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Wiederbetätigung: Fünf Jahre Haft für Gerd Honsik

28.04.2009 | 06:24 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Einstimmig wurde der Angeklagte in allen Anklagepunkten schuldig befunden. Das Gericht bewertete auch das "massiv einschlägige Vorleben". Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Honsik und Anklage legten Berufung ein.

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WIEN. Schlussakt im NS-Wiederbetätigungsprozess gegen Gerd Honsik: Der 67-Jährige - laut Eigendefinition früher „Schriftsteller, jetzt Pensionist", laut Anklage „Geschichtsfälscher" - wurde gestern in allen 21 Punkten für schuldig gesprochen. Das (nicht rechtskräftige) Urteil: fünf Jahre Haft. In seiner Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Andreas Böhm die Vorverurteilungen sowie das „massiv einschlägige Vorleben" Honsiks als erschwerend an. Dieser habe unter anderem wiederholt den Staat verächtlich gemacht und auch nach seiner Flucht nach Spanien sein Verhalten ungerührt fortgesetzt.

„Ein politischer Schauprozess"

Die Stimmung während des Verfahrens war gereizt: „Mir fällt es schwer, Sie ernst zu nehmen", sagt Richter Böhm zum Angeklagten. Dieser schlägt mit der Faust auf den vor ihm stehenden, mit Büchern voll geräumten Aktentisch und ereifert sich: „Wenn Sie mir diesen Beweis auch noch abschneiden, ist das ein politischer Schauprozess.

Zur Eskalation kommt es, weil der Angeklagte etwa unter Beweis stellen will, dass sich Österreich mit Kriegsende 1945 nicht befreit gefühlt habe, sondern erst 1955, mit dem Abzug der Besatzungsmächte. Richter Böhm erklärt, dies sei für den Prozess überhaupt nicht relevant.

Herausgeber der Zeitschrift "Halt"

Honsik ist angeklagt, zwischen 1987 und 2003 die Zeitschrift „Halt" herausgegeben und damit gegen das NS-Verbotsgesetz verstoßen zu haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Honsiks Strafverteidiger Herbert Schaller (über diesen sagt der junge Staatsanwalt Stefan Apostol: „Er ist mit seinen 87 Jahren wesentlich erfahrener als ich") greift die schon vorgebrachte „Befreiungsthese" wieder auf, bringt dazu einen Beweisantrag ein. Er beantragt die Zeugenladung des Journalisten und Buchautors Hugo Portisch. Dieser Antrag wird, wie rund ein Dutzend andere auch, abgewiesen. So will Schaller etwa den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, als Zeugen hören. „Zum Beweis dafür", dass der 1992 nach Spanien geflohene Honsik wegen einer „Intervention Muzicants beim spanischen Ministerpräsidenten" und bei zwei spanischen Ministern nach Österreich ausgeliefert worden sei.

Österreich hatte sich jahrelang um die Auslieferung Honsiks bemüht, der nach einer ersten Verurteilung 1992 (Strafe: eineinhalb Jahre Haft wegen Bruch des NS-Verbotsgesetzes) geflohen war. Erst neue Anti-Rassismus-Beschlüsse auf EU-Ebene ermöglichten Honsiks Rückholung. Muzicant sagt auf Fragen der „Presse", ob er tatsächlich „interveniert" habe, er sei vor Jahren in Madrid zu einer Konferenz über das Verbotsgesetz eingeladen gewesen. Dabei habe es Gespräche mit der Regierungsspitze gegeben. Spanien habe damals gemeint, nicht mehr länger Zufluchtsort für Neonazis sein zu wollen.
Indessen läuft gegen Verteidiger Herbert Schaller seit einiger Zeit ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung. Dies bestätigt am Montag Michaela Schnell, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien.

