungssteuer

45% aller Vermögen wurden weltweit in den letzten 18 Monaten vernichtet.
"45 Percent of Global Wealth destroyed in last 18 Months." Das sagt der Ceo von Blackstone.

Da müssen sich die Steuereintreiber aber sputen, wenn sie noch Vermögen finden wollen.

1 0

Flat-tax

Eine Flat tax muss her, dann hat dieser ungerechte Verteilungskampf endlich ein Ende.
Die Reichen geben viel mehr Geld bei uns aus -> Steuereinnahmen steigen, der Mittelstand wird nicht mehr so ausgeblutet und den wirklich Armen werden halt Steuerfreibeträge zugesprochen!
Gleichzeitig sparen wir uns tausende Beamte ein, da das System viel einfacher wäre!

Gast: Tancredi
26.04.2009 13:13
0 0

Kämmerer

Der wäre besser weiter als Interessensvertreter in der Wirtschaftskammer geblieben, als mit der selben Aufgabe getarnt als Wirtschaftsminister der ÖVP Wählerstimmen zu kosten.

Gast: Das Ich
26.04.2009 13:00
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Suuuuper

In seiner "alten" Funktion hätte Mitterlehner laut aufgeschrien und sofort davon gefaselt dass der Wirtschaftsstandort Österreich bei neuen Steuern MASSIV gefährdet sei.
Jetzt wo er selber tatsächlich Taten setzen und Entscheidungen treffen muss und ihm das Geld fehlt, sind neue Steuern denkbar ...

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Re: Suuuuper

es kommt doch immer auf den standpunkt an, vor oder hinter der barriere.

mfg
mc

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