Auch beim Auftakt des Honsik-Prozesses Anfang voriger Woche hat der betagte Jurist für Unruhe gesorgt. Er erklärte: „Die Gaskammern sind nur durch Zeugen bewiesen", Sachbeweise, deren Beweiskraft mit einem DNA-Test vergleichbar seien, würden nicht existieren. Die Existenz der Gaskammern sei außerdem „keine Tatsache, sondern nur eine notorische Tatsache" - und damit „nur herrschende Meinung". Eine sofortige strafrechtliche Reaktion des Staatsanwaltes blieb aus.

Am Montag jedoch sieht die Sache anders aus. Als Schaller im Plädoyer angibt, es hätten „feine und anständige Ausländer" als erste die Existenz von Gaskammern bezweifelt, unterbricht der Richter: „Herr Verteidiger, leugnen Sie jetzt schon wieder die Existenz der Gaskammern?" - „Ich leugne gar nichts. Ich bin nur ein Organ der Rechtspflege. Ich identifiziere mich mit gar nichts, was Herr Honsik gesagt hat." Doch „Wahrheit muss Wahrheit bleiben". Daraufhin lässt der Richter protokollieren: „Festgehalten wird, dass der Verteidiger die Existenz der Gaskammern bezweifelt oder Personen zitiert, welche die Existenz der Gaskammern bezweifeln."

„Anschlag auf Redefreiheit"

Indessen präsentiert sich Honsik als Forscher. „Ich leugne nicht das Böse in den Lagern, ich will nur, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt." Bestimmten prominenten Häftlingen, wie etwa dem österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (Kanzler 1934 bis 1938) sei eine „Sonderbehandlung" zuteilgeworden. Wieder unterbricht der Vorsitzende: „Worauf wollen Sie hinaus?" Wieder erwidert Honsik lapidar: „Ich will mich verteidigen." Und: „Ich zähle mich nicht zu den Nationalsozialisten."

Schaller zu Honsik: „Haben Sie je irgendetwas geschrieben, wovon Sie nicht zutiefst überzeugt waren?" Antwort: „Nie in meinem Leben." Der Prozess sei ein „Anschlag auf die Rede- und Meinungsfreiheit".

Das ändert nichts daran, dass der Ankläger einen Schuldspruch und ein Strafausmaß in der Nähe der Zweistelligkeit, also an die zehn Jahre Haft, fordert.

AUF EINEN BLICK

Finale des Wiederbetätigungsprozesses gegen Gerd Honsik (67). Die Anklage warf ihm die Herausgabe der Zeitschrift „Halt“ zwischen 1987 und 2003 vor. Honsik bekannte sich „nicht schuldig“. Er habe immer nur geschrieben, wovon er überzeugt gewesen sei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2009)

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438 Kommentare
 
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Gast: bildungsbürger
04.05.2009 14:36
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nochmal langsam für unsere rechten Analphabeten (ja ich weiss, die buchstaben sind so klein)

Honsik ist ein Geschichtsverdreher, mehrfach verurteilt und Vorbestraft wg. Verfassungsfeindlichen und terroristischen Aktionen, DEFINITIV staatsfeindlich und deutschnational, ergo ein UNösterreicher, ein Nestbeschmutzer und einer, der keine Reue zeigt, den Millionen Toten, gefolterten, Vertriebenen, Vergewaltigten, Vergasten, Verbrannten, Erschossenen Kinder, Frauen, Greise, Behinderte, Juden Roma und Sinti durch seine Hasspredigen metaphorisch auf die Grabeserde zu spucken.

Antworten Gast: Deja-vu
06.05.2009 13:25
0 0

Re: nochmal langsam für unsere rechten Analphabeten (ja ich weiss, die buchstaben sind so klein)

Welche terroristischen Aktivitäten hätte Honsik denn gesetzt? Ist es nicht vielmehr so, dass so wüste Beschimpfungen, eigentliche Hasspredigten, wie die Ihre den Tatbestand des Meinungs-Terrors darstellen? Sie scheinen aus der Nazi-Zeit nichts gelernt zu haben!

0 0

Karlsbader Beschlüsse v. 1819

Es ist nicht zu fassen, wie weit bei Ihnen die
<realitätsverweigerung geht! Trotz mehrmaliger
Mahnung, meinen Kommentar zu veröffentlichen,
den ich am 3.5.09 frühmorgens eingestellt habe,
reagieren Sie nicht, verweigern auch eine Antwort
mit Begründung der Nichtveröffentlichung! Wir
leben in keinem Rechtsstaat, wir haben keine
Meinungsfreiheit, wenn solches Verhalten unge=
straft bleibt!
Unglücklicher Österreicher!

Antworten Gast: Deja-vu
04.05.2009 13:26
0 0

Re: Karlsbader Beschlüsse v. 1819

Dem kann ich mich nur anschließen. Auch ich habe zweimal gepostet, und obwohl mein Kommentar nicht im geringsten antisemitisch, holocaustleugnend oder neonazistisch war, wurde er nicht freigeschaltet. Was will Die Presse damit erreichen?

Antworten Antworten Gast: Deja-vu
05.05.2009 12:14
0 0

Re: Re: Karlsbader Beschlüsse v. 1819

Naja, ich hab halt die Einschränkungen der Meinungsfreiheit in den 40er-Jahre mit jenen von heute verglichen. Leider schnitt dabei der heutige Zustand nicht ausschließlich positiv ab. Der Pressezensor darf halt wahrscheinlich so etwas nicht durchlassen ....

Gast: Crusader
01.05.2009 19:43
0 0

VIEL ZU WENIG


und ab in den Kerker !


0 0

Re: VIEL ZU WENIG

Meinen Sie das ernst? Wenn ja, dann
gehören Sie wegen ..... auch eingsperrt,
so lange, wies der Honsik sitzen muß!

Gast: Rille
01.05.2009 00:35
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Austrodiktatur

Ich dachte Austria waere demokratisch.
Wie versteht sich das mit der freihen Meinung.

Es ist unglaublich


wieviele Postings hier gelöscht werden !


Antworten Gast: Auslese
30.04.2009 08:07
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Re: Es ist unglaublich

Bitte net sudern! Die Krone veröffentlicht ja auch nicht alle Leserbriefe, nur die gerade passenden. Für die andern fehlt halt der Platz. Und das ist gut so! Die Wiener Zeitung wird täglich lesenswerter.

Antworten Firemage
30.04.2009 00:37
0 0

Re: Es ist unglaublich

welche postings hier geschrieben werden

Re: Re: Es ist unglaublich


Vor allem Ihre Demokratiefeindlichen !


Re: Re: Re: Es ist unglaublich


Übrigens wurde schon wieder gelöscht !


Antworten Antworten Antworten Antworten Firemage
01.05.2009 01:40
0 0

Re: Re: Re: Re: Es ist unglaublich

lol!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Crusader
01.05.2009 10:20
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Es ist unglaublich

lol?
leaving objectivity left.....?
Soziwürstchen?

Gast: t. dalton
29.04.2009 12:47
0 0

Gnadenlose Humanisten

Die gleichen Leuten die hier so gnadenlos applaudieren wenn hier ein älterer Mann vielleicht für der Rest seiner Zeit eingesperrt wird, das sind wahrscheinlich diejenigen die sich in den NS Zeit am ersten den arm aufgehoben hätten.

Dass Mann abgesehen davon ob Gerd Honsik ein Held oder eine tragische Figur ist, nicht mal ein bisschen Empathie, aufbringen kann spricht für sich selber.

Hier zwei zufällige Beispiele:

Weitweg:
"so ein Versager, der auf Kosten meines Steuergeldes eine ruhige Kugel schieben kann. Ich gehe mal davon aus, dass er aus Spanien keinerlei Steuern oder Sozialversicherungsabgaben in Österreich bezahlt hat - eine Schande ..."

Tom93:
"ich erhebe das glas und möchte einen TOAST auf die geschwornen, das hohe Gericht und den Herrn Staatsanwalt ausbringen: sie haben ihre sache gut gemacht. zehn jahre wären zwar noch besser gewesen, aber 5 sind schon mal ein guter anfang."

Meine Meinung nach sind Leuten wie die zwei Kommentatoren und deren Gleichen eine größere Gefahr für der Gesundheit der Österreichische Nation (EU Bezirk Mitteleuropa 2601) Ein Paar Buchverbrennungen würden sie sicher auch gerne mitmachen.

Und ehrlich, hat hier schon einer was von dem Mann selbst gelesen, oder richtet Mann sich ganz nach dass was die Medien berichten?

Ich fand das Buch über den Kalergi Plan sehr interessant.

Gast: Crusader
29.04.2009 08:57
0 0

Geschieht dem Honsik recht

Auch wenn ich sonst meist anderer Meinung bin, dem Honsik geschieht dies gerade Recht!

Antworten Gast: pour le merite
30.04.2009 12:07
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Re: Geschieht dem Honsik recht

Sie haben ganz recht.

Ich fand aber das Buch Freispruch für H. lesenswerter.

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Re: Geschieht dem Honsik recht

Gerecht wäre, wenn endlich Pröll und Faymann für 5 Jahre eingesperrt würden. Menschen die mutwillig alles zerstören, so wie diese SPÖVP-Regierung, deren Unterrichtsministerin offensichtlich in einen weiteren Bankenskandal verwickelt ist, muss man wegsperren.

Gerd Honsik hingegen ist freizulassen, kein anständiger Demokrat stört sich je daran, wenn irgend jemand seine Sicht der Dinge über diverse Zeugenaussagen darlegt.

Antworten Gast: schumpeter
29.04.2009 12:38
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Re: Geschieht dem Honsik recht ...

Es geht munter weiter in der Causa Honsik. Zwei weitere Verfahren - neben der Berufung - sind insgesamt noch anhängig ... und das könnte dem Nazi-Urgestein einen besinnlichen Lebensabend in völliger Abgeschiedenheit bescheren. Aber auch sein Anwalt Schaller sollte schon sehr bald beruflich "ausgenazt" haben ...

Antworten Antworten Gast: Rosebud
29.04.2009 13:48
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Re: Re: Geschieht dem Honsik recht ...

Entnazifizierung im Justizbereich, und das nach über 60 Jahren! Wenn das kein Grund zum Feiern ist?

Antworten Gast: Crusader
29.04.2009 11:37
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Re: Geschieht dem Honsik recht

Immer noch am kopieren?
Nimm doch mal einen meiner rechten Sprüche! Oder traust dich nicht?
:)

Antworten Gast: Crusader
29.04.2009 11:27
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Re: Geschieht dem Honsik recht

Fluch der Technik - alle klonen jetzt schon....
Aber warum nicht mein rechten Sprüche?!
;)

Antworten Gast: Crusader
29.04.2009 11:17
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Re: Geschieht dem Honsik recht

Die Kopie reitet wieder....wie innovativ.

Antworten Gast: Crusader
29.04.2009 10:56
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Re: Geschieht dem Honsik recht

Also wenn ich schon kopiert werde dann wenigstens mit `nem deftigen Nazispruch und nicht mit so einem Gewimmere!
:)

Antworten Antworten Gast: plebs potus
29.04.2009 13:53
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Re: Re: Geschieht dem Honsik recht

achwo... du bist doch schon selber die Kopie vom Abzug...

So ein rechtes Mainstreamgesülze hör ich an jeder Ecke, in jedem Idiotenbeisl, ja sogar der letzte kleine 3-Generations Problemkind-Hiphopper mit Immigrationshintergrund redet den selben verdummenden Stuss wie du. Einfaches, hirnloses Gebell von kleinkarierten Menschen, die thematisch allerhöchstens auf der Oberfläche treiben weil Ihnen das neuronale Rüstzeug abgeht, nämlich GEHIRN...

 
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